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  1. #241
    Avatar von Weckerfreund
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    Hallo Stephan,

    Du hast recht, aber ich habe nichts Anderes gefunden. Immerhin wird es dort ordentlich aufgeführt und "erklärt". Es müsste wegen der EU wohl auch in Deutschland so sein.

    Auf jeden Fall vielen Dank für Deine Erklärungen. Du bist in Rechtsdingen wirklich"die Instanz" in Diskussionen im Forum!

    Viele Grüße

    Andreas
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  2. #242

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    Die Erklärung mit Erläuterung gibt es auch auf Zoll.de

    http://bit.ly/19SlQxx

    Da ist das ganze echt gut und übersichtlich erläutert.

  3. #243
    Avatar von Weckerfreund
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    Hallo schramme74,

    vielen Dank für Deine Recherche. Jetzt muss ich aber etwas schmunzeln ("echt gut und übersichtlich erläutert"). Da steht nichts von der Anrechnung der Versandkosten. Die richtige Quelle ist diese hier:

    http://eur-lex.europa.eu/legal-conte...2R2913&from=DE

    VERORDNUNG (EWG) Nr. 2913/92 DES RATES vom 12. Oktober 1992 zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften

    Kapitel III "Zollwert"

    Artikel 32

    (1) Bei der Ermittlung des Zollwerts nach Artikel 29 sind dem für die eingeführten Waren tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preis hinzuzurechnen:

    a) folgende Kosten, soweit sie für den Käufer entstanden, aber nicht in dem für die Waren tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preis enthalten sind:

    ...

    e) i) Beförderungs- und Versicherungskosten für die eingeführten Waren und

    ii) Ladekosten sowie Kosten für die Behandlung der eingeführten Waren, die mit ihrer Beförderung zusammenhängen,

    bis zum Ort des Verbringens in das Zollgebiet der Gemeinschaft.



    Tja, so ist das mit der Bürokratie. Wenn also die Uhr als normale Luftpost für $ 5,- verschickt wird, erhöht sich die Einfuhrumsatzsteuer um ca. Euro 1,-. Wird die gleiche Uhr mit UPS oder Fedex für $ 99,- verschickt, sind zusätzlich ca. Euro 20,- zu zahlen. Es bleibt aber die gleiche Uhr und sie hat den gleichen "Wert" in Deutschland.

    Man kann es nicht ändern.

    Viele Grüße und schöne Feiertage!

    Andreas
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  4. #244

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    Die Transportkosten finden in der Zollkosten nur die Bedeutung am Anteil, der vom erreichen der EU-Außengrenze bis zum Endkunden entsteht.

  5. #245
    Avatar von Weckerfreund
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    Hallo n70tester,

    dann habe ich die letzten 15 Jahre immer zuviel bezahlt....
    Es wurde mir vom Zollamt (und es waren 3 verschiedene durch Schließungen zuständig) immer die gesamten (!) Versandkosten zur Berechnung der Einfuhrumsatzsteuer aufgebrummt. Da wurde nichts gesplittet in Außer-EU und Inner-EU. Wäre ja auch gar nicht möglich, weil dazu die Postkalkulation der einzelnen Länder und Versandarten bekannt sein müsste.

    Wenn Du hierfür bei Postsendungen (Briefe, Päckchen) eine Quelle (Deutschland) hättest, bitte posten, damit ich "meine" Zollbeamten aufklären kann.

    Viele Grüße

    Andreas
    Ich habe nichts dagegen, wenn meine Bilder zu privaten Zwecken von Anderen verwendet werden.

  6. #246

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    Da gibt es nichts zu posten, weil es nicht zu splitten gibt.

    Ich habe früher mal ein Käffchen mit "meiner" unausgelasteten Zöllnerin getrunken und dabei genau die Frage, warum zum zu versteuernden Warenwert die Transortkosten aufaddiert werden, in dem Raum gestellt.

