Uhrenbestimmung Wer ist der Hersteller dieser Pendeluhr?

Diskutiere Wer ist der Hersteller dieser Pendeluhr? im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Foristen, ich bin neu hier und deshalb erst einmal ein herzliches Hallo! Von meiner kürzlich verstorbenen Schwiegermutter habe ich eine...
J

Jens1

Themenstarter
Dabei seit
21.05.2011
Beiträge
3
Liebe Foristen,

ich bin neu hier und deshalb erst einmal ein herzliches Hallo!
Von meiner kürzlich verstorbenen Schwiegermutter habe ich eine ältere, leicht ramponierte Pendeluhr geerbt, über die ich gerne einige Informationen hätte. Könnt ihr mir helfen Antworten auf folgende Fragen zu finden?

1. Wer ist der Hersteller? Uhrwerk und Gehäuse geben keine Hinweise. Allerdings ist auf dem Uhrwerk ein Logo und eine Nr. angebracht. (Bild 3). Auf dem Befestigungsrahmen des Uhrwerkes ist D.G.M.S. 2948 zu erkennen. Geben evtl. die Buchstaben auf dem Pendel Hinweise? (Bild 4). Könnt ihr damit was anfangen?

2. Wie alt ist die Uhr ungefähr?

3. Es fehlt eine Rändelschraube zur Befestigung des Uhrwerks an dem Befestigungsrahmen. (Bild 5) Wo kann man evtl. so eine Schraube bekommen. Es scheint kein metrisches Gewinde zu sein, denn metrische Schrauben passen nicht.

Es wäre super, wenn ihr mir helfen könntet!

Vielen Dank im voraus!

Jens
 

Anhänge

Spindel

Spindel

Dabei seit
14.12.2008
Beiträge
2.695
Ort
Leipzig
Auch ein herzliches Hallo,
Dein Regulator ist von der Firma Kienzle,registriert am 06.10.1898 in Schwenningen.Ich schätze ihn auf Baujahr ca.1900 bis 1910.
Deine fehlende Schraube,da würde ich mal auf Flohmärkten schauen oder Antikläden.
Gruß Roland
 
J

Jens1

Themenstarter
Dabei seit
21.05.2011
Beiträge
3
Hallo Roland,
vielen Dank für Deine Antwort.
Hast Du eine Erklärung dafür, daß das Gewinde der Rändelschraube nicht metrisch ist? Ich meine, bei einem deutschen Uhrwerkshersteller und einer Werksaufnahme, in der eine deutsche Gebrauchsmusterschutz Nr. (D.G.M.S.) steht.
Gruß, Jens
 
M

Mr. Spuck

Dabei seit
14.01.2011
Beiträge
53
Ort
Süddeutschland
Hallo,
bis z. T. weit nach dem 2. Weltkrieg war es in vielen Bereichen üblich, die verschiedensten Gewinde einzusetzen. Mir sind einige Fälle außerhalb der Uhrherstellung bekannt, in denen Hersteller sogar eigene Gewinde nach Werksnorm herstellten.

Das ist dann ein ganz besonderer Spaß Ersatzteile zu ergattern da Schrauben und Muttern selten vom Hersteller gekennzeichnet wurden.
 
Spindel

Spindel

Dabei seit
14.12.2008
Beiträge
2.695
Ort
Leipzig
Hallo Jens,
wenn das dann wirklich ein Problem darstellt eine nicht metrische Rändelschraube zu bekommen,dann würde ich mir zwei normale besorgen die 1 mm größer sind.Und würde das Gewinde drüber schneiden.
Wäre zumindest für mich kein Poblem.
Wichtig ist auf alle Fälle das ,das Werk wenn es einreguliert ist auch fest sitzt.Auf Deinem Bild sieht es so aus als wäre die vorhandene Schraube auch schon in Mitleidenschaft geraden.
Gruß Roland
 
