Wenn die Leuchtmasse in die Jahre kommt....

Diskutiere Wenn die Leuchtmasse in die Jahre kommt.... im Herrenuhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Viele Uhren habe ich (noch) nicht. Meine Uhr für alles ist eine Oris Big Crown aus den 90er Jahren, deren Leuchtbereitschaft arg nachläßt. Nun...
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Naphets

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Viele Uhren habe ich (noch) nicht. Meine Uhr für alles ist eine Oris Big Crown aus den 90er Jahren, deren Leuchtbereitschaft arg nachläßt. Nun habe ich hier schon mehrfach von der Leuchtmasse Lumibrite oder dergleichen gelesen, die u. a. bei Seiko und Steinhart eingesetzt wird.

Meine Frage nun an die Steinhart- und Seikoleute unter Euch: Wie ist Eure Erfahrung mit der Leuchtmasse und der Leuchtfähigkeit und vor allem Leuchtdauer und Intensität im Dunkeln wenn die Uhr schon mehr als
a) 3
b) 5
c) 10 Jahre auf dem Buckel hat?

Habt Ihr da schon mal Versuche gemacht, wie z. B. das Bestrahlen einer Uhr mit einer starken Taschenlampe oder einer anderen starken Lichtquelle und dann einer Überprüfung der verbliebenen Leuchtintensität 3, 5 oder 6 Stunden danach?

Wie schon oben beschrieben interessiert mich vor allem das Ergebnis bei Steinhart und bei Seiko.
 
7C43700AZ22

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Kann von den zwei erwähnten Marken nur für Seiko sprechen. Lumibrite ist Seikos der gehobenen Klasse vorbehalten. Eine SKX z.B. hat trotz starker Leuchtkraft kein Lumibrite. Die ersten Seiko mit Lumibrite kamen Mitte der 90er auf den Markt. Diese Modelle haben heute noch gefühlt die ganze Leuchtstärke wie neu. Realistisch aber immer noch mehr als 90%. Such mal hier im Forum nach dem Suchbegriff "Nemoto", dem Hersteller. Ich habe dazu einiges geschrieben, auch zur Verbindung mit Tritec in Teuffen/CH, dem Lizenznehmer von Nemoto und Hersteller von Superluminova.

Viele Grüße
Michael
 
Plaggy

Plaggy

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Rein technisch gesehen, sollte moderne Leuchtmasse ohne stärkere äußere Einfüsse (sehr viel, lange und direkt Sonneneinstrahlung und/oder Feuchtigkeit etc.) beständig bleiben... für sehr, sehr, sehr lange.
Darunter fällt alles was unter der chemischen Zusammensetzung von Luminova (strontiumbasiert) verkauft wird, dazu gehören entsprechend Superluminova, Nightglow, Lumibrite, Chromalight und wie die Lizenzen noch so alle heißen.
 
ticktick

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Ich kann nur sagen dass meine SEIKO MM300 aus dem Jahr 2013 leuchtet wie die Hölle. Habe keine stärkere.
 
ETA2824

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Meine Uhren der japanischen Hersteller Orient, Seiko und Citizen
haben die höchste und längste Leuchtkraft und zwar mit deutlichem Abstand.

Lediglich meine Laco FL23883 B-Muster mit 42 mm Druchmesser hat mir ihrer
schieren Menge an Leuchtmittel ganz die Nase vorne.
 
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AlexOH

AlexOH

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Kann man also sagen, dass die Japaner in der Regel einfach mehr Leuchtmasse raufmachen? Oder gibt es doch Unterschiede in der Zusammensetzung?
Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass andere Hersteller nicht die gleiche Intensität hinkriegen würden, wenn sie wollten. Vielleicht soll ja gar nicht soviel Leuchtmasse auf die Blätter, weils dann nicht mehr so fein aussieht.
Ist nur eine Vermutung.

