Wo Radiumleuchtmasse entfernen lassen?

Diskutiere Wo Radiumleuchtmasse entfernen lassen? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Ich würde mich bereiterklären das Konsum auch kostenlos entgegen zu nehmen 🙋🏻‍♂️
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RobbyBlau

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Da ich hier ein paar Vintage Schätzchen besitze, mal eine dumme bescheidene Frage. An was erkenne ich denn eigentlich eine Radiumleuchtmasse? Muss ich mir jetzt beim gelegentlichen tragen ernsthafte Sorgen machen.
 
Der Stromer

Der Stromer

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Dumme Antwort: Du sollst Deine Uhren TRAGEN, nicht essen!
Etwas klügere Meinung: Radium-Leuchtmasse bei Uhren-Indizes wurden nur bis in den WKII hinein verwendet (Ausnahmen bestätigen die Regel). Ab den 1950er Jahren war man sich der Gefahr durch Radioaktivität durchaus bewusst und verwendete keine solchen Materialien in privat genutzten Produkten mehr.

Die Strahlung des Radium ist hier hinreichen oft, lange und genau beschrieben worden, will ich nicht wiederholen. Einzig: Man darf es NICHT und NIEMALS in den Körper bringen!!!
Die Strahlung selbst wird bereits durch wenige Millimeter Luft und andere Materialien vollständig abgeschirmt und stellt somit absolut keine Gefahr für Leib und Leben her.
Nur, wie geschrieben, NICHT aufs Brötchen... :prost:
 
Schraubendreher

Schraubendreher

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Zur endgültigen Entsorgung von radiumhaltiger Leuchtmasse diese zunächst mit einem Ölgeber aus den Zeigern bröseln und mit einem scharf angeschliffenen 0,5mm Schraubendreher vom Zifferblatt abschaben.
Dann die erhaltene Leuchtmasse in einem Mörser fein reiben und durch einen aufgerollten 500€-Schein in die Nase ziehen.
Die Endlagerung erfolgt dann ca. zwei bis fünf Jahre später auf dem Friedhof.

Munter bleiben:
der Schraubendreher
 
pallasquarz

pallasquarz

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Da ich hier ein paar Vintage Schätzchen besitze, mal eine dumme bescheidene Frage. An was erkenne ich denn eigentlich eine Radiumleuchtmasse? Muss ich mir jetzt beim gelegentlichen tragen ernsthafte Sorgen machen.
Hallo, es heisst bis ca 1956 wurde Ra haltige Leuchtmasse verwendet. Du kannst es etwa am Stil der Uhr zuordnen.
Warum es solche Ausreißer in der Strahlungsaktivität gibt, ist mir auch völlig unklar (die vom TS und die Uhr von Pirandello, von mir verlinkt). Man kann diese Ra haltigen Uhren nur vermessen.
Am besten einmal die verlinkten Artikel anschauen.
Grüße Christoph
 
MonacoDasch

MonacoDasch

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Da der thread um radium etc handelt und deren entsorgung.

Die Hersteller sind verpflichtet, Dias Radium etc zu entsorgen. :super::super:

Sollte es den Hersteller nicht mehr geben, muss es das bundesamt für strahlenschutz entsorgen.

Das wäre die Antwort zur Frage des ts.
 
TomS2

TomS2

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@RobbyBlau -

Faustregel: wenn die Uhr Jahrzehnte alt ist und noch gut nachleuchtet, sollte es sich um Radium handeln, da dessen Halbwertszeit (verglichen mit Tritium) sehr lang ist.

Umgekehrt gilt das nicht: wenn die Leuchtmasse selbst altert, könnte auch bei Radium das Leuchten zurückgehen (natürlich ohne, dass das Radium selbst verschwindet).
 
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pallasquarz

pallasquarz

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Hallo, wenn sie Leuchtpunkte und -Zeiger hat, ist es Ra.
Unter der Unruh ist ein Buchstabe und eine Zahl, da kann man das genaue Alter bestimmen.
So eine besitze ich auch, von meinem Großvater, die halte ich in Ehren und trage sie gelegentlich.
Welche Vintage-Uhr tragt Ihr heute? -Teil 4-

Grüsse Christoph
 
Steven Rogers Capt

Steven Rogers Capt

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Entfernen wird wohl weniger das Problem sein als das Entsorgen.

Folgendes yt finde ich ganz passend, zeigt es doch auch die Strahlung mit und ohne Glas, Gehäuse.

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mrbike

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Entfernen wird wohl weniger das Problem sein als das Entsorgen.

Folgendes yt finde ich ganz passend, zeigt es doch auch die Strahlung mit und ohne Glas, Gehäuse.

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Für die Entsorgung kann man sich, wie weiter vorn schon beschrieben wurde, an die Landessammelstellen wenden.