B

Bartkauz

Dabei seit
06.06.2011
Beiträge
63
Ort
Munich Eastern Outback
Hallo zusammen
Als weiterer Neuling hänge ich mich mal einfach hier dran, weil ich ein ähnliches Uhrwerk habe. Das Werk ist in einen Regulator verbaut, der vor was weiß ich wieviel Jahren in dem Haus vorhanden war, das meine Schwiegereltern damals gekauft hatten. Ich hatte das Werk schon mal in Bearbeitung, weil meine Schwiegermutter mit Speisöl die Rädchen wieder zum Laufen bringen wollte. Jetzt ist die Pendelfeder gebrochen, die ich austauschen muss und eine Grundreinigung ist auch wieder angesagt.
Mich würde nun einfach interessieren, ob mir jemand etwas über das Werk sagen kann. Ich tippe mal auch auf Kienzle (gleiches Symbol wie oben), aber wie man das Herstellungsjahr rausfinden kann - keine Ahnung.
Wenn ich mal kapiert habe, wie man Bilder hochlädt, kann ich das auch gerne machen. Im Prinzip sieht das Werk aus wie das ganz oben; unter dem Symbol ist eine römische II; dann steht da noch die Zahl 588924, und links 34, darunter 115 1/2. Es wäre schön, wenn mir das jemand erklären könnte.

Vielen Dank schon mal.

Werner
 
B

Bartkauz

Dabei seit
06.06.2011
Beiträge
63
Ort
Munich Eastern Outback
Hallo Sectorfan
Vielen Dank für den Link, das mit dem "Erweitert"-Knopf muss man wissen!
Also dann hier mal das Bild von der Rückseite des Werks.
Wenn ich mal Zeit und Ruhe dazu habe werde ich mal ans Reinigen gehen und die gebrochene Pendelfeder ersetzen.
Und wenn noch jemand Informatinen über das Werk hat - immer her damit.
Danke und schöne Pfingsten.
Werner
 

Anhänge

Der Stromer

Der Stromer

Dabei seit
14.03.2011
Beiträge
1.654
Ort
92272 Hiltersdorf
Hallo Jens,

Schöne Uhr, die Du da hast. Zum Hersteller ist zu sagen, es handelt sich um die Firma Schlenker & Kienzle, gegründet 1883 in Schwenningen. Nur Kienzle ist m.E. nicht zutreffend.
Zur Schraube gibt es zwei Alternativen: 1.) Schweizer Strich (Uhrengewinde aus Schweizer Entwicklung, nicht mehr zu bekommen) oder 2.) ist auch Wahrscheinlicher, Zollgewinde.
Beide Gewinde können gute Uhrmacher mit den entsprechenden Werkzeugen heute sicher noch herstellen oder haben so was sogar noch in der Schublade. Einfach mal fragen (kost ja nichts). Ich würde da kein M3-Gewinde rein Pfriemeln.

Die Seriennummer ist schwierig. Habe da noch keinerlei Anhaltspunkte über die SN bei diesem Hersteller, leider. Aber nach dem Werk zu schätzen, dürfte das Baujahr noch vor 1900 gewesen sein.
Der Gebrauchsmusterschutz sagt da überhaupt nichts, da der größte Markt für Deutsche Produkte ja der Angelsächsische war. Daher eben auch bis weit ins 20. Jahrhundert das Zollgewinde.

Zum Pendel: R steht für Retardé oder auch Rückwärts = Langsam und entsprechend das A für Avancé oder Vorwärts = Schnell. Also die Pendelschraube in Richtung A und die Uhr geht schneller oder umgekehrt. Diese Beschriftung sagt nicht über das Alter oder so aus, wird bei der Uhrenherstellung bis heute so verwendet.

Zum Gehäuse ist zu sagen, dass da wohl Jemand mal "überflüssiges" Holz entfernt hat. Wenn Du die Uhr wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen möchtest, sollte das wieder ersetzt werden. Schau mal nach Uhrengehäusen aus der Gründerzeit oder besser dem Historismus. Da findest Du bestimmt Anhaltspunkte und es gibt bestimmt in jeder größeren Stadt Uhrmacher, die mit Adressen von Holzwürmern, die so was noch herstellen können, dienen. Hier ist z.B. so Einer: eingang

Viel Spass und Erfolg bei der Aufarbeitung dieser schönen Uhr.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallo zusammen
Als weiterer Neuling hänge ich mich mal einfach hier dran, weil ich ein ähnliches Uhrwerk habe. Das Werk ist in einen Regulator verbaut, der vor was weiß ich wieviel Jahren in dem Haus vorhanden war, das meine Schwiegereltern damals gekauft hatten. Ich hatte das Werk schon mal in Bearbeitung, weil meine Schwiegermutter mit Speisöl die Rädchen wieder zum Laufen bringen wollte. Jetzt ist die Pendelfeder gebrochen, die ich austauschen muss und eine Grundreinigung ist auch wieder angesagt.
Mich würde nun einfach interessieren, ob mir jemand etwas über das Werk sagen kann. Ich tippe mal auch auf Kienzle (gleiches Symbol wie oben), aber wie man das Herstellungsjahr rausfinden kann - keine Ahnung.
Wenn ich mal kapiert habe, wie man Bilder hochlädt, kann ich das auch gerne machen. Im Prinzip sieht das Werk aus wie das ganz oben; unter dem Symbol ist eine römische II; dann steht da noch die Zahl 588924, und links 34, darunter 115 1/2. Es wäre schön, wenn mir das jemand erklären könnte.

