Uhrenbestimmung Wer kennt diese Jahresuhr?

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XS-Freund

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Hallo zusammen,

ich habe vor einiger Zeit eine alte Jahresuhr in einem schlechten Zustand erworben und diese von einem Restaurator technisch überholen lassen. Das hat dann immerhin 1,5 Jahre gedauert. Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen.
Die Uhr ist so empfindlich, daß diese von diesem ausgeliefert und an einen vorher von mir bestimmten Platz aufgestellt und austariert werden mußte.
Im Laufe der Zeit habe ich diese dann feinjustiert (mit dem großen Rädchen auf der Rückseite), sodaß diese mittlerweile nur noch etwa 5 Sekunden am Tag verliert.
Für eine derart alte Uhr (ich vermute das Baujahr bei ca. 1900) ein, wie ich finde, großartiger Wert.
Kann es sich um eine englische Uhr handeln? Irgendwelche Prägungen konnte ich nicht erkennen. Allerdings kann ich sie jetzt auch nicht mehr großartig bewegen, da ich sie nicht mehr von der austarierten Stelle wegbewegen möchte.
Bessere Fotos habe ich leider nicht hinbekommen.

Ich hoffe auf Eure Hilfe!!

Grüße von Stephan
 

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Jetzt bin ich aber wirklich von den Socken!
Gibt es denn hier wirklich niemanden, der hierzu eine Idee hat?
Es wäre vielleicht noch zu erwähnen, daß das ZB aus Keramik o.ä. besteht und das sich drehende Gewicht mit den 4 Kugeln an einem dünnen Kupferdraht hängt.

Hängt Euch rein, Ihr Experten!! Ich wäre Euch unendlich dankbar, wenn ich über diesem Schätzchen ein wenig mehr wüßte.
Danke im Voraus und viele Grüße
Stephan
 
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Uhrmacher11

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Ich würde sagen eine Deutsche Jahresuhr, um 1900 könnte hinkommen, aber sicher vor 1920.
 
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tschasovschik

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Kannst du die Platinenmaße abnehmen und mitteilen? Dann könnte man mit Hilfe von Werksuchern zumindest den Werkhersteller ermitteln. Vor 1920 glaube ich persönlich nicht, vermute eher Nachkriegsherstellung. Warum konnte denn der Restaurator nicht etwas mehr zu der restaurierten Uhr sagen?
Gruß
Werner
 
Comtoiser

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Hallo Stephan,

schau mal hier rein, und wende Dich an Franz Hilffert, der kann Dir bestimmt weiter helfen :

"Uhren-Hanse-Wissensquellen zum Thema Jahresuhren".

Gruß
Jürgen.
 
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@ Werner und Jürgen:

Vielen Dank für Eure Hilfe.
Ich habe, ehrlich gesagt, von Großuhren keine Ahnung. Aber diese hatte es mir angetan, ich mußte sie unbedingt haben.
Werde mich dann mal bei Gelegenheit kümmern.
Gruß
Stephan
 
Philclock

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Da hast Du eine schöne Jahresuhr bzw. Drehpendeluhr um 1900 erstanden.
Die könnte von Schatz sein aber das müsste mal nachschlagen.
Dazu brauch man die Platinenmaße und die Hilfe des Großuhrforums.
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Der Stromer

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:-)@ All: Alles geklärt. Schlenker & Kienzle 1909. Pendel, Pendelaufhängung und Werk sind Original, beim Krönchen bin ich mir nicht sicher. Das wurde in dieser Form so auch von der Jahresuhrenfabrik verbaut.

1 1/2 Jahre für die "Restaurierung"? Na ja. Aber wenn sie (die Uhr) die Zeit zeigt, soll es gut sein.:D
 
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Eifeluhr

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Hallo zusammen,

also so eine Jahresuhr würd mich ja auch schon reizen. Mit Regulatoren kenne ich mich ja aus, aber das ist Neuland für mich. Mal in der Bucht schauen, was es da gibt.