Btw.sei noch einmal auf eine falsche, aber häufig hier zu findende Aussage hingewiesen, bei radiumhaltigen Leuchtmassen würde die Strahlung komplett von Gehäuse und Glas abgeschirmt. Radium würde ja vor allem keine Gammastrahlung emittieren ist, die vielfach zu lesende Meinung. Das ist physikalisch leider grober Unfug: Radium befindet sich in der Uhr mit seinen Zerfallsprodukten in einem Zerfallsgleichgewicht. Viele dieser Zerfallsprodukte haben eine sehr kurze Halbwertszeit und zerfallen wiederum unter Aussendung von Gammastrahlen.

Die Verallgemeinerung, Radium in der Uhr sei völlig bedenkenlos, ist schlicht falsch. Bei großflächigen Radiumbeschichtungen kann das sogar bis hin zu gesundheitlich bedenklichen Ortsdosisleistungen gehen.

Persönlich würde ich die Finger davon lassen, Radium von ZB und Zeigern zu entfernen, egal unter welchen Bedingungen. Entweder Uhr so behalten oder komplett entsorgen, alles andere ist ein bisschen leichtsinnig.
 
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mrbike

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Aber so steht das doch hier nirgends ;-)
Meinte das nicht auf diesen thread bezogen, es findet sich aber doch an etlichen Stellen im UF. Nebst vielen gut gemeinten Ratschlägen, wie man dem Zeug vermeintlich unbeschadet zuleibe rücken kann.

Man muss es halt ganz deutlich sagen, wenn man sich nicht auskennt, lieber die Finger davon lassen. In einer alten Uhr kann sich radioaktive Leuchtmasse in Form loser mikroskopisch kleiner Staubpartikel befinden. Schon beim öffnen flattert das dann unkontrolliert in der Gegend herum, man hat es gar nicht unbedingt selbst in der Hand ob/wieviel man davon schlimmstenfalls verteilt (und womöglich einatmet).

Es braucht nicht viel Radium in der Lunge für ernste Gesundheitsgefährdung. Nicht zu vergessen, das Radium in einer 60 Jahre alten Uhr strahlt praktisch noch wie am ersten Tag! Wenn ich so Ideen mit "Leuchtmasse abkratzen, im Freien, ..." lese läuft es mir regelmäßig kalt den Rücken runter. Natürlich muss das jeder für sich entscheiden, in einem Haus mit Mitbewohnern gefährdet man halt nicht nur sich allein...

Labors etc.mit Genehmigung für Umgang mit radioaktiven Stoffen müssen nicht zum Spaß hohe Anforderungen erfüllen, bei AKW verfallen manche Leute ja bereits beim vorbeifahren in Panikzustände, Endlager will auch keiner...und dann wird anderswo mit Schraubendreher oder Messer eine Radiumbeschichtung im heimischen Bastelzimmer oder im Garten entfernt und der Rest im Klo oder im Hausmüll entsorgt. Da fehlt mir ein bisschen das Verständnis. :roll:
 
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TomS2

TomS2

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In einer alten Uhr kann sich radioaktive Leuchtmasse in Form loser mikroskopisch kleiner Staubpartikel befinden. Schon beim öffnen flattert das dann unkontrolliert in der Gegend herum, man hat es gar nicht unbedingt selbst in der Hand ob/wieviel man davon schlimmstenfalls verteilt (und womöglich einatmet).

Es braucht nicht viel Radium in der Lunge für ernste Gesundheitsgefährdung. Nicht zu vergessen, das Radium in einer 60 Jahre alten Uhr strahlt praktisch noch wie am ersten Tag!
Und nicht zu vergessen die Zerfallsprodukte. Aufgrund deren kurzer Halbwertszeit bekommt man je Radium-Alphazerfall nochmal einige weitere Alphazerfälle (und weitere) gratis hinzu.

Darüberhinaus hat mich die hohe Radonkonzentration erschreckt.

Meine Prio wäre:
  • entsorgen
  • fachmännisch bereinigen lassen
  • außerhalb der Wohnung aufbewahren und selten tragen

NIE selbst öffnen.
 
CertinaLover

CertinaLover

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Ich würde bei vintage Uhren niemals originale Teile die noch aufbereitbar sind bewusst gegen neue Teile tauschen ABER wenn es der Gesundheit und/oder Umwelt schaden kann, besteht eigentlich keine andere Möglichkeit.

Das Problem ist, wie z.b. in der Archäologie, man reisst mit der Entnahme des historischen Teiles diesen aus dem gesamten zeitlichen Kontext.

Ich würde die Uhr so belassen und abgekapselt aufbewahren, oder, ganz emotionslos, tatsächlich entsorgen.

Ich habe so ein Beispiel, nicht geprüft auf Radioaktivität, die ich bis heute nicht dem ursprünglichen Uhrmacher der sie 1932/33 geschaffen hat, zur Revision gegeben habe.

Dieser thread hat mich wieder auf die Uhr aufmerksam gemacht, danke dafür.

Wen es interessiert, hier mein damaliger thread dazu, jetzt wird es wirklich Zeit den Uhrmacher damit zu konfrontieren ;-)

Uhrenbestimmung - Josef Böheim Comp. Linz oder Weihnachten 1933 wen oder wer hat Luise da beschenkt?
 
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