Zeigt her eure Bifora Uhren...

Diskutiere Zeigt her eure Bifora Uhren... im Vintage Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Ich möchte Euch heute mal diese Bifora Anker vorstellen. Hier wurde ein fremdes Zylinderwerk eingeschalt. Mich würde natrürlich interessieren...
Scholle

Scholle

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Ich möchte Euch heute mal diese Bifora Anker vorstellen.
Hier wurde ein fremdes Zylinderwerk eingeschalt.
20210706_125328.jpg

20210706_125157.jpg
Mich würde natrürlich interessieren welches Werk das ist.
 
MaJoLa

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Nicht dafür, Scholle. Hätte ich dieses Werk nicht gestern gesehen, würde ich wieder mal im dunkeln wandeln :D

Ich frage mich, welcher Zeiger erneuert wurde. Ich tippe ja auf den Min.Zeiger oder auf beide, der Leuchtpunkte wegen. Die machen ja so wenig Sinn. Sonst ist sie schon klasse gemacht.

Ich vermute diese Zeiger:

41568691tk.jpg
41568692kc.jpg


Dein Gehäuse findet sich 1942 in dieser Anzeige.

41568708dw.png


Streng genommen, gehört meine Einheit ebenfalls in diese Schale.
Das Originalblatt sah fast genauso aus, bis auf die weiße Minuterie.
Da dieses Blatt aber neu und das Gehäuse ebenfalls fast NOS ist, hab ich die Einheiten zusammengefügt.
 
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MaJoLa

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Heut hab ich einen Neuzugang zu vermelden:

Vor wenigen Jahren hab ich diese Uhr mit etwas anderem Gehäuse unserem Timo überlassen. Irgendwann musste ich einige Monate später feststellen, daß sie mir denn doch fehlte. Nun hab ich diegleiche in besagtem anderen Gehäuse und original Melanaise Band ergattern können.

Gemessen am Alter ist sie im ausgezeichneten Zustand. Das 15steinige 2025, hier noch mit offener Brücke, läuft sehr ordentlich.
Mindestens eine Revi hat sie in den 87 Jahren erfahren.

Herstellungsjahr war 1934/35.

Der Erwerb erfolgte per sofort akzetiertem Preisvorschlag. Und da allein vergoldete Bänder aus dieser Zeit selten auftauchen, hat sie es durchaus verdient, nicht nur für'n Appel und n Ei in meinen Besitz zu kommen.

41663949ob.jpg
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41663952gx.jpg
 
MaJoLa

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In ihrer Schlichtheit wunderbar, Scholle :super:





Anhang anzeigen 2537685

Anhang anzeigen 2537686

Abgesehen davon, dass „ZentRa“ auf dem ZB steht und das Werk mit „ZentRa 145“ gestempelt ist, ist die Uhr eine reine Bifora: das Gehäuse ist von Bifora und das Werk ist ein Bifora 812.

Anhang anzeigen 2537687

Anhang anzeigen 2537688

Man kann es auf dem Foto der Gehäusebeschriftung schlecht erkennen, aber als Dickenangabe der Vergoldung steht dort tatsächlich „20 MIORONS“, nicht MICRONS.

Das Werk ist wie erwähnt ein Bifora 812 aka ZentRa 145.

Anhang anzeigen 2537690

Das Besondere: es ist die originale Staubschutzkappe vorhanden, die hier schon mal Thema war:

Zentra mit Überraschungen

Uhrenbestimmung - Art Deco Uhr

Anhang anzeigen 2537691Anhang anzeigen 2537692

Der Staubschutz wurde von Bidlingmaier besonders beworben:

Anhang anzeigen 2537693

Und wer hat’s erfunden? M. E. ein gewisser Hermann Ruhland aus Berlin. Der besaß ein deutsches Gebrauchsmuster Nr. 1292632 (angemeldet 1. 2. 1934) und ein Schweizer Patent Nr. 179156, in welchen die Staubschutzkappe genau so beschrieben ist, wie man sie (gelegentlich) bei 812ern finden kann:

Anhang anzeigen 2537695

Geschützt war konkret der Schlitz (q)(zum Regulieren der Unruh) in der Schutzscheibe (i).

