Wie alt ist diese Uhr und wer hat sie gebaut?

Diskutiere Wie alt ist diese Uhr und wer hat sie gebaut? im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Der Name ist Programm, also Zugvogel. Der TS war fast seid Erstellen des Fadens nicht mehr gesehen
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Matthias MUC

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  • das Objekt ist vielleicht seine einzige "besondere" Uhr, kein typischer Sammler >> kein Motiv, einfach so in diesen Forum "rumzuhängen"?
  • die rasch entgleiste Diskussion hat ihn wahrscheinlich hinreichend abgeschreckt (nachvollziehbar) und er hat sich anderweitig beholfen?
Würdet Ihr, wenn Ihr nicht unheilbare Uhrenfreaks wärt, das anders machen? Ganz ehrlich?
 
Der Stromer

Der Stromer

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Im Prinzip hast Du ja Recht, Matthias.
Aber meist ist der Wunsch, etwas außergewöhnliches zu "haben", der Vater des Gedankens. Und wenn dann geschrieben wird, ...brauchst Du nicht extra versichern... ist der Frust natürlich groß und nicht selten wird dann den Schreibern aus dem Forum Unwissenheit und auch Dummheit oder nur Ignoranz unterstellt, auch von anderen Forianern!
Aber solche Vorgehensweisen sind wir ja gewohnt. Und wenn hier also nicht der erwartete Begeisterungssturm ausbricht, wird in Ermangelung von Fachkompetenzen meist "der Hammer geworfen" oder die Flinte ins Korn, oder so. Ist verständlich, wenn nur eine alte Uhr im Haushalt vorhanden ist, die von den Mitbewohnern ob des Lärms, den die machen, am liebsten beim nächsten Sperrmüll wieder entsorgt werden sollten. Aber es gibt auch solche - und vor denen graust es mir wirklich - die ihre Wohnräume mit Uhren voll gestopft haben, die in Summe nur nach dem Messingschrottwert beurteilt werden können und von denen als "Uhr" generell nur das maschinell erstellte Gehäuse abgelichtet und vorgestellt wird. Nichts gegen handwerkliches Können. Aber eine Uhr ist immer das Werk und nicht das Haus. Keiner würde auf die Idee kommen eine Kirche als Uhr zu bezeichnen, oder?

Und wenn ich diese Rubrik der "Sonstigen" Uhren mit der der HAUs vergleiche, wie oft hat dort schon der stolze Besitzer einer vermeintlich sehr hochwertigen Uhr mit großem Namen erfahren müssen, das sein zweitbestes Stück nur ein Antalia-Import aus Fernost ist und eigentlich nur zum Angeben in der Disco nach 2 Flaschen Prosecco etwas taugt?

Es muss schon möglich sein, auch mal mit etwas gröberen Worten die Wahrheit zu sagen. Zum Beispiel dienen mir da immer die Uhren aus Freiburg VON Gustav Becker bis 1899 und dann die von der (den) Banken verordneten Billigmachwerken unter der Regie von Landenberger (HAU) und später Junghans.

Und machen wir uns doch nichts vor: 99,9% aller Uhren, bei denen hier verdeckt nach der Wertigkeit über das Alter und so gefragt wird, sind den Karton nicht Wert, mit dem diese Dinger versendet wurden. Da nutzt es auch nicht, wenn ein Forianer schreibt "absolut Sammel würdig..." wenn es sich um ein Exemplar von Millionenfach hergestellten Joker-Weckern handelt. Da nutzt das Objekt wirklich nur dazu, im Schrank zu stehen mit dem Hinweis "... der hat meinen Opa zur Arbeit in der Fabrik morgens um 05:00 aus dem Bett geworfen". Aber bitte doch nicht als Ausstellungsstück in einem Museum!

Mehr Sachverstand wird da schon bei technischen Fragen erwartet und meiner Meinung nach auch geliefert, obwohl der Fragende schon recht genau lesen muss, was da geschrieben wird. Es ist halt nicht alles wahr, was im Netz verbreitet wird.

Und leider gibt es auch unter den Forianern ein, zwei, die nur und ausschließlich ihre eigenen Interessen verfolgen, wie z.B. der "Antiquitätenhändler", der Plagiate aus Polen teuer verkauft.

Ps.: Schade ist es schon, dass der eigentliche TS nichts mehr von sich hören lässt. Die von ihm vorgestellte Uhr ist (war) sehr interessant.

