Zeiger Lackieren

Diskutiere Zeiger Lackieren im Anleitungen & Revisionen Forum im Bereich Anleitungen & Revisionen; Hallo alle UF-Leser, seit geraumer Zeit suche ich Möglichkeiten Zeiger von Uhren neu zu lackieren - der Grund: Für vintage Uhren, in meinem Fall...
#1
andjo

andjo

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Hallo alle UF-Leser,
seit geraumer Zeit suche ich Möglichkeiten Zeiger von Uhren neu zu lackieren - der Grund: Für vintage Uhren, in meinem Fall Seiko, sind so gut wie keine Zeiger mehr zu finden, und wenn haben die Dinger immer die falsche Farbe :-).
Im Netz bin ich nicht wirklich fündig geworden und die wenigen Tipps die ich gefunden hatte haben nicht zum gewünschten Ergebnis geführt.
Nach kläglichen Versuchen mit Pinsel, Sprühdose und Edding habe ich dann etwas Geld in die Hand genommen und mir ein Airbrushset zugelegt. Unterstürzung beim Kauf hatte ich hierbei von einem Airbrush Spezialisten aus Österreich.
Nachdem nun das Set bei mir eingetrudelt ist habe ich sofort losgelegt und an alten Stoppsekundenzeigern mein Glück versucht. Erstaunlicherweise habe ich in recht kurzer Zeit durchaus passable Ergebnisse hinbekommen. Die erste Freude war allerdings nur recht kurz, da ich am nächsten Tag die Lackschicht mit dem Fingernagel mühelos wieder "herunterschieben" konnte.
Netz und Profi befragt - ein Primer muss her. Neuer Anlauf - selbes Ergebnis, selbst nach 24 Stunden gingen beide Schichten (Primer und Farbe) mühe- und rückstandslos mit dem Fingernagel runter - frust...
Eine Nacht schlafen und wieder das Netz befragen haben dann die Lösung gebracht - Einbrennlackierung!
Ab in den Keller und den Heißluftföhn geholt. Primen - föhnen - lackieren - föhnen - das Zeug hällt bombig.

Meinen Workflow und mein Material möchte ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten.
Dies ist bitte nicht als Produktpräsentation oder Werbung zu verstehen - es ist das Material welches mir empfohlen wurde und für welchen ich meine Arbeitsweise entwickelt habe. Sollte sich jemand hieran stoßen, bitte melden, ich werde dann versuchen den Bericht zu neutralisieren und Produktnamen zu entfernen.

Mein Material:

ZL_02.jpg
ZL_03.jpg

Vorbereitung:
ZL_01.jpg
• Zeiger mit Wicked Colors High Performance Reducer komplett entlacken
• Leicht mit 1000 anschleifen
• entfetten

Grundierung:
ZL_04.jpg
• Vallejo Surface Primer White (Acryl-Polyurethan)
• 1x Sehr dünn aber deckend auftragen
• 5 Minuten trocknen lassen

ZL_05.jpg
• 15min mit Föhn (Stufe II orange, Temp Stufe 3-4) mit 10cm Abstand trocken
• nochmals 15 min abkühlen lassen

Lackieren:
ZL_07.jpg
• 3x mit gewünschter Farbe mit 10% Wicked Colors High Performance Reducer verdünnt, dünn lackieren
• Schichten jeweils 5 Minuten trocknen lassen
• 15min mit Föhn (Stufe II orange, Temp Stufe 3-4) mit 10cm Abstand trocken
• nochmals 15 min abkühlen lassen

Beim Heißluftföhnen ist des wichtig, dass die Temperatur am Zeiger nicht höher als 100Grad ist, es entstehen sonst Blasen.

Liebe Grüße,
Andreas
 
#3
Uhrologe Klaus

Uhrologe Klaus

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Ich habe mich ja auch schon des Öfteren im Lackieren von Zeigern geübt, aber so habe ich es noch nicht gemacht. Danke für's Zeigen. :super:
 
#5
andjo

andjo

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Danke für Eure Rückmeldungen.
Was ich noch nicht erwähnt hatte - die Oberfläche ist bei diesem Workflow seidenmatt (das Heißluftföhnen bringt etwas Glanz auf die Oberfläche). Momentan bin ich mit dem Look zufrieden, es stehen in der nächsten Zeit aber sicher auch versuche mit Emaillack und Glanzüberzug an, ich werde Euch am Laufenden halten.
Bis dahin liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Andreas
 
#6
nobrett

nobrett

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Diese Anleitung kann man nicht besonders gut nachvollziehen, es sei denn, man hätte genau den gleichen Heißluftföhn. Und es ist praktisch unmöglich wenn man mit dem Heißluftföhn arbeitet, die Temperatur ohne jeglichen Indikator zu steuern. Bei welcher Temperatur wird denn nun eingebrannt? 60Grad, 80Grad oder knapp unter 100? Oder ist das egal, Hauptsache heiß?

Es wäre reproduzierbarer, wenn man das Teil für eine bestimmte Zeit in den auf die gewünschte Temperatur vorgeheizten Backofen stecken würde.

