Zeiger von "Friesenuhr" entfernen

Diskutiere Zeiger von "Friesenuhr" entfernen im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen, wenn ich das Uhrwerk einer alten Gewichtszuguhr mit Westminsterschlag sehen will, müsste ich das Zifferblatt abnehmen. Dazu...
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wwiegert

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Hallo zusammen,

wenn ich das Uhrwerk einer alten Gewichtszuguhr mit Westminsterschlag sehen will, müsste ich das Zifferblatt abnehmen. Dazu muss ich die Zeiger abnehmen. Der Minutenzeiger ist kein Problem (Befestigung auf Vierkantachse durch Rändelmutter). Aber der Stundenzeiger sitzt fest. Ich kann ihn zwar mit etwas Kraft verdrehen (war nötig, um nach dem Kauf den Stundenschlag anzupassen), aber ihn nicht von der Achse ziehen: Am Ende der Röhre sitzen 3 winzige Kügelchen, die ich kaum sehen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass er nicht entfernt werden soll, weil das Mondphasengetriebe am Zifferblatt sitzt. Bloß was mache ich dann gegen meine Neugier? Kennt jemand eine solche Konstruktion und weiß, wie man den Zeiger doch entfernen kann? Bei der Uhr soll es sich um eine Friesenuhr von WUBA handeln; es ist jedoch nur ein Aufkleber zu sehen, den jeder auf das Gehäuse gepappt haben könnte. Außerdem hat Warmink ja Uhrwerke unterschiedlichster Hersteller verbaut.

Weil ich ganz neu auf dem Gebiet der Wanduhren bin, habe ich ein paar vermutlich noch dümmere Fragen:
1. In welchen Intervallen sollte man solche Uhren warten lassen?
2. Wie bekomme ich die Ketten durch die Löcher, wenn die Uhrwerke zum Uhrmacher sollen? Es sind ja auf beiden Enden Kettenstopper angebracht, die geschlossene Ringe sind, wenn ich das richtig sehe (damit habe ich allerdings Schwierigkeiten). Und die ganze Uhr zu versenden dürfte recht teuer werden. Ich möchte die Kettenglieder ungern aufbiegen, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass sie dann immer weniger belastbar werden.

Viele Grüße
Wilhelm
 
Der Stromer

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Hallo Wilhelm.
Ich versuchs mal:shock:

Also, mit den Zeigern ist das so: Der Minutenzeiger sitzt mit einer Schraube (bei Deiner Uhr) befestigt auf dem Viertelrohr und kann problemlos durch abnehmen der Zeigermutter entfernt werden.
Der Stundenzeiger sitzt mit Reibung auf dem (leicht konischen) Stundenrohr. Um diesen zu entfernen (da hast Du ja schon richtig angefangen) diesen vorsichtig leicht nach links und rechts drehen- dabei nach oben ziehen. Dann geht auch dieser Zeiger ab und Du kannst das Ziffernblatt abnehmen.
Dahinter kommt dann das Getriebe für die Modphase (Zahnrad und so auf dem Stundenrohr) zum Vorschein und wieder dahinter die Schlagwerksteuerung und das Wechselrad.

Eine gute, mechanische, Großuhr sollte ca. alle 20 Jahre zum Uhrmacher des Vertrauens zum Reinigen und Ölen.

Ähm! Deine WuBa ist doch eine Wanduhr, oder? da bitte die Ketten im Gehäuse lassen und auch das Werk. Nur zusammen zum Uhrmacher! Der wird es Dir danken, da es für Dich sicher problematisch wird, ein auf einem fremden Stuhl ausgerichtet und eingestelltes Werk in Deinem Gehäuse wieder richtig ein zu richten (aus zu richten). Nur auf jeden Fall das Pendel aushängen und separat verpacken!!!! Ebenso die Gewichte.

Ps.: Das schwerere Gewicht ist immer für das Schlagwerk!
 
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wwiegert

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Hallo Rolf-Dieter!

Hallo Wilhelm.
Ich versuchs mal:shock:

Also, mit den Zeigern ist das so: Der Minutenzeiger sitzt mit einer Schraube (bei Deiner Uhr) befestigt auf dem Viertelrohr und kann problemlos durch abnehmen der Zeigermutter entfernt werden.
Der Stundenzeiger sitzt mit Reibung auf dem (leicht konischen) Stundenrohr. Um diesen zu entfernen (da hast Du ja schon richtig angefangen) diesen vorsichtig leicht nach links und rechts drehen- dabei nach oben ziehen. Dann geht auch dieser Zeiger ab und Du kannst das Ziffernblatt abnehmen.
Dahinter kommt dann das Getriebe für die Modphase (Zahnrad und so auf dem Stundenrohr) zum Vorschein und wieder dahinter die Schlagwerksteuerung und das Wechselrad.
Danke, das hat funktioniert. Das Zifferblatt habe ich noch nicht abgenommen; das wird aber auch kein Problem mehr sein. Die Kügelchen am Ende des Stundenrohres, von denen ich berichtet habe, exisitieren gar nicht: Das waren Lichtreflexionen! :oops:

Eine gute, mechanische, Großuhr sollte ca. alle 20 Jahre zum Uhrmacher des Vertrauens zum Reinigen und Ölen.
Meine Uhr ist ja gebraucht gekauft. Dunkle Stellen an den Achslagern, die auf Verharzungen hindeuten, kann ich nicht erkennen (was nicht heißen soll, dass es keine Verharzungen gibt). Auslaufschlieren sind auch nicht sichtbar, aber das Messing macht einen fettigen Eindruck. Es wirkt dennoch sauber, obwohl ich Spinnweben aus den Klangstäben gewischt habe. Die Westminstermelodie wird viel langsamer gespielt als in der zweiten Friesenuhr mit Hermle-Uhrwerk (ja, ich habe tatsächlich kurz hintereinander zwei Uhren gekauft - ich weiß, ich spinne, aber ich war schon so lange hinter mechanischen Westminsteruhren her, dass ich sie mir jetzt endlich einmal geleistet habe). Könnte da doch etwas klemmen oder woran könnte ich noch sehen, dass Wartungsbedarf besteht?

Ähm! Deine WuBa ist doch eine Wanduhr, oder? da bitte die Ketten im Gehäuse lassen und auch das Werk. Nur zusammen zum Uhrmacher! Der wird es Dir danken, da es für Dich sicher problematisch wird, ein auf einem fremden Stuhl ausgerichtet und eingestelltes Werk in Deinem Gehäuse wieder richtig ein zu richten (aus zu richten). Nur auf jeden Fall das Pendel aushängen und separat verpacken!!!! Ebenso die Gewichte.

Ps.: Das schwerere Gewicht ist immer für das Schlagwerk!
Wenn Du das jetzt nicht gesagt hättest, hätte ich die Uhr tatsächlich ohne Ketten und Gewichte zum Uhrmacher gebracht. Wenn ich den Stuhl mitbringen soll, kann er sich auch gleich einmal die etwas merkwürdige, schiefe Befestigung auf dem Stuhl ansehen und diesen ggf. ersetzen.

Für das Schlagwerk hat die Uhr zwei Gewichte: Eines links außen für den Stundengong, der offenbar genauso schwer ist, wie der für das Gangwerk in der Mitte, und eines rechts außen, das keinen Ring, sondern einen Haken zur Aufhängung hat und vom Gefühl her wohl tatsächlich schwerer ist. Der Händler hat die Gewichte vorsichtshalber mit Aufklebern gekennzeichnet.

Die Uhr ging stark nach und ich habe inzwischen mit vielen Umdrehungen an der Einstellmutter das Pendel nach oben verschoben, so dass die Uhr nun halbwegs genau läuft. Ich habe allerdings Mühe, den Anker durch Drücken des mit dem Anker verbundenen Pendelantriebes so einzustellen, dass bei genau senkrechter Ausrichtung der Uhr das Ticken hundertprozentig gleichmäßig ist, wenn die Uhr genau senkrecht hängt. Inzwischen muss man ganz genau hinhören und hinsehen, um die noch vorhandene Ungleichmäßigkeit herauszuhören. Wirkt sich diese Ungleichmäßigkeit auf die Geschwindigkeit der Uhr aus oder kann ich das so lassen?

Damit ich in Zukunft nicht so viel fragen muss, habe ich mir inzwischen ein Buch zugelegt: "Erich Kühn: Grundriß vom Aufbau einer Uhr. Handbuch für den Uhrmacherlehrling. Königswinter (Heel), 2013." Der Nachdruck von 1949 hat leider kein Stichwortverzeichnis, so dass ich die in diesem Forum benutzten Begriffe nicht sofort nachschlagen kann, scheint aber ganz anschaulich zu sein. Hast Du eine weitere Empfehlung?

Danke für die Mühe und viele Grüße
Wilhelm
 
Der Stromer

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Hallo Wilhelm.

Ist ja schon mal ein Fortschritt, oder?

Aber das hier
Zitat Wilhelm Die Uhr ging stark nach und ich habe inzwischen mit vielen Umdrehungen an der Einstellmutter das Pendel nach oben verschoben, so dass die Uhr nun halbwegs genau läuft. Ich habe allerdings Mühe, den Anker Zitat Ende.
Deutet schon darauf hin, dass hier eine Revision dringend erforderlich ist.