LG Alex
 
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tbickle

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Wie ist Eure Erfahrung mit der Leuchtmasse und der Leuchtfähigkeit und vor allem Leuchtdauer und Intensität im Dunkeln wenn die Uhr schon mehr als
a) 3
b) 5
c) 10 Jahre auf dem Buckel hat?
Meiner Meinung nach absolut irrelevant, da in modernen Leuchtmassen keine nennenswerten Zerfallsprozesse mehr stattfinden. Moderne Lösungen, wie eben Lumibrite, bilden - sehr (!) laienhaft ausgedrückt - ein reflektierendes Labyrinth im mikroskopischen Bereich, in dem sich Licht "verrirrt". Ein Teil entweicht sichtbar (gewollt), der andere müsste laut @Gödel, Gott hab' ihn selig, im kaum messerbaren Bereich als Wärme emittieren.

Früher wurden allerdings Stoffe verwendet, die keiner Aufladung bedürfen, sondern von sich aus leuchten (Tritium, Radium, usw.). Tritium hat meines Wissens eine Halbwertszeit von knapp 12,5 Jahren, weswegen die Leuchtkraft nach dem Verstreichen eben dieses Zeitraumes um etwa die Hälfte an Intensität verliert.

Seiko (Epson) ist meines Wissens Weltmarktführer auf diesem Gebiet, weswegen selbst günstige Seikos ziemlich gut leuchten.

Gruß
 
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Plaggy

Plaggy

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Vereinfach gesagt, ja. Mehr Leuchtmasse = längeres Leuchten (und natürlich auch in der Anfangszeit intensiver).
Z.B. leuchten die alten Panerais mit Sausage-Dial vor allem deswegen so gut, weil quasi 1mm dick Leuchtmasse aufgetragen ist.

Zumindest zu Beginn war Lumbrite = Luminova = Superluminova ( = Chromalight), seit Seiko bei einigen Modellen Lumibrite 2 verwendet ist es ein wenig besser geworden, ich muss aber jetzt ehrlich sagen, dass zwischen meiner MM300 (Lumibrite 2.0) und meiner Turtle (hat die überhaupt Lumibrite? :hmm: ) kein wirklich großer Unterschied mit dem Auge zu erkennen ist über die Nacht hinweg


@tbickle Seiko hat damals wohl sehr günstig die Lizenz für Luminova von der Nemoto erworben und darf seitdem unter Lumibrite Leuchtmasse selbst entwicklen und vertreiben. Lumibrite 2.0 ist quasi eine geänderte Formel vom Luminova/Lumibrite. Ich vermute mal dadruch fallen einfach kleinteilige Kosten weg und man geht entsprechend größzügig damit um, während bei der Verwendung von Superluminova die Tritec und im Grunde die Nemoto noch mit verdienen müssen ;-)
 
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nikolausII

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@ Naphets
Ich vermute mal, dass Deine Oris Big Crown aus den 90ern deswegen "arg an Leuchtkraft eingebüßt hat", weil bei ihr
die Lumineszenz noch auf der Verwendung von Tritium, also einem (schwach) radioaktiven Zerfallsprodukt, basiert.
Wie hier bereits zutreffend ausgeführt wurde, unterliegen diese Substanzen der entsprechenden Halbwertzeit, was bedeutet,
dass im Ergebnis die Leuchtwirkung im Laufe der Jahre nachlässt, bis sie irgendwann gar nicht mehr wahrnehmbar ist.

Ab Beginn der 2000er-Jahre haben eigentlich alle Hersteller sukzessive ihre Leuchtmittel auf die heute gebräuchlichen
Luminova umgestellt, die theoretisch "konstruktionsbedingt" keinem natürlichen Verschleiß mehr unterliegen und somit
praktisch ein ganzes Uhrenleben gleichbleibend intensiv leuchten können. Freilich ist die Intensität der Leuchtkraft auch hier
davon abhängig, welches Fabrikat der jeweilige Hersteller verwendet (Superluminova vs. "einfache" Luminova etc.) und wie "dick"
die Leuchtmittel aufgetragen werden.
 