Gruß
Norbert
 
#7
omega511

omega511

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Hallo Norbert und andere Leser,

auch ich habe mit bei der Veröffentlichung und aufgrund eigener Erfahrung etwas über die burschikose Art gewundert, aber nicht unbedingt das Riesen Problem gesehen. Nun aber, wenn Du 60 bis 100 Grad vermutest, möchte ich doch mal schnell eben helfen:

Der verwendete Brenner (oder einer seiner Brüder), kann so zwischen 300 und 500 Grad liefern, wie weit der Zeiger davon betroffen ist, kann man bei dem Aufbau nicht genau vorhersagen, sondern nur vermuten.

Ergo würde ich (bsp. bei dem Lack, den ich für Lünetten-Inlays verwende) zu 160 Grad und 30 Minuten im Backofen raten, nachdem der Lack ca. 4 Sutnden abgelüftet hat.

Beste Grüsse
 
#8
nobrett

nobrett

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Ergo würde ich (bsp. bei dem Lack, den ich für Lünetten-Inlays verwende) zu 160 Grad und 30 Minuten im Backofen raten, nachdem der Lack ca. 4 Sutnden abgelüftet hat.
Beim Heißluftföhnen ist des wichtig, dass die Temperatur am Zeiger nicht höher als 100Grad ist, es entstehen sonst Blasen.
Damit haben wir noch eine zweite Meinung, aber immer noch keine nachvollziehbare Anleitung. Ich könnte jetzt auch für 60Grad argumentieren, dass das ja eine übliche Einbrenntemperatur in der Autolackierung ist, aber ich denke, Andjo als Ersteller dieses Artikels in der Rubrik "Anleitungen und Revisionen" sollte das aufklären.

Sorry wenn ich das erst hinterfrage und mich nicht direkt dem allgemeinen Lob für diese Anleitung anschliesse, aber ich kann da nicht raus aus meiner Haut und brauche echte und belastbare Erfahrungen und keine Mutmaßungen. :| Die Idee an sich ist ja gut.

Gruß
Norbert
 
#9
Tea-time

Tea-time

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Huhu.

Ich lackier auch u.a. Zeiger via Airbrush und weiß aus Erfahrung, dass Metall schwer zu lackieren ist. Abhilfe schafft da normaler matter Klarlack! Der hält sicher auf Metall und die Farbe hält sicher auf dem Klarlack aber ich sehe die Notwendigkeit bei Zeigern nicht? Die Zeiger fristen doch sowieso ihr da sein hinter Glas und solange man die Zeiger setzen kann und die Farbe sich nicht von alleine abrollt, ist doch alles okidoki?
Phosphorsäure kann man auf Metall auch zum vorbereiten nehmen und mmn. reicht das im zusammenhang mit normalen lackiervorbereitungen!
Vorsicht wenn Du weisse Zeiger "einbrennen" willst, weil die werden ruckzuck gelb!

Ich nutze meistens Revell Emailfarben, hoch verdünnt und mehrere Schichten, bei 1,8bar und ner 0,15mm Garnitur auf H&S Infinity!

Gruss,
Tt
 
#10
andjo

andjo

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Hallo - schön, dass etwas Bewegung in das Thema kommt.
Ich gebe zu, die Temperaturangaben sind etwas unorthodox.
Die Variante mit dem Ofen ist da sicher die bessere, ich hatte nun mal den Föhn zur Hand und bin mit Ergebnis durchaus zufrieden.
Meine Anregung für das "Einbrennen" hatte ich aus Onlineberichten über Lackierungen im Fahrzeugbau - diese lagen auch so um die 80°. Ich denke mal, dass der Begriff "Einbrennlackierung" etwas hoch gegriffen ist, dieser bezieht sich wohl eher auf echte Emailarbeiten.
Wo jetzt die Temperatur genau lag (irgendwo zwischen 80° und knapp unter 100°) konnte ich nicht genau sagen. Da ich nun allerdings eine Wärmebildkamera zur Hand habe werde ich dies bei der nächsten Runde aufs Grad genau nachliefern ;-).

Liebe Grüße,
Andreas
 
#11
Uhrahn

Uhrahn

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Also ich habe mit der altmodischen Art gute Erfahrungen gemacht. Zeiger lackiere ich, indem ich sie auf einen Zahnstocher spieße und dann mit einem zweiten Zahnstocher Farbe aufnehme und den dann an der Kante des Zeigers entlang führe.

Ich verwende dazu Emaillack von Revell (Modellbaulack), der haftet gut auf glatten Untergründen und braucht auch keine Wärmebehandlung. Den benutze ich übrigens auch, um Gravuren zu färben, wie z.B. in der Lunette der Zeno Retro Diver oder aber auch die Bodengravur der Speedy.

OK, es erfordert etwas Übung und wenn man zwischendurch den Zahnstocher absetzt, kann man von vorne anfangen. Dafür ist der Aufwand aber gering.


Ergebnisse sehen z.B. so aus:

zeno lack.jpg

Citizen lack.jpg

Grüsse

Christian
 
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Zeiger Lackieren

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