Wie genau sollte eine Glashütte Spezimatic von 1975 gehen?

Diskutiere Wie genau sollte eine Glashütte Spezimatic von 1975 gehen? im Herrenuhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, ich habe mir von einem Uhrmachermeister eine überholte Glashütte Spezimatic von 1975 für stolze 320€ gekauft. Außen ist sie top. Aber...
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Thorais

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Hallo,

ich habe mir von einem Uhrmachermeister eine überholte Glashütte Spezimatic von 1975 für stolze 320€ gekauft. Außen ist sie top.
Aber sie geht pro Tag etwa 2 Minuten nach.
Ist das ok?

Könnt Ihr mir als Leihen da helfen?

Thomas
 
uhrzeittier

uhrzeittier

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wie genau eine Uhr gehen soll, hängt doch sehr vom persönlichen Geschmack ab ;-)

Jedoch dürfte es kein Problem für einen Uhrmacher darstellen, das Ganze ein wenig zu regulieren. Und zuuu teuer wird dieser Service auch nicht sein, wenn es der Gleiche ist, der die Uhr verkauft hat!
 
S

smokeboy-joern

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Hallo Thorais!

Also meine alte Glashütte Kaliber 69.1 hat eine Abweichung von ca. +30Sek/Tag. Damit kann ich gut leben. Aber 2Min/Tag wäre mir zu viel.

Ich hatte meine Uhr letztes Jahr zur Überholung zu Herrn Heinrich geschickt!
Er ist ein anerkannter Experte für die alten GUB-Glashütte Uhren und hat bereits mehrere Bücher zu dem Thema veröffentlicht. Trotzdem ist er sehr günstig und hat immer alle Ersatzteile parat.

Am besten nimmst Du mal Kontakt zu Ihm über seine Homepage auf. Er kann Dir bestimmt die beste Auskunft zu Deiner Uhr geben.

www.watch-factory.de

Grüße,
Jörn
 
SINNlich

SINNlich

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Stolzer Preis, dafür darf man eine gut regulierte Uhr erwarten. Also nochmal hin damit und erst zufrieden sein, wenn die Uhr zwischen -5 oder +20 Sekunden läuft.

Grüße

Axel
 
D

dafa

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Habe vor kurzem auch zugeschlagen und eine GUB Kal. 67.1 von 1964 gekauft. Werde dann berichten, wie genau sie läuft :-D
 
mecaline

mecaline

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Bei alten Uhren ist so meine Grenze +/- 30 Sek. 2 Minuten halte ich für zu viel. Letzten Endes ist die Uhr ja "funktionsfähig", d.h. einigermassen sollte sie die Zeit ja halten können.
 
Sedi

Sedi

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Hi,
also bei einem vintage Ührchen aus der Bucht das vielleicht noch nie einen Service hatte würde ich die Abweichung tolerieren aber nicht bei einer frisch revidierten Uhr, die ich bei einem Uhrmacher gekauft hätte. Also wieder hintragen. Der Preis ist außerdem ganz schön heftig - diese alten Teile aus der ehemaligen DDR hat man doch vor ein paar Jahren noch für'n Appel und 'n Ei in der Bucht gekriegt. Mir scheint's da wird der Name "Glashütte" ganz schön gewinnbringend vermarktet, auch wenn das mit heutigen Hochpreisprodukten aus Glashütte nicht das geringste zu tun hat.

Gruß, Sedi :-D
 
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mr.chris

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SINNlich schrieb:
Stolzer Preis, dafür darf man eine gut regulierte Uhr erwarten. Also nochmal hin damit und erst zufrieden sein, wenn die Uhr zwischen -5 oder +20 Sekunden läuft.

Grüße

Axel
Schließe mich an. Habe eine ca. 40 alte Glashütte (Handaufzug) vom Uhrmacher meines Vertrauens überholen lassen. ca. 15 sec Vorgang pro Tag.

Christian
 
U

Uhrtyp

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Kleine Ernüchterung eingeflochten:...Glashütte nach 1950 hat eigentlich nicht all zu viel mit Glashütte zu tun!!! Klingt blöd und ist (war) es auch!!! Für eine GUB mehr als 150 EUR auszugeben, ist meiner bescheidenen Meinung nach mit Enthusiasmus nicht mehr zu rechtfertigen.
Habe mich selbst mit der Geschichte Glashüttes, allerdings mit den tatsächlich ruhmreichen Zeiten dieses Standortes, auseinandergesetzt und bin leider zu diesem vernichtenden Ergebnis gekommen.

