wie Rufa-Anti-Shock öffnen? (Durowe 7422/2)

Diskutiere wie Rufa-Anti-Shock öffnen? (Durowe 7422/2) im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Moin, mein letzter Angel-Erfolg ist eine Zentra Manta mit einem Durowe 7422/2 (hier bei Christoph Lorenz) darin. Ehe ich mich an die notwendige...
Rollo

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Moin,

mein letzter Angel-Erfolg ist eine Zentra Manta mit einem Durowe 7422/2 (hier bei Christoph Lorenz) darin. Ehe ich mich an die notwendige Reinigung wage, habe ich eine kurze Frage: wie bekomme ich eine Rufa-Anti-Shock-Stoßsicherung (hier bei watch-wiki.org) auf? Kann man die Feder einfach an den "Einbuchtungen" zusammendrücken und hochklappen, ohne wegfliegen?

Danke schonmal für Tips. Wenn alles gelingt, stelle ich das ganz hübsche Stück gern vor.
 
Thallius

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Die Feder ist an einer Seite offen und an der anderen geschlossen. An der offenen Seite must du zunächst ein "Bein" durch die Öffnung "Herausholen" und dann das andere. Dabei springt die Feder meistens schon am geschlossenen Ende auch raus. Deshalb must du unbedingt beim "Herausbiegen" der Beine einen Finger (Fingernagel) auf die Feder legen um das Wegspringen zu vermeiden (u.U. kannst Du auch versuchen die Feder solange mit Rodico zu fixieren, habe ich aber noch nie versucht). Wenn Du die Beine übrigens zu viel nach innen biegst um sie heraus zu bekommen, brechen die gerne auch mal ab. Also ist Vorsicht geboten. Keine der leichtesten Stoßsicherungen….

Viel Erfolg

Claus
 
Rollo

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Ups, das ging schnell :-).

Heißt also: das geschlossene Ende ist etwas unter der Fassung? Auweia, ich stelle mir gerade das Einfädeln vor...
Ist Rodico statt Finger besser? Da hätte man sicher gleich den Deckstein mit dran kleben und könnte alles in den Safe packen.
 
Thallius

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Wieder einbauen ist sogar einfacher finde ich. Hinten drunter schieben, Fingernagel in der Mitte drauf und dann braucht man nur noch jedes Bein an der offenen Seite einmal kurz mit der Pinzette runterdrücken.

Wie gesagt mit Rodico habe ich es noch nicht probiert (Ich mach das ja schon seit über 25 Jahren und von daher ist das bei mir Routine). Die Idee kam mir nur gerade beim Schreiben, dass das eventuell eine gute Methode für einen Anfänger ist. Zum Einsetzen würde ich es eh nicht machen. Sonst hast Du auf den frisch gereinigten Teilen ja gleich wieder Fettflecke drauf.

Gruß

Claus
 
Rollo

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Danke, Claus, für Deine Tips :-) ! Soviele Jahre, wie Du das machst, soviele Uhren habe ich bisher überholt - und nicht alle funktionieren wie gewünscht (oder gar nicht mehr...). Da freue ich mich über jeden Hinweis!

Das mit dem Rodico beim Einbau ist natürlich klar. Für den Ausbau von solchen Flugobjekten ("UhrFO") habe ich das schon in Lehrfilmchen gesehen, das sah sehr plausibel und praktisch aus. Ansonsten ist ein schlanker Finger das beste Werkzeug schlechthin :-).

Mal sehen, vielleicht mache ich es gleich am Wochenende und stelle den Vintage-Ticker dann vor.
 
nobrett

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Ich bin davon abgekommen, jede Stoßsicherung zu öffnen. Eine Ultraschallreinigung der Teile des zerlegten Werks in 1:9 holt normalerweise normalerweise den Abrieb und das Altöl auch so raus. Das Risiko sinkt enorm.

Nur zur Erinnerung: Es ist bei Profis nicht unüblich Werke gänzlich unzerlegt zu reinigen. Und das funktioniert auch und der Uhrmacher kann auch für seine Arbeit garantieren. Und dabei stecken dann sogar die Zapfen noch in den Lagern. :???:

Gruß
Norbert
 
Thallius

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Hm Norbert, also da muss ich widersprechen. Die Stoßsicherung ist so ziemlich das einzige was auch bei einer "Schnell-Reinigung" noch zerlegt wird. Allerdings erst nach der Reinigung. Das Ganze funktioniert so:

Zeiger und Zifferblatt runter und das komplette Werk in eine Vibrations-Reinigungsmaschine. Erst das RU Bad (Reinigung) dann das ST (Spülen) und dann ein Bad zum Trockenschmieren. Danach werden dann nur noch die Stoßsicherungen zerlegt, die Unruh demontiert und die Spirale und Loch/Deckstein in Spiralfit von der Schmierung befreit und dann alles wieder montiert. Fertig!. Muste ich in einer Werkstatt wo ich nach meiner Gesellenprüfung angestellt war ein paar Jahre so machen.

Es kommt sogar oft vor, dass Loch- und Deckstein zerlegt in der Reinigungsmaschine nicht richtig sauber werden und man von Hand nachhelfen muss.

Gruß

Claus
 
Aeternitas

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...ist ja interessant...wie läuft das mit dem Federhaus? Da ist doch immer noch Reinigungsflüssigkeit drin! Und die meisten Federhäuser, die ich öffnete hatten eine Reinigung dringend nötig. Das ist doch Murks.

Die Durowesicherung ist relativ komfortabel zu machen. verdrehen und dann einzeln die Füße raus lassen. Ein Zahnstocher kann auch ein Wegfliegen unterbinden. Zurück in umgekehrter Reihenfolge.

