ZENITH Lkw Tachometer mit mechanischer Uhr

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Unruhgeist

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Moin moin zusammen,

heute kann ich mal wieder eine Uhr vorstellen die auch tatsächlich mir gehört. "Auftragsvorstellungen" sind ja zuweilen ganz nett, weil man auch mal Uhren in die Finger bekommt die man sonst nie zu sehen bekäme, geschweige denn sein eigen nennen wird, aber an Uhren die einem selbst gehören fummelt man eben ganz anders und manchmal auch wagemutiger rum.

Nun denn, es geht um einen Lkw Tacho mit integrierter Uhr. Natürlich von ZENITH - wie sollte es bei mir auch anders sein!? (Von großen Ausnahmen mal abgesehen)

Ergattert habe ich das Teil irgendwie, irgendwo, irgendwann im Internet. Nun habe ich auch mal Hand angelegt und ein paar Bilder geschossen.
Leider kann ich das ganze Teil nicht detailliert beschreiben, weil mir dazu einfach die Kenntnisse fehlen. Die ein oder andere Funktionsweise konnte ich herausfinden, das entspricht aber maximal 10% vom Gesamten. Vielleicht ist ja der ein oder andere Kfz-Mechaniker, Feinmechaniker oder Dipl. Ing. an Bord, der die Teile besser beschreiben und erklären kann als ich.
Spannend ist das Teil aber allemal.

Kurz zu den Eckdaten:
Höhe über alles: 162 mm
Durchmesser vorn: 148 mm
Durchmesser Korpus: 142 mm
Masse: 2100 g
Alter unbekannt

1596197793068.png

Unschwer zu erkennen, Vorder- und Rückseite des Gerätes. Auf der Rückseite ist noch die Eckumlenkung mit Anschlussgewinde für die Tachowelle dran. Links oben der Kasten mit den Metallfähnchen ist der Stromanschluss.
Das kleine Schildchen bei 100 km/h flattert lose im Gehäuse herum Dort steht aber nur eine Modellbezeichnung und eine Telefonnummer drauf. Bis jetzt ist es mir noch nicht gelungen, das Glas abzunehmen bzw. den Tachon von vorn zu öffnen um den Zettel zu entfernen.
Der Schlüssel ganz oben ist nicht abnehmbar und dient zum Öffnen des Gehäuses. Die Funktion des Schlüssels unten links mit den Stellungen 0, 1 und 2 erschließt sich mir nicht.
Der kleine Knopf bei 50 km/h ist ein Drehknopf zum Einstellen des Tageskilometerzählers.
Der rote Punkt bei 6 Uhr scheint eine Kontroll- oder Warnlampe zu sein.

1596198372558.png

Wenig aussagekräftige Seitenansicht, der Vollständigkeit halber trotzdem mit aufgeführt.

1596198529347.png

Tageskilometerzähler (funktioniert noch) und Beschriftung am unteren Zifferblattrand. 623T scheint wohl die interne Bezeichnung zu sein. Aufgrund des Zenith-Schriftzugs schätze ich das Gerät irgendwo zwischen Ende 60'er bis Anfang 90'er ein. In den 50'er / 60'ern waren die Buchstaben noch nicht so weit gezogen.

1596198982057.png

Jetzt wird es langsam spannender: Linksseitig oben sitzt das Federhaus für die mechanische Uhr mit einem Klappbügel für den Aufzug.
Mittig ist eine lose gelagerte Mitnehmerscheibe, die die Tachonadel bewegt. Die Rändelschrauben bei 1 und 7 Uhr sind die Verschlussschrauben für die graue Abdeckung. Die gelb ummantelten Stifte bei 5 Uhr sind federnd gelagerte Stromkontakte. Das eigenartige Gebilde bei 3 Uhr kann ich nicht zuordnen. Fakt ist, dass in den Schlitz die drei kleinen Stifte eingreifen die auf der rechten Seite bei 9 Uhr zu sehen sind.

