Wie mit Besuchskatze umgehen?

Diskutiere Wie mit Besuchskatze umgehen? im Small Talk Forum im Bereich Small Talk; Hallo zusammen, mir ist klar, dass es schlimmere Probleme gibt, als das Folgende, aber mich würde Eure Meinung interessieren. Seit etwa 2 Monaten...
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#1
TobyK

TobyK

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Hallo zusammen,
mir ist klar, dass es schlimmere Probleme gibt, als das Folgende, aber mich würde Eure Meinung interessieren.

Seit etwa 2 Monaten besucht uns eine Katze. Jeden Tag sitzt sie vor der Terrassentüre. Sie kommt rein, spielt mit uns und legt sich auf die Couch, den Schoß, die Heizung und schläft.
Irgendwann schmeißen wir sie dann raus, da sich der Besitzer ja sicherlich Sorgen macht.

Wir wussten anfangs nicht, wem sie gehört. Also haben wir ein Katzenhalsband gekauft, dazu eine kleine Metallkapsel und ein Schreiben mit Telefonnummer und Adresse von uns rein, dass wir gerne Kontakt aufnehmen würden.
Plan war, dem Besitzer zu sagen, dass er sich keine Sorgen machen braucht, wenn die Katze fehlt, weil sie wahrscheinlich bei uns die Couch warm hält.
Wir dachten es wäre eine gute Idee Telefonnummern auszutauschen, sodass der Besitzer schnell und einfach bei uns nachfragen kann, ob die Katze da ist oder z.B. dass wir sie heimschicken sollen.

Wenig später stand die Besitzerin bei uns vor der Türe. Eher ungehalten. Nachbarin von direkt gegenüber.
Sie möchte nicht, dass wir die Katze reinlassen. Sie möchte sie zwar weiterhin gerne rauslassen, aber sie möchte nicht, dass sie zu uns kommt, damit sie sich nicht an uns gewöhnt.
Meinen Einfall mit dem Telefonnummernaustausch fand sie nicht so toll.
Mein Argument, dass wenn ich sie nicht reinlasse, sie wahrscheinlich irgendwoanders hingeht und dabei vielleicht zig Straßen überquert oder bei jemandem landet, der sie vielleicht weniger gut behandelt als ich, interessierte sie nicht.
Ihrer Meinung nach kommt die Katze einfach wieder heim, wenn sie keiner reinlässt.

Man muss dazu sagen, dass wir die Katze mittlerweile sehr gerne mögen. Ich war immer der Hundemensch, aber die kleine hat mich umerzogen.

Trotzdem, weil ich keinen Streit haben möchte, sagte ich zu, dass wir sie nicht mehr reinlassen würden.

Die nächsten Tage sahen dann so aus, dass sie wieder bei uns auf der Terrasse saß, stundenlang und uns anstarrte. Teilweise saßen wir wie die Maulwürfe im Bau, weil wir den Rollladen runterließen und dachten, sie würde dann heim gehen.
Tat sie aber nicht.
Das ging ein paar Tage so aber ehrlichgesagt war es mir dann irgendwann zu doof und ich ließ sie wieder rein.

Natürlich stand kurze Zeit später die wütende Nachbarin vor der Türe und fragte was das soll.
Meinen Einwand, dass ich es nicht einsehe, im Dunkeln zu sitzen, ließ sie nicht gelten.
Sie wollte die Katze haben.
Als ich sie holen wollte, hatte sie sich unter der Couch versteckt und war nicht rauszubewegen. Sie saß vorher noch nie unter der Couch.
Der Nachbarin gesagt, dass ich sie rüberbringe, sobald ich sie rausgeholt habe, Türe geschlossen und schon stand die vierbeinige Nachbarin wieder neben mir.
Mich bei ihr entschuldigt, sie hochgenommen und rübergetragen. Auch der nochmalige Versuch eine Besuchsregelung zu erwirken blieb ohne Erfolg.