    Die Antwort lautete in etwa so: Einfuhrumsatzsteuer fällt nicht etwa nur auf den Nettowert der Ware an, sondern auf die tatsächlichen Kosten bis zum Eingang der Ware beim Zoll, denn der beim Import eingeschaltete Transportdienstleister wird ja bezahlt und diese Bezahlung unterfällt der Einfuhrumsatzsteuerpflicht als Wert der zu versteuernden Einfuhr.

    Auf meine Entgegnung, dass ja auch nicht der Ticketpreis meines Rückfluges aus z.B. New York wegen einer dort von mir gelegentlich eines Urlaubsaufenthaltes neu gekauften Uhr zu deren Versteuerung herangezogen wird, sprach sie das Wort "Abgabensätze bei Reiseselbsteinfuhr" milde lächelnd.

    Dazu findet sich beim Zoll dann tatsächlich folgende Aussage:

    Der Gesamtbetrag an Einfuhrabgaben kann sich dabei aus folgenden Abgabenarten zusammensetzen:
    Zoll für alle eingeführten Waren,
    - Verbrauchsteuern, dazu zählen Energiesteuer, Tabaksteuer, Branntweinsteuer, Alkopopsteuer, Biersteuer, Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer und Kaffeesteuer, für alle verbrauchsteuerpflichtigen Waren und
    - Einfuhrumsatzsteuer für alle eingeführten Waren.

    Der zu zahlende Zollbetrag ergibt sich aus dem Zollwert der Ware und dem entsprechenden Zollsatz. Der Zollwert wird nach den allgemeinen zollwertrechtlichen Vorschriften ermittelt. Allerdings werden bei Einfuhren im Reiseverkehr die Beförderungskosten nicht in den Zollwert einbezogen.
    Grüße Renegat

  7. #247

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    Zitat Zitat von Weckerfreund Beitrag anzeigen
    Hallo schramme74,

    vielen Dank für Deine Recherche. Jetzt muss ich aber etwas schmunzeln ("echt gut und übersichtlich erläutert"). Da steht nichts von der Anrechnung der Versandkosten. Die richtige Quelle ist diese hier:

    wer lesen kann ist klar im Vorteil und alles lesen hilft ungemein. Menü bedienen sollte machbar sein.


    zollwert_ink_li.jpg


    Zusätzlich bleibt festzustellen, dass sich die Rechtsgrundlage mittlerweile geändert hat und seit dem 01.05.2016 der Zollkodex der Union (Verordnung (EU) Nr. 952/2013 vom 9. Oktober 2013 zur Festlegung des Zollkodex der Union (UZK) Anwendung findet. Im UZK einschlägig sind die Artikel 69 - 73 die jedoch grds. einer ähnlichen Systematik folgen.

    Quelle: http://eur-lex.europa.eu/legal-conte...3R0952&from=DE

    Gruß
    Thomas

    P.S.: Diplom Finanzwirt (FH) der FH Bund im Fachbereich Zolldienst sollte als Qualifikation ausreichen für diese Diskussion

  8. #248
    Avatar von Weckerfreund
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    Lieber Thomas,

    vielen Dank für Deinen Nachhilfeversuch in Sachen Lesen. In Deinem "echt gut und übersichtlich erläuterten" Link steht leider zunächst kein Wort über die Einbeziehung der Versandkosten in den Zollwert. Der von Dir rot eingekreiste Menüpunkt zeigt erst nach dem Anklicken die Einbeziehung der Versandkosten.

    Wer - außer einem Diplom Finanzwirt (FH) der FH Bund im Fachbereich Zolldienst - soll denn wissen, dass sich hinter "Berichtigungen nach Art. 32, 33 ZK" unter Anderem die Versandkosten verbergen? Dies meine ich mit "schmunzeln" bzgl. Deines Lobes ob der "Übersichtlichkeit" dieser Zollseite.

