Zifferblatt Druck mit Tintenstrahldrucker oder Entwicklung auf Foto oder Alu (Teil 1+2) ?

Diskutiere Zifferblatt Druck mit Tintenstrahldrucker oder Entwicklung auf Foto oder Alu (Teil 1+2) ? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhrenwerkstatt; Hallo, ich möchte mit euch meine Erfahrungen teilen was die Erstellung eines Zifferblattes betrifft. Bei der Verwendung von heutigen Pigment...
#1
B

bt047265

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Hallo,

ich möchte mit euch meine Erfahrungen teilen was die Erstellung eines Zifferblattes betrifft. Bei der Verwendung von heutigen Pigment basierten Tinten sollte die Lichtbeständigkeit auch über Jahre gewährleistet sein.
Eventuell kann hier unterstützend noch ein UV-Schutzlack und eine Versiegelung mit Zapon-Lack erfolgen. Hier unbedingt auf eine Staubfreie Umgebung achten!

Größter Nachteil eines solchen ZB basierend auf Papier ist aber die einmalige Verwendbarkeit. Beim Abnehmen der Zeiger werden Abdrücke hinterlassen, nicht sofort sichtbar aber beim "Laufen" einer Lichtquelle über das
ZB sieht das unschön aus.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Wie schlägt sich der Druck am heimischen Drucker mit einer Entwicklung aus dem Fotolabor.

Ausgangsmaterial:

- PNG File in der Auflösung von 9600dpi (Format 10x15)
- HP Deskjet Premium 6700
- Deskjet Fotopapier 250g glänzend

Beim Anbieter Pixum konnte das immerhin 36 MByte große File problemlos hochgeladen werden. In welcher Auflösung die tatsächliche Entwicklung auf Fotopapier stattfindet ist bei keinem Anbieter zu finden.

Im Anhang das recht enttäuschende Ergebnis bei ca. 100 facher Vergrößerung:

foto.jpg

Die Skalierung bzw. Kompression hat deutlich zugeschlagen und ist auch leicht mit bloßem Auge zu erkennen.

Im Gegensatz dazu die Ausdrucke des HP Deskjet mit 300 dpi, 600 dpi und 1200 dpi.

300dpi.jpg
600dpi.jpg
1200dpi.jpg

Ab 600 dpi wird die Unterscheidung der Qualität mit bloßem Auge recht schwer.

Die Ausdrucke auf dem Deskjet sind selbst in der 300dpi Auflösung besser. Ich vermute das die schlechte Qualität der Entwicklung auf Fotopapier nur mit den verwendeten Einstellungen im Fotolabor zu tun hat. Aber dort werden halt Massen an Schnappschüssen produziert und dafür reicht die Qualität bestimmt aus.

Im Teil 2 werde ich euch den Druck auf ALU-Dibond und ALU im HD Metal Direktdruck vorstellen.

Grüße,

Thomas
 
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#2
Boxy

Boxy

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Sieht sehr gut aus deine Ausführungen, bin auf den nächsten Teil sehr gespannt.

In welchen Format hast deine Daten für die Entwicklung als Foto hochgeladen? Wenn möglich sollte man kein JPG sondern PNG nutzen. JPG wird weiter Komprimiert, das PNG Format nicht!

Eine weitere Alternative wäre ggf. auch der Druck per Laserdrucker auf eine dünne Kunststofffolie.
Nutzt man teils auch für Prototypen von Frontplatten im Bereich Elektronik bzw. für die Gehäuse.

Vieleicht git das dann der Teil 3 deiner Anleitung ;)
 
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#3
WD-ED17

WD-ED17

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Guten Morgen,

auch ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung!
Das Ergebnis von Pixum ist zwar so nicht zufriedenstellend, zeigt mir aber, dass die dort mit sehr guten Druckern arbeiten. Selbst bei der groben Skalierung auf Deinem ersten Bild sind praktisch keine Pixel- Ausreißer zu sehen. Da ginge also bedeutend mehr, denke ich, man müsste die überreden, mal nicht auf die Dauer des Ausdrucks zu achten.

Hast Du mal versucht, nicht glänzendes, sondern mattes professionelles Fotopapier zu nutzen? Ich hatte bei meinen Versuchen den Eindruck, dass bei Glanzpapier immer eine leichte Neigung zum "Verlaufen" der Kanten vorhanden war.

