Wo Radiumleuchtmasse entfernen lassen?

Diskutiere Wo Radiumleuchtmasse entfernen lassen? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; So wie der im Video hab ich auch schon die leuchtmasse rausgebröselt. Am Zifferblatt hab ich auch alles abgemacht. Alles über einem Bogen...
AndiU

AndiU

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So wie der im Video hab ich auch schon die leuchtmasse rausgebröselt. Am Zifferblatt hab ich auch alles abgemacht. Alles über einem Bogen küchenrolle und aufgepasst das wirklich alles dort landet. Ich habe ohne Lupe und mit dem Kopf nicht allzu nahe an dem Blatt und den Zeigern gearbeitet. Küchenrollenpapier anschließend zusammengefaltet und entsorgt. Ich war damals noch jung und warf das Papier dann einfach in den Hausmüll😕
Die Uhr war ein alter Junghans Taschenwecker aus den Fünfzigern. Mit viel Leuchtmasse am Blatt und an den Zeigern.
Erst unlängst erzählte ich meinem Vater davon. Er hat beruflich als Sachverständiger mit Strahlungsmessungen zu tun gehabt und er meinte es sei egal, solange ich das nicht jeden Tag tue und er haltet es für unbedenklich. Naja- ich weiß nicht so recht…
Aber ich erfreue mich guter Gesundheit. Im Nachhinein, würdenich so etwas nicht mehr tun. Und wenn, im Freien, mit FFP3 Maske, Handschuhen, Brille und alles an Bröseln dann in eine alte Filmdose und zur problemstoffsammelstelle bringen.
was mich noch interessieren würde ist, ob man die inhalierten oder sonst in den Körper aufgenommenen Stoffe feststellen kann? Kann man diese Belastung messen?
 
AndiU

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Und wenn die Arbeit wirklich jeder Uhrmacher ablehnt, dann vielleicht wirklich selbst im Freien mit Maske und allem Pipapo machen?
 
sirtaifun

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was mich noch interessieren würde ist, ob man die inhalierten oder sonst in den Körper aufgenommenen Stoffe feststellen kann? Kann man diese Belastung messen?
Wenn es soviel ist das es messbare Mengen Radongas emittiert könnte man das in Deiner Ausatemluft messen, ich denke das das ein wenig wahrscheinliches Szenario ist wenn das von Dir beschriebene Ereignis das einzige mal war wo Du Radium ausgesetzt warst.
Dazu fällt mir grad eine Begebenheit aus meinem Berufsleben ein; ich hab mal in einem AKW durch das sehr dicke Bleiglasfenster in den Reaktorraum geschaut wo gerade eine Putzmannschaft gesäubert hat da hat der eine seine Atemschutzmaske nach oben gezogen um sich mit dem Ärmel seines Vollschutzanzuges den Schweiss von der Stirn zu Wischen, der hatte den ganzen Aufwand zum Schutz seiner Gesundheit nicht verstanden.
 
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sirtaifun

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Und wenn die Arbeit wirklich jeder Uhrmacher ablehnt, dann vielleicht wirklich selbst im Freien mit Maske und allem Pipapo machen?
Dann doch lieber entsorgen oder wenn emotional wichtig in was eingiessen zum ins Regal stellen.
Wer hat schon alles Madam Curies Notizbuch im Louvre gesehen, Hand hoch? :D
 
AndiU

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Ich habe, nachdem ich das geposted habe mit einem unguten Gefühl meinen Vater angerufen🤣 ! Er kennt den Wecker, weil er ihm gehörte. Er hat ihn sowieso schon gemessen gehabt, bevor ich ihn bekam und er sagte, er habe nur sehr gering gestrahlt, und es sei lächerlich und selbst wenn ich alle Krümel aufgeleckt hätte, wäre es noch nicht gefährlich. Na gut- dann hab ich ja Glück gehabt😁
Vielleicht kann ja der Themenstarter die Uhr messen lassen und dann das Risiko des selbst Entfernens besser einordnen und abwiegen?
 
TomS2

TomS2

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was mich noch interessieren würde ist, ob man die inhalierten oder sonst in den Körper aufgenommenen Stoffe feststellen kann? Kann man diese Belastung messen?
Wohl kaum.

Radon hat eine sehr kurze Halbwertszeit, verschwindet daher schnell aus der Atem- und Raumluft (es sei denn, es wird ständig neues zugeführt; und es verbleiben natürlich andere strahlende Stoffe).

Die wirklich problematischen Stoffe im Körper sind die Alphastrahler. Alphastrahlung wird jedoch durch sehr wenig Material - ein Blatt Papier, Stoff, Haut - extrem gut abgeschirmt.

Die Reichweite der Alphastrahlung von Radium und den Tochterkernen in Gewebe beträgt wohl weniger als einen Millimeter.