Vielen Dank schon mal.

Werner
Hallo Werner,
Auch hier wieder die Firma Schlenker & Kienzle, gegründet 1883 in Schwenningen.
Baujahr Deiner Uhr würde ich so um 1890 - 1900 Datieren (ohne Gewähr ;-)). Die II sagt mir leider nichts, aber dafür die nächsten Zahlen: 588924 ist die Serien-Nummer des Werkes. leider ist mir (noch) keine Aufstellung bekannt, die da Jahreszahlen zuordnen kann (beim GB geht das:-))

Die 34 sind die Anzahl der Pendelschläge in der Minute, und die 115 1/2 ist die Länge des Pendel.

Ich hoffe, dass hat ein wenig geholfen!?

Viel Spass mit der Uhr :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
B

Bartkauz

Dabei seit
06.06.2011
Beiträge
63
Ort
Munich Eastern Outback
Hallo Rolf-Dieter/Stromer

Vielen Dank für diese Informationen. Die Firma Kienzle habe ich auch schon angemailt, aber "Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir über solch alte Modelle aufgrund der vergangenen Insolvenzen keine Informationen mehr haben". Eigentlich schade!
Aber ich bin ja schon glücklich, dass mein Werk mittlerweile gereinigt und repariert ist und wieder "wie ein Uhrwerk" läuft. Und der Gong klingt schöner, als der von dem Regulator, den wir vor - mal überlegen - 28 Jahren zur Hochzeit bekommen haben.
Ich habe mich allerdings noch nicht getraut, das Werk total zu zerlegen zur Reinigung. Dafür habe ich aber zwischenzeitlich in einem Onlineauktionshaus ein Werk des gleichen Typs, sogar mit niedrigerer Seriennummer ergattern können. Damit werde ich erst mal üben. Sollte das Wark dannach immer noch funktionieren habe ich auch schon eine Idee, wie ich sie präsentiere - und zwar so, dass man das Werk sehen kann.
Ich liebe dieses leise Ticken!

Schöne Grüsse

Werner

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallo Rolf-Dieter
jetzt muss ich doch nochmal nachbohren. Du hast geschrieben:
Die 34 sind die Anzahl der Pendelschläge in der Minute, und die 115 1/2 ist die Länge des Pendel
Ich habe mir gerade die Zeit genommen, die "ticktacks" zu zählen und ich komme auf 58 pro Minute, also etwa ein "ticktack" pro Sekunde. Die Uhr geht genau, also so extrem verstellt ist sie nicht. Also muss die Zahl etwas Anderes bedeuten.
Die Pendellänge ist etwa 30 cm (wobei man jetzt definieren müsste, von wo bis wo gemessen werden muss). Wie komme ich damit auf die Zahl 115 1/2? :confused:

Verwirrte Grüsse

Werner
 
Der Stromer

Der Stromer

Dabei seit
14.03.2011
Beiträge
1.654
Ort
92272 Hiltersdorf
Hallo Rolf-Dieter/Stromer

Vielen Dank für diese Informationen. Die Firma Kienzle habe ich auch schon angemailt, aber "Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir über solch alte Modelle aufgrund der vergangenen Insolvenzen keine Informationen mehr haben". Eigentlich schade!
Aber ich bin ja schon glücklich, dass mein Werk mittlerweile gereinigt und repariert ist und wieder "wie ein Uhrwerk" läuft. Und der Gong klingt schöner, als der von dem Regulator, den wir vor - mal überlegen - 28 Jahren zur Hochzeit bekommen haben.
Ich habe mich allerdings noch nicht getraut, das Werk total zu zerlegen zur Reinigung. Dafür habe ich aber zwischenzeitlich in einem Onlineauktionshaus ein Werk des gleichen Typs, sogar mit niedrigerer Seriennummer ergattern können. Damit werde ich erst mal üben. Sollte das Wark dannach immer noch funktionieren habe ich auch schon eine Idee, wie ich sie präsentiere - und zwar so, dass man das Werk sehen kann.
Ich liebe dieses leise Ticken!

