Woran bemesst Ihr die "Qualität" Eurer Uhren?

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#1
clocktime

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Woran bemesst Ihr die Qualität Eurer Automatik-Uhren?

Die Hälfte meiner Automatik-Uhren, die eine hohe Ganggenauigkeit aufweisen, haben "billige" Miyota-Kaliber. Meine älteste Automatik ist 40 Jahre alt, läuft aber - ohne Wartung - immer noch. Die Ganggenauigkeit, die ich heute von einer Uhr erwarte, bringt sie aber nicht, auch wenn sie noch unterhalb der kritischen Grenze von 30s/Tag Abweichung bleibt.
Neue Uhren, die eine Ganggenauigkeit von >10-15s aufweisen, beurteile ich als ärgerlich, selbst wenn sie Kaliber haben, die sich relativ problemlos einregulieren lassen. In dieses Schema fallen leider einige Uhren mit ETA-Kaliber.
Meine billigen Uhren haben mit einer Ausnahme kein Saphirglas; solange ich mit der Uhr nicht an einer Wand entlangschramme, ist es aber auch egal. Meine teureren Uhren ab 500€ haben alle Saphirglas.
Wasserdichtigkeit ist ein weiteres Kriterium, das mir halbwegs wichtig ist. Mit einer Ausnahme haben deshalb alle meine Uhren mindestens 10ATM WaDi.

Vermutlich habt Ihr ganz andere Kriterien. Das würde mich sehr interessieren.
 
#2
BSBV

BSBV

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Moin,
ich bemesse die Qualität meiner Uhren an der Verarbeitung insgesamt, und am Werk.
 
#4
Tschassy

Tschassy

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Erst der Zahn der Zeit, der an einer Uhr geknabbert hat, verrät mir die wahre Qualität meiner Uhren. Eine meiner treuen Gefährtinnen ist schon über 60 Jahre alt, ihre Gangwerte können mit den modernen Handaufzügen gut mithalten (< 10s/d) und am Arm macht sie immer noch eine gute Figur.

BWC_14.jpg
(BWC, Wehrmachtswerk AS 1130)

Gruß, Bert
 
#5
Mueller27

Mueller27

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Vermutlich habt Ihr ganz andere Kriterien. .
Neben der obligatorischen Fertigungsqualität - aber welche neuen Uhren oberhalb von 500€ sind heute denn überhaupt noch "schlecht"? Antwort: Keine! - sind das bei mir: Design, Marke, Image, Authentizität, Geschichte und Mythos.

Warum auch nicht?

Wenn ich bloß einen qualitativ und technisch hochwertigen Zeitmesser suchen würde, würde ja auch mein Handy reichen. :-)

Carsten
 
#6
sigthorson

sigthorson

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Ich bewerte meine Uhren in erster Linie danach wie gerne ich sie trage und (kitschig ausgedrückt) ob sie mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn ich sie am Arm habe. Das können Uhren mit Manufakturwerk, Einschaler oder Quarzuhren sein. Und ich denke in dieses Gefühl fließen die verschiedensten Dinge, für jede Uhr mit sehr individueller Gewichtung, mit ein: Technik, Verarbeitung, Ganggenauigkeit, Komfort, Design, Markengeschichte etc.
 
#10
clocktime

clocktime

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Moin,
ich bemesse die Qualität meiner Uhren an der Verarbeitung insgesamt, und am Werk.
Das ist schon mal nicht so einfach: Dann müsste ich eine Stiftung-Warentest-Liste oder so nehmen. Ob eine Uhr Schwierigkeiten machen wird, merkt man meist erst nach langem Tragen. Wie mechanisch gut ein Kaliber wirklich ist - egal, ob ETA, Miyota oder ein anderer Manufaktur-Kaliber -, ist schwer zu beurteilen. Vermutlich tun die sich alle nicht viel, auch wenn man hier seine Präferenzen hat.

Man sagt "Qualität hat ihren Preis." Von daher bemesse ich die Qualität nach dem Preis.
Das mag teilweise stimmen. Wird eine Uhr manuell zusammengebaut, ist dies teurer, als wenn Fertigungsroboter einen Teil dieser Arbeit übernehmen. Der menschliche Teil der Arbeit wiederum hängt preislich davon ab, welche Löhne in den jeweiligen Ländern gezahlt werden.
Dann gibt es aber auch diverse Firmen wie z.B. Citizen, die den Uhrenpreis bewusst so kalkulieren, dass sich die Uhr fast jedermann (das ist übrigens die deutsche Bedeutung von "citizen") leisten kann.

Erst der Zahn der Zeit, der an einer Uhr geknabbert hat, verrät mir die wahre Qualität meiner Uhren. Eine meiner treuen Gefährtinnen ist schon über 60 Jahre alt, ihre Gangwerte können mit den modernen Handaufzügen gut mithalten (< 10s/d) und am Arm macht sie immer noch eine gute Figur.
Stimmt - solange die Uhr immer getragen wird. Ruht eine Uhr über 90% der Zeit in einer Uhrenschachtel oder sonst wo an einem kühlen Ort, dann wird sie auch in 50-100 Jahren noch gut laufen.

