Wieviel Aktivität braucht ein Automatik-Werk?

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Der-Leitende

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Guten Morgen.

Meine Automatik-Karriere ist jetzt gerade anderthalb Wochen jung und heute musste ich etwas gleichermaßen verständliches wie überraschendes feststellen:
Von gestern auf heute geht meine Tissot PRS 516 vierzig Minuten nach. Ist wohl heute morgen stehen geblieben und 40 Minuten später habe ich sie angelegt (ohne sie aufzuziehen).

Als jemand, der die letzten vier Jahre eine Casio Edifice ECW-M300 (Funk und Solar) getragen hat, habe ich die Beachtung der Genauigkeit meiner Uhr völlig aus den Augen verloren. Die war so sparsam, dass sie unter allen Bedingungen, die sie bei mir ausgesetzt war, lief. Auch bei wenig Licht.

Nun habe ich gerade Urlaub und die Tissot wird pro 24 Stunden nur etwa 3-4 Stunden getragen. Zu Hause trage ich meine Uhr eigentlich nie.

Die Frage, die sich mir stellt: wie viel Bewegung braucht so ein ETA 2836-2 am Tag, damit sie nicht stehen bleibt? Oder vielleicht gibt's es sogar einen Faustwert, der für alle Automatikwerke gilt. Mal "normale" Bewegung beim Tragen vorausgesetzt. Bin weder Pizzabäcker, noch Schrankenpförtner. ;-)

Muss ich mir bei so vergleichsweise kurzen Trageintervallen einfach angewöhnen, immer mal ein paar Umdrehungen an der Krone zu tun?

Grüße, Carsten

PS: Dieser "Ausfall" stimmt mich auf eine ganz merkwürdige Weise zufrieden. Man erfährt richtig, wie man da "Leben" am Handgelenk hat ;-)
 
G

Gödel

Gast
Die Frage ist einfach zu beantworten. Mach es folgendermaßen
1) Schnall Automatchen an den Arm
2) Mache die Moves wie Billy Preston.



Ich mache es jeden morgen so. Nur 1,5 min Billy Preston Moves reichen völlig aus um den Automaten voll aufzuziehen. :super:
 
Townes

Townes

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Ich mache es jeden morgen so. Nur 1,5 min Billy Preston Moves reichen völlig aus um den Automaten voll aufzuziehen. :super:
Billy Preston? Übertreibst du da nicht ein wenig, lieber Gödel?

Urteilt selbst: Gödel beim Aufziehen:

 
zorro

zorro

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Carsten, 3-4 Stunden am Tag sind bei nicht so exzessiver Bewegung zu wenig ;-)
...das aber durch tägliches Aufziehen über die Krone zu kompensieren ist gerade bei ETA-Werken keine gute Idee. Die Bauteile des Handaufzugs sind leider etwas labil bzw. verschleissfreudig unterdimensioniert und Du wirst recht bald eine Revision mit Teiletausch brauchen.
Also lieber nicht.
Sattdessen könntest Du die Uhr vor dem Ablegen noch 1-2 Minuten in der Hand kreisend per Rotor aufziehen (die Bewegung kriegst Du mit etwas Gefühl für Technik schnell raus, so dass Du sie nicht einfach blöd schüttelst, sondern den Rotor fein drehen lässt) - oder Du nimmst sie zwischendurch, wenn sie abgelegt ist, kurz in die Hand und machst selbiges.

OT: ich traue mich kaum, gebrauchte Uhren mit ETA-Werken hier im MP zu kaufen, wenn ich lese, wie viele den bekannt fehleranfälligen Handaufzug täglich weit über das empfohlene Maß strapazieren :???:
 
Christopher83

Christopher83

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Ich wüsste nicht wann ich mal den Handaufzug genutzt habe. Selbst wenn die Uhr stehen bleibt, dann bewege ich sie etwas, stelle die Uhr und leg sie an.