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citsei

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Kann von den zwei erwähnten Marken nur für Seiko sprechen. Lumibrite ist Seikos der gehobenen Klasse vorbehalten. Eine SKX z.B. hat trotz starker Leuchtkraft kein Lumibrite.
Welche Leuchtmasse verwendet Seiko Deiner Meinung nach für die nicht gehobene Klasse inkl. SKX?
 
subdiver

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Dahoam
Bei mir hat die Rolex Sub mit SL die schwächste Leuchtkraft.

Meine Marinemaster 300 SLA023 leuchtet dagegen so stark,
das ich sie nachts neben dem Bett abdecken muss.

Sehr gut leuchten auch meine Planet Ocean und die Promaster NY004.
 
AlexOH

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ich hab mal meine leuchtstärkste Uhr (Japan, Seiko, nicht Premiumklasse) neben der leuchtschwächsten Uhr (Schweiz, Mittelklasse) nebeneinander fotografiert. Man braucht wirklich keine Lupe, um zu erkennen, dass die Japanerin wesentlich mehr Leuchtmasse draufhat. Ich meine da insbesondere die Dicke der Masse und weniger die Fläche (die hier bei der ch auch kleiner ist).
Dafür wirken die schweizer Indizes feiner, glatter.
Welche jetzt länger leuchtet. ??? Wahrscheinlich auch die Japanerin, sie ist aber auch ein paar Jahre jünger.

Fair wäre der Vergleich, wenn beide gleich viel Leuchtmasse hätte.

2768167


LG Alex
 
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Martin.S

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Die beiden Kinetic Sports 150 sind Bj.95+96 und leuchten noch wie am ersten Tag
86141114-6730-4B70-9954-A86E0F5CDB80.jpeg
 
7C43700AZ22

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Hier sind einige Halb- bzw. Unwahrheiten aufgetaucht, die immer wieder mal genannt werden, aber dadurch nicht richtiger werden.
Ich hoffe es fühlt sich mit einer Richtigstellung keiner angegriffen.

...Seiko (Epson) ist meines Wissens Weltmarktführer auf diesem Gebiet, weswegen selbst günstige Seikos ziemlich gut leuchten.
Seiko bzw. Epson ist nicht Weltmarktführer in Sachen nicht-radioaktive (n-r) Leuchtmassen. Seiko/Epson ist Kunde beim alleinigen Hersteller und
Rechteinhaber, der Nemoto & Co. Ltd. mit Hauptsitz in Japan und weltweiten Niederlassungen. Zum Konzern gehört auch die Schweizerische
Luminova AG bzw. RC Trintec AG mit den Marken Luminova und Superluminova. Beide Firmen sind identisch, identische Adresse,
identische Telefonnummer.

Kurzum: es gibt nur einen (einzigen :face:) Hersteller für n-r Leuchtmassen, aber viele Kunden und Lizenznehmer. Alles was heute n-r an einer Uhr leuchtet
kommt von Nemoto. Punkt. Man kann sich als Uhrenhersteller Farbtöne exklusiv per Lizenz sichern, dann wird die Leuchtmasse halt z.B. Chromalight
genannt, um das (farbliche) Alleinstellungsmerkmal mit einem Marketing-mäßig gut klingenden Namen auszustatten.
Alternativ können sich Uhrenhersteller der Standardfarben bedienen (z.B. aus der Superluminova-Palette) und haben dann halt eben kein
Alleinstellungsmerkmal in Sachen Lume.

(...) Mehr Leuchtmasse = längeres Leuchten (und natürlich auch in der Anfangszeit intensiver). (...)
Das stimmt so nicht. Über stärkeres und längeres Leuchten entscheiden vor allem die Qualitätsstufe des Rohmaterials (Pulver) und
das Anmischverhältnis mit Wasser oder alternativen Flüssigkeiten zur Verdünnung. Eine Uhr mit Chromalight oder Lumibrite mit
besonders guter/langanhaltender Leuchtkraft hat keinen dickeren Auftrag als die Uhren anderer Hersteller. Oft ist die Dicke des
Auftrages nur gestalterisches Element. Die genannte Panerai ist da ein gutes Beispiel. Hier soll an den fetten Auftrag der
Originale aus den 30/40er Jahren erinnert werden. Zur Leuchtkraft trägt das nicht bei.