Schöne Grüsse

Werner

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallo Rolf-Dieter
jetzt muss ich doch nochmal nachbohren. Du hast geschrieben:
Ich habe mir gerade die Zeit genommen, die "ticktacks" zu zählen und ich komme auf 58 pro Minute, also etwa ein "ticktack" pro Sekunde. Die Uhr geht genau, also so extrem verstellt ist sie nicht. Also muss die Zahl etwas Anderes bedeuten.
Die Pendellänge ist etwa 30 cm (wobei man jetzt definieren müsste, von wo bis wo gemessen werden muss). Wie komme ich damit auf die Zahl 115 1/2? :confused:

Verwirrte Grüsse

Werner
:shock: Schon wieder ne Ente produziert. :| Liegt das am Alter??? :oops:

Also es ist natürlich genau umgekehrt: 34 cm ist die Pendellänge, die wird normal von der Pendelfeder an gemessen. Da gibt es auch ein berechnungsmodell, aber frag mich jetzt bitte nicht, wo:-( Und die 115 sind die Halbperioden des Pendel, also von rechts nach links = 1x. Da hast Du richtig gezählt 58 x 2 = 116, die Uhr geht genau.:super:

Entsprechende Gehäuse haben an den Seiten entweder eine runde Scheibe oder sind verglast. Mit etwas Glück findest Du solche Dinge immer wieder in der Bucht. Einfach mal schauen.

Wenn Du das (die) Werk(e) reinigst, bitte N I I I E die Zugfeder oder das Federhaus mit ins Bad legen: Bringst Du Wasser in das Haus, ist es mit der Feder auch bald aus! (Ist von mir und stimmt - selbst ausprobiert :()
 
Zuletzt bearbeitet:
B

Bartkauz

Dabei seit
06.06.2011
Beiträge
63
Ort
Munich Eastern Outback
:shock: Schon wieder ne Ente produziert. :| Liegt das am Alter??? :oops:()
Also der Jüngste bin ich ja nun auch nicht mehr, von daher hast du mein vollstes Verständnis ;-)
Entsprechende Gehäuse haben an den Seiten entweder eine runde Scheibe oder sind verglast. Mit etwas Glück findest Du solche Dinge immer wieder in der Bucht. Einfach mal schauen.
Ich habe das Gehäuse für dieses Uhrwerk. Scheint relativ einfach gemacht zu sein, Fichte unfurniert und dunkel gebeizt - oder in der Art.
Wenn Du das (die) Werk(e) reinigst, bitte N I I I E die Zugfeder oder das Federhaus mit ins Bad legen
Ich habe das Werk nicht gebadet, sondern mit der Pinsel-Methode gereinigt, soweit ich hingekommen bin. Wie ich oben schon geschrieben habe, habe ich ein gleiches Werk ersteigert; an dem werde ich erst mal das Zerlegen des Werkes üben - bzw. das Zusammenbauen. Ist vielleicht eine gute Übung gegen Alzheimer.

Schöne Uhren übrigens auf deiner Homepage!

Schönen Abend noch

Werner
 
Der Stromer

Der Stromer

Dabei seit
14.03.2011
Beiträge
1.654
Ort
92272 Hiltersdorf
Also der Jüngste bin ich ja nun auch nicht mehr, von daher hast du mein vollstes Verständnis ;-)

Ich habe das Gehäuse für dieses Uhrwerk. Scheint relativ einfach gemacht zu sein, Fichte unfurniert und dunkel gebeizt - oder in der Art.

Ich habe das Werk nicht gebadet, sondern mit der Pinsel-Methode gereinigt, soweit ich hingekommen bin. Wie ich oben schon geschrieben habe, habe ich ein gleiches Werk ersteigert; an dem werde ich erst mal das Zerlegen des Werkes üben - bzw. das Zusammenbauen. Ist vielleicht eine gute Übung gegen Alzheimer.

Schöne Uhren übrigens auf deiner Homepage!

Schönen Abend noch

Werner
Hallo Werner,

Danke für das Lob :-P.

Wenn Du ein Werk zerlegst, bitte entspanne erst die Federn! :shock: Sonst großes Malheur und vielleicht auch großes Autsch!:oops:

Merken musst Du Dir nur die Stellung der Räder, Hebel und Triebe vom Schlagwerk. Ich habe mir am Anfang einfach Fotos davon gemacht :-P. War wirklich eine große Hilfe. Und beim Zusammenbau und Test wirst Du hier wohl richtig das Zerlegen und Zusammensetzen üben können :super: Denn merke: Es ist nicht zur Strafe, sondern nur zur Übung.