Gibt es da irgendwas, auf das man achten sollte?

Dank im voraus

(keine Quartz, nur mechanisch, ca. um 1900)

Gruß

Patrick
 
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:-)Hallo Lenzkircher!

Also an Jahresuhren aus der Jahrhundertwende findest Du einige z.B. bei unseren Amerikanischen Freunden und auf der Insel. In Deutschland ist der Markt ziemlich leergefegt:???:
Es werden Unmengen von Gustav Becker Uhren im Internet angeboten, viel mehr, als jemals gebaut wurden (Original GB-Drehpendeluhren wurden in einer Kleinserie so um 1875 herum gebaut. Waren aber nicht für die Serienproduktion tauglich, so das der Anton Harder weiter zu August Schatz nach Triberg zog:-)). Erst NACH 1900 kamen dann wieder GB-Jahresuhren auf den Markt. Und wenn mich jetzt hier einige Leute steinigen werden: Das sind KEIN GB-Uhren!!!! Denn ab 1899 ist GB in den Vereinigten Freiburger Uhrenfabriken AG inklusive vormals Gustav Becker aufgegangen und hörte auf, als eigenständige Uhrenschmiede zu existieren. Die Marken von GB wurden lediglich aus Werbetechnischen Gründen weiter verwendet.
Also: Las die GB-Uhren:shock:. Gucke nach Wintermantel, Jahresuhrenfabrik, Kienzle, Kundo, etc. Da findest Du schon einige und mit Glück auch alte Uhren.

Gerne helfe ich Dir mit der Bestimmung einer Uhr, wenn Du Dir eine ausgesucht hast. Mail mit dem Link zu Uhr und in den meisten Fällen kann ich Dir dann sagen, was Sache ist.

Viel Glück:super:

(..und wieder Jemand, den das Drehpendel hypnotisiert hat...)

--- Nachträglich hinzugefügt ---

@Phil :shock: Man, man, was Du so ausbuddelst!

Nach so langer Zeit den JFK wieder als Spruch zu bringen ist schon prima. Hast Du auch den Film, wo er diesen Satz spricht? Links davon steht der Chor der Berliner Sängerknaben und mittendrin icke!
 
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:-)@ All: Alles geklärt. Schlenker & Kienzle 1909. Pendel, Pendelaufhängung und Werk sind Original, beim Krönchen bin ich mir nicht sicher. Das wurde in dieser Form so auch von der Jahresuhrenfabrik verbaut.

1 1/2 Jahre für die "Restaurierung"? Na ja. Aber wenn sie (die Uhr) die Zeit zeigt, soll es gut sein.:D
Vielen Dank für die Info, Rolf-Dieter. Immer wieder schön zu wissen, daß sich hier im Forum die wahren Experten tummeln.
Die lange Restaurierungszeit resultierte wohl daraus, daß der Uhrmacher die Einregulierung durch monatelanges "Probieren" vornahm. Eine "Eigenbau-Zeitwaage" für Jahresuhren, wie Du sie hast, ist anscheinend einmalig.
Auch scheint das Austarieren eine komplexe Angelegenheit zu sein. Zumindest meine Uhr reagiert äußerst sensibel auf eine Standortveränderung von nur wenigen Zentmetern (was wahrscheinlich dem Untergrund, einer wohl nicht planen Eichenplatte geschuldet ist). Aber damit kann ich leben. Kinder gibt es bei uns nicht mehr im Haus und meine Frau läßt die Finger von der Uhr.

