Wieviel Bewegung braucht eine Automatik

Diskutiere Wieviel Bewegung braucht eine Automatik im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Lieben Dank, Pausini. Da bin ich mit 1000-1500 von deutlich mehr Umdrehungen ausgegangen.
G

Gast87530

Gast
Warten wir mal auf weitere Wortmeldungen. Die meisten Rotoren bauen heute beidseitig Energie auf. Da braucht es nicht allzuviel, bis die Feder voll gespannt ist. 1 Umdrehung des Rotors nach 3m (2 Schritte) joggen? Nach 1.5km wäre die Uhr somit voll aufgezogen? Könnte etwa stimmen.
 
RIM

RIM

Dabei seit
02.06.2019
Beiträge
532
Ort
Rhein-Main
Es gibt von den Herstellern von Uhrbewegern Listen mit der empfohlenen Einstellung TPD (Umdr./Tag) für verschiedene Kaliber. 2824 wird fast durchgängig mit 650 TPD beidseitig empfohlen, was aber gleichzeitig bei den mir bekannten Uhrbewegern die kleinste Stufe ist. Vllt. ginge also auch etwas weniger.

Die 650 kann ich jedenfalls auch aus der Praxis bestätigen, 1000 braucht es keinesfalls.
 
ETA2824

ETA2824

Gesperrt
Dabei seit
04.11.2018
Beiträge
11.140
Ort
En Suisse
meine Uhr mit ETa habe ich heute morgen mit ca. 10 Umdrehungen ans Laufen gebracht, dann habe ich mich viel bewegt (ca. 40 Minuten spazieren gegangen... trotzdem hat sie einen Vorlauf von 5 Minuten ? gruß Wilke

ETA 2824 tendieren nach meiner Erfahrung dazu, gegen Ende der Federspannung schneller zu werden.
Da permanent getragene Automatikuhren immer im Bereich von 80-100% des Aufzugs laufen, habe ich mich bei Automaten immer um die Gangenauigkeit in diesem Bereich gekümmert.

Kürzlich habe ich die Aufzugsleistung einer Longines Hydro Conquest mit L888.2 und einer Orient EM65-C1 alias Mako I systematisch bei meinem Büroalltagtragverhalten gemessen.

Die LHC kam nach 10:08 h Tragen auf 70% (=52:05 h)
Die Orient nach 10:50 h Tragen auf 80% (=36:20 h)

Mehr kann ich belastbar zu Deiner Thematik nicht beitragen.
 
O

OWLer

Dabei seit
21.07.2018
Beiträge
626
@RIM und @ETA2824
vielen Dank auch euch beiden! Das sind schonmal gute Anhaltswerte. Ich brauche im Prinzip erst einmal nur die Größenordnung. An die Zwischenstufen kann ich mich dann ja per Versuch mithilfe eurer Anhaltswerte schnell herantasten.
ETA 2824 tendieren nach meiner Erfahrung dazu, gegen Ende der Federspannung schneller zu werden.

Kann ich anhand eines neuen ETA2836 bestätigen. Bei Vollaufzug läuft es merklich langsamer, während es bei nur schwachaufgezogener Feder in Siebenmeilenstiefeln läuft.
 
ETA2824

ETA2824

Gesperrt
Dabei seit
04.11.2018
Beiträge
11.140
Ort
En Suisse
vielen Dank auch euch beiden! Das sind schonmal gute Anhaltswerte. Ich brauche im Prinzip erst einmal nur die Größenordnung.

Das interessiert mich jetzt selber und ich mache den Versuch mit einem ETA2824. Lege die
Certina heute mit einem Kaltstart ins Büro an und werde in schätzungsweise 2 Tagen wieder berichten.
 
johro

johro

Dabei seit
03.04.2007
Beiträge
7.586
Ort
nähe Wien
Warten wir mal auf weitere Wortmeldungen. Die meisten Rotoren bauen heute beidseitig Energie auf. Da braucht es nicht allzuviel, bis die Feder voll gespannt ist. 1 Umdrehung des Rotors nach 3m (2 Schritte) joggen? Nach 1.5km wäre die Uhr somit voll aufgezogen? Könnte etwa stimmen.