Übrigens, wenn ich die Räder gesetzt habe, schraube ich die UNTEREN Schrauben leicht auf die Pfeiler. So kann Dir dann die Platine nicht mehr abhauen, wenn Du das Werk Verkanten musst, um mit der Pinzette die Zapfen in die Lager zu setzen.

Viel Erfolg und berichte, wie es gegangen ist :super:

Ps.: Bitte Ölen nicht vergessen. Aber max. mit Öl Nr. 3 oder 4. (Kein Öl von der Modellbahn oder gar Nähmaschinenöl). Und nur die Lager von Aussen. Merke: Weniger ist hier Viel! Bei den Federhäusern mache ich leicht Vaseline in die Lager und auf die Triebe der nächsten Räder. Sonst nirgends.
Sollten die Federn verklebt sein, hilf ein Bad in Petroleum (Lampenöl ohne Duftstoffe) und anschließend leicht durch den Schlitz im Deckel mit Sprühöl einfetten. Den Deckel vom Federhaus bekommst Du meistens nicht mehr drauf, wenn er mal ab ist :???:. Daher drauflassen und.... Na, siehe Oben.

Das Gehäuse, dass Du beschreibst, ist typisch für diese Zeit. Vollholz und kein Furnier. Ich würde es einfach so lassen und die Uhr wieder dort einbauen.
 
B

Bartkauz

Dabei seit
06.06.2011
Beiträge
63
Ort
Munich Eastern Outback
Hallo Rolf-Dieter

Vielen Dank für die Tips, davon kann man nie genug haben. Denn auch mit 55 Jahren ist man noch lernfähig!
Das richtige Öl habe ich auch, ich habe nie eine Modelleisenbahn besessen ;-)

Ich hab gerade mal angefangen, den Uhrkasten etwas zu bearbeiten. Da hat wohl schon vor langer Zeit jemand ziemlich gewütet :-( . Grobes Schleifpapier hat ziemliche Riefen hinterlassen. Die Tür scheint von vorne doch furniert zu sein, allerdings nur auf den Frontseiten; die Hohlkehlfräsung am Rand ist unfurniert. Aber durch die damalige Schleifaktion ist die Furnierschicht am Rand schon durch; daher wurde der ganze Korpus wohl auch ziemlich dunkel und deckend gestrichen. Mal sehen, wie ich das sauber abkriege, vor allem an den Zierteilen entlang. Hier wünschte ich mir, der Leim würde nicht mehr gut halten, dann könnte ich sie entfernen und täte mir leichter beim Abschleifen.
Zum Alter habe ich noch etwas im Netz gefunden:
Until 1893 the factory only produced clocks with massive plates. Then they started to produce also cheaper clockworks with skeleton plates in the way most American clocks were made, the so-called “Amerikaneruhren”.
Between 1883 and 1907 they made 2 301 240 clocks with massive plates, and between 1894 and 1907 they made 5 327 450 clocks in the American way.
Wenn das gesicherte Informationen sind würde das ja bedeuten, dass Uhrwerke mit skeletierten Platten nicht älter als von 1894 sein können; aber heißt das dann auch, dass Werke mit Vollplatten jünger als von 1907 sein müssen?
Vielleicht taucht ja doch irgenwann mal eine Liste mit Zuordnung Seriennummer zu Baujahr auf. Nicht dass ich die Uhr verkaufen will und mit einem schönen Alter den Preis treiben möchte - die Uhr bleibt in unserem Besitz, soviel ist sicher - aber ich möchte halt so viel wie möglich darüber wissen.

Bis dann

Werner
 
J

Jens1

Themenstarter
Dabei seit
21.05.2011
Beiträge
3
Hallo Jens,

Schöne Uhr, die Du da hast. Zum Hersteller ist zu sagen, es handelt sich um die Firma Schlenker & Kienzle, gegründet 1883 in Schwenningen. Nur Kienzle ist m.E. nicht zutreffend.
Zur Schraube gibt es zwei Alternativen: 1.) Schweizer Strich (Uhrengewinde aus Schweizer Entwicklung, nicht mehr zu bekommen) oder 2.) ist auch Wahrscheinlicher, Zollgewinde.
Beide Gewinde können gute Uhrmacher mit den entsprechenden Werkzeugen heute sicher noch herstellen oder haben so was sogar noch in der Schublade. Einfach mal fragen (kost ja nichts). Ich würde da kein M3-Gewinde rein Pfriemeln.

