Zollformalitäten bei der Einfuhr von Waren aus Nicht-EU-Staaten

Diskutiere Zollformalitäten bei der Einfuhr von Waren aus Nicht-EU-Staaten im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Ja, so war es natürlich gemeint. Aber für die Abwicklung selbst, die sonst so um die 10 Euro kostet, habe ich letztesmal (Juni, Import aus Japan)...
J

Jannick

Dabei seit
20.07.2021
Beiträge
5
Ort
Wörth am Main
Frage,
Wieso muss man eine Taschenuhr von A. Lange & Soehne aus Glashütte die über 100 Jahre alt ist verzollen wenn ich diese in der Schweiz kaufe? Es ist doch eine deutsche Uhr.
Gruß
Bernhard
 
JPW

JPW

Dabei seit
14.07.2020
Beiträge
924
Ernstgemeinte Frage? Weil du bei jedem Kauf im nicht-EU-Ausland bei Einfuhr die übliche Einfuhrumsatzsteuer bezahlen musst, beim Kauf im Inland heißt das Mehrwertsteuer ;-) . Mit der ursprünglichen Herkunft des Produkts hat das nichts zu tun.
Und Zoll sind nur 80 Cent für viele Arten von Uhren, aber auch das ist normal bei einem Kauf außerhalb der EU-Zollunion.
 
Lancer

Lancer

Dabei seit
27.03.2016
Beiträge
1.666
Ort
Hamburg (AEIOU Exil)
Wenn du den "deutschen" Erstkaufbeleg auftreiben kannst, dann kannst du dir die Steuer sparen.

Edit, so einfach ist das nicht, ich ziehe mein Geschwafel erst mal zurück und denke noch mal drüber nach.
 
Weckerfreund

Weckerfreund

Dabei seit
03.10.2013
Beiträge
2.502
Im Prinzip ist die Frage nach der Einfuhrumsatzsteuer bei Vintageuhren gar nicht so abwegig. Nortmalerweise verliert ein Gegenstand im Laufe der Zeit an Wert und wird immer preiswerter. Das beste Beispiel sind Autos. Eine normale Uhr aus den 1960er Jahren hat im Prinzip einen Restwert von fast null. Der Sammlerwert einer Uhr kann dagegen natürlich viel höher sein und ggf. den ursprünglichen Verkaufspreis um das Zigfache übertreffen. Der Staat bereichert sich so am Sammlerwert.

In Deutschland werden Oldtimer steuerlich begünstigt und Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind unterliegen einer Einfuhrumsatzsteuer von nur 7% statt 19%. Ebenso wird bei der 1% Regel der Nutzung eines Oldtimers als Firmenwagen der damalige Listenpreis (ist dann ja ein Witz bei einem Auto aus den 1960er Jahren) zur Versteuerung angesetzt.

Wieso gilt dies nicht für Vintage Uhren über 30 Jahre?

Ändern kann man allerdings an der Steuergesetzgebung nichts.
 
I

IIBWCKI

Dabei seit
27.06.2021
Beiträge
60
Es zählt das, was für eine Uhr gezahlt wird. Der Rest ist irrelevant. Daher läuft auch die Aussage, der Staat bereichere sich. ins Leere.
 
R

Renegat

Dabei seit
01.03.2011
Beiträge
4.920
Ort
da wo die Sonne aufgeht
Im Innland gibt es "Umsatzsteuer" (geht an das Finanzamt) - geregelt im UStG, bei Einfuhrgeschäften gibt es "Einfuhrumsatzsteuer" (geht an die Bundeszollbehörde).

Ein "Mehrwersteuergesetz" gibt es in Dt. nicht ... der Begriff "Mehrwertsteuer" ist nur "allg. Sprachgebrauch".
 
dopheus

dopheus

Dabei seit
11.01.2014
Beiträge
522
Ort
Düsseldorf
Das ist Schwachsinn, sorry.

Der Begriff Mehrwertsteuer existiert deshalb und völlig zurecht, weil er das, was bei einem Händler steuerlich passiert, am besten beschreibt.

Da wird nun mal der Mehrwert versteuert. (Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufpreis).

Es existieren glücklicherweise nicht nur Wörter, die auch in Gesetzen auftauchen.
 
R

Renegat

Dabei seit
01.03.2011
Beiträge
4.920
Ort
da wo die Sonne aufgeht
Darüber hinaus ist der Begriff "Mehrwertsteuer" auch absolut unsinnig.

