Zeigt her eure Taschenuhren (ein Bilderfaden)

Diskutiere Zeigt her eure Taschenuhren (ein Bilderfaden) im Taschenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Dann nochmal speziell für dich:
Unruhgeist

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Dann nochmal speziell für dich:

1658055878460.png
 
Spindel

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Das bissl Leuchtmasse hättest auch noch reinmachen können.
...duck und weg....;-)
Gruß Roland
 
Skullwing

Skullwing

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Vor langer Zeit mal als Deko gekauft, läuft und sieht cool aus.
Scheinbar hat jemand den Rückdeckel durchbohrt, man könnte ihn zum Aufziehen auch aufklappen, wahr wohl jemandem
zu kompliziert.

Hat wahrscheinlich mal einem sehr faulen Menschen gehört.....
01_taschenuhr_1035484.jpg
01_tu_1036154.jpg
01_tu_1036155.jpg
01_tu_1036160.jpg
01_tu_1036163.jpg
01_tu1_1036156.jpg
01_tu2_1036158.jpg
 
holli

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Zum Wochenende 1ZB2.JPGeine TU von Paul
Ditisheim Solvil (Fabrique Solvil des Montres Paul Ditisheim/SWZ)
Von ca. 1920
Besonders gefällt mir das „Niello“ (auch Tula genannt)Gehäuse
bis zur nächsten Vorstellung ein schönes Wochenende:winken:
 

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metallfunk

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Zum Wochenende Anhang anzeigen 4648931eine TU von Paul
Ditisheim Solvil (Fabrique Solvil des Montres Paul Ditisheim/SWZ)
Von ca. 1920
Besonders gefällt mir das „Niello“ (auch Tula genannt)Gehäuse
bis zur nächsten Vorstellung ein schönes Wochenende.


Zum Wochenende Anhang anzeigen 4648931eine TU von Paul
Ditisheim Solvil (Fabrique Solvil des Montres Paul Ditisheim/SWZ)
Von ca. 1920
Besonders gefällt mir das „Niello“ (auch Tula genannt)Gehäuse
bis zur nächsten Vorstellung ein schönes Wochenende:winken:
Holli, da hätte ich auch noch 2 Stück.
Ich denke, es wäre interessant auf die Ditisheim-Unruh mit den Affixen
nochmal spezieller einzugehen.
Da steckt viel mehr Technik (Bis zum Nobelpreis) dahinter, als der erste Blick vermuten lässt.

Tolle Uhr, danke für das Zeigen

Da mache ich doch mal schnell weiter:

Prof. Guillaume hat Legierungen entwickelt, die sich bei Erwärmung nicht ausdehnen, sogar
konträhr arbeiten. (Dafür gab es den Nobelpreis).
Die heutigen Unruhen in allen mechanischen Armbanduhren basieren auf dieser Technik.

Paul Ditesheim, dieser geniale Uhrmacher, hat das sofort übernommen und erste
Uhren aus den speziellen Materialien gebaut.

Es gab da ein Problem: Die Unruhen konnten unter- überkompensieren.
Keine Ahnung, wie es konkret gelöst wurde ( Kälte- Wärmeschrank?).
Die Uhren wurden mit neutralen Affixen (Bild) versehen.

Nach dem Test bekam jede Unruh ihre angepasste Affixe. Einmal ist Messing außen,
einmal Messing innen.
Oder 2x Stahl!

Was für ein Aufwand.

Viele Grüße
Bernd
 
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Unruhgeist

Unruhgeist

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Prof. Guillaume hat Legierungen entwickelt, die sich bei Erwärmung nicht ausdehnen, sogar
konträhr arbeiten. (Dafür gab es den Nobelpreis).
Die heutigen Unruhen in allen mechanischen Armbanduhren basieren auf dieser Technik.

Da ist aber jemand im Thema :super:
Die selbskompensierenden Spiralen setzen eine monometallische, geschlossene Unruh voraus. Eines der Patente (es gab einige, bei denen Guillaume seine Finger im Spial hatte), war das Schweizer Patent 82081. Es ist ein Gemeinschaftpatent der "Société des Fabriques des Spiraux Réunies" und Charles Edouard Guillaume und behandelt eben diese Legierungen für Unruhspiralen. Nebenbei war Guillaume um die Jahrhundertwende eine der treibenden Kräfte bei der Entstehung der Spiraux Reunies.