Die Seriennummer ist schwierig. Habe da noch keinerlei Anhaltspunkte über die SN bei diesem Hersteller, leider. Aber nach dem Werk zu schätzen, dürfte das Baujahr noch vor 1900 gewesen sein.
Der Gebrauchsmusterschutz sagt da überhaupt nichts, da der größte Markt für Deutsche Produkte ja der Angelsächsische war. Daher eben auch bis weit ins 20. Jahrhundert das Zollgewinde.

Zum Pendel: R steht für Retardé oder auch Rückwärts = Langsam und entsprechend das A für Avancé oder Vorwärts = Schnell. Also die Pendelschraube in Richtung A und die Uhr geht schneller oder umgekehrt. Diese Beschriftung sagt nicht über das Alter oder so aus, wird bei der Uhrenherstellung bis heute so verwendet.

Zum Gehäuse ist zu sagen, dass da wohl Jemand mal "überflüssiges" Holz entfernt hat. Wenn Du die Uhr wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen möchtest, sollte das wieder ersetzt werden. Schau mal nach Uhrengehäusen aus der Gründerzeit oder besser dem Historismus. Da findest Du bestimmt Anhaltspunkte und es gibt bestimmt in jeder größeren Stadt Uhrmacher, die mit Adressen von Holzwürmern, die so was noch herstellen können, dienen. Hier ist z.B. so Einer: eingang

Viel Spass und Erfolg bei der Aufarbeitung dieser schönen Uhr.

--- Nachträglich hinzugefügt ---



Hallo Werner,
Auch hier wieder die Firma Schlenker & Kienzle, gegründet 1883 in Schwenningen.
Baujahr Deiner Uhr würde ich so um 1890 - 1900 Datieren (ohne Gewähr ;-)). Die II sagt mir leider nichts, aber dafür die nächsten Zahlen: 588924 ist die Serien-Nummer des Werkes. leider ist mir (noch) keine Aufstellung bekannt, die da Jahreszahlen zuordnen kann (beim GB geht das:-))

Die 34 sind die Anzahl der Pendelschläge in der Minute, und die 115 1/2 ist die Länge des Pendel.

Ich hoffe, dass hat ein wenig geholfen!?

Viel Spass mit der Uhr :-)

Hallo Rolf-Dieter,

vielen Dank für die guten Informationen! Das Gehäuse werde ich nach und nach wieder auf Vordermann bringen. Zunächst werde ich mal nach einem Bild einer baugleichen Uhr fahnden, damit ich weiß, wonach ich suchen muß.

Gruß, Jens
 
J

jo3ran

Dabei seit
16.06.2011
Beiträge
24
Vielleicht die hier:



Hängt bei uns in der Stube und ist auch von meiner Urgroßelterngeneration.
Vielleicht kann ich Dir ja irgendwie helfen.

Wir haben sie erst seit kurzem hier hängen, nachdem meine Ma sie mir geschenkt hat. Sie wurde zuvor noch von einem Uhrmacher wieder auf Vordermann gebracht.

Die 2 Aufzüge sind zum Einen für die Repetition (Einfacher Schlag für halbe Stunde und Stundenrepetition) und zum Anderen für den Lauf der Uhr.

Gib einfach Bescheid.
VG
 
Der Stromer

Der Stromer

Dabei seit
14.03.2011
Beiträge
1.654
Ort
92272 Hiltersdorf
Vielleicht die hier:



Hängt bei uns in der Stube und ist auch von meiner Urgroßelterngeneration.
Vielleicht kann ich Dir ja irgendwie helfen.

Wir haben sie erst seit kurzem hier hängen, nachdem meine Ma sie mir geschenkt hat. Sie wurde zuvor noch von einem Uhrmacher wieder auf Vordermann gebracht.

Die 2 Aufzüge sind zum Einen für die Repetition (Einfacher Schlag für halbe Stunde und Stundenrepetition) und zum Anderen für den Lauf der Uhr.