Der "Kaperer" aber - und die, die sich da auch noch profilieren wollten - zu denen ist alles geschrieben, man braucht keine Gedanken mehr dazu auf den Bildschirm bringen. Ein bisschen Ernsthaftigkeit ist auch in einem Uhren-Forum nur von Nutzen.

Aber gut. Ich glaube, diese unsere Beiträge jetzt haben eigentlich mit dem TS nichts zu tun und sollten als Grundsätzliche Diskussion ins "Uhrencafé".
 
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pet.sch

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Mein lieber Stromer,
da ich mich im Thread über die Gustav Becker Uhr mit Westminsterschlagwerk schon (mal wieder) über Deine Aussagen sehr gewundert habe, und der Threadersteller nicht mehr da ist und der Thread sowieso schon lange vom eigentlichen Thema abgewichen ist, will ich Dir wenigstens ein paar Dinge erwidern :

Und wenn dann geschrieben wird, ...brauchst Du nicht extra versichern... ist der Frust natürlich groß und nicht selten wird dann den Schreibern aus dem Forum Unwissenheit und auch Dummheit oder nur Ignoranz unterstellt, auch von anderen Forianern!
Der Ausspruch mit dem "nicht extra versichern" hört sich nach Dir an, also nehme ich an, dass Du Dich selbst zu den Schreibern zählst und Dich manchmal ungerecht behandelt fühlst, weil Du anderen die angebliche "Wahrheit" über eine Uhr erzählst und das dann kritisiert wird ! Dazu kann ich nur den Kopf schütteln, wenn ich mir manche Deiner Einschätzungen fremder Uhren ansehe ! So ein Selbstvertrauen hätte ich auch gerne.
Allerdings muss man viele antike Uhren heute tatsächlich nicht mehr versichern, denn die Wiederverkaufswerte von antiken Uhren sind rapide gefallen. Viele Uhren kosten heute nur noch weniger als ein Drittel dessen, was sie mal vor 20 - 40 Jahren gekostet haben. Für eine Standuhr wie diese englische hätte man zu DM-Zeiten je nach Händler 2-3000 DM gesehen. Heute, und da hat Dreiwirbel Recht, bekommt man sie schon für wenige Hundert Euro. Früher waren solche Antiquitäten Wertgegenstände, die man schützen musste, heute wird sie ein normaler Wohnungseinbrecher kaum noch ansehen. Sage ich ungern, ist aber leider so. Eine Wertsteigerung , wie man früher gedacht hat, gibt es leider schon gar nicht mehr von früher zu heute. Höchstens in ganz seltenen Fällen bei bestimmter Ware. Heute könnte sich jeder, der mag eine schöne antike Uhr leisten und darauf hoffen, dass der Wertanstieg, den es in Zukunft mit Sicherheit wieder geben wird, noch zu seinen Lebzeiten kommt. Dann war es eine gute Geldanlage. Wie sagt man so schön, man soll antizyklisch kaufen ;-)

..... Aber es gibt auch solche - und vor denen graust es mir wirklich - die ihre Wohnräume mit Uhren voll gestopft haben, die in Summe nur nach dem Messingschrottwert beurteilt werden können und von denen als "Uhr" generell nur das maschinell erstellte Gehäuse abgelichtet und vorgestellt wird. Nichts gegen handwerkliches Können. Aber eine Uhr ist immer das Werk und nicht das Haus. Keiner würde auf die Idee kommen eine Kirche als Uhr zu bezeichnen, oder?
Die Beziehung einer Kirche zu einem Uhrgehäuse in Verbindung mit einem Uhrwerk kann ich jetzt nicht nachvollziehen und ich glaube ich brauche deshalb nicht an meinem Verstand zweifeln :???:.

Du schreibst bei Uhren , die Andere sammeln vom Messingschrottwert ? Ich nehme an, dass viele Sammler von antiken Uhren Deine so geliebten Drehpendeluhren aus den 60ern auch als Schrott bezeichnen würden.

Ich würde nicht so weit gehen, könnte mir sogar so eine Drehpendeluhr (allerdings nicht zu kitschige) aus der jüngeren Zeit in die Wohnung stellen, obwohl ich auch wirklich antike Uhren bevorzuge.