Bidlingmaier verfügte ebenfalls über ein Gebrauchsmuster Nr. 1358575 (Anmeldung 20. 11. 1935) für eine Staubschutzkappe:

Anhang anzeigen 2537696

Sieht aber anders aus und es wird etwas anderes beansprucht, nämlich bestehen hier Kappenboden (a) und Kappenrand (a’) aus einem Stück Werkstoff; ferner ist eine Hülse (b) zum Durchstecken der Aufzugswelle fest mit dem Kappenrand verbunden.

Für mich sieht es jedenfalls so aus, als hätte sich Bidlingmaier der Ruhland-Erfindung bedient.

Ergänzend noch ein wenig Bidlingmaier-Werbung und die Darstellung des Kalibers 812 aus der Uhrmacher-Woche:

Anhang anzeigen 2537699

Anhang anzeigen 2537700

Anhang anzeigen 2537705

Hallo Martin,

ich komme nochmal auf den seinerzeit von Dir abgehandelten Staubschutz zu sprechen.

Diese Kappen tauchen ja sehr selten auf und ich glaube nicht, daß das der von Bidlingmaier beworbene Staubschutz ist, sondern nur der Ring mit der Nut für die Welle.

Auch in der Staubschutzwerbung ist nicht diese Kappe, sondern nur der Ring expezit zum Werk aufgeführt. Die Kappen finden sich wenn, auch wohl nur bei den Kal. 2025 und 812. Für das 102er hab ich diese Kappe überhaupt noch nicht gesehen.

In einem 1934 Prospekt wird auch der "bewährte Staubschutzring" erwähnt, von einer Kappe ist nirgends etwas zu lesen.

Ich vermute, man bot diese Kappe optional zusätzlich zum Staubschutzring an. Das würde vielleicht auch erklären, warum diese Kappen so selten zu finden sind.
 
DRGM

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Hallo Markus,

damit wir auch andere ins Boot holen: es geht um diesen Beitrag:

Zeigt her eure Bifora Uhren...

Das wesentliche in Bildern: es geht um eine Staubschutzkappe mit Celluloid-Deckel mit Schlitz, um den Rücker ohne Abnahme der Staubschutzkappe verstellen zu können:

ZentRa-Bifora812_11_1024x768.jpg

Erfunden hat es ein Hermann Ruhland aus Berlin, der diese Konstruktion am 16. 2. 1934 als Gebrauchsmuster anmeldete, welches unter der Nummer 1292632 eingetragen wurde - in der Schweiz ließ sich Ruhland seine Konstruktion durch Schweizer Patent Nr. 179156 schützen:

CH179156A_Ruhland_Staubschutzkappe.jpg

Soviel zum Hintergrund von Markus‘ Anmerkung. Ehrlich gesagt Markus: ich verstehe nicht ganz, worauf Du hinauswillst. Ja, diese Schutzkappen sind recht selten. Mir stellt sich die Frage, ob Bidlingmaier die fraglichen Staubschutzkappen für eigene Uhren oder nur für ZentRa gefertigt hat, denn man sieht sie nur (?) bei Bidlingmaier-ZentRas. Eine ganz andere Frage: wer war Hermann Ruhland?