Gruß aus Norddeutschland
Stephan
 
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Eifeluhr

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Hallo Rolf-Dieter,

Danke für Deine ausführlichen Ratschläge. Leider gibt es keine Drehpendeluhren von Lenzkirch, bzw. hab ich bis heute keine gefunden. Hab extra nochmal meine Datenbank durchforstet. Gustav Becker hatte sie im Programm. Das meiste, was ich bis jetzt von Gustav Becker gesehen habe, was nach 1900 produziert wurde ist im Vergleich zu Lenzkirch von schlechterer Qualität / Verarbeitung. Dafür konnte GB mit einer größeren Auswahl dienen als Lenzkirch. 3-Gewichtige Wanduhren gabs von Lenzkirch keine, Drehpendeluhren auch nicht. Daher sehen viele Lenzkirch auch als schlechteren Uhrenhersteller an, obwohl die Qualität überragend war und noch heute ist. GB wollte ich eh nicht haben. :-)

Das Angebot in der Bucht ist ja verhältnismässig übersichtlich. Etwas irritiert bin ich durch die Preise. Muss mich erstmal irgendwo genau informieren, wieviel man für eine vernünftige Uhr anlegen sollte. Was mir auch wichtig ist, das kein Plastik an der Uhr verbaut ist. Wenn ich etwas schlauer bin, werde ich mich wieder melden.

Vielen Dank und schöne Grüße

Der Lenzkircher :-)

Patrick

PS: Ob mich das Drehpendel hypnotisiert hat weiß ich noch nicht. Die Pendel meiner Regulatoren auf jeden Fall :D . Vielmehr ist es die Schönheit, Ausdauer, Qualität und Technik früherer Zeiten, welche mich inspirieren. Viele halten mich für verrückt, das ich auf all das alte Zeug stehe, aber es sind noch ehrliche Produkte und keine Massenware. Vor allem, da ich ja im Verhältnis zu den anderen Sammlern sehr jung bin :shock:
 
Der Stromer

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Hallo Patrick,

Nein, Drehpendeluhren von Lenzkirch sind mir auch keine bekannt.

Und zu Gustav Becker:shock: 1899 wurden 11 Uhrenfabriken (Gustav Becker gehörte auch dazu) in Freiburg / Schlesien Zwangsvereinigt auf Druck von Gläubigerbanken. Dieser Zusammenschluss wurde dann auch "Vereinigte Freiburger Uhrenfabriken AG inkl. vorm. Gustav Becker" - VFU AG - genannt. Also ab diesem Zeitpunkt von "Gustav Becker Uhren" zu sprechen, ist m.E. völlig falsch, da GB nicht mehr als eigenständiges Unternehmen existierte. Die Marken GB auf den hergestellten Uhren waren als Verkaufsförderung an zu sehen, ebenso, wie später auch unter Junghans in Freiburg noch "Gustav Becker Uhren" gebaut wurden.

Nun zu den "Jahresuhren" von Gustav Becker: Um 1875 kommt der Patentinhaber (ein Österreichisches Patent ist nachgewiesen) Anton Harder nach Freiburg und will dort nach diesem Patent eben diese Jahresuhren bauen lassen. Dieses Projekt geht schief, bis auf eine kleine Serie von ca. 370 Uhren, die alle nicht vernünftig liefen, gab es aus Freiburg keine Drehpendeluhren mehr, bis der neue Patentinhaber - De Gruyter - das Patent um 1900 herum auslaufen ließ. Erst da wurden auch in Freiburg Drehpendeluhren hergestellt, aber eben aus den vorgenannten Gründen nicht von Gustav Becker, sondern von der VFU AG, mit der Bildmarke von GB:shock:.

Tatsächlich wurden die ersten funktionsfähigen und für eine Serienproduktion geeigneten Drehpendeluhren bei Wintermantel in Triberg gebaut. Zur Serienreife hat dies Uhren August Schatz gebracht. Anton Harder übernahm noch ein Patent für ein Drehpendel. Als er (Harder) wohl die Patentgebühren nicht mehr zahlen wollte oder konnte, verkaufte er sie an De Gruyter. Nach diesem Patenten wurden dann bis 1900 die Uhren in Triberg gebaut. Nach 1900 waren die Patente frei und jeder und alles baute nun Jahresuhren. Meistens waren z.B. die Pendel und die Pendelaufhängung jedoch von den einzelnen Herstellern patentiert worden.
 
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