Wie wichtig ist die Firmentradition? (Laco/Stowa vs. Archimede)

Diskutiere Wie wichtig ist die Firmentradition? (Laco/Stowa vs. Archimede) im Herrenuhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen, ich bin nun schon seit einigen Monaten auf der Suche nach der für mich passenden "Baumuster B"-Uhr. Die Kriterien war eigentlich...
TS70

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Hallo zusammen,

ich bin nun schon seit einigen Monaten auf der Suche nach der für mich passenden "Baumuster B"-Uhr. Die Kriterien war eigentlich recht simpel: max. 42 mm, möglichst flach, möglichst wenig Abstand zwischen den Anstößen ("lug to lug"), Automatik und möglichst kein Firmenlogo auf dem ZB.

Zwei Firmen, die zunächst einen klaren Favoritenstatus hatten, nämlich Laco und Stowa, habe ich zunächst ad acta gelegt: Laco wegen der sehr eigenwilligen ZB-Gestaltung (näheres hier), und Stowa wegen der pseudo-historischen Gestaltung des Rotors (die ich einfach albern finde; Stowa beliefert ja nicht das Reichsluftfahrtministerium).

Und dann entdeckte ich eine Uhr, die eigentlich in jeder Hinsicht paßt, nämlich die Archimede Pilot 42 B. Alle Kriterien erfüllt und dazu gegenüber Stowa auch noch recht günstig. Ich merkte allerdings, daß ich mich trotzdem nicht so richtig zu einem Kauf entscheiden konnte, und mir wurde dann auch sehr schnell klar, warum das so ist: Obwohl mich solche Überlegungen normalerweise nicht besonders interessieren, fand ich es in diesem speziellen Fall reizvoll, eine Uhr von einer Firma zu kaufen, die auch schon um 1940 diese Fliegeruhren hergestellt hat.

Das fand ich ein wenig irritierend, weil ich nie auf den Gedanken käme, mir ein Original aus der Zeit zu kaufen. Ich suche auch nicht nach einer möglichst originalgetreuen Replika (schon gar nicht eine mit künstlichen Alterungsspuren) und selbst an einer Replika in einer halbwegs normalen Größe hätte ich überhaupt kein Interesse.

Ich mag halt das ZB-Design dieser Uhren und möchte einfach eine alltagstaugliche Uhr mit einem solchen ZB. Also könnte es mir eigentlich völlig egal sein, ob der Hersteller meiner Uhr auch schon vor mehr als 70 Jahren aktiv war - ist es aber nicht. Auch die Überlegung, daß diese Uhren ja reine Auftragsarbeiten war, an deren Design die damaligen Fima ja gar nicht beteiligt waren, konnte mich nicht beruhigen.

Mich würde nun mal interessieren, wie ihr die Sache seht: Würdet ihr euch eine in der einen oder anderen Hinsicht suboptimale Uhr kaufen, nur weil die heutige Firma auf eine bestimmte Tradition verweisen kann?
 
olderich

olderich

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Hallo,

die Uhren, um die es geht, werden aus von verschiedenen Herstellern gekauften Einzelteilen zusammen gebaut. Das ETA 2824 Uhrwerk ist von der Swatch-Group zugekauft und zuverlässig und leicht zu reparieren. Das Gehäuse, das Band, das Zifferblatt etc. kommen von anderen Herstellern. Was die Fa. vor 10 Jahren gemacht hat, ist dabei völlig egal. Auch bei einem evtl. Wiederverkauf fürfte das keine Rolle spielen. Wie immer, nur meine unmaßgebliche Meinung.
ciao olderich
 
TS70

TS70

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Daß Laco und Stowa Werke von ETA (und Miyota) verbauen, ist mir schon klar. Trotzdem bleibt da diese merkwürdige und (so sehe ich das ja selbst) nicht besonders rationale Faszination für einen alten Markennamen.

Was die Fa. vor 10 Jahren gemacht hat, ist dabei völlig egal.
Mehr solcher Beiträge bitte. :-) Dann kann ich mir guten Gewissens die Archimede kaufen.
 
Paulchen

Paulchen

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Stowa von 1940 hat außer dem Namen nicht viel gemeinsames mit Stowa 2016.
 
klausthaler

klausthaler

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Ich würde mich für die Archimede entscheiden.
1.) Sie gefällt dir gut und das ist doch das Wichtigste.
2.) Ickler fertigt seine Gehäuse selbst und dies in sehr guter Qualität.

Gruß
Thomas
 
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hiredbrain

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Ich selbst habe mich lange mit dem Kauf eines "deutschen" Fliegers (Stowa, Laco, Archimede, Aristo) beschäftigt und hinsichtlich der Kriterien Verarbeitungsqualität und Tradition mich für Stowa entschieden. Einzelne Details stören vermutlich bei jeder möglichen Wahl und meiner Ansicht nach ist der Rotor der Stowa noch das geringst Übel. Am einfachsten und historisch begründetsten wäre es doch dann eh am besten, die Handaufzugs-Variante zu nehmen?