1596199506562.png

Hier sind die drei Stifte besser zu erkennen.
Außerdem ist der Gesamtkilometerzähler zu sehen, dessen Scheibe zerbrochen ist. Das war keine Manipulation, sondern der klappbare Aufzugbügel der Uhr, der, wenn er nicht eingeklappt wird und in ungünstiger Stellung steht, genau in das kleine Fenster des Kilometerzählers schlägt. Sieht aus wie ein kleiner Konstruktionsfehler von Zenith.
Genau mittit sitzt der Dorn, der die Mitnehmerscheibe in der anderen Gehäusehälfte zentriert. Rechts daneben ist der Stift, der die Mitnehmerscheibe und somit die Tachonadel dreht, sobald Fahrt aufgenommen wird. (Funktioniert auch noch)
Das kleine Fenster bei 9 Uhr mit dem darüber aufgeklebtem Drehrichtungspfeil und der darunter eingelassenen Stellschraube kann ich nicht zuordnen. Die Zahl in dem Fenster steht auf 60. Vielleicht wurde hier eine maximal zulässige Geschwindigkeit eingestellt, bei deren Überschreitung die Warnlampe bei 6 Uhr aufleuchtete? (Ist nur eine Vermutung. Indizien dafür habe ich nicht)
Die graue Abdeckung ist vermutlich mit Schrauben befestigt, die unterhalb der drei silbernen Plomben zu finden sind. Daher konnte ich die leider nicht abnehmen.

1596200356724.png

Typenschild und Plombe. Ob das Z an der Plombe für Zenith steht weiß ich nicht. Dem steht entgegen, dass der Stern drum herum sechszackig ist. Der Zenith Stern ist fünfzackig. Vielleicht steht das Z auch für Zoll? Ich habe keine Ahnung, welche Behörde in der Schweiz für Eichungen von Tachometern zuständig ist.

1596200631166.png

Hier nochmal das Frontteil mit abgenommener Abdeckung. Hier kann ich nun gar nichts mehr zuordnen. Ich erkenne die Mitnehmerscheibe der Tachonadel und das Federgehäuse der Uhr. Ansonsten ist hier für mich Ende im Gelände. Ab hier kommen die Spezialisten ins Spiel. Ich hoffe, es gibt hier ein paar.

Grüße,
Unruhgeist


P.S: Die Uhr funktioniert natürlich auch! Und hält auch gut die Zeit.
 
Der Stromer

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Diese Dinger nannte man Fahrtenschreiber und waren der Graus aller LKW-Fahrer. Die Polizei holt sich die Scheibe aus dem Gerät und schon waren einige "Blaue" dahin. Denn auf dieser Scheibe war minutiös aufgezeichnet, wann der Fahrer zu schnell unterwegs war. Später kam dann noch die Lenkzeit dazu und damit unsere Fernstraßen etwas sicherer, denn rollende Zeitbomben, deren Lenker von Gibraltar nach Kiew unterwegs waren, ohne eine Pause, wurden immer seltener.
Heute geht das dank eines Ministers aus Bayern per WWW und ist noch genauer.

Diese Uhr bitte gut aufheben. Sie ist definitiv ein Stück Verkehrsgeschichte!
 
Unruhgeist

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Ein Fahrtenschreiber! Da wäre ich nicht drauf gekommen. Danke dir, Stromer!
Ich bin nie ein Gefährt gefahren in dem ein Fahrtenschreiber vorgeschrieben ist. Dann müssen da also die runden Wachspapierscheiben rein wie bei meinem Time Recorder. Natürlich nicht genau die gleichen, aber so ähnliche.
Da muss ich doch was basteln können? :hmm:
Die Scheibe wird sich ja in Abhängigkeit von dem Uhrwerk drehen. Die Geschwindigkeitserfassung funktioniert ja auch mechanisch über die Tachowelle.
Brauche ich also nur noch etwas was sich motorbetrieben mehr oder weniger regelmäßig dreht. Zu schnell darf es auch nicht sein, denn bis 60 km/h lässt sich das Ding schon von Hand drehen. Sinn wird das wohl nicht ergeben - aber Spaß wird es machen :-)
Und sei dir gewiss, das Teil wird ganz sicher gut aufgehoben.

Grüße,
Unruhgeist
 
fantomaz

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Akkuschrauber, Gas geben und los :D -> zur Not vielleicht auch nen Dremel, die kann man ganz gut feintunen...

Btw: klasse Teil der Fahrtenschreiber, vor allem wenn noch alles geht!
 
Unruhgeist

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Akkuschrauber geht mit Sicherheit. Ein Dremel wäre wohl zu schwach. Etwas Drehmoment wird schon benötigt.
Ich dachte da an einen Deckenventilator. Aber so einen habe ich leider nicht. Aber wäre doch cool, wenn man die Geschwindigkeit eines solchen Ventilators auf einem Tacho ablesen könnte.
 