das kann man so nicht sagen, da der Rotor manchmal unterschiedlich ausgeführt ist. ich habe welche da "stottert" der Rotor, zb bei Tissot oder Junkers und bei manchen dreht er schön und schnell, zb bei TagHeuer und Maurice L.. (sieht man natürlich nur bei einem Glasboden)
dh die Aufzugsleistung ist damit auch unterschiedlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
johro

johro

Dabei seit
03.04.2007
Beiträge
7.586
Ort
nähe Wien
Hier mal ein paar Messwerte eines 2824-2, mit ZB oben, 22° Raumtemp.
gerade gemacht, Aufzug über Krone:
10x aufziehen 0Sek 259 Ampl
20x aufziehen -1sek 288 Ampl
30x aufziehen -1Sek 279 Amp
40x aufziehen -1Sek 279Amp
50x aufziehen -1Sek/Tag 295 Amp (stehend 12Uhr oben: 0sek/d 263 Amp)

man sieht keine Änderung der Gangabweichung, etwas bei der Amplitude. aber perfekte Gangwerte für ein 2824-2 :super:

Aus meinen Chronometerprotokollen sehen ich, das zw 8° (Uhr geht ins Minus) und 38° (Uhr geht schneller) Raumtemperatur 5-6Sek Unterschied liegen können und auch liegen.

hoffe damit geholfen zu haben.:prost:
 
Zuletzt bearbeitet:
ETA2824

ETA2824

Gesperrt
Dabei seit
04.11.2018
Beiträge
11.140
Ort
En Suisse
@OWLer : Die Certina mit dem fabrikneuen 2824-2 habe ich nach 12:46 h am 11.11. nach einem ganz normalen resp. typischen Arbeitstag um 18:44 Uhr abgelegt.

Als ich das Haus heute Morgen um 07:45 verliess, lief sie erstaunlicherweise immer noch. Das wären dann 37 h (= 90%+ der maximal möglichen Gangreserve).
Die Uhr stand als ich sie am 11.11. aus der Schublade an den Arm nahm. Nur ein kleiner Schubs damit sie anief und dann stellen.

Ich bin selber erstaunt. :hmm:
 
ETA2824

ETA2824

Gesperrt
Dabei seit
04.11.2018
Beiträge
11.140
Ort
En Suisse
Und hier noch das Endergebnis:

2747393

Die Aufzugsleistung des ETA 2824-2 ist schon erstaunlich.
Etwas mehr als 12 Stunden meines Büroalltags reichen um 100% zu erreichen,
ohne die Krone einmal anzufassen. Nochmals: Das Werk ist vor ein paar Monaten
eingebaut worden, nachdem das erste beim Kronenaufzug Knackgeräusche produzierte.

Ich hoffe, das hilft.
 
Zuletzt bearbeitet:
O

OWLer

Dabei seit
21.07.2018
Beiträge
626
das kann man so nicht sagen, da der Rotor manchmal unterschiedlich ausgeführt ist. ich habe welche da "stottert" der Rotor, zb bei Tissot oder Junkers und bei manchen dreht er schön und schnell, zb bei TagHeuer und Maurice L.. (sieht man natürlich nur bei einem Glasboden)
dh die Aufzugsleistung ist damit auch unterschiedlich.

Sind dann die Übersetzungen Rotor -> Federhaus anders?
Schnell drehende Rotoren habe ich bisher nicht gehabt - außer bei einseitig aufziehenden Kalibern im Freilauf. Ansonsten brauchen meine eher langsam/stückweise drehenden Rotoren etwas mehr Schwung um sich in Bewegung zu versetzen und folgen nicht jeder Lageänderung der Uhr. Vermutlich setzen diese dann auch nur energischere Armbewegungen in Federspannung um, während schwächere Bewegungen ungenutzt bleiben (?).
Sind die schnellen Rotoren denn effizienter?
Ich hätte aus dem Bauch heraus vermutet, dass beide Varianten hinsichtlich Aufzugsleistung (insgesamt betrachtet - nicht pro Umdrehung!) vergleichbar sind. Die Langsamen holen die Leistungen aus dem höheren Drehmoment (längere Übersetzung zum Aufziehen möglich), die schnellen aus der Drehzahl. Wie gesagt: Nur Mutmaßungen.


