William Erhart Taschenuhr?

Diskutiere William Erhart Taschenuhr? im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Guten Morgen, ich möchte eucht gern noch eine Taschenuhr Zeigen um die gefakte Norton wieder gut zu machen. War nicht meine Absicht, ich als...
Omega-man

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Guten Morgen,
ich möchte eucht gern noch eine Taschenuhr Zeigen um die gefakte Norton wieder gut zu machen. War nicht meine Absicht, ich als Leihe kann sowas einfach nicht sehen, für mich sah die echt aus.
Danke noch mal an mikrolisk für sein Fachwissen, tolle HP hast du da übrigens:klatsch:

Es handelt sich um eine William Erhart Taschenuhr aus England und stammt wohl aus dem Jahr 1869 laut Punzen. Möglich wäre noch 1792 aber da lebte Erhart noch nicht.

-Im Deckel is W.E eigestanzt
-Werk SerienNr. 748432
-Gehäuse SerienNr. 748425
-Im Gehäuse noch G86 als Pyramide angeordnet
-Punzen: Löwe/ Anker / U oder klein u
(bei einem kleinen u kämen Baujahr 1818 oder 1919, beide unwarscheinlich, 1818 zu früh da Erhart noch nicht Uhren herrstellte und 1919 gab wurden keine Schlüsseluhren mehr gebaut)

Hoffe ich erzähle jett keinen Unsinn ?

Aufzugsart Schlüssel, leider nicht vorhanden. Aber beim bewegen läuft sie kurz für 10-15 sec

Leider auch hier wieder ein grobe Macke auf 4 Uhr :-(

Das Werk ist wieder mit einem Staubschutzdeckel geschütz. Deckel und Werk sind sehr einfach gehalten und wirken auf den ersten Blick nicht sehr hochwertig.

Hoffe sie gefällt euch dennoch etwas? Über Feedback würde ich mich freuen:-)


Gruß
Chris
 

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moskau

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Hallo!

Zumindest das Gehäuse (wahrscheinlich die ganze Uhr) stammen tatsächlich von W.Ehrhardt (einer der nicht allzuhäufigen englischen Produzenten, die Gehäuse und Werke herstellten). Normalerweise kann man bei Engländern nicht von Gehäusesignaturen auf die Werkshersteller schliessen.
(Bei Ehrhardt findet man so gut wie immer eine Bildmarke (z.B. den 'winged arrrow') oder Signatur unter dem Ziffernblatt).

Allerdings legen die Bauart des Werks und ein paar weitere Details (hauptsächlich das wesentlich einfachere und kostengünstiger herzustellende, umlaufende Federhaus statt dem aufwändigem Kette/Schnecke regulierter Aufzug) doch ein Herstellungsdatum von 1919 nahe.(Das Birmingham Hallmark ist ein kleines 'u' - erkennbar am kleinen Abstrich ander rechten Basis).
In England wurden einige Technologien - so auch der Schlüsselaufzug - etwas länger als am Kontinent angewandt.

W.Ehrhardt war einer der wenigen grösseren Uhrenhersteller Englands (neben Rotherham & Sons und der Lancashire Watch Co.), die sich beginnend mit dem ausgehendem 19. Jhdt. in grösserem Stil der maschinengestützten Uhrenfertigung in Großbritannien zuwendeten, um der zunehmenden amerikanischen und schweizer Konkurrenz zu begegnen.
(Übrigens sind nicht wenige Ehrhardts und auch L.W.Co-Werke mit Kolbenzahn-Gangrädern ausgestattet. Auch eine Besonderheit für englische Uhren).

Die Produktpalette von Ehrhardt ist ausserordentlich umfangreich - von der hopchpräzisen Marine B-Uhr bis zu einfacheren Alltagsuhren (Seine berühmteste Innovation dürfte die Platine mit der einfach zu tauschenden Balancegruppe sein, die er für Militäruhren konzipiert hat).