Und wenn man mit Zapon- Lack versiegelt, wird man auch wohl auch nicht so viele Spuren beim Abheben der Zeiger hinterlassen, denke ich.

Viele Grüße in respektvoller Erwartung auf die Fortsetzung(en)

Stefan
 
#4
B

bt047265

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Hallo,

wie versprochen kommt heute Teil2 der Versuchsreihe;)

@Boxy - Foto war als PNG zum Anbieter in der Auflösung von 9600dpi hochgeladen wurden
@Stefan - ich habe mit mattem und glänzendem Fotopapier Ausdrucke erstellt und keine nennenswerten Unterschiede festgestellt, der Zapon-Lack bleibt unversehrt aber leider gibt das darunter liegende Papier nach

Für die Drucke habe ich den Anbieter Whitewall gewählt, der in vielen Testberichten mit am besten abgeschnitten hatte.

Der Druck auf Aluminium sollte die Wiederverwendbarkeit eines solchen ZB gewährleisten. Folgende Materialien wurden verwendet:

- Alu-Dibond (Alu-Verbundplatte aus Polyethylen, Alu ca. 0,2mm)
- Aluminium 1mm

Leider kann die Alu-Dibond Platte nicht zerstörungsfrei in die einzelnen Bestandteile zerlegt werden, eventuell thermisch aber das würde sicherlich den Druckfarben schaden.

Ausgangsmaterial:


- PNG File mit 25.000 x 25.000 Pixel (maximale Auflösung die Whitewall verarbeiten kann) , ergibt bei Druck auf 10 cm x 10 cm eine Auflösung von 6400 dpi

Rechts oben im Bild befindet sich jeweils der Vergleich mit der Referenz (HP Deskjet 1200 dpi)

Echter Foto-Abzug auf Alu-Dibond (laminiert):

foto-auf-alu-dibond.jpg

Direktdruck auf Alu-Dibond (weiß):

alu-dibond-direkt-weiss.jpg

Direktdruck auf Alu-Dibond (gebürstet):

alu-dibond-direkt-gebürstet.jpg

HD Metal Print:

hd-metall-sublimation.jpg

Leider ist der Druck entweder verschwommen oder zu grob. Recht interessant ist der HD Metal Print, der eine perfekte Oberfläche aufweist, da hier ein Thermo-Sublimationsdruck zur Anwendung kommt.

hd_metall.jpg
alu_gebürstet.jpg

Ich werde versuchen die abgelieferte Qualität beim Anbieter zu reklamieren. Nach allen Versuchen scheint der HD Metal Print vielversprechend, sollte sich dieser etwas schärfer drucken lassen.

Grüße,

Thomas
 
#5
S

Stepr

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Hallo,

das sieht interessant aus. Metalldruck-Zifferblätter lasse ich auch erstellen. Die Qualität ist brauchbar und könnte dem gebürstetem Finish ähnlich sein. Allerdings bürste bzw. mattiere ich das Alu selbst mit einem Vlies.

Zwei Fragen:
Welche Farben wurden für die oberen Blätter im untersten Bild gewählt? Sie scheinen heller als der Alu-Untergrund zu sein.
Wie kriegst du die Blätter ausgeschnitten?

VG
Stepr
 
#6
B

bt047265

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Hallo Stepr,

der Innen und Außenkreis sind mit Farbe (R:255 , G:255 und B:215) gefüllt. Leider gibt keiner der Anbieter die wirkliche Auflösung bei der Druckerstellung bekannt. Wo lässt du drucken und in welcher Auflösung ?
Ich habe hier in Berlin noch einen Anbieter gefunden der mit bis zu 1440dpi drucken kann, den werde ich noch versuchen.

Zur Zeit habe ich noch nichts ausgeschnitten, da ich die jetzige Qualität nicht verwenden möchte. Mit Laubsäge Schleifpapier und Zeit sollte das gut klappen ;)

Grüße,

Thomas
 
#7
S

Stepr

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Dann ist das wohl ein Druckstudio mit einem UV-Drucker? Vielleicht ein Fujifilm Acuity? Der macht die 1440 dpi laut Datenblatt. Ich habe gelernt, dass freie Düsen für einen guten Druck notwendig sind, sonst gibt's Streifen. Das ging einigen meiner Blätter so, weil ich morgens gleich der erste Kunde bei diesem Drucker war. :| Nach dem Freimachen gab es gewohnt gute Qualität. Etwas franselig an den Kanten, aber gut brauchbar. Wenn du Fotos brauchst oder gar ein Musterblatt, dann schick mir eine PN mit deiner Mail. Ich hab noch einige Testblätter übrig, die ich wohl nie verbaue.