Zu der ständigen Aussage von Dir, dass bei einer Uhr nur das Werk die Uhr ausmacht, sage ich mal, dass das ausgemachter Blödsinn ist. Bei den Uhren aus den 60ern, die den Großteil Deiner Vorstellungen hier im Forum ausmachen hast Du allerdings Recht, da sagen die vielen durcheinandergewürfelten Stile der Gehäuse gar nichts mehr aus. Bei antiken Uhren aber schon. Da macht natürlich ein Gehäuse und das Werk die Uhr aus. Antike Uhren zählen zu Antiquitäten und da spielt die Optik , das Material und die Verarbeitung des Gehäuses eine große Rolle und nicht nur ausschließlich die Technik. Wer sich mit den Stilen auskennt und etwas Erfahrung hat, kann vom Gehäuse plus Gesicht her schon die Zeit festlegen. (wie es hier schon Dreiwirbel im zweiten Beitrag gemacht hat, ohne das Werk zusehen) Und meist kann man auch ohne Seriennummer ein Werk an den technischen Einzelheiten zeitlich einordnen Wenn man allerdings erst im Internet nachgucken muss, welche Stilmerkmale ein Empiremöbel ausmachen, dann geht das nicht, da muss man schon eine gewisse Praxis haben um die gelesenen Aussagen einordnen zu können. Die, die ich mal als Laien in Sachen Uhren bezeichnen würde, müssen ihre Aussagen hauptsächlich durch Seriennummer belegen. Das geht aber leider nur bei ganz wenigen Uhren die fabrikmäßig hergestellt worden sind und die auch noch irgendwo gelistet sind. Alles andere geht nach Optik und technischen Einzelheiten. Und dazu braucht man Erfahrung im Umgang mit solchen Uhren.

Der Stromer schrieb:
Und wenn ich diese Rubrik der "Sonstigen" Uhren mit der der HAUs vergleiche, wie oft hat dort schon der stolze Besitzer einer vermeintlich sehr hochwertigen Uhr mit großem Namen erfahren müssen, das sein zweitbestes Stück nur ein Antalia-Import aus Fernost ist und eigentlich nur zum Angeben in der Disco nach 2 Flaschen Prosecco etwas taugt?
Es muss schon möglich sein, auch mal mit etwas gröberen Worten die Wahrheit zu sagen. Zum Beispiel dienen mir da immer die Uhren aus Freiburg VON Gustav Becker bis 1899 und dann die von der (den) Banken verordneten Billigmachwerken unter der Regie von Landenberger (HAU) und später Junghans.

Und machen wir uns doch nichts vor: 99,9% aller Uhren, bei denen hier verdeckt nach der Wertigkeit über das Alter und so gefragt wird, sind den Karton nicht Wert, mit dem diese Dinger versendet wurden. Da nutzt es auch nicht, wenn ein Forianer schreibt "absolut Sammel würdig..." wenn es sich um ein Exemplar von Millionenfach hergestellten Joker-Weckern handelt. Da nutzt das Objekt wirklich nur dazu, im Schrank zu stehen mit dem Hinweis "... der hat meinen Opa zur Arbeit in der Fabrik morgens um 05:00 aus dem Bett geworfen". Aber bitte doch nicht als Ausstellungsstück in einem Museum!
Da ist sie ja wieder die Einordnung zu "Messingschrott". Ich würde Dir mal den Besuch des Furtwangener Uhrenmuseums anraten. Da wirst Du viel von dem, was Du "Messingschrott" nennst, sehen. Wahrscheinlich allerdings auch ein paar von deinen heissgeliebten Jahresuhren aus der kitschigen Zeit nach dem Krieg.
Ich verstehe nicht, wie man andere Leute , die ernsthaft ein bestimmtes Gebiet sammeln, so vor den Kopf stoßen kann. Und noch etwas zu "hochwertigen Uhren mit großen Namen" . Ich würde ehrlichgesagt eine Uhr von Gustav Becker nicht wegen dem Namen als hochwertig bezeichnen. Eine gleichwertige Uhr einer anderen Uhrenfabrik ist mir genau so lieb und die kostet auch kaum mehr oder weniger. Allein der Name macht es nicht. Ein bisschen haben allerdings die Preise der Uhren von Gustav Becker nach der Öffnung des Ostens im Vergleich zu anderen Namen angezogen, weil dort eine größere Nachfrage vorhanden war, weil Freiburg im heutigen Polen liegt und es dort einige Uhrensammler gibt, die GB als Sammelgebiet erkoren haben.