    Gut und übersichtlich wäre, wenn da im Klartext stünde:

    Der Zollwert bzw. Transaktionswert der eingeführten Ware setzt sich zusammen aus:

    Dem Warenwert...
    Den tatsächlich entstandenen Transport bzw. Versandkosten...
    Weiteren möglichen anzurechnenden Kosten...

    Dann könnte man auf die einzelnen Punkte klicken und es wäre für den normalen Bürger verständlich.

    Vielleicht kannst Du ja bei Deinen Zollkollegen, die für die Website zuständig sind, einen Verbesserungsvorschlag machen.

    Die Berechnung von Zollwerten für Schulranzen, führt jedenfalls bei der Suche nach Anrechnung von Versandkosten nicht so richtig weiter...

    Trotzdem vielen Dank für den ersten Link mit der Seite. Den 2. Link hatte ich schon selber gepostet.

    Dann stellt sich aber doch die Frage, ob die Versandkosten nicht doch gesplittet werden müssten (Verbringung bis zur EU-Außengrenze / inländischer Versand). Dies wird ja nicht gemacht (siehe meine Antwort auf den Post #244). Wenn schon nach Vorschrift, Zollkodex und irgendwelchen Berichtigungen nach Artikeln xyz, dann bitte auch ganz richtig.

    Vielleicht kannst Du da als Insider etwas Licht ins Dunkel bringen.

    Ebenso wäre es schön, wenn Du anregen könntest, dass die Zeitspanne der Lagerfrist für Postsendungen beim Zollamt wieder von einer Woche auf einen größeren Zeitraum verlängert wird. Es ist nämlich unzumutbar, einerseits bis über sechs Wochen auf das Eintreffen einer Sendung warten zu müssen (Flughafen Frankfurt) und dann notfallmäßig zum Zollamt fahren zu müssen, weil sonst die Sendung retour geht. Ich kann meine Urläube nicht von der Bearbeitungszeit des Flughafenzolls in Frankfurt abhängig machen. Früher gab es die Regelung der Zahlung einer geringen Lagergebühr, dies wurde vor einigen Monaten einfach abgeschafft.

    Dessen ungeachtet sind die Zollbeamten bzw. -angestellten bei meiner zuständigen Postverzollungsstelle sehr nett und hilfreich.

    Viele Grüße

    Andreas
    Geändert von Weckerfreund (07.01.2017 um 18:06 Uhr) Grund: Tippfehler beseitigt
    Ich habe nichts dagegen, wenn meine Bilder zu privaten Zwecken von Anderen verwendet werden.

  9. #249
    Avatar von kater7
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    Einfach ist beim Zoll gar nichts. Schon gar nicht für die kleinen Zollbeamten vor Ort. Bei uns im Zollamt, ich versuche eine alte amerikanische Taschenuhr korrekt zu verzollen, alle Unterlagen hab ich dabei:
    ......das Paket hab ich geöffnet, der Zollbeamte schaut auf die Uhr......
    "hat die Batterie"

    "nein, die ist mechanisch"
    "mechanisch?!? ohne Batterie?!?"

    "ja"
    "hmmmm"
    ....... der Zollbeamte holt eine riesige Kladde raus und blättert darin......
    "mechanisch? also mit Zeiger?!?

    "ja"
    ..... es wird gesucht und gegrübelt, nein, nein, nein, das passt nicht, hmmmm, ein weiterer kommt hinzu ...... mechanische Armbanduhr ....... nein ....... ist ja eine Taschenuhr ........ gibts nicht ..... na dann nimm eben diese Nummer ...... hmmmmm, naja, nehmen wir diese ......
    "Ursprungsland der Ware?"
    "USA"
    "das weis ich das das Paket aus den USA kommt, wo ist die Uhr hergestellt worden?!?"

