Werkzeug zum Verkleinern des Federkernansatzes für Zugfedern

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Rostfrei

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Hallo liebe Kolleg*innen,
ich hatte vor Jahren mal folgendes Werkzeug gesehen: um den Bereich der Zugfeder, wo später der Federkern eingreift, zu verkleinern, wurde dieser in eine Art Trichter gedrückt (mit einem kleinen Spalt an einer Stelle für den Rest der Zugfeder). Dadurch hat sich der Durchmesser zum Sitz des Federkerns verringert.
Weiß jemand zufällig was ich meine und weiß vielleicht sogar, wo man sowas kaufen kann?
Bei Boley, Flume, Cousins habe ich nichts passendes gefunden.
Ich danke euch und Viele Grüße, Theo
 

Rostfrei

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Ne, das sind Federwinder - damit wird die Zugfeder in eine Art Trommel eingewunden und kann dann in das Federhaus eingesetzt werden.

Oder anders gefragt: Wie passt ihr den Zugfederdurchmesser zum Federkern an? Zange? oder ein anderes Werkzeug?
 

Tiktakbrasil

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Der " Trichter " sieht eher aus wie ein geriffelter Handgriff.

Ich benutze meistens eine Spitzflachzange, natürlich mit Gefühl.

Grüße aus der Ferne, Tiktakbrasil :super:
 

Schraubendreher

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Hallo Theo,

so ein Werkzeug hätte ich auch gerne. Ich würge mir auch immer einen mit der Flachrund- oder Flachspitzzange ab. Aber wirklich befriedigend ist das nicht.

Bis dann:
der Schraubendreher
 

Rainer Nienaber

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Vielleicht so etwas?

zange2.jpg
 

30 kHz

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Also, meiner Einschätzung nach besteht die Gefahr ja darin, daß man einen Knick in die Feder einbringt und dann dort eine Sollbruchstelle erzeugt. Wie könnte man das verhindern?

Mein Vorschlag (bitte nicht hauen, weil nur Theorie):

Einen etwas kleineren Kern aus dem Einwinderkasten nehmen, einhaken und in Aufzugsrichtung drehen. Dann zieht man sozusagen kreisförmig an der Feder. Und vor allem tangential an der Eingriffsstelle des Dorns (verhindert einen scharfen Knick). Mit einem zweiten Werkzeug sachte (aber bestimmt) die Feder Richtung Endkurve "streicheln". Erinnert an das Richten einer Unruh-Spirale. AUf diese Weise "zieht" man die Aufzugsfeder in einen engeren Kreis um den Kern.

Ich wüßte im Augenblick nicht, wie ich das besser beschreiben könnte :-( .

Gruß Dirk
 

Tiktakbrasil

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Mit einem zweiten Werkzeug sachte (aber bestimmt) die Feder Richtung Endkurve "streicheln".
Mit "Streicheln" geht da nix. Gerade da muss gebogen werden um das Federende an den Kern zu bekommen. Der Haken rutscht einfach durch ,weil das Loch des Federendes weiter hinten ist. Außerdem sind die Haken im Federwinder verdammt klein.


MfG, Tiktakbrasil :super:
 

30 kHz

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@Tiktakbrasil

Richtig! Blöd zu beschreiben, was ich meine.

Es geht ja darum, bestimmte Biegeradien nicht zu unterschreiten, weil da die Gefahr des (späteren) Brechens bestünde. DIe besteht besonders gerne dort, wo das Loch in der Feder für den Haken ist.

Winderkern mit dem kleineren Durchmesser trägt dem Wunsch nach einem kleineren Radius an der Feder Rechnung.

Die grundlegende Idee war, die Feder über einen Zylinder zu ziehen und damit die Biegeradien zu begrenzen.

Ich will auch nicht behaupten, daß die vorgeschlagene Methode besser ist als die oben beschriebene Zange und möchte sie nur zur Diskussion stellen.
Aufzugsfeder verengen.JPG

Gruß Dirk
 

watchhans

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Genau so eine Zange habe ich mir an der Spitze noch etwas schmaler zurecht geschliffen, um den winzigen Abmessungen einer Armbanduhr-ZF gerecht zu werden.
Dann heisst es, seeehr vorsichtig und gleichmässig den Federkernansatz der Feder langsam zurecht "massieren".
Federstahl hat leider die unangenehme Eigenschaft bei zu starkem Zurechtbiegen zu reißen und spätestens beim ersten Aufziehen der Uhr dann zu brechen.
Darum fange ich mit dem Biegen schon am Anfang der letzten Windung der ZF an, nicht nur am Federende.
 

Harpye

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Mach nen miniatur Rollenbiegestand.. das Loch fuer die Klaue wuerde ich nicht zum Ziehen nehmen, das ist 1. Sollbruchstelle und wird 2. noch im Originalzustand gebraucht.
Rainers Zange macht das Gleiche.. wenn man die Zange in der Bissweite etwas offener einstellen kann überbiegt man definiert den elastischen Bereich der Feder . Wenn man sie in dieser Position durchzieht müsste sich eine Kruemmung/ Biegung ergeben
Um ein derartiges Geraet zu bauen müsste man erstmal die Federstaerke und den Kerndurchmesserbereich festlegen fuer den das gedacht ist
 
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30 kHz

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Jetzt würde ich doch zu gern wissen, wie die Hersteller die Federn auf Maß bringen.
 

Harpye

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Vielleicht lassen die einen Überstand der vor der Thermobehandlung entfernt wird und der Wickelkern besteht aus 2 Haelften
 
Thema:

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