....und nun blättern wir mal eine Seite zurück und sehen uns den Beitrag 242 an. Das ist nämlich eine der Versuchsuhren, die für die Testzwecke von Spiraux Reunies verwendet wurde. Diese Uhr stammt aus einer Serie von Observatoriumschronometern, die ursprünglich mit einer Guillaume Unruh ausgestattet waren, von Spiraux Reunies aber für die Testreihen mit einer Chrom-Nickel Spirale und einer monometallsichen, geschlossenen Unruh ausgestattet wurden. Es war eine Kleinstserie mit diesen Umbauten. Kleinstserie bedeutet in diesem Fall weniger als 50 Stück.
Ursprünglich wurde dieses Zenith-Chronometer mit der klassischen Guillaume Unruh von Charles Fleck feinjustiert. Diese Feinstellung hatte sich mit dem Umbau dann natürlich erledigt. Da Spiraux Reunies kein Uhrenhersteller war, sondern Spiralenfabrikant, waren sie für die Forschungen und Testzwecke auf den Zukauf hochwertiger Chronometer angewiesen. In diesem Fall war es Zenith, es gab aber auch noch andere Lieferanten.

Diese damaligen Forschungsarbeiten waren die Basis für die heutigen Glucydur Unruhen.

Die Angaben zu der Uhr sind nicht aus den Fingern gesogen, sondern sind von zwei unabhängig voneinander agierenden - nennen wir es mal "Fachstellen" - bestätigt.


Spiraux Reunies fusionierte in den 80'ern mit seinem damals schärfsten Konkurrenten, der Nivarox S.A. (Quartzkrise!)
Die Firma hieß anschließend Nivarox-FAR. 1990 war es das einzige Unternehmen in der Schweiz, das Unruhspiralen produzierte. Aber auch das reichte nicht aus, um das Unternehmen langfristig gegen die Quartztechnik am Leben zu erhalten. Es war dann Nicolas Hayek, der Swatch anwies, eine günstige mechanische Uhr zu konstruieren. Das rettete Nivarox die Existenz. Und nicht nur Nivarox. Nicht ganz umsonst wird Hayek als Retter der Schweizer Uhrenindustrie verehrt.
Heute gehört Nivarox übrigens zum Swatch Konzern.
 
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metallfunk

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Hallo Unruhgeist,
das ist ein spannendes Thema.

Um auch den Nichtfachleuten das näherzubringen:
Temperaturänderungen sind Gift für eine mechanische Uhr.
Zwei Gründe: Die Unruh dehnt sich aus, der Schwerpunkt wandert nach aussen, die Uhr geht nach.
Dieser Effekt ist fast vernachlässigbar gegenüber der Unruhspirale.
(Die Spirale ist abgewickelt 20-30 cm lang ? Hab ich nie probiert).

Hier sind Ausdehnungen deutlich relevanter.. Auch entstehen Änderungen an der Federkonstante.
Vereinfacht ausgedrückt: Mit jedem Grad Temperaturunterschied ändert eine unsichtbare Kraft
die Stellung des Rückerzeigers.

Das geht natürlich gar nicht. Also wurden Techniken (Kompensationsunruhen) entwickelt, die
dem Einhalt gebieten.

Jetzt kommen Guilliaume und Ditisheim ins Spiel.
Materialien die temperaturkonstant sind, lösen das Problem.

Hat funktioniert.

Grüße Bernd
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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Oha, ca. 150 Jahre Uhrmacherei komprimiert auf 12 Zeilen. Ich musste es trotzdem 3 x lesen, um die Sprünge nachvollziehen zu können. Aber so ganz grob umrissen haut das schon hin.
Nur die Formulierung "...ändert eine unsichtbare Kraft die Stellung des Rückerzeigers" finde ich etwas unglücklich. Im übertragenen Sinne zwar verständlich, aber auch missverständlich, weil sich ja der Rückerzeiger nicht wirklich verändert in seiner Stellung. Du meinst die veränderte Elastizität der Stahlspiralen die sich bei Temperaturdifferenzen nachteilig auf den Gang auswirkten. So, als ob jemand den Rückerzeiger verstellen würde.

Trotzdem die Frage: Die Kompensationsunruh schreibst du aber nicht Guillaume zu, oder? Denn die gab es in ihrem Grundprinzip schon mehr als 100 Jahre früher.
 