    "die Uhr ist in den USA hergestellt worden"
    "in den USA?!?"
    "ja"
    "Rechnung dabei?"
    ich reiche alles rüber, sauber ausgedruckt, PayPal Beleg und iBäh Angebot, der Zollbeamte guckt und blättert und ist zufrieden das ich ihm die Ausdrucke da lassen kann.
    Jetzt gehts voran, jetzt wird geschafft: im 2-Finger-Adler-Suchsystem wird fleißig alles in die Tastatur gekloppt, das PC Formular will ja ausgefüllt sein, dafür musste ja vorher irgendeine Warennummer in der Kladde gesucht werden, es wird umgerechnet von Dollars in Euro und dann darf ich zur Kasse, habe irgendwas um die 20,- zu zahlen und bekomme meine Uhr. Ein Beamter war eine gute halbe Stunde beschäftigt mit suchen und tippen und rechnen, damit unser Staat 20,- mehr in der Kasse hat und ich weis jetzt warum Deutschland kein Geld hat

    Bevor es falsch ankommt: die örtlichen Zollbeamten sind sehr nett, sie wollen ja auch, aber wenn etwas kommt was sie nicht jeden Tag haben, dann ist es eine ewige Sucherei bis alle Formulare ausgefüllt und der Betrag berechnet ist. Total uneffektiv, da muss mal ein fähiger Programmierer ran das die Programme einfacher werden, das der Beamte auch mal seltene Warennummern findet.
    LG, Frank

    "Wie es auch sei, das Leben, es ist gut"
    (Goethe)

  10. #250

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    Zitat Zitat von Weckerfreund Beitrag anzeigen

    Dann stellt sich aber doch die Frage, ob die Versandkosten nicht doch gesplittet werden müssten (Verbringung bis zur EU-Außengrenze / inländischer Versand). Dies wird ja nicht gemacht (siehe meine Antwort auf den Post #244). Wenn schon nach Vorschrift, Zollkodex und irgendwelchen Berichtigungen nach Artikeln xyz, dann bitte auch ganz richtig.
    Die Trennung kann im Falle des Postversands nicht erfolgen, da sich das Porto nach Beschaffenheit des Paktes ermittelt und nicht nach z.B. der Beförderungsstrecke.

    Die Erläuterung dazu findest du im Übrigen auf Zoll.de unter folgendem Link

    http://bit.ly/2iRC0hK

    Der relevante Punkt befindet sich unterhalb der farbigen Grafik. Sollte zu finden sein.


    Zitat Zitat von Weckerfreund Beitrag anzeigen
    Ebenso wäre es schön, wenn Du anregen könntest, dass die Zeitspanne der Lagerfrist für Postsendungen beim Zollamt wieder von einer Woche auf einen größeren Zeitraum verlängert wird.
    Damit hat der Zoll nichts zu tun. Die Hoheit über die Pakete liegt gemäß den gültigen Verträgen (Weltpostvertrag etc.) weiterhin bei der Post und die hat eine Änderung veranlasst.

    Erläuterungen dazu findet man unter http://bit.ly/2i2ICwo im unteren Teil des blau hinterlegten Feld "Hinweis".

    Zitat Zitat von Weckerfreund Beitrag anzeigen
    Den 2. Link hatte ich schon selber gepostet.
    Leider hast du das nicht. Dein Link bezog sich auf 2913/92 (EWG), meiner auf 952/2013 (EU) dieser hat mit Wirkung vom 01.06.2016 deine Rechtsgrundlage abgelöst. Das hatte ich zwar schon geschrieben aber das mit den Fakten ist ja nicht so wichtig wenn man eine Meinung hat.

    Grüße aus Ulm

    Thomas

  11. #251
    Avatar von Weckerfreund
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    Lieber Thomas,

    vielen Dank für Deine erneuten Hinweise. Anzumerken bleibt, dass man auf der Zollseite http://bit.ly/19SlQxx , die Du ja als so toll und übersichtlich bezeichnest hast, beim Anklicken auf den Link mit Zollkodex exakt den veralteten Text angezeigt bekommt.

