Zu billig für eine Revi, zu schade zum wegwerfen - was tun mit preiswerteren alten Uhren?

Diskutiere Zu billig für eine Revi, zu schade zum wegwerfen - was tun mit preiswerteren alten Uhren? im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Viele von euch haben vermutlich ein ähnliches Problem: Von Vostok über Seiko bis zu Junkers gibt es viele schöne Uhren, deren Neupreis unter, oder...
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White Rabbit

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Viele von euch haben vermutlich ein ähnliches Problem: Von Vostok über Seiko bis zu Junkers gibt es viele schöne Uhren, deren Neupreis unter, oder zumindest nicht wesentlich über dem einer Revision liegt. Besonders, wenn diese Revi schon länger überfällig ist, und womöglich Federgehäuse und Zeiger getauscht werden müssen, das ZB bröckelt, oder nicht mehr nachleuchtet, oder sonstige Fehler entdeckt werden.

Zu einer rund 15 Jahre alten Uhr mit Wald und Wiesen ETA habe ich mir gerade zwei Schätzung eingeholt. Der Tenor beider Uhrmacher war: 150€ für eine Revi, 250€ wenn aufgrund des Alters Federgehäuse und ein paar andere Verschleisteile getauscht werden. Ziffernblatt und Zeiger tauschen mit drin, + Material natürlich, aber 250 € wenn das alte ZB aufgearbeitet werden muss, weil keine Ersatzteile verfügbar sind.

Wenn man sich dann anschaut, was man für das Geld neu bekommt, fällt es mir sehr schwer, das in Auftrag zu geben, oder gebrauchte ältere Uhren zu erwerben. Was ich aber sehr schade fände, weil es da oft faszinierende Sachen gibt.


Was also tun? Wie handhabt ihr das? Vielleicht nach Preisen gestaffelt? Die Einsteiger-Seiko wird getragen, bis sie auseinanderfällt, die Vostok wird regelmäßig geölt, die Junkers erhält eine Discount-Revi beim Uhrmacherlehrling :shock:, und die Breitling bekommt alle fünf Jahre das volle Programm?
Was für Kompromisse gibt es? Ein PKW-Getriebe wird ja auch über seine Lebensdauer von 10 bis 30 Jahren nie auseinandergenommen, begutachtet, und wieder zusammengebaut (oder doch nur, wenn es Probleme macht), sonst muss ein regelmäßiger Ölwechsel alle ein, zwei Jahre reichen. Warum also sollte eine Uhr eine Revi kriegen, wenn sie noch funktioniert?

Warum aber, auf der anderen Seite, muss eine Uhr die 8 Jahre zur nächsten Revi mit einer Ladung Schmiermittel überstehen? Wäre es da keine vorstellbare Lösung, preiswerten Uhren wenigstens eine kleine, selbst durchführbare Wartung zu gönnen? Ölen, Dichtungen tauschen (O-Ringe sind Normteile, die lassen sich in jeder gewünschten Größe und Qualität für kleines Geld beschaffen), eventuell auch mal die Leuchtziffern vom Ziffernblatt kratzen, und mit ruhiger Hand (oder Klebeziffern) ersetzen?


Mir ist schon klar, dass gerade diejenigen, die auf diesem Gebiet das meiste Wissen haben, mit ebendiesen Revis ihr Geld verdienen müssen, aber ich gehe davon aus, dass wohl kaum einer seine für 40€ gekaufte Vostok in die Revi bringt, und sicher niemand selber an seiner 4000€ Breitling rumpfuscht, um die Revi-Kosten zu sparen, hier also gefahrlos ein paar Tipps gegeben werden können.

Vielen Dank :)
 
Königswelle

Königswelle

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Ja, ich glaube, dieses Problem kennen doch Einige hier. Ich selbst habe den Königsweg noch nicht gefunden. Aber im Prinzip verfahre ich folgendermaßen:

Uhren, die ich öfter und regelmäßig trage oder die etwas seltener und deshalb (aus meiner subjektiven Sicht) wertvoller oder sammelwürdiger sind bekommen bisweilen auch mal eine Revision, auch wenn es sich wirtschaftlich nicht unbedingt lohnt. Meine paar wirklich wertvollen (wieder aus meiner Sicht) sollen alle mal eine Revision bekommen, genauso die, die ich regelmäßig im Alltag trage.