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tschasovschik

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Kleine Information zu "W 0,623", das ist die Wegstreckendrehzahl des Instruments. Soll heißen, der Wegstreckenzähler benötigt 623 Umdrehungen für einen Kilometer.
Gruß
Werner
 
Unruhgeist

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Moin tschasovschik,

vielen Dank für die Info. :super: Ich habe gestern noch darüber gegrübelt, dass doch sowohl die gemessene Geschwindigkeit als auch die zurückgelegte Strecke zwangsläufig mit dem Radumfang bzw. Durchmesser zusammenhängt.

Demnach ergibt sich also 1000 / 623 / π = 0,5 Meter Raddurchmesser.
Das war dann wohl eher ein Kleintransporter als ein Lkw. Deckenventilatoren haben ja nun doch einen etwas größeren Rotorkreis. Aber man kann sich ja eine Markierung bei 0,5 Meter auf die Rotorblätter pinseln.
 
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Der Stromer

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5, SETZEN! :lol:
Die Tachowelle treibt das Ding an und die ist schon auf das Fahrzeug geeicht. Und wird auch nicht an der Radnabe abgenommen, sondern am Getriebe.
 
Unruhgeist

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Sag ich ja - ich bin kein Techniker.
Fakt ist, wenn ich eine Wegstrecke von 1000 Meter zurücklegen will mit einem Rad, dessen festgelegte Umdrehungszahl 623 beträgt, brauche ich einen Radumfang von ca. 1,6 Meter. Und das entspricht einem Raddurchmesser von etwa 0,5 Meter.

Gegenfrage: Wenn die Messung am Getriebe abgenommen wird, kann ich doch die schlussendliche Geschwindigkeit und zurückgelegte Strecke mit einem veränderten Raddurchmesser manipulieren!?

(Ich habe mich doch nie mit Kfz-Technik beschäftigt. Die Dinger waren und bleiben für mich Mittel zum Zweck und sollen einfach funktionieren. So wie die Kaffeemaschine)
 
T

tschasovschik

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Wenn die Messung am Getriebe abgenommen wird, kann ich doch die schlussendliche Geschwindigkeit und zurückgelegte Strecke mit einem veränderten Raddurchmesser manipulieren!?
Du meinst, daß sich die angezeigte Geschwindigkeit (auch die angezeigte Wegstrecke) bei unterschiedlichen Raddurchmessern ändert? Ja, das trifft zu.
Gruß
Werner
 
Der Stromer

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Man(n) kann fast alles manipulieren. Nur mit Rädern von LKW geht das schlecht. Wird das Rad kleiner, fährste langsam. Wird das Rad größer, fliegt dir der Kotflügel weg. Dazwischen ist alles möglich, nur erwischen lassen darfst Du Dich dabei nicht. Die Stilllegung des Fahrzeuges folgt auf dem Fuß - Äh, Reifen, da die Betriebserlaubnis erlischt.

...und 0,5 Meter Durchmesser? Darum wird ja die Tachowelle am Getriebe angeblockt. Mit Übersetzung an der Nabe zur Kardanwelle und da sind dann immer gleiche Voraussetzungen gegeben. Reifengröße ist vorgegeben, bis auf Sliks. Aber dann fährt der LKW ja auch langsamer, weil ca. 20 Millimeter am Umfang (Abgefahrenes Profil) fehlen.

Wenn Du mal beim TÜV reingeschnuppert hättest, Du würdest Dich wundern, welche Vorschriften zu erfüllen sind. Und das sind beileibe keine Ergüsse von irgend welchen Sesselfurzern. Auf unserem Hof hatte die Polizei mal - 1990 war das wohl - einen Rumänischen LKW mit Zeitzulassung abgestellt. Ohne Pritsche, dafür aber am letzten Ende des Rahmens eine Aufnahme für einen Auflieger drauf geschweißt (2 Meter frei schwebend). Um den Zugwagen nun daran zu hindern, beim Anfahren mit dem Führerhaus in den Himmel zu gucken, wurde vorne an der Stoßstange ein ca. 2 Tonnen Betonklotz mit dünnen Spanngurten fest gezurrt.

