Welche Modifikationen gibt es beim Unitas/ETA 6497/6498 ??

Diskutiere Welche Modifikationen gibt es beim Unitas/ETA 6497/6498 ?? im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Uhren(-technik)-Freunde ! Angeregt durch eine gerade hier im UF abgeschlossene Diskussion zum Thema Modifikation der 6497/6498-Serien...
Zeit-Reisender

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Liebe Uhren(-technik)-Freunde !

Angeregt durch eine gerade hier im UF abgeschlossene Diskussion
zum Thema Modifikation der 6497/6498-Serien möchte ich diesen
(Sammel-)Thread eröffnen um mal in Wort und Bild zusammenzutragen
welche (sinnvollen) Modifikationen es für diese Baureihen gibt.

Als großer Fan dieser Werke interessieren mich v.a. technische Lösungen
die zu Verbesserungen führen, ich denke hier kann der eine oder andere
viel Sinnvolles beitragen.

Ich eröffne mal nicht mit einem Foto (ich besitze nur unmodifizierte
Werke bzw. eine PAM177) sondern mit 3 Fragen :

a) ist die oft genutzte Schwanenhalsregulierung ein wirklich sinnvolles
Hilfsmittel für die Feinregulierung und

b) macht eine Schraubenunruh bei den heutigen niedrigen Fertigungstoleranzen
überhaupt Sinn und

c) worin liegt der Vorteil einer Zusammenfassung der Platinen??

Lösungen a und b werden ja auch als Bausatz zur 'Aufrüstung'
der Standard-Werke relativ kostengünstig angeboten.

Darüber hinaus würde ich mich (und hoffentlich der eine oder andere auch)
über viele viele Fotos modifizierter Werke freuen.
 
BSBV

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Hallo Hartmut,
zu a): Ja, ich halte die Feinregulierung für sinnvoll. Und optisch sowieso.

zu b): ein Fehler ist es nicht. Und warum sollte Altbewährtes schlecht sein ?

zu c): Da kann ich nur vermuten, aber ich denke, einen richtigen Vorteil gibt es nicht.

Hier Bilder mit und ohne Feinregulierung.
 

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r-winter

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zu a): Ja, optisch und technisch sinnvoll, weil definitiv leichter regulierbar.

zu b): macht nur optisch Sinn, denn gewuchtet wird durch Material-Abtragung und nicht durch ein/ausdrehen der Schrauben.

zu c): macht nur optisch einen Sinn, der Zusammenbau des Werkes nach der Revi, ist wesentlich langwieriger,
weil das gesamte Räderwerk "eingefädelt" werden muss.
 
marfil

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Zu a)

Ja.

Zu b)

Dient AUSSCHLIESSLICH der Optik (egal bei welchem Werk).
Man muss jedoch bei Uhren mir rueckerloser Hemmung unterscheiden, ob es nur Zierschrauben, oder auch Regulierschrauben sind. Es gibt einige Hersteller, die zur Verschoenerng Zierschrauben und zur Regulierung eben Regulierschrauben verwenden. Diese sind aber leicht an der Form erkennbar.

Bezugnehmend auf das Unitas gilt der erste Satz.

Zu c)

Ebenso meistens der Optik.....in seltenen Faellen der Stabilitaet und Praezision (3/4 Platine in Glashuette).

Bezogen auf dieses Werk der Optik.
 
Sedi

Sedi

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Gibt schon ein paar interessante Modifikationen:
- Umbau auf Automatik
- Chronomodul (gab's glaube ich von Jacques Etoile)
- Umbau auf Zentralsekunde - u.a. von Guinand und Stowa
- Sekundenarret auf "60" - Guinand und vermutlich Stowa, denn ich denke das Unitas mit Zentralsekunde war bei beiden aus derselben Quelle

Photos kann ich leider nicht bieten - meine einzige Uhr mit Unitas hat nen Stahlboden und es ist auch nicht modifiziert :D.

Aber hier ein Link zum Chronoumbau:
https://uhrforum.de/chrono-kaliber-von-jacques-etoile-auf-unitas-basis-t24733

Gruß, Sedi :-D
 
Zeit-Reisender

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Erstmal danke für die Antworten. Nochmal zur Schraubenunruh,
Martin schreibt 'Dient AUSSCHLIESSLICH der Optik (egal bei welchem Werk).'.
Ist das heutzutage so oder hat das früher mal einen Sinn gemacht?
Egal bei welchem Werk, also auch bei der Upper class wie Lange etc. ???
 
marfil

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Frueher (also vor etlichen Jahrzehnten, als es novh keine Wuchtmaschinen gab) dienten die Schrauben zum Auswuchten und teilweise zur Regulierung.

Schrauben zur Regulierung gibt es heute noch immer bei rueckerlosen Hemmungen, bspw. Patek, Rolex, Omega, JLC..u.v.a...also modernen Werken dervOberklasse...und dem Eta C07.xxx, wobei hier die Schrauben in den Speichen und nicht am Unruhreif sitzen.

Bei diesen modernen Werken koennen noch zusaetzlich Schrauben zur "Verschoenerung" angebracht werden. Diese sind ohne jede Funktion.