Uhren, die ich nur selten trage und hauptsächlich um des Sammelns willen angeschafft habe, müssen es halt aushalten, wenn sie so wie sie sind gelagert und vielleicht sogar mal getragen werden.

Das wirtschaftliche Problem hat mich auch schon beschäftigt. Ich habe schon zwei oder drei mal bei ebay Werksreinigungen in Deutschland und der Ukraine gekauft und meine Uhren versandt. Natürlich habe ich nicht meine besten Uhren zu Testzwecken geopfert. Man bekommt zwar eine Werkreinigung für 20 bis 40 Euro angeboten, aber die Ergebnisse sind eher "durchwachsen". Kein Vergleich, zu dem was "mein" Uhrmacher hier am Ort oder Marlis (die anderen im Forum aktiven Uhrmacher habe ich noch nicht getestet, aber da sind die Referenzen doch so, dass man da problemlos was machen lassen kann), so abliefern. Das eignet sich - wenn überhaupt - wirklich nur für billige Uhren.

Selber machen würde ich gerne, aber ich fürchte, ich würde mehr zerstören als reparieren. Da müsste ich zumindest mal einem Fachmann oder einer Fachfrau über die Schulter schauen oder mir was zeigen lassen, bevor das wirklich was wird. :oops:

Im Endeffekt wird es dabei bleiben, dass die Uhren, die mir am Herzen liegen, früher oder später eine professionelle Zuwendung bekommen, die kostet dann ein mehrfaches der genannten 40 €, aber das ist es auf jeden Fall wert. Für die Billiguhren heißt das dann aber leider: So bleiben wie sie sind und nur in der Schublade liegen...
 
dunham

dunham

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Wenn man an einer Uhr hängt - und eigentlich werden Uhren-Liebhaber an jedem ihrer Schätzchen hängen - sollte das Gegenrechnen (Anschaffungs-Preis - Revi) keine primäre Rolle spielen. Ich fürchte vielmehr etwas ganz anderes: "Zum Uhrmacher gehen", das hört sich so simpel an. Man muss aber erst einmal einen Guten haben. "Lohnt sich nicht", "Nix mehr zu machen", "Krieg ich keine Teile für" - das sind so fix erteilte Auskünfte, die ich überhaupt nicht gern höre (und auch nicht immer glaube). - Neulich war ich mit meiner billigen kleinen Anker am Arm beim Juwelier - zufällig kam die Sprache darauf. "Wenn was damit ist, können Sie die gern vorbeibringen. Das bekommen wir hin." So muss das sein. Anschaffungskosten Anker: Null Euro (Geschenk). Da bezahl ich gern eine Revi oder schon einmal ein "Durchchecken" für die rüstige alte Dame, aber selbstverständlich. - Uhren-Sammeln ist eigentlich absolut "sinnfrei", Revis/ kleinere Wartungen folglich auch - aber wir wollten es ja nicht anders.:D
 
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docdoc

docdoc

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Keine einfache Frage, solange Geld nicht unbegrenzt zur Verfügung steht... Ich denke jeder wird Einzelfallentscheidungen machen.
Die Lieblingsuhr, welche einen jahrelang begleitet hat, wird eher in den Genuß einer Revision/Restaurierung kommen, als ein Flohmarkt-Schnäppchen, welches ein Dasein in der Schublade fristet...

Ich habe erst vor Tagen die Uhr meines Vaters nach einer Restaurierung abgeholt. Ich habe einerseits ganz schön mit dem Ohren geschlackert, beim Kostenvoranschlag, andererseits keine Sekunde gezögert. Jetzt halte ich sie in den Händen mit der Gewissheit, daß sie mich noch viele Jahre erfreuen wird und vielleicht sogar noch von einer weiteren Generation getragen werden kann. Ich bin der Überzeugung, daß das Geld gut angelegt war. Auch wenn die Uhr (inflationsbereinigt) in der Anschaffung sicherlich günstiger war, als das, was ich nun bezahlen musste.
 