Seitdem sperren sie die Katze ein und glauben (nach eigener Aussage), dass sie sich damit mehr an die Besitzer gewöhnt und nicht mehr zu uns kommt.


Wer so lange durchgehalten hat, kann mir vielleicht meine Frage beantworten: was mach ich denn, wenn die Katze wieder bei mir vor der Türe steht?
Mir ist die Nachbarin vollkommen egal. Hab noch nie ein Wort vorher mit ihr gewechselt und dabei nichts vermisst.
Aber einen womöglich ausartenden Streit möchte ich auch nicht.
Möchte aber auch die Katze weiterhin als Besuch empfangen, weil sie zuckersüß ist.

Freu mich über Eure Meinungen

Gruß
Tobias
 
#2
T

Tomcat1960

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Vor Jahren besuchte uns ein bezaubernder roter Kater. Der wollte auch nicht mehr weg, und er vertrug sich sogar mit unseren Katzen. Trotzdem haben wir Zettel rausgehängt mit einem Foto des Katers.

Nach ein paar Tagen meldete sich die Besitzerin und holte ihn ab (er stammte aus einem Haus in der Parallelstraße). Wir sahen ihn dann noch ein paar Mal, und jedes Mal sah er schlechter aus. Nach ein paar Monaten kam er dann gar nicht mehr und wir erfuhren später, dass er an einer unbehandelten Katzenkrankheit gestorben war.

Hätten wir ihn mal lieber stillschweigend behalten. Katzen sind wie Zauberstäbe - sie suchen sich ihren Besitzer ihr Personal. ;-)
 
#3
G

Gödel

Guest
Hmmm..im Griechenlandurlaub stand erst eine Katze auf der Terasse. Wir ließen sie rein. Sie bekam Futter und Wärme am Kaminfeuer.
Am nächsten Tag standen zwei Katzen auf der Terasse. Wir ließen beide rein.
Am dritten Tag warteten vier Katzen. An den folgenden Tagen hielten sich sechs Katzen vor unseren Bungalow auf.
Ganz geheuer war mir das nicht. Ich hab dann einfach die Katzen alle verjagt. Einfach wild mit den Armen fuchteln und zischende Laute machen :D

Mein Rat: besorg Dir Deine eigene Katze und verjag jedesmal die Nachbarskatze wenn sie wieder schnorren will.
 
#5
TobyK

TobyK

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hm nein, ich will gar keine eigene Katze
Nachdem mein Hund mit 14 Jahren letztes Jahr gestorben ist, bin ich geheilt was Haustiere angeht. Wenn dann gibts nur ne Schildkröte die mich überlebt.
Ich hätte gerne eine Besuchskatze.
Aber die Nachbarin sagte wörtlich "teilen möchte ich sie nicht"

IMG_20190111_123227.jpg

sich selber eine Katze zu holen, wenn man das möchte, ist ja auch kein Garant dafür, dasa die einen dann mag.
Womöglich sucht die eigene sich dann auch ein anderes Plätzchen
 
#6
Eric72

Eric72

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Generell würde ich, auch nicht wollen, dass meine Katzen woanders hingehen und da noch gefüttert werden. Das liegt aber auch daran, dass ich nicht will, dass sie zu fett werden.

Wenn sie aber schlecht behandelt werden, ist das eine andere Sache. Aber das weisst Du ja nicht wirklich. Eine Nachbarskatze von uns geht auch überall hin und wir woanders gefüttert. Nicht von uns, da sie zu uns selten kommt. Aber die ist auch so selten drinnen und sieht manchmal echt verwahrlost aus.....
 
#7
Veltins

Veltins

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Es ist nicht deine Katze. Die Besitzerin möchte nicht, dass du die fremde Katze reinlässt. Das hat man zu akzeptieren, ganz einfach. Wenn du jetzt auf den Geschmack gekommen bist, hol dir eine Katze. Aber ich kann verstehen, dass die Besitzerin das nicht möchte, egal wie gut es die Katze bei dir hat. Ist eigentlich ganz einfach.
 