Ansonsten ist eine Vintage ein Objekt, mit dem man sich durchaus über den Tag hinweg einwenig "beschäftigen" sollte. Aufziehen und wenn nach Sonnenuntergang der Rotwein aufgemacht ist, etwas nachregulieren, sollte durchaus nicht zur Belastung werden!

2-5 Min. pro Tag sollten tolerierbar sein, auf die Investition von ggf. >100 EUR Reinigungs- und/oder Regulierungskosten verzichten zu können.

Entgegen heutigem Cybermüll sind solche Uhren "lebendes Metall"! Dementsprechend sollte man einwenig tolerant gegenüber "diesen Wesen" sein. (Einflussfaktoren: Temperatur, mechanische Beanspruchung, verschiedene Lagen etc. verändern das Gangverhalten permanent)

Grüße.

PS.: Wer lebt seinen Tag schon auf die Sekunde genau?
 
M

maxi-opel

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ja das stimmt, aufpassen das sie dir nicht weg läuft...sonst viel freude mit der uhr genießen :wink:
 
S

smokeboy-joern

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Man sollte die Glashütte-Uhren nach 1950 aber auch nicht unterschätzen!

Es wurde nicht die gesamte Uhrmacher-Kunst über Bord geworfen!!!

@ Uhrtyp: Du solltest Dir mal die GUB-Kaliber 60.2, 64, 66 und 70.3
etwas genauer anschauen!
Sie verfügen z.B. alle über eine sehr feine Schraubenunruh.
Da wirst Du mit 150 Euro wohl kaum hinkommen!
Bei den Spezimatik-Uhren gebe ich Dir allerdings recht.
Da sind Preise um die 300 Euro zwar normal, aber für das
Kaliber nicht gerechtfertigt.

Grüße,

Jörn
 
U

Uhrtyp

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Als ausgemachter Mechanik- und Vintagefan echt ein Thema für mich! Allerdings eine Schraubenunruh gabs in nahezu jeder (auch no-name-) Uhr ab 1830.

Eine Uhrenproduktion ohne eine repräsentative Anzahl an Edelmetallgehäusen oder wenigstens ein paar limitierte Linien überhaupt,...wie soll man's bezeichnen, höflich formuliert: Schade, was SIE aus Lange & Co. nach 1945 gemacht haben.

Letztlich, die ENTEIGNUNG dieses Traditonsstandortes ist UNENTSCHULDBAR und sollte heute auch in keinster Weise "beklatscht" werden!

Grüße,

(ein Glashütte-Fan und -sammler!)
 
S

smokeboy-joern

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Das die Enteignung nicht zu entschuldigen ist, ist doch klar!

Trotdem kann man nicht pauschal behaupten, GUB-Uhren hätten keinen realen Wert von über 150 Euro!
Ich habe jetzt auch keine Lust hier die genauen Herstellungszahlen der einzelnen GUB-Kaliber aufzulisten, aber es sind einige Sahnestücke dabei, die manch ein Vintage-Sammler sehr gerne in seiner Vitrine hätte.

Es ist eben nicht immer das goldige Gehäuse wichtig, sondern bei vielen zählen die inneren Werte mehr!

Als kleiner Lektürentipp:

Werner Heinrich,
Mechanische Uhren aus Glashütte von 1950 - 1980,
98 Euro, z.B. bei Bücher.de
 
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Uhrtyp

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Ich komme selbst aus diesem Teil "Glashütte-Deutschlands" und meines noch erhaltenen Wissens wollten (wie immer, bis auf Ausnahmen) diese Uhren nicht all zu viele Leute haben.
Sicherlich, in den "Intershops" wurde sich in der "Quarzwelle" der 80'er verstärkt auf die "japanischen Kunstherzen" gestürzt, aber ich finde, man tut "Glashütte" unrecht, wenn man die Traditionen dieses Standortes von 1845 - 1945 mit der GUB-Produktion vermischt!

Ohne dein Literatur-Tipp gelesen zu haben, weiß ich, daß diese Uhren zu DDR-Zeiten im wenigen Ostmark-Bereich lagen und bei dem heutigen "Markenwahn" sollte man gerade in diesem Bereich "Apfel und Birne" voneinander trennen!!!

Wenn ich mir die Werke ansehe, dann sind diese relativ in Gänze liebloser Einheitsbrei, tut mir einfach Leid! Weder von Chatons, noch von Feinregulage und schon gar nicht von einer Platinengestaltung eine Spur. Alles Qualitätsmerkmale der ehemalig weltbesten Taschenuhrproduktion und erst wieder Qualitätsmerkmale geworden der heutigen innovativen Produktion a la Lange, Union und Glashütte Original.