Eine letzte Möglichkeit wäre noch eine B-Uhr von Aristo:
aristo_kunstflieger_pro_3h33-ii_fff3c3_1280.jpg
 
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Marlboro

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Zu Deiner Frage: Nein würde ich nicht.
Als Vorschlag hätte ich die Wempe Flieger für Dich.
 
B

Brelex

Gast
Das ist eine interessante Frage, wie ich finde und hätte auch von mir kommen können.

Nun gefallen Dir aber die aktuellen Designs der Traditionsmarken nicht.
Möglichkeit A) Du erwirbst eine "Originale" und trägst sie nicht, weil sie nicht gefällt. Nicht der Historie entspricht. Das hilft Dir nicht weiter.

Möglichkeit B) Du erwirbst die Archimede, die Deinen Vorstellungen eines Originals am ehesten entspricht und trägst sie, weil sie gefällt. Den Nimbus der Tradition hat sie nicht.

Haben die anderen aber auch nicht. Größe 55? Nein. Handaufzug Manufaktur? Nein.
Die Uhren sind ja nicht von IWC, Lange, Wempe, Laco oder Stowa kreiert worden. Das waren Vorgaben von Gö...ls. Auftragsarbeiten also.

Ich hätte hier keinerlei Bedenken die Archimede zu nehmen. Wenn überhaupt, wäre es eine Anlehnug an das Design damaliger Militärs und nicht der Uhrenhersteller.
Wenn ich da falsch liegen sollte, bitte ich um entsprechende Hilfestellung.
 
TS70

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Am einfachsten und historisch begründetsten wäre es doch dann eh am besten, die Handaufzugs-Variante zu nehmen?
Daran hatte ich auch schon gedacht, Handaufzug ist aber erst mal ein klarer Minuspunkt.

Eine letzte Möglichkeit wäre noch eine B-Uhr von Aristo:
Die hatte ich mir auch schon einmal angeschaut. Da stört mich halt das "Aristo" auf dem ZB.

Als Vorschlag hätte ich die Wempe Flieger für Dich.
Die Wempe Flieger sind leider am "Baumuster A" orientiert, was mir zu langweilig ist.
 
eretmodus

eretmodus

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Interessanter Thread, da mich das gleiche Problem plagt.
Habe zusätzlich noch die Tourby Navigator im Blick.
Da Archimede meines Wissens Standard verbaut, sind Laco mit ?elabore? und Stowa mit Top mehr in meinen Focus gerückt.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Sorry, zur eigentlichen Frage.
Firmen Tradition finde ich wichtig, aber Qualität und Preis Leistung geben bei mir den größeren Ausschlag.
 
TS70

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Ich hätte hier keinerlei Bedenken die Archimede zu nehmen. Wenn überhaupt, wäre es eine Anlehnug an das Design damaliger Militärs und nicht der Uhrenhersteller.
Das leidige Thema "Hommage" ist für mich in diesem Fall auch keins, allerdings habe ich (wie hiredbrain) eine klare Präferenz für einen deutschen Hersteller. Ich hatte ganz kurz über einen Flieger von Tisell nachgedacht, mich dann aber sehr schnell dagegen entschieden.

Habe zusätzlich noch die Tourby Navigator im Blick.
Die ist aber nicht mehr lieferbar, oder? Auf den Seiten von Tourby finde ich nur die "Pilot" - und die ist eine Art "Baumuster A", allerdings mit kleiner Sekunde.
 
uarfaen65

uarfaen65

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Ich weiß, daß Dir das jetzt gerade vielleicht nicht wirklich weiter hilft, aber ich rate Dir: Verschiebe eine Anschaffung auf später.
Ich behaupte mal ganz dreist, daß Du im Moment mit keiner dieser Uhren glücklich werden wirst, weil Du die "Nachteile" meines Erachtens zu sehr in den Vordergrund rückst.
Hier zu raten, "nimm die, die Dir am besten gefällt", macht irgendwie keinen Sinn.
Laß mal ein Jahr ins Land gehen, vielleicht denkst Du dann ja ganz anders über die ganze Sache...;-)
 
ddee

ddee

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Ich rate dir zu der Uhr, dich am meisten emotional anmacht. Und zwar vollkommen egal aus welchen Gründen.
Hier geht's ja nicht um einen Autopflichtkauf zum ungünstigsten Zeitpunkt, weil sich das letzte leider grad um nen Baum gewickelt hat.