#9
TobyK

TobyK

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rechtlich hast Du natürlich Recht.
Ich frage mich nur wie das im Sommer praktisch ablaufen würde. Da ist bei uns immer alles offen
 
#10
I.v.e

I.v.e

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do bin i dahoam
Katzen lassen sich schwer bis garnicht domestizieren. Ihr gefällt es einfach nicht bei deiner Nachbarin und sie sollte sich selber mal an den Kopf fassen, warum das so ist. Du kannst nichts dagegen machen, wenn die Katze wieder bei dir vor der Tür steht. Es gibt genügend Beispiele wo sich Katzen ihre neuen Besitzer selber aussuchen. Bei euch hilft nur, wenn deine Nachbarin sie nicht mehr rauslässt - arme Katze :motz::-(
 
#11
Mueller27

Mueller27

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Leider ist das Thema offenbar - der Einträge in Google und der Anwälte die sich als Rechtsbeistand anbieten - gar nicht so selten.

Ohne jetzt die Seite deiner Nachbarin zu kennen:
Genauso wie es in Deutschland tausende, wenn nicht hunderttausende von Menschen gibt, die ihre eigenen Kinder schlecht behandeln gibt es auch genau viele Menschen die ihre eigenen Haustiere mit voller Absicht schlecht und nicht artgerecht behandeln. Und da Katzen - anders als Hunde, und auch anders als die meisten Kinder - nun mal schon von ihrer Art her kein Gefühl einer verpflichtenden zugehörigkeit gegenüber ihrem "Herrchen" kennen, reagieren die Tiere dann eben damit, dass sie Türmen und schauen ob es woanders nicht liebere Menschen gibt.

Nur sind Tiere - anders als Kinder - rechtlich gesehen nun mal Sachen, an denen ihr Besitzer ein unbestreitbares Eigentumsrecht hat.
Solange also nicht offensichtliche schwere Tierqäulerei vorliegt, kann der Besitzer seine "Sache" jederzeit zurückfordern.

Es gibt auch Gerichtsurteile nach denen es Dir als Grundstückseigner sogar untersagt ist fremde Katzen auf deinem eigenen Grundstück regelmäßig zu füttern, sog. "Anfüttern", da Du damit die Verfügung des Nachbarn über seinen "Besitz" einschränken könntest.

Die Nachbarin hat also leider recht.
Und jeder von uns kennt diese Art des stumpfsinnigen Beharrens der meisten Menschen, wenn es um ihr heilges Recht und ihren heiligen Besitz geht.

Lösung:
Kauf Dir eine eigene Katze. Ebenfalls Freigänger. Offenbar kannst Du ja gut mit Tieren. :-)
Meist mögen sich fremde Katzen nicht besonders, so dass Du dann weniger Besuch bekommst.

Und die Gefahr, dass deine eigene neue Katze dann zum Nachbarn ausbüchst, scheint ja gering zu sein. Denn da drüben gibt es nichts, was einen anlocken könnte.

Carsten
 
#12
TobyK

TobyK

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ich versteh es auch nicht. Ich dachte sie wäre froh eine so einfache Lösung serviert zu bekommen. Sie müsste sich keine Sorgen machen, sie wüsste wo sie ist.
Und so groß scheint die Liebe zur Katze auch nicht zu sein, da sie mir beim ersten Besuch anbot die Katze zu kaufen (nicht freundlich sondern eher als Drohung, damit ich sie nicht mehr reinlasse)
 
#13
B

BreiTag

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Es ist nicht deine Katze. Die Besitzerin möchte nicht, dass du die fremde Katze reinlässt. Das hat man zu akzeptieren, ganz einfach. Wenn du jetzt auf den Geschmack gekommen bist, hol dir eine Katze. Aber ich kann verstehen, dass die Besitzerin das nicht möchte, egal wie gut es die Katze bei dir hat. Ist eigentlich ganz einfach.

