Wo Radiumleuchtmasse entfernen lassen?

Diskutiere Wo Radiumleuchtmasse entfernen lassen? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Aber das habe ich doch gar nicht: Daran habe ich gar nicht gedacht; wenn das zutrifft, dann ist die Situation wirklich kritisch. Bist du...
TomS2

TomS2

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@TomS2

du kannst nicht generell sagen das Radium in Uhren unbedenklich ist.
Aber das habe ich doch gar nicht:
Soviel erst mal zur Entwarnung.

Trotzdem: aufgrund des Alters der Uhr haben sich diverse Zerfallsprodukte gebildet - gewissermaßen ein Cocktail. Und wenn man die Uhr häufig trägt, ist auch eine recht geringe Belastung über einen längeren Zeitraum potentiell gefährlich.
ich habe ein Radonmessgerät und ein Geiger-Müller -Zähler der alle Strahlungsarten der Uranzerfallsreihe messen kann.

Eine Radiumuhr auf dem Nachttisch ist bedenklich.
Radon wird frei gesetzt und verlässt die Uhr ohne Probleme. Vom Amt empfohlen sind max 100 Bq/cbm. Ich messe bis zu 1000 Bq/cbm in der Raumluft. Das Radon wird einfach eingeatmet und die schnellen He-Kerne können Schaden in den Lungenzellen anrichten.
Daran habe ich gar nicht gedacht; wenn das zutrifft, dann ist die Situation wirklich kritisch.

Bist du sicher, dass das Radon tatsächlich aus der Uhr stammt? Das sind Konzentrationen, die in wenigen Fällen auch über Radon aus dem Boden erreicht werden.

Radium zerfällt weiter zB zu Bleiisotopen die schnelle Elektronen absondern. Diese messe ich mit meinem Geiger-Müller-Zähler nicht nur über dem Glas, sondern auch über dem Stahlboden.

Schnelle Elektronen haben zwar einen wesentlich geringeren Wirkungsquerschnitt als He-Kerne, aber manchmal treffen sie eben doch.
Es gibt noch weitere Alphastrahler sowie unangenehme Schwermetalle in der Zerfallsreihe; die Betastrahler sind daneben wirklich nicht so kritisch
 
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sirtaifun

sirtaifun

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@Badener
Ja genau die wars, Danke Dir!
https://eprints.kingston.ac.uk/id/eprint/34851/1/Crockett-R-34851-AAM.pdf

Übrigens, das ist jetzt OT, hat man in D in den 1930er Jahren Radium auch noch anderen alltagsgegenständen wie Zahnpasta, für strahlende Zähne, und auch Gebrauchskeramik (der Farbe) beigemengt.
Ich erwähne das nur da solche z.B. Keramikteller ziemlich unverwüstlich sind und sich in der Familie über Generationen halten und man dann gar nicht mehr weiss wie alt die wirklich sind.
In meiner Familie hab ich da, wie ich die Information hatte so vor rund 15 Jahren, auch tatsächlich noch ein, zwei Service gefunden und dann Vorschriftsmässig entsorgt. Ich hatte damals beruflich Zugang zu dem Thema und hatte auch die Möglichkeit zu messen und hab mich echt erschrocken wie hoch der Ausschlag war (ich kann mich leider an den genauen Messwert nicht mehr erinnern).
Zum Glück wurde das Geschirr schon lange nicht mehr benutzt, weil unmodern, und lagerte in der Scheune.
 
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LBeck

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Alles richtig und wichtig. Der TS möchte deshalb die Leuchtmasse ja auch entfernen lassen. Nur findet er keinen Fachmann, der dazu bereit wäre. Bisher wissen wir nicht gesichert, ob diese Dienstleistung überhaupt in Deutschland erlaubt ist noch ob es falls erlaubt dafür eine Fachfirma gibt. In der Schweiz scheint es ja theoretisch möglich zu sein. Ein Hinweis auf einen Uhrmacher fehlt aber weiterhin.
 
fletch01

fletch01

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Der Strahlenschutzbeauftragte der Uni Kiel sieht das mit dem „mal“ Tragen der Uhren eher unbedenklich. Da ist ein Pilot im Jahr höherer Strahlung ausgesetzt. Dauerhaftes Tragen finde ich auch bedenklich. Ein Freund ist mit einer Vintagepanerai 6154 eingeschlafen und hat mit dem Kopf auf der Uhr gelegen. Er wachte auf, weil er Kopfschmerzen bekam. Er lebt aber noch und ist bisher nicht erkrankt. Kompass und Tiefenmesser der alten Panerai‘s strahlen deutlich stärker, als die alten Uhren. Die alten Blancpain (Bathyscape und FF) strahlen auch sehr stark.

Am Gefährlichsten sind jedoch alte russische Bordinstrumente (Flugzeuge). So etwas wird auch gesammelt und diese strahlen noch stärker, so der Professor

Anhang anzeigen trim.AE850D96-41BA-45EC-B08D-C17A3F756273.MOV
 
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LBeck

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Über das Risiko besteht ja weitgehende Einigkeit. Sicher gibt es Möglichkeiten trotzdem das Risiko zu minimieren. Aber die Ausgangsfrage des TS ging ja auch in diese Richtung. Er fragte wo er die Leuchtmasse entfernen lassen kann. Bisher gab es da keine wirkliche Antwort. Falls jemand also Firmen kennt, die diesen Service anbieten, wäre dem TS sicher geholfen.
 
fletch01

fletch01

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Also, ich würde vorher mal den Wert der Uhr in Erfahrung bringen, bevor ich die Originalität zerstören lasse. Es könnte durchaus sein, dass man da viel Geld verbrennt. Ein originales Blatt einer Rolex 5510 liegt inzwischen über 100.000 Euro
Refinished (Blatt bearbeitet) kostet es vllt höchstens 2-3 K, wenn überhaupt.