Der Fahrer und Besitzer dieser Todesmaschine war von seiner Konstruktion absolut überzeugt und konnte gar nicht verstehen, warum ihn die Polizei nicht nach Hause fahren lassen wollte. Zu Hause fahren fast alle so! Das waren seine Worte und selbst der Dolmetscher schüttelte nur den Kopf.

Zur Einführung der Fahrtenschreiber (ich kann mich noch so dunkel an das Geschrei der Spediteure erinnern "...wir gehen alle kaputt, wenn wir uns an Regeln halten müssen..."), kam es, weil sich die Unfälle mit Toten und immens hoher Sachschäden wegen Überhöhter Geschwindigkeit bei LKW drastisch vermehrten. Der Krupp Titan zum Beispiel erreichte in der Ebene mit 40 Tonnen eine Geschwindigkeit von 100 km/h. Dafür waren die Bremsen gerade so ausgelegt, es gab kein besseres Material. Ging es aber Bergab, wurde gerne mal der Gang raus genommen und ab trimo ging die Talfahrt, denn Zeit war auch damals schon Geld, meinten viele. Hast Du mal nen Fahrzeug ohne Synchrongetriebe gefahren und versucht, einen Gang bei hoher Geschwindigkeit ein zu legen? Es geht nicht! Und wenn dann der Zug - 40t - mit 140 den Berg runter kommt, kann man nur froh sein, wenn unten nichts rum steht oder eine Kurve kommt.

Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile. Und Vorschriften sind nicht immer schlecht. Manchmal retten sie auch Leben, und sei es das eigene :ok: .
 
Unruhgeist

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Du meinst, daß sich die angezeigte Geschwindigkeit (auch die angezeigte Wegstrecke) bei unterschiedlichen Raddurchmessern ändert? Ja, das trifft zu.
Ja, so meinte ich das. Danke für die Bestätigung. Lag ich also mit meinem profanen Dreisatzdenken doch nicht so daneben.

@stromer:
Danke für deine ausführlichen Erläuterungen :super:
Aber ich wollte keineswegs irgendwas manipulieren. Die Frage war rein theoretischer Natur. Aber bisher dachte ich tatsächlich, dass der Reifenumfang in direkter Abhängigkeit bei der Geschwindigkeitsanzeige und zurückgelegter Strecke einbezogen wird. Wie beim Plattenspieler: Wenn ich 33 U/min einstelle und eine Single auflege, ist natürlich die Geschwindigkeit an der Kante der Single langsamer als bei einer LP. Und somit natürlich auch der zurückgelegte Weg kürzer.
Das bei Kraftfahrzeugen ähnlich gemessen wird, also irgendwo im Getriebe und der Reifenumfang ansonsten unberücksichtigt bleibt (abgesehen von den zulässigen Toleranzen) war mir nicht bekannt.

...auf Ideen bringt mich das aber schon: Gesetzt den Fall, dass irgendwann 130 km/h als zulässige Höchstgeschwindigkeit eingeführt wird, die Tachonadel der Porsche & Co Fraktion aber unbedingt bei 260 pendeln muss auf der Autobahn, könnte man dieser Klientel doch einfach die Räder verkleinern? Dann dürften doch alle zufrieden sein :D

Grüße,
Unruhgeist
 
Der Stromer

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Hey, das ist DIE Idee! Lass sie mal patentieren und schick das an den Verkehrsminister 🤣.

Aber einfache wäre es doch, auswechselbare Tacho-Ziffernblätter...
 
fantomaz

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...auf Ideen bringt mich das aber schon: Gesetzt den Fall, dass irgendwann 130 km/h als zulässige Höchstgeschwindigkeit eingeführt wird, die Tachonadel der Porsche & Co Fraktion aber unbedingt bei 260 pendeln muss auf der Autobahn, könnte man dieser Klientel doch einfach die Räder verkleinern? Dann dürften doch alle zufrieden sein :D
Ich glaube es würde schon reichen, wenn auf dem Tacho nicht 130 stehen würde,
sondern sagen wir 210 (bei tatsächlichen 130...) also einfach im Zeitalter von Digital 2.0
die echte Geschwindigkeit mit einem Faktor x malgenommen wird und dann im Tacho steht :D
 
Unruhgeist

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Ist ja richtig, dass eine Veränderung des Tachos kostengünstiger wäre.