Also mit Verlaub, ich kann "den Dingern" einfach nichts abgewinnen!!!

Grüße.
 
S

Stolle

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Habe beim Stöbern diesen Beitrag hier im Forum entdeckt und nicht die Formalitäten gescheut mich mal anzumelden um eine Antwort hier zu posten.

@uhrtyp - also es ist schon ungeheuerlich die Leistungen der Leute nach 1951 hier in Glashütte so runter zu machen und die DDR-Zeit in der Uhrenproduktion als nichtig zu betrachten. Wie an vielen Stellen wurde auch hier aus dem nichts, wieder etwas aufgebaut und konstruiert und entwickelt. Die "einfache" Spezimatic z.B. war eine der flachsten Uhrwerke der Welt (die Eternamatic war flacher) und in der Zeit wo "Höhe" das Maß der Dinge war, konnte man ein solides massenfähiges Produkt anbieten. Die Uhren ticken an den Handgelenken heute noch - wieviele Werk können das von sich behaupten. Das die Uhren keiner haben wollte ist lächerlich- die Glashütter Spezimatic war nicht zu bekommen (Bückware) und 190 DDR-Mark wollten gespart werden. Bei vielen der damaligen Generation, verbindet sich mit dieser Uhr etwas, es war das ersehnte Jugendweihegeschenk oder zur Hochzeit.

Nicht vergessen sollte man auch folgenden Punkt, Fachkräfte wurden nach der Wende ab 1993 in Glashütte wieder gesucht und die "unfähigen Massenproduktarbeiter" waren die Leute, die den heutigen Ruf der Nobeluhren ob bei GO oder Lange mit erarbeitet haben. Das Wissen und die Fertigkeiten dieser Leute, waren der wichtigste Bestandteil des heutigen Erfolgs. Ich weis, das will keiner wahrhaben oder schnell vergessen!!!

Quälitätsmerkmale?
Chatons wurden damals eingesetzt um die Steine noch etwas in den Bohrungen rücken zu können und so Abweichungen zu korrigieren - unnützer Aufwand, da in der DDR bereits Messpunktverfahren angewendet wurden und die Bohrungen auf das genaueste an der Stelle und Größe eingebracht wurden - Stein rein und fertig.

Feinregulage, wenn ein Uhrwerk reguliert wird, kann man das bei der Spezimatic sehr gut am Rückerzeiger und es sind sehr gute Gangwerte möglich.

Werkverzierung, optischer Aufwand, der die Uhr nicht genauer macht.

Qualitätsmerkmale einer Uhr sind vielmehr: Zuverlässigkeit, Gangdauer, Genauigkeit, Revisionshäufigkeit, Haltbarkeit. Diese Merkmale waren bei den meisten Kalibern von der 60 über die 67, 68, 69, 70, 74, 75 u. 11 bei den Herrenuhren gegeben.

Einheitsbrei!!! Was ist den mit den ETA Werken die heute in den Uhren namhafter Hersteller laufen und die gesamten Uhren nicht unter 500 Euro eher über 1000 Euro kosten?

Wenn Du den "Dingern" nichts abgewinnen kannst, bitte beschäftige Dich mit dem Thema und mach nichts schlecht von dem du scheinbar nichts weißt.
Mir ist klar das der Ton etwas scharf ist aber so viel Murks regt auf!!!

Wer eine gute mechanische Uhr mit Tradition und Optik der 60 / 70 er Jahre sucht, liegt mit der Glashütte Spezimatic richtig. Robustes Uhrwerk und erfüllt alle o. g. Qualitätspunkte. Mittlerweile gibt es Leute die sich mit Ersatzteilen beschäftigen, um diese Uhren wieder tragbar zu machen und Gehäuse, Zeiger, Zifferblätter zur Verfügung stellen. Wer seine alte Uhr wieder alltagstauglich machen will kann dies jetzt tun und wird seine Freude daran haben. Natürlich hat alles seinen Preis aber der ist aus meiner Sicht i.O. und nicht jeder kann sich eine Senator Sixtis leisten, hat aber noch ´ne alte Spezimatic im Schrank.

Noch etwas ist wichtig, zur Enteignung sollte man sich über die Vorgänge kundig machen. Es gibt paar tolle Leute, die haben jahrelang Archive durchforstet und spektakuläre Zeitzeugnisse endeckt und aufgelistet, wie es wirklich war?!
Viele Grüße
Stolle
 
M

Mu Lei

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@Stolle
Sehr schöner Betrag!!!

