Uhrenbestimmung Wiedermal brauche ich Hilfe bei der Bestimmung einer Uhr

Diskutiere Wiedermal brauche ich Hilfe bei der Bestimmung einer Uhr im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo zusammen, nachdem mir letztes mal schon gut geholfen wurde hätte ich wieder eine Taschenuhr zu der ich gerne ein paar Infos hätte. -...
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SvS177

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Hallo zusammen,

nachdem mir letztes mal schon gut geholfen wurde hätte ich wieder eine Taschenuhr zu der ich gerne ein paar Infos hätte.
- Soweit ich als Laie das beurteilen kann ist es eine Automatik Uhr
- Auf dem Zifferblatt steht: "Dominicé & Blondet".
- Hinten auf dem Werk steht noch einmal "Dominicé & Blondet a Geneve"
- Weiterhin sind noch einige Punzen und eine Seriennummer in dem Gehäuse.

Ich habe bereits versucht etwas über google herauszufinden, war jedoch komplett erfolglos. Ich wäre sehr dankbar wenn mir jemand helfen könnte.
 

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Ruebennase

Ruebennase

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Das ist etwas, was ich zumindest bisher noch nie so gesehen habe. Dominice & Blondet waren Uhrenfabrikanten Anfang des 19. Jahrhunderts in Genf. Die Uhr paßt rein Äußerlich auch in diese Zeit. Die Große Frage ist: Wo ist der Schlüsselaufzug ?? Nicht da..wie wird die Uhr auf gezogen ???? Ein Kronenaufzug war vermutlich noch nicht erfunden und ist ja auch nicht vorhanden. Dann beibt wohl nur das Pendel übrig. Anders kann ich mir das Gesehene überhaupt nicht erklären ...sehr sehr spannend. Super cool. Spiele doch bitte mal den Erklärbär

Grüße Rübe
 
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Zimtstern

Zimtstern

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Na das ist doch mal was tolles. Hab ich so noch nie gesehen. Das ist eine Spindeluhr und der Globen ist unter der Goldplatte. Mich würde auch interessieren wie diese Uhr aufgezogen wird, und warum ist die nicht in meiner Sammlung:lol:
 
Ruebennase

Ruebennase

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Nun ich kann dann mal empfehlen in den Reinhard Meis "Taschenuhren" zu schauen. Ein wenig unsicher war ich mir schon mit meiner Aussage und habe dann mal geblättert. Es ist ein automatischer Aufzug und im Meis sind einige ähnlich gebaute Uhren. Leider ohne technische Deails. Das Buch wurde in hoher Auflage produziert und ist im Gegensatz von vielen anderen Uhrenbüchern für ein "Appel un een Ei" auf dem Gebrauchtuhrenbuchmarkt auch via Netz zu bekommen.
Die Goldplatte ist vermutlich wegen des hohen Gewichtes von Gold aus Gold um das Pendel mögichst schwer und effizient bei geringem Volumen zu gestalten. Ob das wirklich eine Spindel ist.....ich könnte mir besser ein frühes Lepinewerk vor stellen. Schaun wir mal ..vlt. gibt es noch seitliche Bilder. Als Laie bitte nicht an dieser Uhr schrauben ...die Kupplung des Aufzuges würde mich trotzdem interessieren.

Grüße Rübe
 
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bilewaz

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Diese Goldplatte scheint mir eher eine Art Pendelscheibe zu sein. Falls diese hin und her "schwingt"? Interessante Konstruktion.
Könntest Du seitliche Fotos vom Werk machen?

Grüsse, Gerd
 
Ruebennase

Ruebennase

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Ja, die Goldplatte ist eine Schwungmasse/Pendel und wird bei Meis teilweise als Pedometersystem bezeichnet. Ich weiß allerdings nicht, ob es bei den Uhren Unterschiede in der Kupplung zum Federhausaufzug gibt. Diese Uhren sind alle um 1800 gebaut worden (1790 - 1820). Dieses paßt zu der Angabe, dass Dominicé & Blondet a Geneve am Anfang des 19. Jahrhunderts aktiv waren. Allerdings scheint nach meinen begrenzten Recherchemöglichkeiten dieser Hersteller nicht weiter in die Literatur als "Trentsetter" und Erfinder eingegangen zu sein. Das legt die Vermutung nahe, dass das Konstruckt auf einen anderen Uhrmacher zurück geht. Natürlich wurden auch Uhrmacher einfach "vergessen" von der Zeitgeschichte. Tatsache ist, dass 1770 der berühmte Abraham-Louis Perrelet als Erfinder der Taschenuhr mit automatischen Aufzug gilt. https://watch-wiki.org/index.php?title=Perrelet,_Abraham-Louis_(1). Die Effiziens soll so erstaunlich gewesen sein, dass nach einem 15 Minütigen Spaziergang die Uhr für 8 Tage aufgezogen war ...fast nicht zu glauben, aber wer weiß es genau. Derartige Uhren habe ich noch nie in der Hand gehalten ..geschweige denn damit herum experimentiert. (leider nur auf english: PERELLET - Abraham Louis, Le Locle ).
In der Folgezeit wurden einige dieser Uhren gebaut und offensichtlich nicht ausreichend nachgefragt, denn erst Jahre später, um 1880 gab es wieder einen "Marktangriff" mit Automaten von Loehr und Co., der auch wieder im Sande verlief. Automaten setzten sich erst ab 1920 mit dem Ausgangspunkt des Harwood Patentes bei den Armbanduhren rasant durch. Interessant finde ich immer wieder, dass es Ihm in erster Linie um die Entwicklung einer wasserdichten Uhr "im Felde" ging und er den Kronenaufzug daher eleminieren wollte. Es kommt halt immer anders als man denkt.
Leider ist es nicht möglich Hemmung und Unruhe bei dieser Uhr werksseitig aus zu machen, daher kann man wirklich nur raten. Gemäß Meis ist alles möglich und ich persönlich tippe zeitgemäß und mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Zylinderhemmung. Natürlich ist um 1800 die Hocheit der Hemmungsentwicklingen und Spindelhemmung ist auch noch möglich ...irgendwie sind alle Exoten auch möglich :-).
Wie gesagt ..eine seitliche Aufnahme wäre sehr interessant und natürlich auch die Information ob sie geht und wenn wie effizient der Aufzug wirklich ist.