MrOllium

MrOllium

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Ich denke viele werde es handhaben wie schon oben genannt.
Bei mir ist es ähnlich, allerdings besitze ich keine materiell wertvollen Uhren.
Aber meine Seiko Turtle zB. trage ich sehr gerne und finde sie toll mit ihrer gewissen Patina.
Daher habe ich ihr auch eine Revision gegönnt.
Da ich zum einen zur Zeit noch ein ziemlicher Flipper bin, bleiben recht wenige Uhren auf Dauer bei mir.
Ähnlich verhält es sich auch beim Tragen...ich wechsle die Uhr fast täglich bis max. ~3 Tage.
Wenn da eine Uhr mal 2 Minuten innerhalb 24 Std. daneben liegt, dann stört es mich nicht.
Dazu kommt das meine Uhren fast alle keinen Sekundenstop haben und ich nur grob die Minute einstelle bevor sie an den Arm kommen.

Zusammenfassend also, öfter getragene Lieblingssuhren (die auch bleiben sollen) bekommen eine Revision (unabhängig davon ob sie es materiell wert sind) und die "Flipper" mit eventuellem Verkaufspotential müssen halt so laufen wie sie sind.
Reine "Sammlerstücke" die nur in der Schachtel liegen habe ich nicht...nur Trageuhren :super:
 
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B

bigsmall

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Man kann es auch so sehen:

Du bekommst für dasselbe Geld vielleicht dasselbe Modell, aber eher nicht frisch revidiert. Insofern entsteht zumindest bei den Uhren so ab 200 € schon ein Mehrwert.

Ich persönlich habe eine emotional wertvolle "40 € Uhr" , die nächstes Jahr sicher mal eine Reinigung/ Pflege bekommt.
 
schweizerautom

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oder man macht es so wie mein Vater.Uhr solange getragen bis die nicht mehr läuft, dann in die Schublade und eine neue gekauft usw.
Gruß und schöne Festtage
Kalle
 
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White Rabbit

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keine Frage, wenn eine Uhr wertvoll ist, egal ob materiell oder emotional, spendiert man ihr gerne eine Revi - so soll es sein :) . Aber was ist mit dem Rest. Mit Uhren, die man zwar irgendwie mag, aber die nicht vom Vater vererbt, oder ein erstes Geschenk der Frau sind? Auch für die ist "einfach kaputttragen" keine so befriedigende Lösung. Gibt es da nichts sinnvolles zwischen ignorieren und Revi?

@ bigsmall

was ist denn der Mehrwert einer frisch revisionierten Uhr zu einer neuen Uhr? Auf die Revi gibt es bestenfalls ein Jahr Gewährleistung, auf die neue Uhr zwei. Und alle in der Revi nicht getauschten Teile haben halt auch 8 Jahr mehr Verschleiß hinter sich, irgendwann fängt jede Leuchtfarbe an zu bröckeln. Klar, wenn man an einer Uhr hängt, oder das Model nicht mehr gebaut wird, bleibt nichts anderes übrig, aber einen Vorteil per se sehe ich keinen :hmm:.
 
Badener

Badener

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Hallo,

ich mache die Revisionen meiner Uhren selbst, habe also kein Problem damit, auch wirtschaftlich sinnlose Revisionen zu machen.
Wenn du den Uhren keine Revi gönnen willst, gibt es ja eigentlich nur drei Möglichkeiten:
1. In der Schublade liegen lassen
2. Verkaufen, solange sie noch läuft -> da freuen sich dann die Bastler wie ich ;-)
3. Tragen, bis sie stehen bleibt -> dann wieder wahlweise Schublade oder Verkauf

Ein "Zwischending" wäre das Nachölen und ggf. Wechseln der Zugfeder und der Dichtungen, dass dir aber hoffentlich kein seriöser Uhrmacher oder Bastler anbieten wird. Damit läuft sie vielleicht etwas länger, aber irgendwann ist halt Schluss. Solange die Uhr nicht sehr alt ist (verharztes Öl!) und kein Schmutz eingedrungen ist, wird das Öl im Idealfall im Lauf der Zeit nur verdampfem. Wenn das Werk aber verschmutzt ist, bewirkt neues Öl nur, dass der alte Schmutz aufgeweicht wird und dann als Schmiergelmasse wirkt, die die Zapfen der Räder und eventuell die Lager ruiniert.

Gruß
Badener
 
Travellers

Travellers

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Man kann bei "billigeren" Uhren auch günstige (Stundenlohn) "Inspektionen" im Ausland bei einem guten Uhrmacher machen lassen...;-)

Grüße
Gabriel
 
Badener

Badener

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Das kann man machen, aber im Allgemeinen wirst du nie erfahren, was der Uhrmacher wirklich gemacht hat. Aber dies ist natürlich nicht nur im Ausland so, sondern für einen Laien, wie bei der Autoerkstatt, Vertrauenssache...