Die Einordnung , ob sammelwürdig, kannst anscheinend nur Du treffen ? Welche Anmaßung, wenn ich das hier über eine 20er Jahre GB lese :
->
Ich meine, Deine Uhr wurde in Polen hergestellt. Ob es nun 1990 oder 1980 war? Kann ich ohne die Uhr genauer zu sehen nicht sagen. Für mich ist das auf jeden Fall eine uhr, die man nicht als Wertgegenstand versichern müsste.
Die Uhr aus dem Thread ist ganz klar eine originale Uhr aus den 20er Jahren aus der Uhrenfabrik Gustav Becker oder wie Du sagen würdest, der VFU. Übernahmen von Fabriken sind und waren an der Tagesordnung. Und GB wurde nicht übernommen und alles ausgewechselt, sondern die Belegschaft , die Maschinen und die Arbeiter blieben natürlich. Die Uhrenfertigung wurde nur nach und nach den Anforderungen einer neuen Zeit angepasst. Da war aber GB und auch die Uhrenindustrie keine Ausnahme, sondern die zunehmende Massenfertigung betraf alle Fabrikationszweige in dieser Zeit.

Der Stromer schrieb:
Mehr Sachverstand wird da schon bei technischen Fragen erwartet und meiner Meinung nach auch geliefert, obwohl der Fragende schon recht genau lesen muss, was da geschrieben wird. Es ist halt nicht alles wahr, was im Netz verbreitet wird.
Ich würde mir auch mehr oder wenigstens etwas Sachverstand von Dir wünschen, wenn Du Uhren zeitlich oder nach original oder nicht, einordnest. Dieses Thema hatten wir ja leider schon öfter.

Der Stromer schrieb:
Und leider gibt es auch unter den Forianern ein, zwei, die nur und ausschließlich ihre eigenen Interessen verfolgen, wie z.B. der "Antiquitätenhändler", der Plagiate aus Polen teuer verkauft.
Falls Du mich damit meinst, da wir ja schon öfter wegen Deiner Aussagen über in Foren von anderen vorgestellte Uhren aneinandergeraten sind, wäre ich vorsichtig, so eine unbegründete Aussage kann oft eine Klage nach sich ziehen und dann hoffe ich, dass Du einen guten Anwalt hast. Uhren, die ich verkauft habe, kannst Du gar nicht kennen und beurteilen. Erstens, weil Dir die Fähigkeiten dazu fehlen und zweitens, weil Du mich nur aus den Uhrenforen kennst.

Zu den anderen Lesern möchte ich sagen, dass ich seit über 40 Jahre mit antiken Uhren handle und jeder, der mich kennt, und das sind in Deutschland und in den umliegenden Ländern etliche Uhrensammler, -händler und -macher, weiß, dass das nicht stimmt und wer mich aus den Uhrenforen kennt (ich bin in zwei kleineren etwas mehr speziellen Uhrenforen jeweils Admin) weiß, dass ich die Foren in den vielen Jahren, die ich dort bin, noch nie von meiner Seite für irgendein Geschäft genutzt habe. Von nachgemachten Uhren aus Polen ganz zu schweigen. Ein Stromer aus Süddeutschland kennt mich und die Uhren, die ich verkauft habe, garantiert nicht persönlich, so dass diese Aussage total unter der Gürtellinie ist.
Ich habe allerdings bis ungefähr vor 10 Jahren sehr viele Uhren der Uhrenfabrik Gustav Becker hier in Deutschland, in den Niederlanden, in Skandinavien und England gekauft und an polnische Sammler verkauft, denn dort waren/sind die sehr gefragt. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach alten Großuhren allerdings so gefallen, dass ich mich fast nur noch mit Taschenuhren befasse. Und ganz gewiss nicht mit nachgemachten.

Der Stromer schrieb:
Der "Kaperer" aber - und die, die sich da auch noch profilieren wollten - zu denen ist alles geschrieben, man braucht keine Gedanken mehr dazu auf den Bildschirm bringen. Ein bisschen Ernsthaftigkeit ist auch in einem Uhren-Forum nur von Nutzen.
Doch, es ist noch nicht alles geschrieben. Ich nehme an, mit "Kaperer" meinst Du den Dreiwirbel (und jetzt wahrscheinlich mich) . Ich kenne ihn leider nicht persönlich und den Hinweis auf die 150 Euro Reparaturkosten fand ich auch nicht gerade angebracht, aber er ist einer der wenigen hier, die anscheinend etwas von antiken Uhren verstehen. Mal abgesehen von den Uhrmachern, die hier im Forum über die technische Seite berichten.
Wenn ich die Beiträge in diesem Thread von vorne bis hinten lese, ist Dreiwirbel derjenige, der die Uhr allein vom Aussehen sofort richtig eingeordnet hat. Deine, wenn ich richtig gezählt habe, ACHT Beiträge hier in diesem Thread haben aber nicht das geringste mit der vorgestellten Uhr zu tun gehabt. Deshalb frage ich mich ernsthaft, wer hier mit seinen Vorwürfen und Witzen den Thread kapert und sich mit solchen off-topic Beiträgen profilieren möchte ? Wer Langeweile hat, kann die Beiträge von Dir hier im Thread mal im Blick auf die Uhr des Threadstarters hin, untersuchen.

