Wie "tickt" der Vintagefreund ?

Diskutiere Wie "tickt" der Vintagefreund ? im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, ja die obige Frage treibt mich schon länger um, wie "tickt" der Vintagefreund und sammler? Was sind seine Beweggründe sich alte Ticker...
walti

walti

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Hallo,

ja die obige Frage treibt mich schon länger um, wie "tickt" der Vintagefreund und sammler? Was sind seine Beweggründe sich alte Ticker zu kaufen. Ist es der Jäger und Sammlertrieb, der ihn viele alte Uhren anhäufen lässt. Interessiert ihn (sie) die Geschichte der Uhrmacherei?

Mag er (sie) es sich vorzustellen, was die Uhr schon alles erlebt hat ? Fragen über Fragen, die es zu beantworten gilt, ich hoffe aucf reichlich Antworten von euch !

Hier meine Gründe: Mich fasziniert die zurückhaltende schlichte Gestaltung dieser Veteranen, mehr sein als schein, perfektes Understatement.

Mehr Individualität, aktuelle Uhren kriegt man überall, nach einer guten alten Uhr muß man suchen, Zustände beurteilen können, die Geschichte und die Modelle der bevorzugten Marken kennen, Geduld aufbringen, detektivischen Spürsinn entwickeln, das beigeistert mich und was begeistert euch ?


LG

Walti
 
Ruebekarl

Ruebekarl

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Gute Frage: Ich habe nach meiner ersten Vintage nur noch gebrauchte gekauft. Der Stil gefällt mir einfach viel besser, die Auswahl ist grösser und der Preis kleiner. Nur leider sind die Folge- und Suchtkosten höher :)

Begeistern tut mich, dass es früher schon möglich war, so genaue Geräte zu bauen, und dass guter Stil guter Stil bleibt. Allerdings kann ich Dein 'perfektes Understatement' nicht ganz unterschreiben, wenn ich so meine 70er Ticker anschaue ... die sind doch auch verglichen mit heutigen Uhren auffällig, zwar nicht unbedingt ebenso gross, aber farblich doch deutlich präsenter :)

Tja, und dann gibt es noch den Schnäppchenfaktor und den Jäger-und-Sammler-U(h)rinstinkt ...
 
N

nodronn

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Ich bin eindeutig Jäger und kein Sammler, denn mein Credo lautet:
Die Jagd ist spannender als der Besitz!

Die heutige Zeit ist die Zeit des Konsums und damit auch der Schnelllebigkeit. Oft habe ich den Eindruck, aktuelle Produkte sind nicht für einen dauerhaften Gebrauch konzipiert sondern für einen schnellen Verkauf. Neue Uhren, die mir gefallen, sind für mich unbezahlbar. Und dann verwirrt mich noch die Modellvielfalt, wie viel unterschiedliche Modellvarianten eines Porsche 911ers gibt es aktuell noch mal (Carerra, Carerra S, Carrera 4, Carrera 4S, Carerra GTS, Carerra RS, Carrera GT 3, Carrera GT3 RS, Carrera GT2 RS etc.)? Kommerz und Umsatz zwingt die Hersteller, jede mögliche Nische mit einem Modell zu besetzen. Und sind alle Nischen besetzt, werden künstlich neue Bedürfnisse geschaffen. Mein allerliebstes Beispiel ist ja Laufbekleidung, früher Jogginghose Kapuzensweater und ab ging es. Heute schaut der geneigte Jogger zunächst auf seine Funkwetterstation und öffnet dann den Sportsachenschrank. Es gibt Regenjacken, es gibt Windjacken, es gibt Sommerjacken für kühle Morgenläufe, es gibt Sommerjacken für heiße Mittagsläufe mit integriertem UV-Schutz, es gibt Übergangsjacken, es gibt Winterjacken – und alles in Kombination mit der jeweiligen Funktionswäsche. Und so fühle ich mittlerweile auch bei der Produktpolitik vieler Uhrenhersteller.