Gruß
Badener
 
Lebel

Lebel

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keine Frage, wenn eine Uhr wertvoll ist, egal ob materiell oder emotional, spendiert man ihr gerne eine Revi - so soll es sein :) . Aber was ist mit dem Rest. Mit Uhren, die man zwar irgendwie mag, aber die nicht vom Vater vererbt, oder ein erstes Geschenk der Frau sind? Auch für die ist "einfach kaputttragen" keine so befriedigende Lösung. Gibt es da nichts sinnvolles zwischen ignorieren und Revi?

So sehe ich es auch, bzw. habe auch keine Zwischenlösung. Am Ende muß man abwägen, ob man genug an der Uhr hängt, um eine gute Revi zu zahlen. Oder eben doch etwas neues zu kaufen.

Eine tolle Erfahrung habe ich aber hier im Forum gemacht: Ich habe mal eine Unfalluhr geschenkt bekommen, außen wie neu, aber irgendein Sturzschaden, das Werk stand.
Der vormalige Besitzer hat sie nicht reparieren lassen (Kosten Rep. / Neukauf nicht soo weit auseinander).
Ich habe sie reparieren lassen und mich an der netten Geste UND der Uhr erfreut.
Zwischenlösung also: Verschenkt die Uhren an Uhrennarren, die freuen sich darüber. Die haben ne Macke ;-) ;-) ;-).



Im Übrigen gehe ich damit schwanger, meine erste mechanische Uhr überholen zu lassen: Eine Seiko 5.
Kostet neu nicht viel, die Revi ist locker teurer als der Anschaffungspreis. Klar, ich hänge an der Uhr, ist kein "Kaputttragekandidat" um den es hier geht (im übrigen mag ich Uhren und trage sie nicht zwingend kaputt :-)).
Aber wenn schon, denn schon:
Werksrevi mit natürlich vernünftiger Regulierung, Gehäuseaufarbeitung und Wechsel des Mineralglases auf Safir (wenn es ein passendes gibt). Ein gutes Lederband dazu...
Dann eben das volle Programm 8-).
Auch eine Herangehensweise; Upgrade und dann auch wieder ein kleiner Mehrwert und neue Freude an dem guten Stück für mich.
 
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Uhrweltechse

Uhrweltechse

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Hallo zusammen!

Alte Uhren - alte Autos; da gibt's gewisse Parallelen:
Preise für "In-Marken", die sich gewaschen haben und durch keine Qualität der Welt zu rechtfertigen sind.
Vor allem (bei Autos) Gleichteile, die für das "coole" Fabrikat den 3-fachen Preis 8-) haben wie für das "nicht so angesehene".

Brot-und-Butter-Exemplare, die, weil missachtet und verschrottet, viel seltener gehandelt werden, aber dennoch auch im Spitzenzustand unterbewertet bleiben.

Enthusiasten, die das nicht kümmert, sondern die sich freuen, nicht auch noch für den Erwerb Unsummen zu bezahlen, wenn schon der Unterhalt einiges verschlingt. :ok:

Selberschrauber mit kleinerem Budget aber oft hohem Standard. :super:

Neue Uhren interessieren mich - von Ausnahmen abgesehen - nicht. :D
Bei alten kann man langfristiig wohl auch nur den Weg gehen, sich Kenntnisse, Fertigkeiten und eine gewisse Ausrüstung anzueignen -
oder man nimmt eben Geld in die Hand und macht des Fenster weeeiit auf ...

Hobby ist: Geld zu verbrennen, sich an der Flamme zu erfreuen und genüßlich den Rauch einzuatmen!

Weihnachtsgrüße
Uhrweltechse
 
Micha

Micha

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Bei Junkers würde ich bei PointTec anfragen was die Revi kostet bei den anderen vielleicht auf den Sammler-Gnadenhof.
 
Uhrweltechse

Uhrweltechse

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@Micha

Genau das meinte ich! Nicht Handwerksleistung oder interessante/ intelligente Technik zählt, sondern das was "in" ist!