Die "Ungleichmäßigkeit" kommt von der Hemmung, die nicht richtig eingestellt ist. Das Tick - Tack muss absolut gleichmäßig sein, sonst bleibt die Uhr stehen. Das hat übrigens mit dem "genau Senkrecht hängen" der Uhr zu tun. Wenn die Uhr senkrecht an der Wand hängt (oder auf dem Boden steht), muss auch das Tick - Tack mit verstellen des Ankers genau eingestellt werden (das ist der Ausgleichsschwung des Pendels nach recht und links. Das muss genau gleich sein, nennt man auch "Abfall"). Dann wird die Uhr auch gut Durchlaufen. Das hat aber, solange die Uhr nicht stehen bleibt, kaum etwas mit der Genauigkeut zu tun.

Stichwortverzeichniss???? Lies das Buch komplett durch. Nur so lernst Du etwas.
 
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wwiegert

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Hallo Rolf-Dieter,

erst einmal vielen Dank dafür, dass Du so geduldig auf meine Fragen antwortest.

Hallo Wilhelm.

Die "Ungleichmäßigkeit" kommt von der Hemmung, die nicht richtig eingestellt ist. Das Tick - Tack muss absolut gleichmäßig sein, sonst bleibt die Uhr stehen. Das hat übrigens mit dem "genau Senkrecht hängen" der Uhr zu tun. Wenn die Uhr senkrecht an der Wand hängt (oder auf dem Boden steht), muss auch das Tick - Tack mit verstellen des Ankers genau eingestellt werden (das ist der Ausgleichsschwung des Pendels nach recht und links. Das muss genau gleich sein, nennt man auch "Abfall"). Dann wird die Uhr auch gut Durchlaufen. Das hat aber, solange die Uhr nicht stehen bleibt, kaum etwas mit der Genauigkeut zu tun.

Stichwortverzeichniss???? Lies das Buch komplett durch. Nur so lernst Du etwas.
Zuerst zum letzten Punkt: Natürlich lese ich das Buch ganz durch; nur das dauert etwas, weil ich nebenbei noch arbeiten muss. Daher habe ich jetzt auch noch keinen begrifflichen Durchblick u.a. darüber, was der Unterschied zwischen Hemmung und Anker ist. Ich meinte die Wippe, die abwechselnd mit der linken und der rechten Seite in ein Zackenrad greift, um dessen Bewegung zu unterbrechen. Diese Wippe ist über eine Achse mit einem Blech verbunden, das wiederum in die Verlängerung des Pendelarmes greift. Die Wippe ist nur auf die Achse geklemmt und kann verstellt werden, wenn man die Pendelverbindung nach rechts oder links zieht. Das habe ich getan und so eine weitgehende Gleichmäßigkeit des Tickens hergestellt - aber eben nur eine weitgehende. Wenn man lange genug zuhört und zusieht, merkt man doch noch eine winzige Abweichung.

Ganz davon abgesehen merke ich seit gestern ganz deutlich, dass Du Recht hast: Der Westminsterschlag hat sich gegenüber der letzten Woche deutlich verlangsamt (ich habe ein Video als Beweis). Entweder hat der Antiquitätenhändler oder sein Lieferant gepfuscht und das Werk geputzt und evtl. mit Sprühöl bearbeitet. Das Werk ist tatsächlich fettig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Uhrwerk innerhalb einer Woche so deutlich schwergängiger werden kann. Trotz des 10-tägigen Rückgaberechtes möchte ich die Uhr behalten, weil ich sie sonst in dieser Form noch nicht gesehen habe.

Hier im Forum habe ich eine Karte mit Uhrmachern gefunden. Der nächste ist jedoch ca. eine Autostunde entfernt. Googeln erbrachte aber auch nicht mehr (ich finde allerdings auch selten Begriffe mit guter Trefferquote). Gibt es evtl. noch weitere Listen mit Uhrmachern?

Danke und viele Grüße
Wilhelm
 
Der Stromer

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Hallo Wilhelm.

Der letzte Punkt zuerst. Lesen Bildet. Einfach nur Schlagwörter aufrufen bringt wirklich nichts, kannst Du mir ruhig Glauben.

Die hemmung einer Uhr besteht in der Regel aus Ankerrad (das mit den spitzen Zähnen) und dem Anker (diese Wippe). Von hier aus wird die durch Reibung und Luftwiderstand verloren gegangene Kraft wieder dem Pendel zugeführt und daher bleibt das Pendel so lange in bewegung, bis entweder die Gangfeder abgelaufen ist (die Kraft fehlt) oder etwas Anderes zuviel Kraft verbraucht, dass für das Pendel nichts mehr übrig bleibt und die Uhr stehen bleibt.

Tja, Uhrmacher, die alte Uhren reparieren wollen, findet man kaum im Netz. Eher schon in einem Forum wie diesem hier.

Wenn Du die Uhr verschicken kannst / möchtest, schreib mir doch einfach eine PN.

Ps.: Nicht zu lange hinhören. Dann fangen unsere Sinne (vorallem das Gehör) an, uns etwas vor zu Gaukeln, was es garnicht gibt! Und wenn die Uhr nicht einfach stehen bleibt, passt es schon.
 
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