Hier mal ein paar Messwerte eines 2824-2, mit ZB oben, 22° Raumtemp.
gerade gemacht, Aufzug über Krone:
10x aufziehen 0Sek 259 Ampl
20x aufziehen -1sek 288 Ampl
30x aufziehen -1Sek 279 Amp
40x aufziehen -1Sek 279Amp
50x aufziehen -1Sek/Tag 295 Amp (stehend 12Uhr oben: 0sek/d 263 Amp)

man sieht keine Änderung der Gangabweichung, etwas bei der Amplitude. aber perfekte Gangwerte für ein 2824-2 :super:

Aus meinen Chronometerprotokollen sehen ich, das zw 8° (Uhr geht ins Minus) und 38° (Uhr geht schneller) Raumtemperatur 5-6Sek Unterschied liegen können und auch liegen.

hoffe damit geholfen zu haben.:prost:

Wow! Vielen Dank - gibt also doch Verrückte wie ich, die sich um so etwas Gedanken machen :super:
Wo bekommt man denn die Chronometerprotokolle her?
Ausführlichere Daten habe ich zum meinen noch nie bekommen.
Da ich nun aber mal wissen wollte, was sie wirklich im eingeschalten Zustand leisten bin ich nun dabei mir einen Klimaschrank zusammen zu dengeln, um das Gangverhalten über längere Zeit unter kontrollierten Randbedingungen beobachten zu können.

@ETA2824
Deine Ergebnisse erstaunen auch mich! Schöne Dokumentation! Das werde ich demnächst auch mal versuchen :)
 
johro

johro

Dabei seit
03.04.2007
Beiträge
7.586
Ort
nähe Wien
Die Protokolle kann man beim Hersteller anfordern, meist kostet das was,
bei Omega habe ich das gratis erhalten in der Boutique.

Was bringt es dir, das Verhalten bei unterschiedlichen Temperaturen zu wissen? Am Arm getragen wird sich die temp nie gegen 0°bewegen, da ja am arm und unter dem Pulli.
 
johro

johro

Dabei seit
03.04.2007
Beiträge
7.586
Ort
nähe Wien
Deine Ergebnisse erstaunen auch mich! Schöne Dokumentation! Das werde ich demnächst auch mal versuchen :)

Für deine Untersuchung sagt das aber nichts aus.
Die Uhr kann senkrecht +20sek und liegend -20sek gehen im schnitt geht sie gegen 0, ....dennoch geht das Werk ungenau.
Nur wenn man die Werte in den Lagen kennt, kann man was über das Werk aussagen.
 
Thema:

Wieviel Bewegung braucht eine Automatik

Wieviel Bewegung braucht eine Automatik - Ähnliche Themen

Der große Gangreserve-Test (Citizen Promaster, Seiko SKX, Orient Deep): So Freunde, die Frage nach dem „Wirkungsgrad“ des Automatikaufzugs einer Uhr, ist ja ein Klassiker unter den Fragen zu Automatikuhren. Wie lange...
Grand Seiko SBGA 373 und Orient Star RE-AU0403L: Gerade habe ich mir meine erste Orient Star zugelegt. Besonders gespannt war ich, wie sehr sich diese als Premiummarke von Orient von den...
Ein bisschen sowas wie Konstantkraft: Armin Strom Gravity Equal Force ST19-GEF.90.AL.M.35: Obwohl meine Sammlung schon als Ansammlung bezeichnet wurde, verfolgt sie zumindest in meinem Kopf eine relativ klare Strategie. Doch diese...
Keine Runde Sache: Maurice Lacroix Pontos Rectangulaire Power Reserve PT-6207-SS001: "Warum sind die eigentlich alle rund?" Das hab ich mich auch gefragt, als ich mal wieder den Blick über meine aktuellen Uhren habe schweifen...
Vom Rolex-Wunsch zur Longines Flagship L4.974.4.92.6.: Guten Abend, ich bin ganz frisch im Forum angemeldet und möchte mich und meine erste hochwertige Uhr gerne vorstellen. Ich wohne und studiere in...
Oben