Schöne Grüße
Uhrweltechse
 
Mapkyc

Mapkyc

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Eine preiswerte Uhr, die zu schade zum wegschmeißen ist, schmeißt man dann eben einfach nicht weg. Die Lösung wurde schon mehrfach genannt: Schublade. Wenn man irgendwann Lust und Laune hat, steckt man eben Geld rein. Wenn nicht, bleibt sie eben liegen. Eine ältere Uhr, die im auch Betrieb bleiben soll, erfordert irgendwann eben auch Wartung und verursacht Kosten. Wer nicht selber schrauben kann, hat eben höhere Kosten. Damit muß man halt klar kommen. Allerdings ist sowas bei Allerweltsmodellen durchaus auch für den kleineren Geldbeutel finanzierbar, wenn die Menge nicht ausartet. Schublade kombiniert mit Nachkauf eines ähnlichen Modells ist ebenso eine gute Option, gerade bei Wostoks, die hier ja auch genannt wurden. - Viel Spaß beim Abwägen der Notwendigkeit deiner Einzelfälle. ;-)
 
klausthaler

klausthaler

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Auch wenn ich dieses Problem aktuell noch nicht habe, so mache ich mir auch öfters darüber Gedanken.
Zum Einen habe ich die Welt der Mechanik noch nicht lange genug für mich entdeckt, zum Anderen habe ich mittlerweile zu viele Uhren als dass diese schon eine Revision nötig hätten.

Allerdings hatte ich vor einigen Monaten eine Uhr, die mir sehr gut gefällt, gebraucht gekauft.
Leider musste ich feststellen dass sie doch erheblichen Nachgang hatte, und auch mit der Datumslupe konnte ich mich nicht anfreunden.
Also habe ich sie zur Revision gebracht und auch die Lupe entfernen lassen.
Jetzt habe ich für die Uhr gebraucht, zuzüglich Revision, mehr als den Neupreis bezahlt.

Ich würde es wahrscheinlich aber trotzdem wieder tun. Irgendwie ist mir diese Uhr jetzt "näher" als vorher
Klingt seltsam aber vielleicht wisst ihr was ich meine.
Und das Ergebnis hat mich umgehauen. In der Zwiebel tickt ein 8215 welches nach der Revision in 5 Tagen 1 Sek.+ macht! :super:

Lange Rede kurzer Sinn.
Bei preiswerten Uhren gilt für mich:
Ob es eine Revision gibt, oder auch nicht, würde ich von der emotionalen Bindung zu dieser Uhr abhängig machen.

LG
Thomas
 
denktier

denktier

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Willkommen in der Wegwerfgesellschaft....ist Euch schon mal aufgefallen, dass eine wiederauferstandene Alte viel mehr Glück spendet, als eine neue?
Mir gehts jedenfalls so, würde zwar eher zu Ostern passen, ist aber auch z`Weihnachten aktuell!

Hab selbst ein paar alte Chronos die ihr Dasein in der dunklen Uhrenbox fristen, und nur von Zeit zu Zeit, beim Betrachten, mein Antlitz erhellen und aus Gründen der Unwiederbringbarkeit nie getragen werden
diese bekommen dann auch keine Revi, da das Zerlegen und wiederzusammensetzten sicher auch nicht von Vorteil ist....
 
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White Rabbit

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Hmm...

So langsam kommen wir vom eigentlichen Thema weg, bzw. verlagern das Problem nur noch.

Klar, auch eine billige Uhr kriegt eine Revi spendiert, wenn sie emotional wertvoll ist. Das klärt aber nicht, was man mit den anderen Uhren macht.
Und ja, man könnte sie in eine Schublade legen, und sich dann später mal entscheiden. Aber auch das klärt nicht, was man dann - später - mit ihr machen soll. Vielleicht können wir den technischen Teil etwas näher betrachten, Badener, ich nehme mal deine Vorlage mit dem Nachölen an. Behaltet bitte im Hinterkopf, dass ich als Ingenieur zwar theoretischen Hintergrund, und praktische Anwendungserfahrung in uhrfremden Bereichen habe, von Uhren selber aber nichts verstehe, und nur weiß, was ich mir hier im Forum anlesen konnte. Und ich bin noch lange nicht durch ;)

Die Fragen sind durchnummeriert, damit mir die Experten genau zeigen können, wo ich danebenliege oder einen Denkfehler habe:

  1. Aus der Praxis kenne ich keine Anwendung, in der Schmieren ohne Reinigung schlimmer ist, als gar nicht zu schmieren. Jedenfalls nicht bei gekapselten Mechanismen, und nicht, wenn geschmiert werden *muss*. Trockenlaufende Kolben in Teflonbuchsen unter Wüstenbedingungen, ja, da ist Schmieren tödlich. Aber beim Uhrwerk?
  2. Da eine Uhr in der Regel sogar ganz gut gekapselt ist, dürfte der allergrößte Teil der Verschmutzung Abrieb der tribologisch belasteten Teile sein. Im Gegensatz zu einer.. sagen wir Fahrradkette in trockener, staubiger Umgebung, zieht Fett oder Öl hier keinen zusätzlichen Schmutz an. Woher auch? Gegenüber einer Uhr mit Restschmierung dürfte aber immerhin der Korrosionsschutz verbessert, und die Restöl-Abriebpaste verdünnt werden.
  3. Erst reinigen wäre zweifelsohne viel besser. Aber muss die Uhr dafür tatsächlich zerlegt werden? Eine klassische Form der Getriebeschmierung ist das Ölbad. Dabei läuft der unterste Teil eines Zahnrades durch eine Ölpfütze, Abrieb wird dort abgespühlt, und die Oberfläche stets von neuem benetzt. Getriebe laufen so oft Jahrzehnte, und alles was sie brauchen, ist ein gelegentlicher Ölwechsel. Aus offensichtlichen Gründen ist das bei einer Armbanduhr natürlich nicht möglich. Aber was spricht dagegen, das Werk auszubauen, mit dem entsprechenden Öl durchzuspühlen, abtropfen und ev. ganz vorsichtig durchzupusten, und alles wieder einzubauen?
  4. Überhaupt: Womit schmiert man denn eine Uhr? Die Unruh schwingt mit 4 Hz oder weniger, und von da ab wird untersetzt, also langsamer. Dazu die kleinen Abmaße, das ergibt sehr geringe Relativgeschwindigkeiten. Das schreit geradezu nach einem Schmierstoff mit hoher Viskosität, also Fett, aber alle reden immer nur von Öl. Nur, weil durch einen Klecks Fett das ganze Werk verpampst (ja, ich glaube, dass ist der offizielle Fachausdruck..) und verbappt wird, während man Öl als feinen Nebel gutdosiert applizieren kann? Oder wäre Öl auch dann noch die bessere Lösung, wenn man Fett ähnlich präzise aufbringen könnte?
  5. Was muss eigentlich geschmiert werden? Die Steinlagerung ist Diamant auf Diamant (?), die dürfte Ohne auskommen. Also nur die Zahnräder und Hebel? In dem Falle könnte man sogar zuerst mit einem Fettlöser an das Werk, was sich bei fast allen anderen Mechaniken verbietet, weil der das Fett auch da löst, wo man es nicht wieder hinbekommt, also z.B. in Lagern?
  6. Und.. was spricht gegen ein Wechsel der Dichtungen zwischen Revis? Revi - alle acht Jahre, Dichtungen - alle zwei Jahre.. ich jedenfalls würde einem sieben Jahre alten O-Ring kein Eta mehr anvertrauen...

Natürlich sperrt sich der Uhrenfanatiker dagegen, Nachölen statt einer Revision zu empfehlen. Nur ist die Alternative bei dieser Uhrenklasse halt nur ganz selten die Revi, sondern in aller Regel - nichts.

Ja.. oder ich muss wirklich lernen, eine Uhr selber zu warten. Wenn sie danach wieder geht, ist sie mir vermutlich näher als es je eine Rolex sein könnte. Und wenn nicht, habe ich ihr immerhin das Dahinvegetieren im funktionsfreien Uhrenkoma der Schublade erspart.
 
Mapkyc

Mapkyc

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Die Schmierung beweglicher Teile scheint dich ja zu interessieren. ;-)

Nun, ein Fachmann bin ich nicht. Aber ich glaube, sagen zu können, daß die Schmierung eines Uhrwerkes eine Wissenschaft für sich ist. Man muß dabei wohl von der Betrachtungsweise einer klassischen Schmierung aus dem Maschinenbau wegkommen. Verglichen damit ist die Schmierung eines Uhrwerkes eher ein symbolischer Akt. Ein "Ölbad" etwa, dürfte genau das Gegenteil des Guten sein. Einen interessanten Thread dazu habe ich nach einer schnellen Suche gefunden: https://uhrforum.de/beschaffung-von-ol-fuer-eta-2824-2-a-t79211#top
 
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