Das zu Dir ! Tut mir leid, wenn ich damit etwas an Deinem Sockel hier kratze, aber alles toll finden, was Du schreibst, das können nur Leute, die ansonsten keine Ahnung haben. Mit Ausnahme wahrscheinlich, und das gebe ich gerne zu, denn darin habe ich keine große Erfahrung, Deiner Reparaturberichte.

Zu der vorgestellten Uhr :

England, um 1760. Man könnte wegen der Einzeigrigkeit denken, dass die Uhr sogar noch älter ist, aber dieser Uhrentyp wurde in der englischen Provinz ca. bis 1800 so gebaut. Auch, oder besonders mit solchen Werken, die Dreiwirbel "birdcage" nennt. Birdcage deshalb, weil das Werk in Käfigform gebaut ist und nicht mit geschlossenen Platinen , also im Gegensatz zu den späteren Standuhrwerken.
Mit den 12 Stunden Laufdauer, von denen die Besitzerin schreibt, kann es sogar seine Richtigkeit haben. Die Uhren haben manchmal eine extrem kurze Laufdauer, so dass sie sogar zweimal am Tag aufgezogen werden müssen, denn Lauf- und Schlagwerk werden meist nur mit einem einzigen Gewicht angetrieben, dass zur einen Seite das Laufwerk und zur anderen Seite das Schlagwerk antreibt. Ich kenne mindestens 2 andere Uhren dieser Art, bei denen das Gewicht auch nur 12 Stunden braucht, um unten angelangt zu sein.

Parallel zu diesen einfachen ländlichen Uhren wurden im Londoner Bereich aber auch schon längst die allerfeinsten "Londoner" Standuhren mit Messingplatinen, Mahagoniegehäusen und 8-Tagewerk gebaut. Auch mit Mondphase und anderen Komplikationen. Da war eine große Diskrepanz zwischen dem städtischen und dem ländlichen Bereich.

Zur Signierung : Unterschiedliche Schreibweisen bei Namen und Orten hat es tatsächlich in der damaligen Zeit gegeben, aber hier ist es wirklich auffallend. So einen Buchstabenvertausch im Namen und im Ort habe ich bisher noch nicht gesehen.

Und zu der von Dreiwirbel gezeigten Bronzeuhr :
Diese Uhr ist auch original und zwar entgegen des Stromers Aussage tatsächlich aus der Empirezeit. Solche feuervergoldeten Bronzegehäuse sehen nach einer intensiven Reinigung (wenn die Oberfläche nicht vorher schon durch Scheuern oder unbrauchbare Mittel misshandelt worden ist) wieder wie neu aus. Das kommt durch die aufwändige Oberflächenbehandlung durch Mattieren und Polieren der damaligen Bronzegehäuse. Die darauf erfolgte Feuervergoldung war dermaßen gut, dass Uhren, die vorher nicht misshandelt worden sind, wieder wie neu aussehen, wenn der Schmodder der Jahrhunderte runter ist. Ob man das immer möchte, ist wieder eine andere Frage. Emailzifferblätter gab es in Frankreich um diese Zeit auch schon. Und die waren bei dieser Art Uhren dann gewölbt und bei den späteren Pendulen flach. An der Originalität habe ich nicht den geringsten Zweifel, auch ohne die Uhr direkt vor mir auf dem Tisch zu haben.

Die zweite, von Graf.... gezeigte Uhr, ist ähnlich und auch schön, aber sie ist nicht mehr aus der Empirezeit, sondern wohl kurz vor der Jahrhundertwende um 1880 gemacht. Das scheint auch nicht mehr Bronze mit Feuervergoldung zu sein, sondern Spritzguss. Jünger also, aber natürlich auch nicht in Polen nachgemacht.

Fazit :
Es muss natürlich nicht jeder , der alte Uhren mag, ein Fachmann sein, aber dann sollte er sich auch mit Bewertungen etwas zurückhalten und sie nicht als unumstößliche Tatsachen darstellen ! Vor allen Dingen nicht, wenn man in einem Forum schreibt, dessen meiste Besucher solche Dinge zwar schön finden, aber nicht selbst beurteilen können.

Gruß
Peter
 
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