Drucken lasse ich übrigens auf 0,5 mm Alu. Das Druckstudio schneidet zuerst die Blätter mit der CNC-Fräse aus. Dann wird noch mal mit dem Schleifpad "nachgeputzt", weil Fingeradrücke auf dem Blatt das Druckergebnis deutlich mindern. Ohne Daumen auf dem Blatt, klappt jedoch das Ausschneiden mit der CNC-Fräse nicht.

VG
Stepr
 
#8
nobrett

nobrett

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Das sind echte Gefahrensucher: Eine Fräse die durch Metall geht, geht auch problemlos durch Daumen.

Kopfschüttelnder Gruß
Norbert
 
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#9
S

Stepr

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Wenn du der Meinung bist, da bestimmte Gefahren reinzuinterpretieren, dann bitte. Ich war selbst beim Schneiden nie dabei, von daher habe ich mir die Daumenabdrücke nur erklären lassen. Das Studio ist aber sehr professionell mit viel Erfahrung und der Mitarbeiter sieht grundsätzlich gesund aus. Ich geh davon aus, dass mit einem Werkzeug Gegengehalten wird, dabei aber das Blatt immer wieder angefasst wird.

VG
Stepr
 
#10
B

bastel42

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Hallo,
Direktdruck mit UV-härtender Tinte bringt eine Klasse Qualität.
Am besten wird es wenn man Zifferblatt-Rohlinge direkt bedruckt. Damit man die genau trifft benötigt man aber eine passende Aufnahme. Und die lohnt sich nur bei Stückzahlen.

Alternativ kann man auch auf Wasserschiebefolie drucken, die ist ca. 7µm bis 20µm dick (je nach Material) und lässt sich problemlos auf ein Ziffernblatt abschieben.
Das Material gibts für Tintendrucker (nicht empfehlenswert wegen der Haltbarkeit der Tinte), Laser oder für größere Geräte wie Eco-Solvent-Drucker und Geräte mit UV-härtender Maschine.

Mit UV-Härtender Tinte kann man auch "fühlbare" Ziffern drucken.
 
#11
Backstein

Backstein

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Hallo bastel 24
Das kann ich nur bestätigen. Ich habe gerade erst ein Zifferblatt auf Wasserschiebefolie mit UV-härtender Tinte drucken lassen. Dabei haben Zahlen und Indexe 5 Druckvorgänge erfahren und sind wie beim klassischen Tampon-Zifferblattdruck "erhaben", also fühlbar. Ich hatte dafür zwei Vorlagen, eine für die Hintergrundfarbe und eine zweite für Zahlen und Indexe. Insgesamt sind es also 6 Druckvorgänge (1×Hintergrund + 5×Schrift). Die Druckqualität ist perfekt, kein Ausfransen an den Rändern o.ä. Alle Farben, auch kombiniert, sind möglich. Die Wasserschiebefolie ist gut zu verarbeiten und sitzt plan auf dem Untergrund. Allerdings muss man staubfrei arbeiten. Demnächst lass ich den Druck direkt auf 0.5 mm Kunststoff aufbringen, der ist mit einem Modellbau-Skalpell gut zu schneiden. Das Preis- Leistungsverhältnis ist unschlagbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
#12
B

bastel42

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Hallo Lutz,
ich weiß ;-)

Bei transparentem Kunststoff könnte man ein teiltransparentes Ziffernblatt erstellen. Beim Direktdruck ist man fast nur von der Fantasie begrenzt.

Staub ist in solchen Bereichen immer ein Problem. Das fängt ja schon an wenn man versucht, eine Schutzfolie aufs Handy oder auf die Uhr aufzuziehen, ich habe bei meiner Sony SW2 einige Versuche benötigt bis das ohne Fussel geklappt hat.


Es fehlt als Krönung nur noch Fluoreszierende Tinte für den Digitaldruck.
 
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