(...) Zumindest zu Beginn war Lumbrite = Luminova = Superluminova ( = Chromalight), seit Seiko bei einigen Modellen Lumibrite 2 verwendet ist es ein wenig besser geworden, ich muss aber jetzt ehrlich sagen, dass zwischen meiner MM300 (Lumibrite 2.0) und meiner Turtle (hat die überhaupt Lumibrite? :hmm: ) kein wirklich großer Unterschied mit dem Auge zu erkennen ist über die Nacht hinweg (...)
Lumibrite war niemals Luminova oder Superluminova. Chromalight war niemals Luminova oder Superluminova. Luminova ist aber möglicherweise Superluminova.
Betonung auf möglicherweise, weil die Strahlkraft des Namens Luminova ohne Super wohl nicht zufriedenstellend war. Es gab noch zu viele
Vorbehalte gegen n-r Leuchtmasse zu dieser Zeit.

Eine Lumibrite aus Mitte der 90er leuchtet noch voll die Nacht durch. Die mit (Super-)Luminova ausgestattete Oris des Themenstarters
aus etwa derselben Zeit leuchtet nur noch schwach. Ebenso wie eine non-Lumibrite SKX von Seiko aus den Neunzigern längst nicht mehr die
volle Leuchtkraft hat. Das gilt auch für Uhren mit Luminova (super oder nicht) aus der Zeit vor Chromalight. Das deckt sich mit Post#11:
(...) Bei mir hat die Rolex Sub mit SL (Anmerkung: Bj. ab 2000) die schwächste Leuchtkraft. (...)
Ein Lumibrite 2 oder 2.0 gibt es nicht, es gibt nur Lumibrite. Es gibt aber sicher auch bei Nemoto Entwicklung oder auch Farbanpassungen
auf Wunsch des Kunden Seiko.


Seiko hat damals wohl sehr günstig die Lizenz für Luminova von der Nemoto erworben und darf seitdem unter Lumibrite Leuchtmasse selbst
entwicklen und vertreiben. Lumibrite 2.0 ist quasi eine geänderte Formel vom Luminova/Lumibrite. Ich vermute mal dadruch fallen einfach
kleinteilige Kosten weg und man geht entsprechend größzügig damit um, während bei der Verwendung von Superluminova die Tritec
und im Grunde die Nemoto noch mit verdienen müssen ;-)
Seiko hat niemals und auch nicht günstig die Lizenz für Luminova von Nemoto erworben. Seiko hat weder irgendwann seit den 50er Jahren
Leuchtmasse entwickelt, noch darf Seiko Leuchtmasse vertreiben, auch nicht unter der Seiko-eigenen Bezeichnung LumiBrite.
Richtig dagegen ist, dass Seiko seit den 50er Jahren Nemoto bei der Entwicklung von n-r Leuchtmassen unterstützt hat.
Möglicherweise auf Basis dieser langen Zusammenarbeit konnte Seiko z.B. vor dem gesamten Wettbewerb, sprich als erster, n-r Leuchtmasse
in absoluter Top-Qualität von Nemoto beziehen. Diesem Top-Produkt gab Seiko für seine Uhren den Namen LumiBrite und war damit über einen
sehr langen Zeitraum absoluter Qualitäts-Marktführer. Nicht wenige sagen, dass Seiko dies in Sachen Lume immer noch ist, was
aber hier nicht Gegenstand der Diskussion ist oder sein soll.