    Dies nur bzgl. der Fakten, die ich ja nicht so wichtig nehme.

    Ansonsten ist der andere Link:

    http://bit.ly/2iRC0hK

    in der Tat übersichtlich und vernünftig erklärt.



    Übrigens kann ich den Beitrag von kater7 nur bestätigen. Eine Festsetzung der Einfuhrumsatzsteuer nebst Zoll bei Armbanduhren dauert mit Bezahlvorgang je nach Beamten ca. 15 bis 30 Minuten. Ganz schwierig wird es, wenn Uhrenteile einzuführen sind. Dann gibt es scheinbar unlösbare Probleme mit dem Stückzoll für Uhren à Euro 0,80. Aber wie schon ausgeführt, gibt es immer eine Lösung mit den netten (und das meine ich wirklich so) Beamten vor Ort.

    Wo Du Dich hier als Fachmann geoutet hast, hätte ich noch eine letzte Frage:

    Wieso erhalte ich beim Ebay Global Shipping Programm, bei dem die Verzollung durch einen externen Dienstleister vorgenommen wird, keine fünfseitige Quittung mit Dienstsiegel und allem was so dazu gehört? Eigentlich muss ich doch die ordentliche Einfuhr mit Einfuhrumsatzsteuer und Zoll wohl 10 Jahre nachweisen...

    Viele Grüße

    Andreas
    Ich habe nichts dagegen, wenn meine Bilder zu privaten Zwecken von Anderen verwendet werden.

  12. #252

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    Zitat Zitat von Weckerfreund Beitrag anzeigen
    Lieber Thomas,

    Wo Du Dich hier als Fachmann geoutet hast, hätte ich noch eine letzte Frage:

    Wieso erhalte ich beim Ebay Global Shipping Programm, bei dem die Verzollung durch einen externen Dienstleister vorgenommen wird, keine fünfseitige Quittung mit Dienstsiegel und allem was so dazu gehört? Eigentlich muss ich doch die ordentliche Einfuhr mit Einfuhrumsatzsteuer und Zoll wohl 10 Jahre nachweisen...

    Viele Grüße

    Andreas
    Genau kann ich dir das nicht sagen. Im Zweifel müsstest du da den jeweiligen Dienstleister befragen. Ich gehe aber davon aus, das der Dienstleister mit Sammelanmeldungen arbeitet und somit auch nur Sammelbelege bekommt. Bedeutet nichts weiter als er mach eine Zollanmeldung mit mehreren Positionen, jede Position entspricht in dieser Anmeldung einem Paket. Der Dienstleister erhält dann Sammelbelege auf denen alle Pakete ersichtlich sind und kann er diesen nicht an seine Kunden herausgeben (Steuergeheimnis). Ergo erstellt er eigene Belege und diese müssen im Zweifelsfall mit den Unterlagen aus seiner Buchhaltung ergänzt werden.

    Zitat Zitat von Weckerfreund Beitrag anzeigen
    Übrigens kann ich den Beitrag von kater7 nur bestätigen. Eine Festsetzung der Einfuhrumsatzsteuer nebst Zoll bei Armbanduhren dauert mit Bezahlvorgang je nach Beamten ca. 15 bis 30 Minuten. Ganz schwierig wird es, wenn Uhrenteile einzuführen sind.
    Die Tarifierung von Uhren, Teilen und Zubehör ist leider nicht so gang banal. Einen Überblich darüber findet man unter http://bit.ly/2i79y9n
    Massgeblich ist das Kap. 91 mit allem was hinten dran hängt. Das sieht dann in etwa so aus.

    uhrmacherware_ezt.png

    Diese einzelnen Positionen (vierstellig) werden dann durch Erläuterungen genauer spezifiziert. Das ganze sieht dann so aus.

    http://bit.ly/2i8Mc6I

    Teile von Uhren sind deswegen schwierig, weil man technisches Wissen, insbesondere über mechanische Uhren, braucht und das leider für viele Menschen (und das sind Beamte) nicht selbstverständlich ist.
    Ich kann nur empfehlen im besonderen Fall von Teilen die Warennummer vorab selbst rauszusuchen und den Abfertigungsbeamten freundlich in die richtige Richtung zu stupsen. Auf Teile von Uhren der Position 9110 oder 9114 fällt übrigens kein Stückzollsatz an, der Zollsatz ist dort ein Prozentsatz des Wertes (2,7% bzw 3,7%).