Alternative -> Uhrenbeweger wenn du sie wenig trägst
 
Der-Leitende

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Danke.. Asche auf mein Haupt. Um die Suche hier im UF zu bedienen, fehlt es mir noch etwas an Fantasie und Fachjargon. :oops:
Habe mir den Beitrag jetzt durchgelesen und soweit ich das erkenne, ergibt sich daraus (und aus den Aussagen von zorro, die sich damit decken) folgendes:

# ca. 3 Std pro Tag bei normaler Bewegung sind die Untergrenze um die Gangreserve des ETA nicht aufzuzehren.
Das deckt sich insofern mit meiner Erfahrung, als dass ich sie vor anderthalb Wochen einmal ganz (nehme ich zumindest an) von Hand aufgezogen habe und sie seit dem im Schnitt für 2-3 Stunden pro Tag getragen wurde. Das lässt den Schluss zu, dass ich den "Verbrauch" pro Tag mit meiner Bewegung nur zu (sagen wir mal) 80% gedeckt habe.

# Und der Handaufzug ist evtl. mit Vorsicht zu genießen. Ab wann das mit dem Handaufziehen jetzt kritisch und zu verschleißintensiv wird, kann wahrscheinlich niemand mit Gewissheit sagen. Aber man muss es ja anicht drauf ankommen lassen.

Soweit so klar. Im normalen Nicht-Urlaubs-Leben wird das wohl eh kein Problem darstellen.

Eine Frage bleibt allerdings offen: Zieht das ETA 2836-2 einseitig oder zweiseitig auf?
Selbst auf den Webseiten von Tissot bzw. auch von ETA direkt habe ich dazu keine Angaben zum 2836-2 gefunden. Und die Google-Suche spuckt Ergebnisse von Händlern und Foren aus, wo beides behauptet wird. Was stimmt nun? Bzw. kann man es "erkennen"?

Hintergrund der Frage: Falls es nur einseitig aufzieht und ich dann morgens mit der Uhr den Billy oder den Gödel mache, aber dabei in die Falsche Richtung drehe, hilft mir das nichts ;-)

Grüße,
Carsten
 
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Traumdeuter

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Wenn du in den Tag startest und deine Uhr steht , empfehle ich dir 15-20 Umdrehungen mit dem Handaufzug und dann anlegen . Am Abend kannst du dann die Uhr beruhigt ablegen und am Morgen ist sie sofort einsatzbereit .
 
zorro

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:lol: Traumdeuter - schön hingeschrieben, nach allem was oben und im verlinkten Thread steht. So ein bißchen ignorant ist das schon, oder? *auf die MP-Liste setz'*

Carsten, das 2836 zieht wie alle aktuellen ETAs beidseitig auf, egal was Du für abweichende Angaben findest. Also keine Sorge. Bei einseitig aufziehenden Werken merkst Du übrigens sofort, wenn Du entgegen der Afzugsrichtung drehst - der Rotor dreht dann völlig frei, wenn Du die Uhr stillhälst, dreht er einfach eine Weile weiter. In Aufzugsrichtung geht er schwerer und bleibt bei stop sofort stehen (bei komplett abgelaufener Gangreserve dreht er vielleicht noch 1/2 Umdrehungen).
 
Der-Leitende

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Bei einseitig aufziehenden Werken merkst Du übrigens sofort, wenn Du entgegen der Afzugsrichtung drehst - der Rotor dreht dann völlig frei, wenn Du die Uhr stillhälst, dreht er einfach eine Weile weiter. In Aufzugsrichtung geht er schwerer und bleibt bei stop sofort stehen (bei komplett abgelaufener Gangreserve dreht er vielleicht noch 1/2 Umdrehungen).
Ah ok, danke.
Ich hatte es auch selbst quasi vermittels des Augenscheins zu ergründen versucht. Die PRS 516 hat ja dankenswerterweise nen Glasboden.. Man erkennt auch, welches Zahnrädchen sich dreht, wenn der Rotor dreht. So ein Ding von vielleicht 3-4mm Durchmesser.. Bloß nach dreimal 45 Grad nach links und dreimal 45 Grad nach rechts, als mir dann abwechselnd der Rotor, das "Lenkrad" und die Schließe im Weg waren, habe ich Augenkrämpfe bekommen :-D

Aber gut, dann werde ich einfach ein paar Lockerungsübungen in meine Morgenroutine einbauen, oder die Uhr schon vor dem Zähneputzen anlegen, dann läuft das - bzw. sie :-)

Grüße,
Carsten
 
zorro

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;-) eben. Zähneputzen ist eh eine unterschätzte Tätigkeit - einfach mal Uhr anbehalten und nach Zahnarzt-Vorgabe putzen = doppelter Nutzen :super:
 
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Traumdeuter

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Moderne Automatikwerke können gefahrlos von Hand aufgezogen werden , dabei werden nur wenige Kronenumdrehungen benötigt, da man beim Tragen der Uhr dann den Vollaufzug erhält . Die 25-20 Umdrehungen stehen übrigens in jeder Bedienungsanleitung von Sellita und ETA .
Bei Automatikwerken der neueren Generation wird die Automatik-Baugruppe bei Handaufzug entkuppelt , deshalb ist der Verschleißgedanke ein Rudiment aus führen Zeiten .