Der Name Luminova ist markenrechtlich geschützt und Eigentum der Trintec AG bzw. Luminova AG, so oder so Joint Venture mit der
Schweizer Uhrenindustrie im Eigentum der Nemoto & Co. Ltd.
Und ja, Nemoto verdient bei der Verwendung von n-r Leuchtmassen bei Uhren immer. Während die Kunden, Seiko oder Rolex oder Pusemuckel
immer dafür bezahlen müssen. Egal wie das erworbene Produkt heißt, es dann herstellerspezifisch genannt wird oder welche Qualitätsstufe es hat
oder in welcher Konzentration (Mischungsverhältnis) es verwendet wird. So ist das eben, der Käufer bezahlt den Verkäufer.

Welche Leuchtmasse verwendet Seiko Deiner Meinung nach für die nicht gehobene Klasse inkl. SKX?
Eine qualitativ sehr gute Leuchtmasse aus dem Hause Nemoto, soviel ist sicher. Aber eben nicht in der Leuchstärke und Leuchtdauer des
Flagschiffs LumiBrite. Das ist eben als sichtbarer Mehrwert höherwertigen (und teureren) Uhren der Seiko-Kollektion vorbehalten.
Auch eine sog. "New Turtle" SRPxxx hat kein LumiBrite, das noch als Randnotiz.

Das Langzeitverhalten jüngerer SKX oder New Turtle muss sich erst noch zeigen. Frühe SKX (ab 1996) haben schon etwas Leuchtstärke verloren,
während frühe LumiBrite aus dieser Zeit noch voll im Saft stehen. Allerdings leuchtet heute auch eine ältere SKX deutlich besser als Uhren
mit frühem Luminova (Markteinführung war 1998), das soll auch gesagt sein an dieser Stelle.

Viele Grüße
Michael

P.S.: Sorry für die mehrfachen Editierungen von Rechtschreibfehlern und Formulierungen. Der Inhalt des Textes wurde nicht verändert.
 
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Pausini

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@7C43700AZ22 Danke für den kompetenten Beitrag! Weisst du, welche Qualität dann heute die Schweizer Topmarken verwenden, welche kein eigenes Chromalight-Süppchen kochen? Omega, Breitling...
 
ajiba54

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Hier sind einige Halb- bzw. Unwahrheiten aufgetaucht, die immer wieder mal genannt werden, aber dadurch nicht richtiger werden.
Ich hoffe es fühlt sich mit einer Richtigstellung keiner angegriffen.


Seiko bzw. Epson ist nicht Weltmarktführer in Sachen nicht-radioaktive (n-r) Leuchtmassen. Seiko/Epson ist Kunde beim alleinigen Hersteller und
Rechteinhaber, der Nemoto & Co. Ltd. mit Hauptsitz in Japan und weltweiten Niederlassungen. Zum Konzern gehört auch die Schweizerische
Luminova AG bzw. RC Trintec AG mit den Marken Luminova und Superluminova. Beide Firmen sind identisch, identische Adresse,
identische Telefonnummer.

Kurzum: es gibt nur einen (einzigen :face:) Hersteller für n-r Leuchtmassen, aber viele Kunden und Lizenznehmer. Alles was heute n-r an einer Uhr leuchtet
kommt von Nemoto. Punkt. Man kann sich als Uhrenhersteller Farbtöne exklusiv per Lizenz sichern, dann wird die Leuchtmasse halt z.B. Chromalight
genannt, um das (farbliche) Alleinstellungsmerkmal mit einem Marketing-mäßig gut klingenden Namen auszustatten.
Alternativ können sich Uhrenhersteller der Standardfarben bedienen (z.B. aus der Superluminova-Palette) und haben dann halt eben kein
Alleinstellungsmerkmal in Sachen Lume.


Das stimmt so nicht. Über stärkeres und längeres Leuchten entscheiden vor allem die Qualitätsstufe des Rohmaterials (Pulver) und
das Anmischverhältnis mit Wasser oder alternativen Flüssigkeiten zur Verdünnung. Eine Uhr mit Chromalight oder Lumibrite mit
besonders guter/langanhaltender Leuchtkraft hat keinen dickeren Auftrag als die Uhren anderer Hersteller. Oft ist die Dicke des
Auftrages nur gestalterisches Element. Die genannte Panerai ist da ein gutes Beispiel. Hier soll an den fetten Auftrag der
Originale aus den 30/40er Jahren erinnert werden. Zur Leuchtkraft trägt das nicht bei.