Dieses Exemplar ist tatsächlich eine der einfacheren, 7 steinigen 'Brot und Butter' Ausführungen. Allerdings mit geteilter bimetallischer Kompensations-Balance und Spirale mit Endkurve.

Alles in allem eine zwar simple, aber wahrscheinlich bei korrekter Wartung recht zuverlässige Uhr.

Ich hoffe das hat geholfen.
Harald
 
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Omega-man

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Danke Moskau
Sehr informative Antwort dann ist sie also doch von 1919, nun ja.
Brot und Butter Ausführung is natürlich auch der Brüller :-)
 
Spindel

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Hallo,
im Baillie(Watchmakers and Clockmakers of the World) ist ein William Ehrhardt,Birmingham von 1831 bis 1898 datiert.
Gruß Roland
 
Omega-man

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Hallo Spindel...
Also jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Wie kommt du jetzt auf diese Daten?
 
Spindel

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Hallo,
wenn man wie ich alte Taschenuhren sammelt,dann möchte man auch wissen wer die Uhren gebaut hat und z.B.wo.Um sowas heraus zu bekommen gibt es zu einem das Internet aber es hilft nicht immer weiter.Und es gibt oder gab Literatur die wenn man in ihren Besitz gelangt entscheidende Tips gibt.
Das Buch
Baillie(Watchmakers and Clockmakers of the World)
ist so ein Nachschlagewerk wo z.B. alle Uhrmacher der Welt registriert sind.
Und da steht ebend unter dem Buchstaben E wie Erhart das in Birmingham von 1831 bis 1898 ein William Erhart registriert war.So ähnlich wie heute die Handwerkskammer.Da 1898 voraussichtlich sein Todestag war ist Deine Uhr bis zu diesem Jahr gefertigt wurden.
Ich hoffe ich konnte helfen.
Gruß Roland
 
Omega-man

Omega-man

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Ach so ja jetzt versteh ich deine Ausage. Aber das erklärt ja nicht warum ein kleines "u" bei den engl. Punzen eingestempelt wurde. Dieses kleine "u" sagt doch aber aus das die Uhr entweder 1818 oder 1919 gefertigt wurde und somit völlig an den Lebzeiten von William Erhart vorbei gehen. Es kann natürlich auch sein das es ein großes "U" sein soll, das vermutete ich ja anfangs auch, da es dann wieder vom Baujahr her passen würde.
Schön das hier jemand heir auch Taschenuhren sammelt. Für micht ist das Themengebiet ganz neu und mir fehlen leide noch Nachschlagewerke. Mir hilft imo nur das Internet.

Was sagt denn denn dein schlaues Buch über die unbekannte Taschenuhr aus meinem anderen Thread (https://uhrforum.de/unbekante-taschenuhr-mit-a-als-herrsteller-t65938), ist mit immer noch ein Rätsel die Uhr. Ich weiß nur das sie aus der Schweiz kommen muss.
 
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pretium intus

pretium intus

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Hai,
bei den Hallmarks tippe ich eher auf Birmingham 1894............
laut "English Silver Hallmarks" edited by Judith Banister!
Wenn du willst, scan ich dir die Seite ein.
Das würde auch im Datum passen.
Grüßle
Hans
 
Omega-man

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@pretium intus

das wäre toll, kannst du gern mal machen, würde mich sehr freuen.
 
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moskau

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Hallo!

Da 1898 voraussichtlich sein Todestag war ist Deine Uhr bis zu diesem Jahr gefertigt wurden.
???

Seine Firma nahm sich unter seinen Nachfolgern die pietätlose Freiheit, erst 1924 im Zuge der Rezession pleite zu gehen und bis dorthin fröhlich weiter zu produzieren (und mit W.Ehrhardt zu signieren) -
Unter anderem auch meine Comparison Watch aus 1914, die seinen Namen auch noch am Ziffernblatt trägt obwohl der Gute sich auch damals schon eine zeitlang die Radieschen von unten angesehen hat.