Wer hier ein paar Hunderter spart, spart meines Erachtens am falschen Fleck. Du willst Tradition? Dazu stehen, sich wie ein Schwammerl mit dem Neukauf freuen und gut is.
Du willst ein besseres P/L Verhältnis? Dazu stehen, sich wie ein Schwammerl mit dem Neukauf freuen und gut is.
 
deteringgase

deteringgase

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Hmm, wenn ich das entscheiden sollte:
Da es eine Fliegeruhr, A oder B, sein soll, ist das Ziffernblatt und die Gehäuseform schon mal fest vorgegeben.
Dann würde ich bei den entsprechenden Kandidaten nach dem Werk entscheiden, also ETA oder Japan oder Seagull.
An dritter Stelle käme die Historie zum tragen.
Unter "Nebensächliches" kämen die Kronenform, das Armband, etc.
Das alles natürlich unter Beobachtung des Budgets, grins.

Munterbleiben, deteringgase!
 
Spitfire73

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Würdet ihr euch eine in der einen oder anderen Hinsicht suboptimale Uhr kaufen, nur weil die heutige Firma auf eine bestimmte Tradition verweisen kann?
Ich sehe bei kaum einem der genannten Namen eine stringent über die Zeitschiene fortgeführte eigene "Tradition" oder Marken-DNA. Schon gar nicht in Bezug auf die vorgegebene Gestaltung dieser Auftragsproduktion B-Uhren. Trotzdem war für mich persönlich die Suche nach dem authentischsten (aber tragbar skalierten) Gehäuse wichtig. Das fand ich bei Laco (Modell Paderborn) und damit hat der Hersteller für meine Begriffe immer noch ein Alleinstellungsmerkmal am Markt. Das es einer der damaligen Originalhersteller ist, wäre für sich allein noch kein Kaufgrund wenn ich das heutige Produkt als solches als "suboptimal" empfände. Zusammen mit der Uhr macht der Herstellername Laco für mich aber die Sache erst komplett rund: tolle Uhr von einem der ehemaligen Originalhersteller. Passt für mich zu 100% perfekt .

Zwischenzeitlich hatte ich noch überlegt eine IWC Flieger anzuschaffen aber letztlich kam nach persönlichem Befingern und zu meiner eigenen Überraschung ein Flieger A von Steinhart dazu. Am P/L-Verhältnis und der schönen Pilotengravur konnte ich einfach nicht vorbei. Traditionshersteller? Eher nicht...;-)

Gruß
Helmut
 
spritdealer

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Da ja auch Tourby genannt wurde, warum nicht mal bei Steinhart vorbeischauen? Ich habe von ihm eine Baumuster B Uhr, schon einige Jahre, und bin sehr zufrieden damit. Werk von ETA, kein Firmenlogo, verschiedene Größen möglich, verschiedene Ausführungen möglich (auch Vintage Look). Für mich gab damals das P/L-Verhältnis den Ausschlag, nicht die Historie
 
Laoshi

Laoshi

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Hallo Thorsten, ich kann nur meinen Senf dazugeben, ich selbst bin gerstern von Frank in einem andern Forum auf Archimede aufmerksam geworden.
Ich selbst habe mir dann die Frage gestellt ob diese Marke ohne Tradition in mein Beuteschema passt. Aber was ist denn eigentlich wirklich wichtig?
Die Uhr muss dir gefallen, sie muss in dein Budget passen und sollte eine gute Qualität haben, ich glaube dazu das es vorallem in dem Preisgefüge etwas schwer ist eine Firma mit Tradition zu finden die noch etwas mit der Firma zu tun hat die anno 1940 die Uhren gefertigt hat.
Zudem geht es ja auch nicht um Know-How im Bereich der Manufrakturkaliber, alles eigentlich nur Einschaler und da hat Ickler glaub ich genug Erfahrung :)
Somit bin ich für die Archimede!!
 
TS70

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An eine Steinhart hatte ich auch schon gedacht, nur sähe selbst die 44mm-Version an meinem Arm nicht wirklich gut aus.

Die Laco Paderborn hingegen könnte genau passen. Ich hatte die völlig ausgeblendet, weil bei etlichen Laco-Modellen die "5" höher steht als die "55" (siehe die Diskussion hier). Bei der Paderborn ist das allerdings nicht so. Da müßte ich nur mit der pseudo-authentischen Deckelgravur leben. Also, besten Dank, Helmut. :super:

*edit* Helmut, könntest Du bitte mal nachmessen, wie groß der Abstand zwischen den Anstößen in der Höhe ist? Auf der Laco-Homepage ist das nicht angegeben.
 
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Spitfire73

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*edit* Helmut, könntest Du bitte mal nachmessen, wie groß der Abstand zwischen den Anstößen in der Höhe ist? Auf der Laco-Homepage ist das nicht angegeben.
Mache ich heut Abend und reiche es an dieser Stelle hier nach.

Gruß
Helmut
 
TS70

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Ich selbst habe mir dann die Frage gestellt ob diese Marke ohne Tradition in mein Beuteschema passt.
Die Marke "Archimede" ist natürlich recht neu. Ickler gibt es hingegen seit rund 90 Jahren und ist (was ja heute in der Uhrenbranche nicht gerade häufig ist) noch ein echtes Familienunternehmen.
 
Thema:

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