Lumibrite war niemals Luminova oder Superluminova. Chromalight war niemals Luminova oder Superluminova. Luminova ist aber möglicherweise Superluminova.
Betonung auf möglicherweise, weil die Strahlkraft des Namens Luminova ohne Super wohl nicht zufriedenstellend war. Es gab noch zu viele
Vorbehalte gegen n-r Leuchtmasse zu dieser Zeit.

Eine Lumibrite aus Mitte der 90er leuchtet noch voll die Nacht durch. Die mit (Super-)Luminova ausgestattete Oris des Themenstarters
aus etwa derselben Zeit leuchtet nur noch schwach. Ebenso wie eine non-Lumibrite SKX von Seiko aus den Neunzigern längst nicht mehr die
volle Leuchtkraft hat. Das gilt auch für Uhren mit Luminova (super oder nicht) aus der Zeit vor Chromalight. Das deckt sich mit Post#11:


Ein Lumibrite 2 oder 2.0 gibt es nicht, es gibt nur Lumibrite. Es gibt aber sicher auch bei Nemoto Entwicklung oder auch Farbanpassungen
auf Wunsch des Kunden Seiko.




Seiko hat niemals und auch nicht günstig die Lizenz für Luminova von Nemoto erworben. Seiko hat weder irgendwann seit den 50er Jahren
Leuchtmasse entwickelt, noch darf Seiko Leuchtmasse vertreiben, auch nicht unter der Seiko-eigenen Bezeichnung LumiBrite.
Richtig dagegen ist, dass Seiko seit den 50er Jahren Nemoto bei der Entwicklung von n-r Leuchtmassen unterstützt hat.
Möglicherweise auf Basis dieser langen Zusammenarbeit konnte Seiko z.B. vor dem gesamten Wettbewerb, sprich als erster, n-r Leuchtmasse
in absoluter Top-Qualität von Nemoto beziehen. Diesem Top-Produkt gab Seiko für seine Uhren den Namen LumiBrite und war damit über einen
sehr langen Zeitraum absoluter Qualitäts-Marktführer. Nicht wenige sagen, dass Seiko dies in Sachen Lume immer noch ist, was
aber hier nicht Gegenstand der Diskussion ist oder sein soll.

Der Name Luminova ist markenrechtlich geschützt und Eigentum der Trintec AG bzw. Luminova AG, so oder so Joint Venture mit der
Schweizer Uhrenindustrie im Eigentum der Nemoto & Co. Ltd.
Und ja, Nemoto verdient bei der Verwendung von n-r Leuchtmassen bei Uhren immer. Während die Kunden, Seiko oder Rolex oder Pusemuckel
immer dafür bezahlen müssen. Egal wie das erworbene Produkt heißt, es dann herstellerspezifisch genannt wird oder welche Qualitätsstufe es hat
oder in welcher Konzentration (Mischungsverhältnis) es verwendet wird. So ist das eben, der Käufer bezahlt den Verkäufer.



Eine qualitativ sehr gute Leuchtmasse aus dem Hause Nemoto, soviel ist sicher. Aber eben nicht in der Leuchstärke und Leuchtdauer des
Flagschiffs LumiBrite. Das ist eben als sichtbarer Mehrwert höherwertigen (und teureren) Uhren der Seiko-Kollektion vorbehalten.
Auch eine sog. "New Turtle" SRPxxx hat kein LumiBrite, das noch als Randnotiz.