    Zitat Zitat von kater7 Beitrag anzeigen
    Ein Beamter war eine gute halbe Stunde beschäftigt mit suchen und tippen und rechnen, damit unser Staat 20,- mehr in der Kasse hat und ich weis jetzt warum Deutschland kein Geld hat

    Bevor es falsch ankommt: die örtlichen Zollbeamten sind sehr nett, sie wollen ja auch, aber wenn etwas kommt was sie nicht jeden Tag haben, dann ist es eine ewige Sucherei bis alle Formulare ausgefüllt und der Betrag berechnet ist. Total uneffektiv, da muss mal ein fähiger Programmierer ran das die Programme einfacher werden, das der Beamte auch mal seltene Warennummern findet.
    Stimmt, manchmal erscheint der Aufwand übertrieben. Ist er auch. Selbst wir Beamten wären dafür die Freimengen anzuheben. Dann fallen solche kleinen Abfertigungen weg. Passiert aber nicht weil Kleinvieh auch Mist macht. Und viel Kleinvieh macht viel Mist. Die Einnahmen an der Stelle kommen dann auch wieder allen zu Gute, ob die Verwendung immer sinnvoll ist sei freigestellt. Soll auch keine politische Diskussion werden. Zur weiteren Info sei dieser Link empfohlen http://bit.ly/2i4Bxvj

    Interessanter Fakt, der Anteil Zoll an den 20€ gehört nicht der Bundesrepublik sondern steht der EU zu. Zölle sind die klassischen Eigenmittel der Europäischen Union und werden lediglich von den Mitgliedsstaaten erhoben. Nach Abzug eines Verwaltunsganteils werden die Gelder dann nach Brüssel überwiesen und dort verwendet.

    Die Software mit Stichwortverzeichnis gibt es Übrigens, insbesondere ältere Kollegen wollen aber lieber ihre Bücher benutzen weil man das schon immer tut. Eine Wertung verkneife ich mir jetzt mal.

    Grüße
    Thomas

  13. #253
    Avatar von kater7
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    Wie bereits betont: ich will den Beamten dort nichts böses, sie sind sehr freundlich und bemüht, da gibt es nichts zu meckern und ich bin sehr froh das ich diese Zollstelle in relativ geringer Entfernung zum Wohnort habe. Deine Antworten zeigen aber schon das Problem auf: das ist alles viel zu unübersichtlich und kompliziert gestaltet und ich sehe da auch keinen Sinn. Der Zoll oder Steuersatz ist doch bei diesen technischen Komponenten gleich soweit ich das beurteilen kann. Also einfach "Uhr" oder "Uhrenteile" und es sollte schnell erledigt sein. Ganz schlimm wird es wohl wenn ich mal eine Uhr mit Gehäuse aus Edelmetall (Gold oder Silber) einführen möchte danach wurde ich bisher auch immer gefragt: 'ist die aus Gold?' war bisher zum Glück immer vergoldet. Ob ich die bei einem Massivgoldgehäuse vor Ort zum Wiegen ausschalen müsste?