Wenn ein Händler ein Produkt vom Hersteller bezieht und unter Erhebung der Umsatzsteuer an einen Verbaucher verkauft, worin soll da der "Mehr"wert des Kaufobjekts liegen?
Auch die Gebühren eines Dienstleister sind nicht "mehr Wert" durch die Erbringung der Leistung oder die Besteuerung.

Das ist ganz schlicht eine staatliche Verbrauchersteuer für jedes Verbrauchergeschäft; nahezu jeder Umsatz im Verhältnis Händler/Verbraucher wird besteuert ... ergo Umsatzsteuer.

.

Ebenfalls, danke! ...
Das ist Schwachsinn ...
 
R

Renegat

Dabei seit
01.03.2011
Beiträge
4.920
Ort
da wo die Sonne aufgeht
Das ist Schwachsinn, sorry.
...
Da wird nun mal der Mehrwert versteuert. (Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufpreis).
...
So, so; du versteuerst also nur den Mehrwert, also die Differenz zwischen Netto- und Verkaufspreis. Also berechnest du Steuer von 19 % "Mehrwert" auf derzeit 19 % vom Nettowert.
Oder du kaufst zum Nettopreis von x ein und schlägst 30 % bei Weiterverkauf auf. Dann versteuerst du nur den Preisaufschlag?

Was sagt denn das Finanzamt dazu?

Zum Glück gibt es Begriffe, die gesetzlich geregelt sind und solche, die sich über Jahrzehnte nur eingebürgert haben.
 
dopheus

dopheus

Dabei seit
11.01.2014
Beiträge
522
Ort
Düsseldorf
Du verstehst es nicht...

Vereinfachtes Beispiel:

Ich kaufe im Inland etwas vom Hersteller für 100,- Euro inkl. USt und verkaufe es für 150,- Euro inkl. USt.

Dann schulde ich dem Finanzamt 19% auf den Mehrwert, also auf die 50,- Euro.

50 x 19% = 9,50

Diese 9,50 zahle ich ans Finanzamt. Ich zahle an das Finanzamt also die Steuer auf den Mehrwert = Mehrwertsteuer.

Ich zahle eben keine 19% auf die gesamten 150,- Euro an das Finanzamt, da der Hersteller ja bereits die 100,- Euro mit 19% versteuert hat.

Buchhalterisch ausgedrückt: Einnahme 150,00 - USt 28,50 ; Ausgabe 100,00 - Vorsteuer 19,00 - Ergibt Steuerschuld von 9,50

Ich hoffe ehrlich, dass du irgendwo als Angestellter tätig bist und mit Unternehmenssteuern eigentlich nichts zu tun hast.
 
R

Renegat

Dabei seit
01.03.2011
Beiträge
4.920
Ort
da wo die Sonne aufgeht
Das ist Schwachsinn ...

Du verstehst es nicht...
.....

Ich hoffe ehrlich, dass du irgendwo als Angestellter tätig bist und mit Unternehmenssteuern eigentlich nichts zu tun hast.
Vieleicht zügelst du dich langsam, sonst melde ich das!

Steuern werden durch Gesetze erhoben. Bitte nenne mir ein Gesetz in Deutschland, das den Begriff "Mehrwertsteuer" kennt!

Eine "Mehrwertsteuer" existiert in Deutschland nicht.

Die damit landläufig "gemeinte" Umsatzsteuer ist eine Verbrauchersteuer.

Der Verbraucher erwirbt das von dir als Händler zugekaufte Produkt für 126,05 Euro netto und zahlt darauf (und nicht nur auf deine Gewinnmarge - den ominösen "Mehrwert") 19 % Umsatzsteuer von 23,949 Euro, also einen Endverbraucherpreis von 150,00 Euro brutto.

Deine Gewinnmarge von 50 Euro als Händler interessieren hier schon gar nicht und dein persönlicher Preisaufschlag auf den Preis deines Zulieferers von 50 Euro führt nicht dazu, das der Artikel "mehr Wert" wäre - du verlangst nur 50 Euro mehr dafür.

Und damit beende ich diese fruchtlose Diskussion für mich.
 