Gib einfach Bescheid.
VG
:-) Hallo,

Schöne Pendeluhr hast Du da von Deiner Ma. :-) Ich tippe mal, Junghans, Historismus, also ca. 1890 - 1900. Leider fehlen am Gehäuse einige Applikationen. Obendrauf gehört noch ein Adler oder so, mit zwei Seitlichen Türmchen oder so und unten ebenfalls einiges an solchen Stilelementen. Guckst Du hier: Junghans4_tb.jpgJunghans2.jpg

Ach, noch etwas: Deine Uhr hat KEINE Repetition. Das würde bedeuten, sie hätte eine Schlagwiederholung, wie sie z.B. bei Taschenuhren üblich ist. Deine Uhr hat aber "nur" ein Schlagwerk. Es ist ein schönes Teil, ich würde versuchen, die fehlenden Teile am Gehäuse irgendwann zu ersetzen, damit sie wieder im ursprünglichen Zustand (in etwa) ist.
 
Der Stromer

Der Stromer

Dabei seit
14.03.2011
Beiträge
1.654
Ort
92272 Hiltersdorf
Hallo Rolf-Dieter

Vielen Dank für die Tips, davon kann man nie genug haben. Denn auch mit 55 Jahren ist man noch lernfähig!
Das richtige Öl habe ich auch, ich habe nie eine Modelleisenbahn besessen ;-)

Ich hab gerade mal angefangen, den Uhrkasten etwas zu bearbeiten. Da hat wohl schon vor langer Zeit jemand ziemlich gewütet :-( . Grobes Schleifpapier hat ziemliche Riefen hinterlassen. Die Tür scheint von vorne doch furniert zu sein, allerdings nur auf den Frontseiten; die Hohlkehlfräsung am Rand ist unfurniert. Aber durch die damalige Schleifaktion ist die Furnierschicht am Rand schon durch; daher wurde der ganze Korpus wohl auch ziemlich dunkel und deckend gestrichen. Mal sehen, wie ich das sauber abkriege, vor allem an den Zierteilen entlang. Hier wünschte ich mir, der Leim würde nicht mehr gut halten, dann könnte ich sie entfernen und täte mir leichter beim Abschleifen.
Zum Alter habe ich noch etwas im Netz gefunden:
Until 1893 the factory only produced clocks with massive plates. Then they started to produce also cheaper clockworks with skeleton plates in the way most American clocks were made, the so-called “Amerikaneruhren”.
Between 1883 and 1907 they made 2 301 240 clocks with massive plates, and between 1894 and 1907 they made 5 327 450 clocks in the American way.
Wenn das gesicherte Informationen sind würde das ja bedeuten, dass Uhrwerke mit skeletierten Platten nicht älter als von 1894 sein können; aber heißt das dann auch, dass Werke mit Vollplatten jünger als von 1907 sein müssen?Vielleicht taucht ja doch irgenwann mal eine Liste mit Zuordnung Seriennummer zu Baujahr auf. Nicht dass ich die Uhr verkaufen will und mit einem schönen Alter den Preis treiben möchte - die Uhr bleibt in unserem Besitz, soviel ist sicher - aber ich möchte halt so viel wie möglich darüber wissen.

Bis dann

Werner
Hi Werner,
Also fest steht, dass die sog. "Amerikaneruhren" erst nach der Jahrhundertwende entstanden sind. Allgemein bezeichnet man (frau) damit Uhren mit durchbrochenen Platinen = Billigwerke, bei denen Material eingespart wurde und zwar nicht nur durch die Durchbrüche, sondern auch in der Dicke der Platinen. Waren die früher (vor 1900) auf Qualität und Lebensdauer gebaut, war das bei den "Amerikanern" nicht mehr so wichtig. Hier kam es auf den Preis (Gewinnmaximierung gab es damals schon) an. Fast alle Uhrenhersteller stellten solche Uhren her. Vor allem Junghans, Kienzle und HAU (Hamburg-Amerikanische-Uhrenfabrik = Pfeilkreuz), und so weiter. Viele Uhrenhersteller verkauften dann diese Uhren aber auch in Europa. Und so schlecht konnte die Qualität auch nicht gewesen sein, sonst würden die ja heute nicht mehr funktionieren, gelle!? Eine definitive Herstellungszeit würde ich da also nur sehr bedingt und gestützt auf andere Faktoren abgeben wollen.
 
J

jo3ran

Dabei seit
16.06.2011
Beiträge
24
Hi,

danke für den netten Hinweis.
Dachte meine Uhr ist vom Fabrikat her ähnlich der Uhr von Jens.