PS . Zoro auf die MP-Liste setz )))))))
 
Der-Leitende

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Bei Automatikwerken der neueren Generation wird die Automatik-Baugruppe bei Handaufzug entkuppelt , deshalb ist der Verschleißgedanke ein Rudiment aus führen Zeiten .
Ich kenne mich offengestanden mit der Mechanik eines Uhrwerks noch nicht besonders aus (siehe meine junge Automatik-Karriere *G*), aber wenn ich die Uhr von Hand aufziehe, bekommt der Rotor einen "Ruck". Also er dreht dann nicht mit nem Affenzahn mit, aber er ruckt an und man merkt, dass dann ab einem gewissen Drehmoment an der Krone irgendeine Welle anfängt durchzurutschen. So dass das Wark aufgezogen wird, der Roter aber nicht mitdreht.

Vielleicht ist genau dieses Durchrutschen der kritische Moment?
Das ist jetzt nur ingenieurmäßig gedacht, ohne Spezielkenntnisse im Uhrenbau. Aber solche Friktionskupplungen sind gerade bei Kleinstbauteilen häufig fehleranfällig.

Grüße,
Carsten
 
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zorro

zorro

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Traumdeuter, Du Schelm :D
...ich glaube sogar, was Du schreibst. Allein reicht es nicht. Gerade bei den ETA 2824 & Derivaten ist die Automatik-Gruppe ja entkoppelt - und die Schäden durch Handaufzug wurden hier von mehreren Uhrmachern dargelegt. Es ist die Kupplung, die Schaden nimmt. Und moderner heisst bei ETA leider auch, dass bestimmte Bauteile in Ihrer Dimensionierung/Haltbarkeit/Qualität reduziert wurden.
Neuer nicht gleich besser. Nein, nein, das habe ich mehr als genug selbst erfahren :-(

Du hast natürlich recht, es steht in den Anleitungen drin - war auch schon Thema, dass es trotzdem schädlich ist...

;-) die MP-Liste war natürlich nur Stichelei ;-)
 
Captain Flam

Captain Flam

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Nach erreichtem Vollaufzug bitte nicht mehr bewegen.
Ab da herrscht nur noch unnötiger Rototverschleiß und flupps ist das Lager hin!
 
G0ttsch

G0ttsch

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Die Frage ist einfach zu beantworten. Mach es folgendermaßen
1) Schnall Automatchen an den Arm
2) Mache die Moves wie Billy Preston.



Ich mache es jeden morgen so. Nur 1,5 min Billy Preston Moves reichen völlig aus um den Automaten voll aufzuziehen. :super:

Ich musste soooooooo lachen :-D Danke dafür!
 
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Traumdeuter

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@Zoro , ich hatte nie vom Vollaufzug gesprochen , nur von den 15 bis 20 Umdrehungen . Im übrigen erreicht man nur im Vollaufzug gute Gangwerte , deshalb ist eine kleine morgendliche Unterstützung sinnvoll . Das einzigste Problem ist die Dichtung der Krone , die könnte etwas schneller verschleißen .
 
zorro

zorro

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Nach erreichtem Vollaufzug bitte nicht mehr bewegen.
Ab da herrscht nur noch unnötiger Rototverschleiß und flupps ist das Lager hin!
Ist 'ne andere Kupplung, Oliver ;-)
Du kannst ja weiterhin mit getretener Kupplung und eingelegtem Gang an der Ampel stehen. Ist auch so ein Ding, das man Menschen ohne Technik im Blut einfach nicht klarmachen kann. :D

Traumdeuter: deshalb ziehe ich Citizens 90xx (aber auch das 82xx) oder Seikos 4Rxx/6Rxx den ETAs vor - die sind nach meiner Erfahrung weit nicht so aufzugs-abhängig, klingen schöner, haben effizienteren A-Aufzug und dürfen sogar straffrei handaufgezogen werden, weil in erster Linie von Ingenieuren und nicht von Buchhaltern marktreif gemacht 8-)
 
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