Fragen über Fragen ....
Grüße Rübe
 
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SvS177

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Also soweit ich das sehen kann zieht die Uhr sich durch Bewegung auf. Wenn die Uhr bewegt wird schwingt das Pendel (der teil auf dem Dominice & Blondet a geneve) steht und zieht dadurch den mechanismus auf. Habe hier noch zwei seitliche Ansichten und ein Video des Pendels angehängt. Die Uhr funktioniert übrigens fast einwandfrei (hat immer wieder kurze Hänger; war lange in einer Kiste und daher nicht gepflegt)
 

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Ruebennase

Ruebennase

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Das ist ja so weit schon klar. Nur der Aufzugsmechanismus verdeckt das Werk selber. Daher würde vlt. eine seitliche Aufnahme helfen ein paar weitere Rückschlüsse zu ziehen auch wenn es vermutlich nicht viel zu sehen und mehr zu erahnen gibt. Wie hoch ist das Werk ohne Pendel ??

Grüße Rübe
 
S

SvS177

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Hab jetzt noch seitliche bilder und ein gif vom mechanismus hochgeladen
 
Ruebennase

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Fantastische Uhr :-)
und der Zimtstern hatte recht eine Spindelhemmung mit Federhaus. Toll, dass sie noch vollständig intakt ist.

Pass gut auf sie auf und Danke für die Vorstellung dieser Rarität
Rübe
 
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bilewaz

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Ob dieser "Pedometerantrieb" wohl zu ähnlicher Gangdauer, wie bei einer Uhr mit Schlüsselaufzug führte? Vermutlich war dies mit einer der Gründe, dass sich die Automatik bei Taschenuhren nicht durchsetzen konnte.
Jedenfalls ein sehr interessantes Stück Zeitgeschichte, um welches bestimmt manches Museum glücklich wäre.

Grüsse, Gerd
 
husky

husky

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Also ich sehe im Werk eine Zylinderhemmung
bei der Seitenansicht. Im Zweifelsfall eine Kommahemmung, jedoch ist Spindel nicht vorhanden.
So eine Uhr hätte ich auch gern in meiner Sammlung.
Glückwunsch an den Besitzer.
Mit freundlichen Sammlergrüßen
Michael
 
Ruebennase

Ruebennase

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Da bist Du wesentlich erfahrener als ich Michael und hast recht, Das Hemmrad steht paralell mit senkrechten Zähnchen. Ich habe mich durch den Globen täuschen lassen. Ja, das Schätzchen paßt in deine außerordentliche museale Sammlung.

Grüße Rübe
 
Tiktakbrasil

Tiktakbrasil

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Bei der Vermutung einer Zylinderhemmung schließe ich mich Husky an.

Grüße aus der Ferne, Tiktakbrasil :super:
 
Spindel

Spindel

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Wunderschönes Exemplar,kann Dich nur beneiden und gratulieren.:super:
Gruß Roland
 
wecker

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Hallo

Ohne das Forum hätte ich solch eine seltene Uhr wohl nie zu Gesicht bekommen.

Glückwunsch und Dank für das Zeigen!


Thomas
 
kater7

kater7

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Vielen Dank für die Vorstellung dieser faszinierenden TU, ich wußte überhaupt nicht das es so früh schon Automatikwerke gab :oops: wieder was dazugelernt.
 
spritdealer

spritdealer

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Ich bin zwar erst durch den Sternstunden-Faden auf die Uhr aufmerksam geworden, aber ganz große Klasse! Von der 10€-Uhr vom Lidl bis zu so einer fantastischen, raren, uralten Uhr ist hier wirklich alles dabei. Ganz großer Sport :klatsch:
 
Thema:

Wiedermal brauche ich Hilfe bei der Bestimmung einer Uhr

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