Ich wollte zu DDR-Zeiten (zur Jugendweihe) gern eine Spezimatic habe. Meinen Eltern war es damals nicht möglich, eine zu kaufen, weil es sie nicht gab.

Die Uhrwerke der GUB gehören aus meiner Sicht zur Geschichte deutschen Uhrenbaus, wie manch andere in Deutschland bereits vom Markt verschwundene Hersteller, die die Werke von ETA nur "gepimpt" haben.
 
U

Uhrtyp

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@Stolle:

Wie viele Uhrwerke aus der Zeit heute noch ticken?

Nahezu alle, die von einem Uhrenliebhaber mit dem nötigen Respekt über die Jahrzehnte getragen wurden!!! Die Stücke meiner Longines-Sammlung, die ich übrigens alle im Alltag trage, stammen aus den Jahren 1930 - 1945.

Die Glashütter Spezimatic war so genannte "Bückware".

Auf einen Trabant oder Wartburg hat man auch 18 Jahre warten müssen, machte die Autos allerdings nicht zu Qualitätsprodukten der weltweiten Fahrzeugproduktion. Wie man diesem Mißstand noch etwas Positives abringen kann, entzieht sich meiner Vorstellungskraft!!!

190 DDR-Mark für eine Spezimatic -

standen zu Beginn der Quarzuhr-Ära 760 DDR-Mark für eine Ruhla gegenüber! Als dann Modelle so um die 300 DDR-Mark auf den "Markt" kamen, hab' ich mir auch eine "gegönnt". Die Qualität war miserabel!!!

Chatons = unnützer Aufwand?!

...kein Kommentar!!!

Enteignung, wie sie "wirklich" war:

Vermutlich ist Walter Lange 1948 freiwillig davongelaufen, weil ihm bei der "Fülle der ihm gebotenen privatwirtschaftlichen Möglichkeiten" in der DDR der unternehmerische Anspruch zu gering war, oder???

Ich glaube anhand der o. g., sinngemäß wiedergegebenen Anspielung von Ihnen zu wissen, wessen "Geistes Kind" Sie sind und darf mich daher lediglich auf nachfolgendes Zitat beschränken:

Zitat:

"Glashütte erlebte eine märchenhafte Blütezeit zahlreiche Werkstätten siedelten sich rund um die Manufaktur an. Und die hier gefertigten Zeitmesser galten als so präzise, dass sie auch als Instrumente für astronomische und physikalische Messungen sowie zur Navigation eingesetzt wurden.

Diese Blütezeit endete kurz vor Kriegsende, als die Rote Armee wenige Stunden vor der Kapitulation das Hauptgebäude der Manufaktur sprengte. Der Untergang der Marke Lange, so Pressesprecher Christian Engelbrecht, war besiegelt:

Zu DDR-Zeiten existierte sie nicht. 1948 ist die Familie Lange enteignet worden, 1951 sind dann in Glashütte alle Marken, die es damals noch gab, zwangskollektiviert worden, das heißt, in einem Kombinat zusammengefasst worden und die Marken wurden dann nicht mehr fortgeführt, sie war nur noch ein Mythos in Sammlerkreisen."

Mit keiner Silbe habe ich die tagtägliche, bestimmt nicht immer leichte Arbeit der Glashütter Arbeiter der GUB "runter gemacht"!

Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass Glashütte vor 1945 aufgrund seiner gewachsenen Manufaktur-Tradition nicht mit der GUB-Produktion in einen Topf zu werfen ist und ja, ich bleibe dabei,

...Einheitsbrei!!!

Die Firma Eterna übrigens reicht bis zur Firmengründung ins Jahr 1856 zurück und spezialisierte sich durch Teilung (ETA AG und Eterna AG) ab den beginnenden 30'er Jahren auf die Rohwerkeherstellung. Dieser "Einheitsbrei" genügt heute u. a. der Firma Breitling!

Mit der mir bestens bekannten Lebensmaxime vieler "Landsleute": "Früher war nicht alles schlecht!" kann und will ich mich nicht, gerade bei der Betrachtung des Uhrenstandortes Glashütte, identifizieren.

Das große Experiment "Allen gehört alles" war letztlich auch für die Uhrenindustrie beileibe keine innovative Initialzündung, finde ich.

"Ein bißchen mitmachen" genügt(e) halt nicht auf dem qualitativ hochwertigen Welt!!!