    Das mal einfach zu regeln, insbesondere für die kleinen, privaten Mengen ist natürlich Sache der Politik, ohne das hier diskutieren zu wollen. Der kleine Beamte vor Ort kann es nicht ändern und leidet selber unter der unbefriedigenden Situation.
    LG, Frank

    "Wie es auch sei, das Leben, es ist gut"
    (Goethe)

  14. #254

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    Großherzogtum
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    Kann mir jemand sagen ob ich eine gebrauchtenUhr mit LC Schweiz problemlos von einem deutschen Händler kaufen kann? Oder muss ich da noch was verzollen?
    Danke vorab.

  15. #255
    Libertarian
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    Nichts gegen die Menschen, die dort arbeiten und die sich das irgendwann mal GENAU SO ausgesucht haben.

    Trotzdem: Deine Beschreibung schildert sehr schön an einem winzigen Detail, wie stumpf und überkommen das System ist. Ich bin Politikwissenschaftler und habe bis heute nicht verstanden, wozu es auf diesem Planeten sein Jahrhunderten "Zölle" gibt. Es konnte mir auch noch keiner stichhaltig erklären.
    Aber gut, hier nix Politisches und auch keine Diskussin - es musste nur grade "raus", als ich Deinen Beitrag las.

    Muss morgen zum Zoll in Karlsruhe, ein USA-Paket wartet seit paar Tagen auf mich und auf sogenannte Verzollung (ratet mal, was drin ist ) - ich werde berichten, falls es etwas Berichtenswertes gibt.

    Herzlich
    L.

    Zitat Zitat von kater7 Beitrag anzeigen
    Einfach ist beim Zoll gar nichts...... Ein Beamter war eine gute halbe Stunde beschäftigt mit suchen und tippen und rechnen, damit unser Staat 20,- mehr in der Kasse hat und ich weis jetzt warum Deutschland kein Geld hat

    Bevor es falsch ankommt: die örtlichen Zollbeamten sind sehr nett, sie wollen ja auch, aber wenn etwas kommt was sie nicht jeden Tag haben, dann ist es eine ewige Sucherei bis alle Formulare ausgefüllt und der Betrag berechnet ist. Total uneffektiv, da muss mal ein fähiger Programmierer ran das die Programme einfacher werden, das der Beamte auch mal seltene Warennummern findet.
    Geändert von Libertarian (15.01.2017 um 08:37 Uhr)

  16. #256
    Avatar von sigi
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    Zitat Zitat von Palamos Beitrag anzeigen
    Kann mir jemand sagen ob ich eine gebrauchtenUhr mit LC Schweiz problemlos von einem deutschen Händler kaufen kann? Oder muss ich da noch was verzollen?
    Danke vorab.
    Wenn die Uhr älter als 10 Jahre ist kannst du bedenkenlos kaufen. So lange ist die Aufbewahrungsfrist für entsprechende Belege wenn man eine Uhr einführt und verzollt (mein Wissensstand, ev. hat ja noch jemand andere Infos).
    Sollte die Uhr jünger sein kann es Probleme geben wenn du ins Ausland fährst und bei Rückkehr sich ein Zollbeamter für deine Uhr interessiert.
    Ich bin der Meinung da reicht nicht der Kaufbeleg vom deutschen Händler.
    Gruß Sigi
    ........................................................ ..........
    Aus kleinen Dingen wird hier was ganz Großes

  17. #257
    Avatar von jesusfreak
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    Die Uhr wurde doch schon bereits nach Deutschland eingeführt. Dann werden auch keine Zoll/Steuer mehr dafür anfallen.
    Ansonsten einfach mal vor dem Kauf anfragen und abklären.

    Gruß,
    Thomas
    "Du kannst dein Leben weder verlängern, noch verbreitern - nur vertiefen." (Gorch Fock)

  18. #258
    Libertarian
    Gast
    Ergänzung zu meiner Einlassung oben: War heute beim Zoll und habe mein Paket aus USA (mit Uhr, die ich über Ebay erworben habe) - was soll ich sagen: Nach 15 Minuten, inklusive Paket öffnen. Inhalt in Augenschein nehmen lassen, 19% EinfuhrUSt. und 80 Cent Zoll war alles erledigt.