Fledaron

Fledaron

Dabei seit
21.12.2018
Beiträge
3.140
Ist aber jetzt auch Erbsen zählen.
Seid nett.
Umgangssprachlich ist es halt so. Kennt jeder sagt jeder. Steht überall so.
Nich streiten
 
JPW

JPW

Dabei seit
14.07.2020
Beiträge
924
Eine "Mehrwertsteuer" existiert nicht!
Oje, sowas ist echt unnötig. Natürlich existiert der Begriff, jeder kennt ihn, auf nahezu jeder Rechnung steht irgendwo "MwSt" und genau diese Steuer wird von der Einfuhrumsatzsteuer abgebildet.
Ob das jetzt eigentlich Umsatzsteuer oder sonstwie heißt, darüber so eine Diskussion zu starten... Internet halt:lol:
 
UhrAlex

UhrAlex

Dabei seit
15.08.2016
Beiträge
1.119
Dort steht es doch ganz gut zusammengefasst auch so:

"Die Umsatzsteuer (USt) in Deutschland (umgangssprachlich meist Mehrwertsteuer (MwSt) genannt) ist eine Gemeinschaftsteuer, Verkehrsteuer und indirekte Steuer. Das Grundgesetz sieht die Einfuhrumsatzsteuer als Verbrauchsteuer, die Umsatzsteuer jedoch auch als Verkehrsteuer. Wirtschaftlich ist sie eine Mehrwertsteuer, da sie im Ergebnis nur den Unterschied zwischen dem Erlös für eine Lieferung oder Leistung und die durch andere Unternehmer bewirkten Vorleistungen besteuert."

Umsatzsteuer (Deutschland) – Wikipedia

Gruß
Alex
 
Weckerfreund

Weckerfreund

Dabei seit
03.10.2013
Beiträge
2.502
Hallo,

in der Tat ist es so, dass durch den Abzug der bereits gezahlten Umsatzsteuern de facto der "Mehrwert" besteuert wird. Natürlich muss der Endverbraucher die 19 % zahlen, der Verkäufer führt aber nicht die vollen 19 % ab, weil er ja seine bereits gezahlte Umsatzsteuer abziehen kann bzw. erstattet bekommt.

Darüber hinaus gibt es gerade bei Uhren (Gebrauchtwaren) die Differenzbesteuerung. Hierbei ist beim Ankauf von Privat nur die Differenz zwischen Ankauf und Verkauf durch den Händler umsatzsteuerpflichtig (§ 25a UStG).

Im Bereich des Verkaufes von Privat an Privat fällt keine Umsatzsteuer an. Deswegen ist die Erhebung einer Einfuhrumsatzsteuer beim Kauf einer Uhr außerhalb der EU von einer Privatperson meiner Meinung nach schon eine Bereicherung des Staates.

Zur der Behauptung, dass es den Begriff Mehrwertsteuer nicht gibt, hier einmal eine Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie:

Unbürokratische Umsetzung der Mehrwertsteuersenkung bei Preisangaben durch pauschale Rabatte möglich

Viele Grüße

Andreas
 
Thema:

Zollformalitäten bei der Einfuhr von Waren aus Nicht-EU-Staaten

Zollformalitäten bei der Einfuhr von Waren aus Nicht-EU-Staaten - Ähnliche Themen

Zoll bei vielen kleineren Bestellungen: Hallo liebes Forum, ich habe hier mal eine relativ spezielle Frage, bei welcher die SuFu mir auch nicht wirklich geholfen hat. Auch weiß ich...
Heuer Autavia Heritage Heuer 02 ... die (reduktive) Inszenierung einer Ikone: Prolog Mechanische Uhren im Luxussegment sind stark behaftet mit Emotionen. Der Liebhaber bzw. Sammler begibt sich - oft unbewusst - in eine...
Eine Jahresuhr "GB" wiederbelebt: So, da wollte ich doch auch mal eine GB-Jahresuhr zerlegen und wenn möglich auch wieder zusammensetzen. Man ahnt es schon: Es ist gelungen...
Parnis Hommagen im Doppelpack: Hallo Mitforianer, ich möchte Euch hier kurz meine letzten Neuerwerbungen vorstellen. Wobei "meine" dabei nicht ganz korrekt ist. :-) Aber von...
Certina EA Split-Seconds Chronograph Referenz 5826 ca. Mitte 50er: Ich möchte euch kurz vor dem Jahreswechsel eine Uhr, die vor kurzem den Weg zu mir fand, vorstellen. Der Anlass ist, dass ich heute vor 10 Jahren...
Oben