...aber ein 911'er Bolide mit Schubkarrenreifen sieht doch an der Ampel viel schärfer aus. Findet ihr nicht? 😂
Außerdem käme doch sonst der Motor nicht auf Drehzahl und der schöne Sound wäre für immer verloren.
 
Mapkyc

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Wenn der Tacho/das Fahrzeug auf 100 km/h begrenzt war, dann tippe ich auf einen Reisebus. Das ist aber nur geraten.

Eine übliche Manipulation der Geschwindigkeit macht man so: Man fährt mit abgefahrenen Reifen zur Tachoprüfung. Dort wird das Fahrzeug kalibriert und bekommt die Plakette. Der LKW fährt dann exakt 90 km/h, wenn er so vom Hersteller gebaut wurde. (Es gibt da Unterschiede zwischen den Herstellern.)

Nach der Tachoprüfung fährt man in die Werkstatt und zieht neue Reifen/Räder auf, mit vollem Profil. Der LKW läuft jetzt ca. 93 oder 94 km/h. Er zeigt aber im Tacho nur 90 an. Der Fahrer kann das ungefähr überprüfen, indem er die Geschwindigkeit mit dem Navi vergleicht.

Aber auch diese Manipulation ist technisch nachweisbar, wenn man es wollte. Es werden heute mindestens 2 GPS Datensätze erzeugt, die üblicherweise in einer Cloud gespeichert werden. Einmal Maut und einmal Ortung der Spedition. Ich kann die tatsächlichen Möglichkeiten aber nicht einschätzen, da ich mich damit nicht befasst habe. Denkbar ist es aber zweifellos.

Man darf sich eben nur nicht erwischen lassen oder es darf eben nichts Schlimmes passieren. Da hat @stromer völlig Recht.

In der Praxis habe ich das so erlebt: Ein neuer LKW fährt 2 Jahre und muß dann zur gesetzlichen Tachoprüfung. Kurze Zeit später spendiert der Chef neue Reifen für die Hinterachse und das Ding läuft wie Lotte! Auf der Autobahn ist man dann King of the Road und fährt 90 % aller anderen LKW davon. Das ist natürlich keine gewollte Manipulation, das ist dann halt so. Das Fahrzeug müßte eigentlich neu kalibriert werden, aber das macht eben keiner. Und der Fahrer wird seinen Chef und die Werkstatt nicht darauf hinweisen. Der Fahrer freut sich über den Effekt.
 
Unruhgeist

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Kurze Zeit später spendiert der Chef neue Reifen für die Hinterachse und das Ding läuft wie Lotte!
Bedeutet: Strecke x wird in der kürzeren Zeit y zurückgelegt auf des Fahrers Risiko. Oder wer zahlt die Tickets mit den Starfotos?

Und ist das echt so? NUR die Antriebsräder? Die Vorderreifen, die ohnehin schon weniger Profil haben, drehen dann einfach noch ein bißchen öfter für die gleiche Strecke?

Versteh mich nicht falsch, ich bin weiß Gott kein Moralapostel. Aber diese Realität kannte ich auch nicht. :shock:
 
Mapkyc

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Oder wer zahlt die Tickets mit den Starfotos?
Tickets zahlt normalerweise der Fahrer. Die Erhöhung der Geschwindigkeit von 90 auf 93 km/h ist dafür aber bedeutungslos. Das Limit liegt bei 60 km/h auf Landstraßen und 80 km/h auf Autobahnen.

Ich bin jahrelang LKW im Fernverkehr auf Autobahnen gefahren. Ich kann dir bestätigen, daß der LKW schneller läuft, wenn nach der Tachoprüfung (mit alten Reifen) die Hinterachse neue Reifen bekommt. Das ist so, ja. Wir reden hier von einer Erhöhung von 2 bis maximal (seltenen) 4 km/h. Bereits 2 km/h sind ein deutlich spürbarer Effekt.

Heute werden ja zahlreiche LKW auf 85 gedrosselt. Der Unterschied von 85 und 90 km/h ist eklatant! Da überholt man so einen Kollegen ruck zuck und in Windeseile. Wenn man auf der Autobahn nur 89 fährt, wird man bereits ebenfalls oft überholt. Das sind dann die berühmten Elefantenrennen. Ärgerlich, wenn dann ein Anstieg kommt und der Überholende fällt aufgrund höherer Masse wieder zurück.
 
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