Unten ist bereits die Abschlussapplikation der Uhr zu sehen (ein einfacher Sockel). Was oben drauf gehört muss ich mal meine Ma fragen. Vielleicht gibt es da noch etwas.
Ein Adler erscheint mir allerdings überkandidelt :D

VG
 
Der Stromer

Der Stromer

Dabei seit
14.03.2011
Beiträge
1.654
Ort
92272 Hiltersdorf
Hi,

danke für den netten Hinweis.
Dachte meine Uhr ist vom Fabrikat her ähnlich der Uhr von Jens.

Unten ist bereits die Abschlussapplikation der Uhr zu sehen (ein einfacher Sockel). Was oben drauf gehört muss ich mal meine Ma fragen. Vielleicht gibt es da noch etwas.
Ein Adler erscheint mir allerdings überkandidelt :D

VG
:-) Na ja, unsere Altvorderen waren da wohl anderer Meinung :-D Guck mal hier, eine kleine Auswahl solcher Uhren: OH6NT clock collecting page :super:
 
Thema:

Wer ist der Hersteller dieser Pendeluhr?

Wer ist der Hersteller dieser Pendeluhr? - Ähnliche Themen

  • Wer die Wahl hat... Omega Speedmaster ’57 (331.10.42.51.01.001)

    Wer die Wahl hat... Omega Speedmaster ’57 (331.10.42.51.01.001): Omega Speedmaster ’57 (331.10.42.51.01.001) Meine allerliebste Frau wollte mir wegen einem besonderen Ereignis eine Freude machen und etwas ganz...
  • Wer traut es sich zu...

    Wer traut es sich zu...: ...in in eine Luminox F117 ein Automatikwerk einzubauen?! Serienwerk in der Uhr ist ein RONDA normtech 715 2.5 mm 11½''', 25.60 mm 3 hands Date...
  • Wer suchet, der findet.

    Wer suchet, der findet.: Ahoi in die Runde. Ich bin auf der Suche nach einer neuen Uhr für den täglichen Gebrauch. Seit langen schon bin ich auf der Suche nach etwas...
  • Kaufberatung Wer hat Erfarhung mit MWC G10 Uhren (Saphirglas, 300m wadi.)

    Kaufberatung Wer hat Erfarhung mit MWC G10 Uhren (Saphirglas, 300m wadi.): Hallo zusammen, Als süchtiger Uhrensammler kämpfe ich mich zurzeit mit der (allgemein wohl nur bedingt interessanten Frage) ab, welche robuste...
  • Seltsames Verhalten dieser Pflanze: wer kennt sich aus ?

    Seltsames Verhalten dieser Pflanze: wer kennt sich aus ?: Hallo zusammen, da ich von Pflanzen null Ahnung habe und noch nicht einmal weiß, wie das Teil hier überhaupt heißt, würde ich mich freuen, wenn...
  • Ähnliche Themen

    • Wer die Wahl hat... Omega Speedmaster ’57 (331.10.42.51.01.001)

      Wer die Wahl hat... Omega Speedmaster ’57 (331.10.42.51.01.001): Omega Speedmaster ’57 (331.10.42.51.01.001) Meine allerliebste Frau wollte mir wegen einem besonderen Ereignis eine Freude machen und etwas ganz...
    • Wer traut es sich zu...

      Wer traut es sich zu...: ...in in eine Luminox F117 ein Automatikwerk einzubauen?! Serienwerk in der Uhr ist ein RONDA normtech 715 2.5 mm 11½''', 25.60 mm 3 hands Date...
    • Wer suchet, der findet.

      Wer suchet, der findet.: Ahoi in die Runde. Ich bin auf der Suche nach einer neuen Uhr für den täglichen Gebrauch. Seit langen schon bin ich auf der Suche nach etwas...
    • Kaufberatung Wer hat Erfarhung mit MWC G10 Uhren (Saphirglas, 300m wadi.)

      Kaufberatung Wer hat Erfarhung mit MWC G10 Uhren (Saphirglas, 300m wadi.): Hallo zusammen, Als süchtiger Uhrensammler kämpfe ich mich zurzeit mit der (allgemein wohl nur bedingt interessanten Frage) ab, welche robuste...
    • Seltsames Verhalten dieser Pflanze: wer kennt sich aus ?

      Seltsames Verhalten dieser Pflanze: wer kennt sich aus ?: Hallo zusammen, da ich von Pflanzen null Ahnung habe und noch nicht einmal weiß, wie das Teil hier überhaupt heißt, würde ich mich freuen, wenn...
    Oben