Und G.H.Baillie war so nachlässig, das nicht zu erwähnen
(Die Daten von G.H.Baillie und Brian Loomes sind auch nur selten mit Produktionsdaten der jeweiligen Hersteller direkt abgleichbar - zu oft finden sich entweder Lücken oder zu kurze Zeiträume - schliesslich nahmen beide lediglich bekannte, datierbare Einzelstücke oder eben Lebensdaten als Grundlage. Und wenn man die dann ohne weiter Informationen als allgemeingültige Referenzen interpretiert, kann es schon mal zu falschen Eindrücken kommen.).
Ich würde im Falle Ehrhardts auch eher Cutmores 'Watches 1850-1980' (die Seiten 84-89) empfehlen. Die Information ist dann nicht so dürr, und die Tipps deutlich besser ...)

Als Ergänzung - im Todesjahr von Ehrhardt hat übrigens erst die Filiale in London eröffnet...

(Es kann auch nicht schaden seinen Namen richtig zu schreiben. Dann findet sich auch einiges an Information im Web.
Die Firma war immerhin , wie ich oben schon erwähnte, vielleicht einer der bedeutendsten späteren Hersteller Englands. Und nicht völlig traditionslos, schliesslich hat er seinen ersten Workshop in der Paradise Street 30 in Birmingham schon 1855 eröffnet und bereits 1880 500 Uhren die Woche produziert.)

Die Hallmarkvermutung von 1894 teile ich auch nicht ganz (u.a. ist die Typographie die falsche (Fraktur) und der 'Lion passant' sowie der Dateletter sind anders gerahmt - ...ich häng eine entsprechende Grafik an).

Und sollte der Schlüsselaufzug die Gemüter dauerhaft wegen der Datierung beunruhigen - Ich hätte eine vergleichbare mit identem Werk in einem Gehäuse mit BirminghamHallmarks ebenfalls aus 1919 zu bieten.

H.

Hier eine Hallmarktafel mit den infrage kommenden Datierungen:

birmHall.jpg
 
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Omega-man

Omega-man

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Hallo Moscow,

danke für deine Infos!
Wenn die Firma weiter produzierte ist die Sachlage natürlich viel klarer. Dann handelt es sich allem Anschein nach doch um eine 1919 gefertigte TU. Hätte nicht gedacht dass Taschenuhren noch so "spät" mit Schlüsselaufzug gebaut wurden.

Von welchem Hersteller hast du noch eine Schlüsseluhr von 1919? Ist es auch ein englisches Fabrikat?
 
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moskau

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Von welchem Hersteller hast du noch eine Schlüsseluhr von 1919? Ist es auch ein englisches Fabrikat?
Wie ich schon sagte ist meine Uhr mit Birmingham Hallmarks von 1919 gestempelt - also englisch.
Das Werk ist dem von oben gleich (ebenso unsigniert mit der Ser Nr. 751323 - also etwas später als Deins) das Gehäuse hat eine etwas andere Rückdeckelgestaltung.

Hier sind Bilder:

ZiffKlein.jpg

BackKlein.jpg

WerkKlein.jpg

H.

Ergänzung:
Ich dachte lange, diese recht verbreiteten Werke seien aufgrund des Kolbenzahngangrads schweizerischen Ursprungs. Bei einer reinrassigen Engländerin würde man normalerweise einen Spitzzahn vermuten. (Ein unter Englandsammlern weit verbreiteter Irrtum.) Bis ich erfuhr, dass u.a. Ehrhardt (übrigens ein gebürtiger Deutscher) vor und nach der Jhdt.-Wende massenweise auch Kolbenzahnhemmungen in unterschiedlichsten Qualitätsstufen herstellte und verbaute (wie auch die Lancashire Watch Co. - die sich 1889 -1910 hauptsächlich auf das einfachere Segment konzentrierte) - wohl eine Folge der zum Grossteil aus Amerika importierten Maschinen - dort war die Kolbenzahnhemmung ebenfalls Standard.

Seine Fabrik in Birmingham steht oder stand übrigens zum Verkauf:
(Siehe hier!)
 
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