Viele Grüße.
 
S

Stolle

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Zur Geschichte:
Das sogenannte Hauptgebäude aus dem Zitat, war nicht das heutige Lange Stammhaus und auch nicht eins der heutigen Produktionsgebäude, es war ein kleines Hinterhofgebäude (Volksmund Werft) - die heutige Uhrmacherschule Alfred Helwig von GO bzw. der jetzige Sitz von UNION.
Auch wurde das Gebäude nicht von den Russen gesprengt sondern durch einen Bombenangriff der Amis oder Engländer beschädigt.

Die Russen räumten dann die Betriebe aus und karrten das Material im Zug weg.

Kombinate wurden erst später gegründet und die GUB "Glashütter Uhrenbetriebe" bestanden aus mehreren Fabrikteilen in und um Glashütte später auch in Dresden, Dippoldiswalde, Altenberg und Seyde.

Wichtig!!! Alle Markennamen wurden durch die GUB geschützt und eingetragen - und somit konnte auch der erhaltene Name A.Lange & Söhne, nach der Wende an die Firmenneugründer zurückgegeben werden. Nur soviel auch zu damaligen Fairness.

Ansonsten möchte ich den vorherigen Beitrag nicht kommentieren oder werten.

Grüße
Stolle
 
B

Buteo

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Stolle schrieb:
Zur Geschichte:
Das sogenannte Hauptgebäude aus dem Zitat, war nicht das heutige Lange Stammhaus und auch nicht eins der heutigen Produktionsgebäude, es war ein kleines Hinterhofgebäude (Volksmund Werft) - die heutige Uhrmacherschule Alfred Helwig von GO bzw. der jetzige Sitz von UNION.
Auch wurde das Gebäude nicht von den Russen gesprengt sondern durch einen Bombenangriff der Amis oder Engländer beschädigt.
Die letzten Schäden kamen von russischen Tieffliegern, die ganze Gegend wurde davon stark getroffen. Die Angriffe zielten auf die 10. Waffen-SS-Panzerdivision Frundsberg ab, die die Gegend verteidigte.

Lt. Walter Lange, der verwundet mit ambulanten Krankenschein den Einmarsch der Russen und den vorhergehenden massiven Tieffliegerangriff selbst miterlebte, wurde die Fabrik durch diesen Tieffliegerangriff erheblich beschädigt:

O-Ton Hr. Lange: "Ich wurde am 8. Mai, während meiner ersten Nacht, die ich wieder zu Hause verbringen konnte, um sechs Uhr morgens durch die Bombendetonationen geweckt. Um neun Uhr bin ich dann durch das ausgebrannte Fabrikgebäude gelaufen. Da war natürlich alles kaputt"

Stolle schrieb:
Die Russen räumten dann die Betriebe aus und karrten das Material im Zug weg.
Die Gegend wurde unkontrolliert geplündert. Produktionsgeräte konnten danach z.T. noch verwendet werden. Die kontrollierte Ausbeute der Russen war aber marginal. Das Meiste war zerstört oder zuvor unkontrolliert geplündert worden. Dieses Problem hatte die rote Armee des öfteren ... nicht nur in Glashütte.

Stolle schrieb:
...
Wichtig!!! Alle Markennamen wurden durch die GUB geschützt und eingetragen - und somit konnte auch der erhaltene Name A.Lange & Söhne, nach der Wende an die Firmenneugründer zurückgegeben werden. Nur soviel auch zu damaligen Fairness.
Die Markennamen waren doch schon zuvor geschützt - bevor sie von den Russen und anschließend der DDR enteignet wurden. Es gab nach 1951 - der zweiten großen Enteignungswelle - etliche Gerichtsverhandlungen, die gewannen überwiegend die echten Markennamen-Eigentümer.
So wurde aus BMW Eisenach z.B. EMW. Es wurde gerichtlich untersagt den Namen BMW zu verwenden ...
 
Kaliber 66

Kaliber 66

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United Kingdom
@Uhrtyp
Vermutlich ein bissel weit übers Ziel hinausgeschossen - Du solltest wirklich die GUB unter den damals herrschenden Umständen sehen. Und dass es gelang, dem Namen Glashütte heute wieder (und zwar ohne Lücke) einen noblen Klang zu verleihen, ist sicher nicht Idioten zu verdanken, sondern jenen, die auch unter DDR Verhältnissen 1A Qualität produzierten. Mein Kal 66.1 hat ca 1 Min/Monat Abweichung.
 
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