Das Langzeitverhalten jüngerer SKX oder New Turtle muss sich erst noch zeigen. Frühe SKX (ab 1996) haben schon etwas Leuchtstärke verloren,
während frühe LumiBrite aus dieser Zeit noch voll im Saft stehen. Allerdings leuchtet heute auch eine ältere SKX deutlich besser als Uhren
mit frühem Luminova (Markteinführung war 1998), das soll auch gesagt sein an dieser Stelle.

Viele Grüße
Michael

P.S.: Sorry für die mehrfachen Editierungen von Rechtschreibfehlern und Formulierungen. Der Inhalt des Textes wurde nicht verändert.

Michael , ich danke dir vielmals für die Mühe.

20191127_075428.jpg
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LG
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@Pausini, Post #15:
Nein, das entzieht sich meiner Kenntnis. Es gibt allerdings im Netz bzw. verschiedenen Foren von Usern erstellte Vergleiche.
Das lässt zwar Rückschlüsse zu, aber bestätigen möchte ich diese Ergebnisse (teils sehr aufwendiger) Heimarbeit ambitionierter
Uhroholics nicht. Aber auch hier ist natürlich sicher, dass das Material von Nemoto bzw. RC Trintec kommt.
 
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citsei

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Hier sind einige Halb- bzw. Unwahrheiten aufgetaucht, die immer wieder mal genannt werden, aber dadurch nicht richtiger werden.
[...] Alles was heute n-r an einer Uhr leuchtet
kommt von Nemoto. Punkt. [...]
Einiges von dem, was Du sagst, mag ja stimmen, oder eben auch nicht. Eine Quelle für Deine Angaben lieferst Du nicht und Deine Aussagen widersprechen zudem teilweise den Herstellerangaben. Punkt.


Du sagst, z.B. in der SKX wäre kein Lumibrite, sondern
"eine qualitativ sehr gute Leuchtmasse aus dem Hause Nemoto, soviel ist sicher. Aber eben nicht in der Leuchstärke und Leuchtdauer des
Flagschiffs LumiBrite. Das ist eben als sichtbarer Mehrwert höherwertigen (und teureren) Uhren der Seiko-Kollektion vorbehalten.
Woher hast Du diese Information?
 
7C43700AZ22

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09.11.2015
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Ach weißt Du, citsei: ich bin schon länger in der Uhrenwelt unterwegs. Einiges von dem, was ich hier zusammen getragen habe, kannst Du
selbst recherchieren. Anderes nicht. Und dazu sage ich Dir mit einer großen Prise schwarzen Humors: würde ich Dir die Quellen verraten müsste ich
Dich danach leider töten...;-). Ich widerspreche mir übrigens nirgends im o.g. Text. Aber klar ist auch: Du hast das uneingeschränkte Recht den Beitrag gut
oder schlecht zu finden.

Kurzer Nachtrag: Seiko nennt in seinen Produktbeschreibungen, ob eine Uhr mit LumiBrite ausgestattet ist. Ist das nicht der Fall wie bei der
SKX oder New Turtle dann steht in der Produktbeschreibung auch nichts von LumiBrite. Ganz einfach.
 
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ZeroKelvin

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07.02.2018
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@7C43700AZ22

Wow, danke für die Infos.

Ich hätte aber nochmal ein paar Verständnisfragen:

1. Nemoto ist also im Grunde tatsächlich der einzige Hersteller dieser Nachleuchtfarben?
a) Weißt du wie das kam?
b) Ist das nur auf die Uhrenindustrie bezogen? Wenn man mal die Augen offe hält, gibt es ja an einigen Stellen phosphoriszierende Gegenstände. Seien es die Bodenmarkierungen in (älteren) Kinos oder die nachleuchtenden Notausgangsschilder. (Oder fallen diese Dinge nicht unter "Leuchtmasse"
c) Könnte eine andere Firma nicht in das Business einsteigen und Nemoto Konkurrenz machen?

2. Verfällt die Leuchtkraft bei modernen Uhren also auch oder ist der Verfall nicht vorhanden oder nur sehr gering?
 
Thema:

Wenn die Leuchtmasse in die Jahre kommt....

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