Aus meiner Erfahrung lasse ich meist zwei Stoßsicherungen zu: Baumgartner und Slawa. Die sind eine Katastrophe und ohne Spezialwerkzeug kaum zu machen.
 
Rostfrei

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Nur zur Erinnerung: Es ist bei Profis nicht unüblich Werke gänzlich unzerlegt zu reinigen. Und das funktioniert auch und der Uhrmacher kann auch für seine Arbeit garantieren. Und dabei stecken dann sogar die Zapfen noch in den Lagern. :???:
das kann man evtl. bei Quarzuhren machen, aber bei mechanischen Uhren ist das imho sehr grenzwertig. Gerade ein Federhaus sollte anständig geschmiert werden und dazu ist es nunmal notwendig das Uhrwerk zu demontieren.
 
Thallius

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das kann man evtl. bei Quarzuhren machen, aber bei mechanischen Uhren ist das imho sehr grenzwertig. Gerade ein Federhaus sollte anständig geschmiert werden und dazu ist es nunmal notwendig das Uhrwerk zu demontieren.
Glaub mir das wird auch heute noch zu hauf gemacht. Oder glaubst du wirklich die Uhrmacher die mir einmal die Woche eine "Wollen sie nicht ihre Uhren auch bei uns reparieren lassen" Werbepost zuschicken können eine mechanische Uhr für 30 Euro wirkllich komplett zerlegen, reinigen und wieder zusammen setzen und verdienen dann auch noch was daran? Ich glaub das nicht…

Gruß

Claus
 
Rostfrei

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Das ist mir vollkommen klar, dass das gängige Praxis ist - aber solche Leute würde ich ungern als Profis bezeichnen. In meiner Welt grenzt das an Pfusch.
 
Thallius

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Das ist mir vollkommen klar, dass das gängige Praxis ist - aber solche Leute würde ich ungern als Profis bezeichnen. In meiner Welt grenzt das an Pfusch.
Naja sehe ich ein wenig anders. Es ist einfach "You get what you pay for". Die Uhren laufen danach wieder. Wie lange ist dem Kunden erstmal egal. Nicht das ich das als große Uhrmacherkust betrachte aber es ist auch kein Pfusch. Pfusch wäre es wenn es auf Kosten des Verbrauchers gehen würde. Da tut es aber nicht.

Gruß

Claus
 
nobrett

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*grins*

Ein Profi ist jemand der damit Geld verdient. Wir sind uns ja einig, das Reinigen unzerlegter Werke grenzt an Uhrenfrevel.

Um den Schmerzlevel noch mal zu steigern, gebe ich noch diesese Zitate zum besten: "Der Ausbau des Federhauses vor der Reinigung ist empfehlenswert, selbst wenn dieser Arbeitsgang überflüssig scheint, da die meisten Uhren heute mit einer selbst schmierenden Zugfeder ausgerüstet sind" und "Federhäuser können im Werk verbleiben, sofern sie eine Öffnung im Federhausdeckel besitzen". (Quelle: Jendritzki, Stern, Heydt, "Die Armband- und Taschenuhr in der Reparatur").

Gruß
Norbert
*der alles beim Reinigen brav zerlegt, zugepampte Federhäuser hasst, Stoßsicherungen aber aus Feigheit weiterhin nur im Notfall öffnet*
 
Rollo

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Das ist ja eine interessante Diskussion geworden :-). Ich verfolge euch gespannt, danke. Aus meiner unmaßgeblichen Praxis würde ich mir wünschen, wenn so viel wie möglich zusammen bleiben könnte. Aber bei jahrzehntealten Uhren ist das sicher nicht so sinnvoll bei dem Dreck, der da oft drin klebt. Vor Stoßsicherungen habe ich gesunden Respekt und lasse sie nur deswegen bisher zu :-(.
 
Philipp

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Das ist mir vollkommen klar, dass das gängige Praxis ist...
Solch ein Angebot für 30 Euro wurde mir noch nicht gemacht :shock: und das es "gängige Praxis" ist, löst in mir unbehagen aus. :???:

In meiner Welt grenzt das an Pfusch.
Viele Werke haben doch Stellen (abgesehen vom Federhaus) um die man sich kümmern muss.
Bei Eta 2452/72 z.B: muss einiges raus um an den Deckstein vom Ankerrad zu gelagen...
Rüttelwaschung mit Trockenschmierung - auch nicht meine Welt, das sehe ich wie Theo.
 
Thallius

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Anscheinend ist es einfach nur wichtig sich hier so weit wie möglich von solchen Praktiken zu distanzieren. Ob diese unter gewissen Umständen auch Vorteile haben können ist erstmal egal. Wahrscheinlich mache ich mir mit meiner Toleranz dann hier wohl meinen Ruf kaputt auch wenn ich selber schon lange nicht mehr so arbeite. Naja weiß ich Bescheid und werde in Zukunft einfach mit dem Strom schwimmen und sowas total verteufeln.

Gruß

Claus
 
Rollo

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Nur mal "off topic" gefragt: was ist denn bitte Trockenschmierung, außer für mich vom Begriff her ein Widerspruch in sich?

Übrigens, die 30 Taler für eine einfache Reinigung kenne ich auch. Und ich habe mich gefragt, wie man damit auf einen Handwerker-Stundensatz kommt. Ich kann das freilich nicht einschätzen, denn ich brauche 3 Stunden :-).
 
Thema:

wie Rufa-Anti-Shock öffnen? (Durowe 7422/2)

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