    LG, L.

  19. #259
    Avatar von Mad MHX
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    Nur am Rande, ich weiß aus gesicherter Quelle, dass bei DHL etwa durchschnittlich 4 Minuten für die Verzollung reichen müssen und das gilt auch für Sendungen mit mehr als 2-3 Positionen.
    Da klingen bis zu 30 Minuten bei einem Mitarbeiter beim Zoll direkt, der die Materie im Gegensatz zum Großteil der Zollsachbearbeiter bei Logistikern, in einer Ausbildung gelernt hat, irgendwie befremdlich
    Sag nicht immer alles was du weißt, aber wisse immer was du sagst!! Mitglied: Casio Clock Club (C.C.C),SWOC(Seiko Watch Owners Club),Orient Watch Club (O.W.C ),BS.E (#10),FOC(Fortis Owners Club)

  20. #260

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    Zitat Zitat von Libertarian Beitrag anzeigen
    ... Ich bin Politikwissenschaftler und habe bis heute nicht verstanden, wozu es auf diesem Planeten sein Jahrhunderten "Zölle" gibt. Es konnte mir auch noch keiner stichhaltig erklären. ...
    Ich versuche mich dann mal:

    Die Verzollung im grenzüberschreitenden Warenverkehr ist nicht umsonst da, sie hat ganz wichtige Aufgaben.
    Kontrolle des ein- und ausgehenden Warenverkehrs anhand der Deklarationspflicht. Es soll nichts ein- oder ausgeführt weren, was z.B. unserem Land schaden kann, was verboten ist oder was z.B. dem weltweiten Artenschutz widerspricht.
    Der Zoll ist also gewissermaßen eine Grenzsicherung vor der Ausfuhr nationaler Kulturgüter, Kapital in Bargeld, Waffen usw. Er stellt zugleich sicher, dass keine Giftstoffe, Viren, Bakterien, Drogen, Waffen, Nuklearmaterial, Falschgeld usw. oder solche Waren ins Land kommen, die nicht unseren Verbraucherschutzbestimmungen entsprechen.
    Eine weitergehende nationale Grenzsicherung besitzen wir nicht mehr.

    Die Erhebung von Zöllen hat weiter eine marktpolitische Schutz- und Lenkungsfunktion, die darauf ausgerichtet ist, die innländische Wirtschaft gegenüber Billigimporten zu schützen.
    Z.B. bestehen in China staatlich subventionierte erhebliche Produktionsüberschüsse an Rohstahlprodukten und z.B. Fotovoltaikelementen, die deshalb in riesigen Mengen unterhalb nicht nur des Produktionspreises, sondern auch unterhalb des Materialwertes auf den Weltmarkt gedrückt werden können. Hiergegen hätten einheimische Produzenten, die die Technologien erfunden und entwickelt haben, ohne staatliche Einfuhrbeschränkungen im Wege der Verteuerung durch Importzölle keine Chance, weil sie nicht entsprechend staatlich subventioniert werden.

    Und schließlich stellen Zölle einen Obolus dafür dar, dass der hiesige Staat funktioniert und einen geregelten und rechtssicheren Warenverkehr/Handel möglich macht und möglich hält.

    Ganz abgesehen davon ist Zollpolitik auch Außen- und Innenpolitik.
    Denn ich kann natürlich einerseits einem anderen Land über die Handelsbeziehungen ganz heftig weh tun, wenn ich den Import von wirtschaftlich wichtigen Handelsgütern aus diesem Land mit so horrenden Strafzöllen belege, dass diese importierten Waren keiner mehr kaufen kann und will.
    Oder ich halte so einheimische Produzenten von einer Abwanderung in Ausland ab.

    Und mal abgesehen von der reinen Verzollung; wer sonst soll die Einfuhrumsatzsteuer erheben? Irgendein privates Logistikunternehmen?
    Grüße Renegat

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