Inzwischen habe ich zumindest zur letzten Frage etwas herausfinden können. Denn Ruhland meldete ebenfalls am 16. 2. 1934 ein weiteres Gebrauchsmuster an (Nr. 1292631), welches für „Biforisti“ wesentlich interessanter sein dürfte, da es schlicht und ergreifend die wesentlichen Konstruktionsmerkmale des Bifora-Kalibers 2025 mit Durchbrechung in der Platine betrifft:

DE1292631U_Ruhland-Formwerk.jpg



Der Schutzanspruch ist knackig kurz:


„Formuhrwerke für Armbanduhren u, dgl., dadurch gekennzeichnet, dass die Platinen (a) und Brücken (b) aus gestanzten Teilen bestehen, die durch Pfeiler (o) in Abstand miteinander verbunden sind, wobei die Brücke (b) und Platine (a) mit Durchbrechungen (l) versehen sind.“

Also: wer war dieser Hermann Ruhland? Als Adresse ist in beiden Gebrauchsmustern angegeben: Berlin SW 68, Alte Jakobstr. 148/155. Das Berliner Adressbuch 1934 bestätigt diese Adresse als Büroanschrift:

Berliner-Adressbuch_1934_Ruhland-Hermann.jpg

Der Beruf lässt nun aufhorchen: Patentberichterstatter. Ein Patentberichterstatter war für Firmen und Patentanwälte tätig und sichtete u. a. die neuesten ausgelegten Gebrauchsmuster in der Lesehalle des Patentamtes, das praktischerweise gleich um die Ecke angesiedelt war. Für seine Auftraggeber interessante Gebrauchsmuster kopierte er und berichtete über diese. Erfinderisch tätig sind solche Leute i. d. R. nicht. Ein möglicher Grund, warum er der Inhaber der beiden Gebrauchsmuster war: früher (und heute) wollen manche Firmen unerkannt bleiben (warum auch immer) und setzen Strohmänner ein, die für sie tätig werden. Ich vermute stark, dass Ruhland ein solcher Strohmann war, denn er kam aus der (Patent-)Branche und seine Anmeldungen wurden durch eine Stuttgarter Patentanwaltskanzlei angemeldet. Ungewöhnlich, wenn man von Fach ist und in Berlin ansässig ist, wo seinerzeit die allermeisten Patentanwälte tätig waren. Wie es der Zufall so will, bediente sich Bidlingmaier ebenfalls Stuttgarter Patentanwälte… honi soit qui mal y pense!

Ist natürlich nur eine Vermutung. Aber es spricht m. E. einiges dafür, dass Ruhland als Strohmann für Bidlingmaier tätig wurde.
 
MaJoLa

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Hallo Martin,

Deine Ausführungen sind hochinteressant. Danke dafür. Sie dürften auch für das Bifora Museum von Interesse sein.

Was ich sagen wollte war, daß der Bidlingmaier Staubschutz lediglich der Staubschutzring beim 102er und der Werkform entsprechend die Ummantelung beim 2025 u. 812 war.

Ich hatte es so verstanden, daß dieser Bidl. Staubschutz eben diese Kappe sei.

Das diese Kappe offenbar - wenn - nur bei den Zentras von Bifora auftaucht, war mir so auch nicht bewusst.
 
Scholle

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Ich habe mal nach gesehen solch einen Werksstaubschutz haben meine Kaliber 102 alt 102 und 812 nicht.
Hatte mal meine 711 geoffnet die auch nicht.
Aber den Ringschutz schon......
711 auch nicht.
Bifora 102/ Z 480.
20210709_175955.jpg
102 alt.
20210721_205550.jpg
B 812
20210721_205900.jpg
 
DRGM

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Das diese Kappe offenbar - wenn - nur bei den Zentras von Bifora auftaucht, war mir so auch nicht bewusst.
Hallo Markus,

diesbezüglich bin ich mir auch nicht sicher. Ich habe diese Staubschutzdeckel mit durchsichtiger Kunststoffplatte bislang nur bei ZentRas (aus dem Hause Bidlingmaier) gesehen, was allerdings nichts zu sagen hat, da ich ja eher ein Auge für ZentRas und weniger für Biforas habe.


@Scholle: interessant, dass die von Dir gezeigten Werke den Ring haben, aber nicht die Platte. Ob die evtl. mal vorhanden waren?
 
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