Zeigerproblem Miyota JS25

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ing-liebl

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Hallo in die Uhrenwerkstatt,

heute möchte ich der geballten Kompetenz eine Frage stellen.

Einer Kundin ist ihre Fossil runtergefallen.

Seither lassen sich Minuten- und Stundenzeiger durch heftiges Schütteln auch bei gedrückter Stellwelle und in Betrieb (also mit eingelegter Knopfzelle) "verstellen".

Beim Werk handelt es sich um ein Quarzwerk Miyota JS 25 (Trikompax mit permanenter Sekunde in der Mitte, 24h-Anzeige auf 3 Uhr, Stoppsekunde auf 6 Uhr und Stoppminute auf 9 Uhr).

Das (für mich) Erstaunliche ist, dass bei dieser unfreiwilligen Verstellung der Stundenzeiger "richtig" zum Minutenzeiger mit-bewegt wird - also im Bereich des Wechselrads sollte es nicht liegen.

Es scheint so, als ob hier irgendeine "Bremse" nicht mehr greift (Schrittmotor?).

Bei einem mechanischen Werk würde ich sagen, die Zeigerreibung am Minutenrohr ist nicht mehr vorhanden.

Aber bei einem Quarzwerk?

Und zudem noch unmittelbar nach einem Sturz?

Ich kenne das Verhalten zwar bei einigen anderen Q-Werken - da aber nur, wenn die Stellwelle ausgebaut und keine Knopfzelle eingelegt ist.

In Ruhe gelassen, läuft das Werk problemlos und alle Funktionen (24h-Anzeige, Chrono) sind gegeben.

Die Stellwelle hab ich schon gelöst und wieder eingesetzt - leider ohne Besserung.

Das Verstellen der Zeiger geht zwar sehr leicht - das ist aber mMn bei den Quarzwerken immer so.

Da das Werk bei Flume nicht lagernd ist - und die Bestellung in der derzeitigen Lage wohl etwas dauern wird, meine Fragen:

- Ist das Problem jemanden von Euch bekannt?

- Gibt es hierfür eine Lösung?

Vielen Dank im Voraus

Markus
 

falko

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Bei einem Quarzwerk gibt es ebenfalls Zeigerreibung. Ein Quarzwerk ist mechanisch sehr ähnlich zu einem federbetriebenen Werk. Oft wird die Reibung durch das auf das Minutenrohr aufgesteckte Minutenrad erzielt. Es wäre denkbar, dass sich diese Verbindung durch den Stoß teilweise gelöst hat. Oft hat das Minutenrad drei Speichen, die auf das Minutenrohr drücken. Ist nun eine Speiche aus ihrer Position geraten, wird die Zeigerreibung sehr schwach. Nur eine Vermutung.
 

ing-liebl

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Hallo Gerd,
danke für die Vermutung.

Nur hat mich gewundert, dass dann der Stundenzeiger synchron "mitgeschüttelt" wird.

Dann mal runter mit den Zeigern und Zifferblatt und rein in die Eingeweide - Lagemeldung erfolgt dann.

Gruß Markus
 

ing-liebl

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So, jetzt aber.

Ich versuche mal, da ein wenig Ordnung rein zubekommen.

Sorry, das Bild ist leider um 90 Grad im Uhrzeigersinn gedreht.
IMG_1066.jpg
Oben rechts: Abdeckplatte (schwarz) mit Zwischenrad von Stoppsekunde zu Stoppminute

Unten mittig: Werkplatine (grau) Zifferblatt-seitig

hier

- auf 9 Uhr: Räder (weiß und Messing) für die Stoppminute

- auf 6 Uhr: von links (bzw. im Bild dann oben) Rotator (kleines Messingrad) des Schrittmotors, drei Zwischenräder (weiß), Rad (Messing geschenkelt) für Stoppsekunde, das große weiße Rad im Anschluss greift in das Zwischenrad auf der Abdeckplatte und stellt die Verbindung zum kleinen weißen Rad der Stoppminute her

- auf 3 Uhr: das große weiße Rad neben dem Minutenrohr treibt das Messingrad für die 24h-Anzeige an - zusätzlich werden hiervon bei 2 Uhr noch weitere Räder für das Datum angetrieben

- auf 4 Uhr: Räder für das Datum

- im Zentrum: das Stundenrad (schwarzer Kunststoff mit 2 Zahnkränzen), dass von einem Trieb 2 Ebenen unter dem B-förmigen Abdeckblech angetrieben wird, das Stundenrad sitzt auf dem Minutenrohr, welches aber gefühlt noch ausreichende Reibung hat
=> unter dem B-förmigen Abdeckblech sitzen nur noch 3 kleine Räder für die Zeigerstellung
=> da komme ich aber nicht mehr weiter, da dass Trieb, welches in das Minutenrohr greift, unter der Werkplatine sitzt und deshalb von der anderen Seite demontiert werden müsste
=> wird sich aber nicht lohnen, da noch mehr Arbeit reinzustecken


Tja, vielleicht hat ja sonst noch einer eine Idee - oder ich bin total auf dem falschen Weg?!

Ansonsten wünsche ich Euch eine gute Nacht und bleibt mir alle gesund!

Markus
 
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