Deswegen ist sie kaum problematisch, wenn sie außerhalb des Körpers entsteht, jedoch extrem gefährlich, falls sich die Strahlungsquelle im Organismus befindet, da die Strahlung dann praktisch vollständig und innerhalb eines sehr kleinen Bereiches von Gewebe oder Knochen absorbiert wird.

Heißt: man trägt ein unsichtbares, jedoch riesiges Problem in sich.
 
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AndiU

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Danke für die ausführliche Info👍 Aber was ist nun mit dem themenstarter? Gibt es was neues?
 
andi2

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Der Umgang mit Radiumleuchtmasse ist ein sehr heikles Thema. Nicht in erster Linie wegen der damit verbundenen Gesundheitsgefahren, sondern wegen der gesetzlichen Vorgaben. Hier einmal der Stand der Dinge in der Schweiz:
https://www.bag.admin.ch/dam/bag/de...trahlenschutz_Faktenblatt_Radium-Uhren_DE.pdf

Faktenblatt - Radiumhaltige Uhren V1 18.10.2019

Es ist übrigens nicht nur das Arbeiten an diesen Stoffen (durch sehr hohe Vorgaben und Entsorgungskosten de facto) verboten, sondern auch das Sammeln dieser Objekte oder der Handel, also An- und Verkauf radiumhaltiger Uhren (nur sehr eingeschränkt erlaubt).

Ich würde davon ausgehen, dass auch Uhrmacher, die solche Arbeiten annehmen und machen, ganz sicher kein Wort darüber hier oder sonstwo in der Öffentlichkeit verlieren würden.
Theoretisch (rein theoretisch) wäre das Entfernen alter Radiumleuchtmasse von Emaillezifferblättern und von Zeigern leicht in einem warmen Wasserbad, evtl. mit Abrubbeln der Farbe (unter Wasser) mittels eines Zahnstochers möglich.
Bei Leuchtmasse auf Metallblättern wäre es schwieriger und abhängig von dem benutzten Bindemittel der Leuchtmasse. Generell würde man (natürlich theoretisch) genauso verfahren, falls man das Blatt in eine Flüssigkeit einlegen kann. Die Gefahr wäre m.E. sehr sehr gering, falls man Wegwerfhandschuhe trägt, die Uhr im Feien öffnet und dort das ZB kurz feucht abwischt oder gut trocken abpinselt.
 
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LBeck

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Und das Wasser dann schnell ins Klo. Das wäre meiner Meinung nach wirklich ein Fall für für die Staatsanwaltschaft. Nein, die strengen Regeln in der Schweiz sind schon völlig richtig. Die Besitzer und auch Händler sollen ja wissen wo Gesundheisgefahr besteht und wie das Risiko minimiert werden kann. Ein Händler für gebrauchte Uhren, der dann einige Uhren im Geschäft darbietet trägt ja auch Verantwortung für die Gesundheit seiner Mitarbeiter. Da dann einige dieser Schätze, die über Nacht im unbelüfteten Laden liegen, sorgen eben durchaus für eine Gesundheitsgefahr für die Mitarbeiter.
 
TomS2

TomS2

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Theoretisch (rein theoretisch) wäre das Entfernen alter Radiumleuchtmasse von Emaillezifferblättern und von Zeigern leicht in einem warmen Wasserbad, evtl. mit Abrubbeln der Farbe (unter Wasser) mittels eines Zahnstochers möglich …

Die Gefahr wäre m.E. sehr sehr gering, falls man Wegwerfhandschuhe trägt, die Uhr im Feien öffnet und dort das ZB kurz feucht abwischt oder gut trocken abpinselt.
Und die Entsorgung des Wassers?
 
fletch01

fletch01

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Ich habe jetzt mal einen Bekannten (Rolex Uhrmacher aus Deutschland) gefragt

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LBeck

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Das es gestattet ist solche Arbeiten einfach so durchzuführen hat ja niemand behauptet. Es geht ja darum, ob solche Arbeiten unter Wahrung von Arbeitsschutzmassnahmen genehmigt würden. Das ist ein grosser Unterschied. Da Rolex die Zifferblätter und Zeiger in Deutschland austauscht und diese der Entsorgung zuführt sind Arbeiten also durchaus erlaubt.
 
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fletch01

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Die Frage war: Gibt es eine Firma die Radium Leuchtmasse entfernt

Dieser Verlauf bestärkt mich, hier nichts mehr zu schreiben
 
matadoerle

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In diesem Verlauf wurden auf diese Frage konkrete Antworten mit Kontaktdaten gegeben!
 
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Megasonic

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Aus der anfänglich verlinkten Infoseite des BfS: "Falls die Uhren nicht mehr vom Hersteller nach § 44 StrlSchG kostenlos zurückgenommen werden können, z.B. weil die Firma gar nicht mehr existent ist, kann das Konsumgut auch an eine Landessammelstelle für radioaktive Stoffe abgegeben werden."
 
Thema:

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