Ich bewerte meine Uhren in erster Linie danach wie gerne ich sie trage und (kitschig ausgedrückt) ob sie mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn ich sie am Arm habe. Das können Uhren mit Manufakturwerk, Einschaler oder Quarzuhren sein. Und ich denke in dieses Gefühl fließen die verschiedensten Dinge, für jede Uhr mit sehr individueller Gewichtung, mit ein: Technik, Verarbeitung, Ganggenauigkeit, Komfort, Design, Markengeschichte etc.
Einfach ausgedrückt, Du trägst, was Dir gefällt, solange ein gewisser Standard bzw. der Kompromiss von diversen Kriterien eingehalten wird. Soweit bin ich mittlerweile auch, hat aber eine Weile gedauert, sich von Marken- oder Herstellerland-Präferenzen zu lösen.

Bei mir zählt Ganggenauigkeit und P/L in Bezug auf Verarbeitung und Ausstattung.
Das schafft meine Junkers spielend (bzw. laufend), teilweise sogar deutlich besser als die eine oder andere Schweizer Uhr, die ich habe.
 
#12
T

Thorin

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Ich trenne QM klar zwischen messbarer Sachqualität (Oberflächengüte ,Maßhaltigkeit, Tolleranzen etc. ) und Anmutungsqualität (Optik/ Haptik).
Ich behaupte einfach mal, dass viele Verbraucher der Anmutung eines Produktes den Qualitätsstandard ableiten. Doch das ist natürlich subjektiv und eine 30m Wadi Uhr kann in einem kleineren Toleranzfeld gefertigt worden sein, als eine Uhr mit 600 m. Saphir ist härter (messbar ), aber auch spröder als Hardlex (ebenfalls messbar)
Und seitdem ich mal ein verziertes chinesisches Unitas in der Hand hatte, welches auch noch beste Gangwerte aufweist, bin ich mit Kosten und der damit abgeleiteten optischen Qualitätseinstufung ebenfalls vorsichtig.
Ich gehe also vom Gesamteindruck und den für mich messbaren Parametern aus. Schließlich führe auch auch keine Härteprüfungen an meiner Uhr durch, oder messe alle Passungen beim Konzi nach.
Schwieriges Thema und objektiv ist Qualität nach einer DIN EN ISO 9001: 2015 ... genau deklariert.
 
Zuletzt bearbeitet:
#13
Laute

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Auch wenn die aufgezählten Kriterien korrigierbar sind:

-Ausrichtung Zeiger ( vertikal, horizontal)
-Zentralisierung Ziffernblatt
-Passform Gehäuse
-Krone exakt in Flucht
-Indexe, Ziffern und Aufdrucke ohne Abweichungen (Bsp. Dreieck auf Lünette exakt in Mitte)
-kein Mineralglas als Deckglas

Wenn dann die Uhr 0-15s+ am Tag läuft, ist sie im Haben.
 
#14
Popocatepetl

Popocatepetl

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Das ist schon mal nicht so einfach: Dann müsste ich eine Stiftung-Warentest-Liste oder so nehmen.
Das stimmt, es ist nicht so einfach.

Es gibt, von offensichtlichen Mängeln einmal abgesehen, keine objektiven Kriterien. Jeder dürfte das anders sehen. Ich habe eine Tudor mit Mängeln auf dem Zifferblatt. Oder eine Rolex Sub mit einer schlecht gesetzten Lünette. Aber das sind so Sachen, die mich nicht wirklich stören. Weil es trotzdem wunderbare Uhren sind. Ich würde deswegen nie die Uhr für Wochen oder Monate zum Hersteller schicken. Andere Uhrenfreunde machen deswegen Threads auf mit hunderten Beiträgen.

Ich behaupte, wie schon ein Mitforist oben, dass es heutzutage keine wirklich "schlechten" Uhren mehr ab einem Preis von 500-1000 Euro gibt. Auch das Werk ist nicht wirklich ein Maßstab für Qualität. Zumindest wenn man als objektives Kriterium die Ganggenauigkeit nimmt. Eine 500-Euro Uhr mit einem einfachen ETA-Werk kann genauer laufen wie eine 10000-Euro Uhr mit hochgelobtem Manufakturkaliber.

Eine Uhr muss mich "flashen", dass ist der einzige Faktor, der für mich bei Luxusartikeln in diesen Preisregionen zählt.
 
#15
Spezi Matik

Spezi Matik

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Ich wage aber zu behaupten, dass es im Kickstarter -Segment über 500€ sehr wohl schlechte Uhren gibt.

P. S.
Wenn Genauigkeit ein Kriterium ist, ist jede Aldi-Quarzuhr besser als eine schweizer Luxusuhr.
 
#17
Popocatepetl

Popocatepetl

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Ich wage aber zu behaupten, dass es im Kickstarter -Segment über 500€ sehr wohl schlechte Uhren gibt.
Gib mal ein konkretes Beispiel bitte

P. S.
Wenn Genauigkeit ein Kriterium ist, ist jede Aldi-Quarzuhr besser als eine schweizer Luxusuhr.
Niemand der seine Sinne noch beisammen hat wird ernsthaft eine Quarzuhr mit einer Automatikuhr vergleichen.
Ich stufe deinen Beitrag deshalb als Polemik ein.
 
#19
clocktime

clocktime

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P. S.
Wenn Genauigkeit ein Kriterium ist, ist jede Aldi-Quarzuhr besser als eine schweizer Luxusuhr.
Zum PS:
Eine Quarzuhr kann man nur schlecht mit einer Automatik vergleichen, da es sich um völlig verschiedene Antriebstechnologien (Unruh gegen Quarz) handelt. Das ist ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. ;-)
Bisher habe ich zudem weder bei Aldi noch bei Lidl eine Uhr gefunden, die mir von der Haptik her gefallen hätte. Wenn es aber einzig und allein darum geht, eine genau laufende Uhr zu haben, hast Du recht.
 
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