Gleiches gilt (vllt nicht in der Höhe) auch für andere Uhren.
Offiziell kenne ich keine Firma in D, die solche Arbeiten macht. Inoffiziell ist ja alles möglich. Wie mit Eternitbeseitung im Objektbereich
 
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LBeck

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Der Übeltäter ist eine Philos, vermutlich aus den frühen 60ern, und der Geigerzähler schlägt selbst durch fünf Lagen Aluminiumfolie und eine Weissblechdose hindurch noch mit rd. 8 Microsievert/h an, das ist das 40-fache der hier üblichen Hintergrundstrahlung. Wie der Spass ohne Absdchirmung aussieht, kann man sich wohl denken.
Ob diese Uhr einen riesigen Wert darstellt kann ich nicht sagen. Aber hier stellt sich wohl eher die Frage ob solche Arbeiten noch im Verhältnis zum Wert der Uhr stehen. Aber dies wird der TS schon selbst entscheiden können.
 
peachykeen

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Danke für den Versuch, den Thread wieder in geordnete Bahnen zu lenken, LBeck.
Nach Kommentaren wie "Und dann noch irgendsoeine No-Name Uhr? Weg damit!" war ich schon drauf und dran, dem Uhrforum für ein paar weitere Jahre den Rücken zuzukehren. Aber vielleicht kommt ja noch was brauchbares. Wenn ich über den ideellen Wert hinwegsehe, wäre es schlimmstenfalls auch damit getan, einfach nur Zeiger und Ziffernblatt zu entsorgen. Um das Goldgehäuse und das exzellent laufende ETA1080 wäre es jedenfalls sehr schade.
 
fletch01

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Eventuell gibt es für die Uhr ja noch Ersatzteile wie ein Blatt und Zeiger mit Tritium oder sogar luminova

Dann könnte man die Originalteile sicher irgendwo verstauen und behält die Möglichkeit die irgendwann ggf in den Originalzustand zurückzuversetzen

Aber das kann der Eigentümer ja für sich entscheiden

Zeig uns doch mal die Uhr
 
TomS2

TomS2

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Wow, das ist wirklich hart. Insbs. die Radonmessung hätte ich so nicht erwartet.

Wie schon geschrieben, die Alphastrahlung von den Materialien aus der Uhr ist nicht ungefährlich; aber das Radon ist um Größenordnungen gefährlicher, weil hier die Strahlung innerhalb des Körpers insbs. innerhalb der Lunge ensteht.
 
TomS2

TomS2

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Danke für den Versuch, den Thread wieder in geordnete Bahnen zu lenken, LBeck.
Nach Kommentaren wie "Und dann noch irgendsoeine No-Name Uhr? Weg damit!" war ich schon drauf und dran, dem Uhrforum für ein paar weitere Jahre den Rücken zuzukehren. Aber vielleicht kommt ja noch was brauchbares. Wenn ich über den ideellen Wert hinwegsehe, wäre es schlimmstenfalls auch damit getan, einfach nur Zeiger und Ziffernblatt zu entsorgen. Um das Goldgehäuse und das exzellent laufende ETA1080 wäre es jedenfalls sehr schade.
Bei der Suche nach einem Fachmann kann ich wirklich nicht helfen. Nach allem, was wir jetzt wissen, dürfte das keine Arbeit sein, um die so viele reißen.

Ich denke, Zeiger und Zifferblatt entsorgen wäre sinnvoll. Dabei Uhr (und Werk?) komplett zerlegen, auf jeden Fall gründlich reinigen lassen. Wer und Gehäuse selbst sollten kaum radioaktiv sein, aber auch das kann man bei der Gelegenheit nochmal messen lassen.
 
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LBeck

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Wobei auch darum werden die Uhrmacher sich nicht reißen. Vielleicht könnten ja die Forumsuhrmacher mal mitteilen, ob sie eine Firma kennen,die diese Arbeiten durchführen würde.
 
pallasquarz

pallasquarz

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Hallo, könntest Du die Uhr einmal zeigen, insbesondere das ZB?
Da ist ja sehr viel interessante Information zusammengekommen, was den verlinkten Artikel betrifft, bin ich auch überrascht über die Höhe der Exposition.
Vielen Dank vorab Christoph

PS Da das Thema immer wieder auftauchen wird, kann auf diesen Thread verwiesen werden
 
TomS2

TomS2

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@LBeck - Nein, natürlich nicht ;-)

Entweder trägt man mindestens Atemschutz, oder man arbeitet in einem luftdicht abgeschlossenen Raum bzw. einer Kammer wie in einem Radionuklidlabor; dazu gibt es sicher Vorschriften.

Reste müssen fachgerecht entsorgt werden. Bei Radon sind evtl. sind auch spezielle Luftfilter- oder -reinigungsanlagen Pflicht.

Diverse Vorschriften zur Arbeit wären für einen Uhrmacher eher unpraktisch ;-)

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sirtaifun

sirtaifun

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Wahnsinn!
Diese Restauration ist ja wahrscheinlich unbezahlbar gewesen zeigt aber doch das Uhrmacher an solchen Uhren arbeiten.
 
sirtaifun

sirtaifun

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