Ich würde die Katze versuchen nicht mehr ins Haus zu lassen, vielleicht bleibt sie dann von alleine weg. Sollte sie dennoch immer wieder kommen und evtl. anfangen an den Türen / Fenstern zu kratzen um reingelassen zu werden und dabei vielleicht etwas beschädigen, würde ich sie reinlassen, das der Nachbarin erklären und ihr sagen, wenn ich sie nicht reinlasse und sie mir deshalb Fensterrahmen und Türen zerkratzt darf sie gerne für den Schaden aufkommen.
 
#14
TobyK

TobyK

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wir füttern sie nicht an
Wir freuten uns immer wenn sie kam. Meist saß sie schon vor der Türe wenn ich heimkam.
Insofern seh ich mich rechtlich nicht in Gefahr.
Eine eigene Katze möchte ich nicht. Hört sich jetzt vielleicht emotional verklärt an, aber die Wahrscheinlichkeit eine andere Katze aus dem Tierheim zu holen, die ähnlich gut zu uns passt, ist ja eher gering
 
#15
Spitfire73

Spitfire73

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Deine Nachbarin versteht das Tier nicht. Traurig eigentlich. Eine Katze entscheidet immer selbst, mit wem sie ihre Zeit verbringt und nicht ihr zivilrechtlicher Eigentümer. Katzen sind keine unterwürfigen Hunde, die einen Herrn brauchen oder dem gar dummdämmlich folgen sondern sie sind selbst die Herren. Wenn sie lieber bei Euch ist, dann sollte das Deiner Nachbarin zu denken geben. Mir würde das jedenfalls zu denken geben. Niemand kann Dir verbieten, ein Tier, das von sich aus auf Dein Grundstück oder in Dein Haus geht, zu streicheln oder den Aufenthalt zu dulden. Katzen haben Reviere, die sie begehen und verteidigen und wenn die Katze entscheidet, dass Euer Grundstück dazu gehört, dann ist das so. Sie interessiert sich immer für das, was in ihrem Revier passiert und damit auch für Euch. Dem lieben Frieden zuliebe würde ich den Kontakt zum Tier aber minimieren bzw. so gestalten, dass er nicht zu auffällig wird.

Gruß
Helmut

PS: Wir haben selbst eine "Besuchskatze", die sich sehr wohl fühlt bei uns. Und die Nachbarn, denen sie gehört, sehen das sehr entspannt zumal wir sie in deren Urlaubszeiten betreuen.
 
Zuletzt bearbeitet:
#17
kater7

kater7

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Ich würde die Katze kaufen wenn sonst dem nichts im Wege steht. Das Tiere uns nur einen begrenzten Lebensabschnitt begleiten ist eben so. Schon im Interesse und zum Wohl der Katze kannst du eigentlich nicht anders handeln.
 
#18
TobyK

TobyK

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geiler Nickname zum Thema.
Ich hab mir das auch schon überlegt. Aber ich fürchte die Fronten sind bereits verhärtet sodass ein Verkauf wahrscheinlich nicht mehr zur Debatte steht
 
#20
Mueller27

Mueller27

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Und so groß scheint die Liebe zur Katze auch nicht zu sein, da sie mir beim ersten Besuch anbot die Katze zu kaufen (nicht freundlich sondern eher als Drohung, damit ich sie nicht mehr reinlasse)
Dann - wenn das noch möglich ist - würde ich die Katze kaufen.
Ja, man wirft damit einem dummen Menschen Geld in den Rachen.
Aber es wäre eine gute Tat.

Preislich würde ich der Dame 100€ vorschlagen, wenn es keine besondere Rassekatze ist.
Das ist die übliche "Schutzgebühr".

Carsten

P.S. Eben gerade gesehen, dass das vermutlich nicht mehr geht. :-(

P.S.S. Thema Katzen-Reviere: Eine eigene Katze verhindert zwar keine Besuche im Garten ,aber recht zuverlässig, dass eine fremde Katze bis ins Haus kommt. Selbst schwache und nicht-dominate Tiere verteidigen in der Regel als absolutes Minimal-Revier ihr eigenes Haus.
 
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