M

metallfunk

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Natürlich habe ich da gewaltig (zu gewaltig?) vereinfacht.
Mehr als 100 Jahre, wurde (mehr oder weniger erfolgreich) versucht, diese Gangunterschiede
durch technische Maßnahmen zu kompensieren.

Die Bimetall-Unruh war ja schon fast das Maximum.
Viele Uhrmacher haben sich an diesem Temperaturproblem verbissen.

Natürlich hast du recht, niemand stellt an dem Rückerzeiger rum, aber
wenn man sich die Länge der Spirale mal so richtig vorstellt,
also die Länge vom Gabelschlüssel (Rückerzeiger), bis zur Endbefestigung an der Unruhwelle,
wird einem die Temperaturausdehnung eher klar.

Wobei es natürlich Taschenuhren gibt, bei denen der Rücker mit Bimetall verschoben wird.
Hier bewusst, um den Temperaturfehler auszugleichen.

Da sehe ich auch die große Innovation von Guillaume. Nicht versuchen, den Temperaturfehler
mit technischen Tricks zu kompensieren, sondern mit besonders entwickelten Materialen erst
keinen Fehler enstehen zu lassen.

Viele Grüße
Bernd
 
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Unruhgeist

Unruhgeist

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Wobei es natürlich Taschenuhren gibt, bei denen der Rücker mit Bimetall verschoben wird.
:shock: :hmm: Jetzt bin ich draußen. Verstellung des Rückers mit Bi-Metall? Gibt es dafür ein Beispiel hier irgendwo? Wie soll das funktionieren? Automatisch? Durch das Bie-Metall???
 
Prinz-Valium

Prinz-Valium

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Diese Temperaturkompensation durch ein Bimetallelement habe ich auch schon gesehen.

Hier mal ein Bild aus Watch-Wiki, wo man das Bauteil in der Nähe der Rückerstifte erkennen kann.
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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Diese Temperaturkompensation durch ein Bimetallelement

Ähem ja - "das Werk ist in der Sammlung", sprach die Kuratorin und gab es frei... Stimmt, da war was. Hab mich nur nie mit beschäftigt. Steht ja nicht "Zenith" drauf 🥴

Na gut, trotzdem ein paar Bilder auf die Schnelle geschossen:
1658939740264.png

1658939800653.png

1658939860604.png

Wenn ich das richtig sehe funktioniert das so: Das eine Ende der gebogenen Bi-Metallspange ist am Ende des Rückerzeigers mit einer Schraube befestigt.
Das andere Ende der Bi-Metallspange trägt das Klötzchen des Spiralschlüssels. Davor ist von oben die Exzenterschraube des Spiralschlüssels durch den Rückerzeiger geschraubt. Bei Temperaturänderung zieht sich die Spange nun zusammen und gibt die Spirale frei, oder sie dehnt sich aus und drückt das Klötzchen gegen die Spirale. Die Spirale wird dann zwischen Schraube und Klötzchen eingeklemmt. In jedem Fall ändert sich die effektive Länge der Unruhspirale.
Funktioniert dann also tatsächlich "automatisch". Wenn wohl auch nicht wirklich gut. Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen, dass das wirklich gut funktioniert.
Mutet fast schon digital an. 0 oder 1 - Spirale frei oder geklemmt.

Aber dennoch wird auch hier der Rücker NICHT durch das Bi-Metall verschoben, wie Bernd schrieb. Entweder gibt es noch eine Variante, bei der der Rücker tatsächlich verschoben wird, oder es war ein Irrtum. Ist ja kein Drama, bis vor 30 Minuten hatte ich ja selbst weder dieses Werk noch die Technik auf dem Schirm.
 
M

metallfunk

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Das Paradebeispiel ist schon mal Harrisons H4.
H.v. Bertele, Marine und Taschenchronometer, Seite 41.(Zeichnung)
Derek-Pratt-John-Harrison-H4-47[1].jpg
Bild von
Making The Escapement, Remontoir, And Timing For Derek Pratt’s Reconstruction Of John Harrison‘s H4, The World’s First Precision Marine Chronometer (Part 3 of 3) - Quill & Pad

Dann natürlich auch Larcum Kendall mit seiner K2, Seite 88.
Ferdinant Berthoud hat auch auf Rückerverstellung mit Bi-Metall gesetzt.
Aber auch wesentlich später wurden solche Konstruktionen erfolgreich eingesetzt.

Viele Grüße
Bernd
 
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