Um wie viel entspannter hat es da der Vintage-Sammler. Er ist bestens informiert, was es zu alter Zeit gab. Er vertraut den Handwerkern, die der Uhr seinerzeit das Laufen beibrachte. Er weiß bestens über Werkmodifikationen Bescheid, und dass die wirklich nur zur Weiterentwicklung eingeführt wurden – nicht wie heutzutage aus reinen Marketinggründen. Ich kann mich auch nicht des Eindrucks erwehren, dass die Leute früher vielmehr hinter ihren Produkten standen und zwar aus Stolz auf ihre Leistung. Heutzutage ist es die reine Angst vor Arbeitsplatzverlust bei ständig wechselnder Modellpalette. Uhren waren früher oft zugleich Instrumente, die technische Betrachtungsweise solcher mechanischen Instrumentenuhren und wie die Hersteller an die Entwicklung herangingen, ist schlichtweg faszinierend. Heutzutage macht ein Computer alles schneller und besser – wir sind das gewohnt und setzen das im Alltag einfach voraus. Und die Bezahlbarkeit der Uhren, die mir gefallen, spielt auch eine Rolle.

All diese Gedanken sind dafür verantwortlich, dass ich eben Vintage-Sammler bin.
 
SINNlich

SINNlich

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Modeuhren gab es auch schon in den 30ern und die Vielfalt der Zifferblätter und Gehäuse war Legion. Da hat sich nichts geändert. Und gute, bezahlbare Uhren gibt es heute auch noch.

Bei mir ist es so, dass mir der Stil der 30, 40er, mancher 50er und der 60er Jahre gefällt. Mit keiner Uhr "verschmelze" ich so, wie mit den alten Schätzchen. Außerdem gefallen mir die kleinen Durchmesser und das Dezente eher, als die immer mehr auf Äußerlichkeiten gerichteten modernen Uhren. Die modernen Vintages sind lediglich ein Abklatsch des Echten.

Und außerdem bin ich geizig. ;-)

Grüße

Axel
 
luis960

luis960

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walti,

gestatte eine rückfrage: warum fragst Du ?

willst Du für eine ärztliche bahandlung schon ausreden suchen ?
hier bei uns brauchst Du keine angst zu haben, wir ticken alle irgendwie anders als andere.

ich sammle sie einfach aus leidenschaft, wobei es wirklich keine leiden schafft.
für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie gut die alten ticker immer noch funktionieren, für mich ist das einfach ein abbild der hohen mechanischen fertigkeit der damaligen zeit - und die gilt es m.E. zu erhalten

gruß aus hh

Luis
 
$lim_chance

$lim_chance

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Ich würde mich auf jeden Fall als Jäger und Sammler (und Bastler) bezeichnen. Außerdem stehe ich auf diese bunten 70er Jahre Uhren mit ihren verrückten Gehäuseformen und Zifferblätter. All diese Modelle werden heute wieder aufgelegt und liegen dann als Fortis, Diesel oder was weiß ich für ein Label im Schaufenster. Nur leider dann mit einem Quarz Herz. Dann nehme ich lieber die mechanischen Originale aus den 70er. Es braucht noch nicht mal was hochwertiges sein. Ob Ankra, Junghans, Seiko, Dugena, Citizen ist egal: Hauptsache hübsch.

Es macht einfach Spaß sich in der Bucht oder auf dem Flohmarkt ein paar schöne Stücke zu besorgen und sie dann wieder herzurichten.

So denn…
 
O

osterguentermann

Gast
Die grosse Werke-Vielfalt!
Und das schöne, meist zurückhaltende Design.
 
conner

conner

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Ich interessiere mich vor allem für Vintage, weil ich den Stil der vergangenen Generationen liebe.
Ich träume auch von einem alten Porsche und nicht von einem neuen.
Das Preis Leistungsverhältnis ist bei vielen Vintages einfach überragend, ich denke nur ein meine Movado mit einem El Primero für 1000€. Das schafft keine neue Uhr.
Und ich mag es wenn die uhren schon gebrauchspuren haben, das nimmt mir die Hemmschwelle die Uhren zu tragen, nach dem Motto ein kratzer mehr macht den Kohl nicht fett.
Und zu guter letzt ist es das spiel von Kaufen und Verkaufen, bei Vintages kann man mit ein bisschen Glück und gespür eine gute Rendiete erzielen.
( Das schizophrene daran ist aber, dass man die wirklichen Schnapper nicht mehr her gibt, kriegt man schließlich zu dem Preis nicht mehr wieder ;) )
 
falko

falko

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Ich kann nicht genau sagen, warum ich Vintages sammele und repariere. Wohl einfach, weil ich nicht richtig ticke.;-)
Jagen und Sammeln stecken eben tief in uns Menschen drin. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Uhren zu sammeln finde ich aber weniger schlimm, als z.B. Überraschungseier oder dergleichen Tand.
 
Thema:

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