Wenn ich wieder am Rechner sitze schieb ich ein paar Bilder nach...
 
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D.h. da sich hierdurch auch die Masse erhöht könnten solche
'Zierschrauben' sogar höheren Verschleiß verursachen??
 
marfil

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Wenn die Unruh nicht optimal angepasst wird....ja.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

So, anbei mal ein paar Pix zur Schraubenunruh...

Hier sieht man, wie die Schrauben bei hochwertigen Uhren in die abgestimmte Unruh eingeschraubt werden. Die Schrauben sind aus Gold und haben keinerlei Einfluss auf das Gangverhalten. Sie sind ausschließlich zur Aufhübschung bestimmt...



Hier die Schrauben alleine....



So schaut das Ganze von unten aus. Am äusserst linken Ende erkennt man die Vertiefung im Unruhreif vom Wuchten...



Auf diesem Bild sieht man eine historische (echte) Schraubenunruh. Regulierung mittels Schwanenhals.



Hier ebenso...



In diesem Werk dienen die Schrauben nur der Verzierung. Regulierung mittels Schwanenhals.



In diesem Werk gibt es sowohl "Zierschrauben", als auch "Regulierschrauben". Letztere sind deutlich flacher und formal anders ausgeführt (und immer gegenüberliegend angebracht...hier 4 Stück).



Hier eine Schraubenunruh, ausschließlich mit Reguliergewichten.



Auch hier eine Schraubenunruh, ausschließlich mit Regulierschrauben (Masselottes). Am unteren Bildrand sieht man links von der Krone einen noch unbestückten Unruhreif mit den Bohrungen für die Schrauben...



und hier noch eine der aktuellsten Hemmungen mit Schraubenunruh, Reguliergewichte aus Platin, Unruh aus Titanlegierung.

 
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DanielFFM

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Wow, danke Martin, für diesen umfassenden Überblick!
 
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Danke Martin für Deine wie immer kompetenten Kommentare sowie die Fotos.

Was ich bis jetzt wieder gelernt habe, die modifizierten 64er sehen zwar schön(er) aus
aber sind nicht unbedingt schlechter als (meine) Standardwerke.
 
marfil

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Ich bin jetzt nicht so der Freund von modifizierten Werken, wo es nur um optische Veraenderungen geht. Der Konstrukteur hat sich ja urspruenglich was gedacht, als er das Werk entworfen hat.

Anders sieht es beintechnischen Optimierungen aus, wie polierten Trieben/Zahnflanken, besseren Spiralen oder der Regulierung usw.

Leider findet man letzteres eher selten bis nie auf Basis von Billigkalibern...und dazu zaehlt nunmal auch diese Kaliberserie.

Eine der wenigen Ausnahmen duerfte da Panerai sein, die manche Modelle mit diesem Werk doch zumindest zu besseren Gangeigenschaften verhelfen.
 
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Wie bewerkstelligen sie das ?
Haben nicht die dort eingesetzten -2er eh bessere Gangwerte??

Eine der wenigen Ausnahmen duerfte da Panerai sein, die manche Modelle mit diesem Werk doch zumindest zu besseren Gangeigenschaften verhelfen.
 
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marfil

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Panerai duerfte die Chronometerversion nochmal ueberarbeiten. In wie weit kann ich nicht sagen, da ich das Werk noch nicht im Detail betrachten konnte. Aber....alle Angaben dazu sind ohne Gewaehr von meiner Seite.

Vielleicht kann ich dazu demnaechst detailiertere Infos liefern.

Edit:

Hab diesbezueglich gerade eine Anfrage an Panerai geschickt..
 
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Zeit-Reisender

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Da bin ich jetzt mal gespannt ob Panerai Dir irgendwelche Details verrät,
i.d.R. werden solche Anfragen ziemlich allgemein beantwortet mit Worten
wie 'überarbeitet, optimiert, sorgfältige Auswahl der Bauteile'... :-)

Ach ja, es wäre schön wenn der eine oder andere hier mal ein Foto
SEINER modifizierten 64er posten würde .. ;-)
 
Sedi

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Nur ne kleine Anmerkung - ein Schwanenhals hat leider auf die Ganggenauigkeit (Abweichung der Gänge in den Lagen) gar keinen Einfluß - die Uhr läuft nur insgesamt schneller oder langsamer, wenn man über den Schwanenhals reguliert. In mehrere Lagen einregulieren geht damit alleine auf jeden Fall nicht.

Gruß, Sedi :-D
 
Zeit-Reisender

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Ich glaube Sedi das hat hier auch keiner behauptet,
nur dass damit die Feinregulierung besser geht
(wovon ich aber nichts verstehe).
 
Sedi

Sedi

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Naja, Martin schreibt ständig was von "Regulierung mittels Schwanenhals" - aber eine Uhr ordentlich einzuregulieren - womöglich noch nach Temperatur und in mehrere Lagen - das was eben eine ordentliche Regulierung im Vollumfang des Wortes ausmacht - das geht damit nicht.
Aber das sollten hier die Experten wie Thomas oder andere, die das gelernt haben, mal erläutern, was zur Regulierung alles dazu gehört.

Gruß, Sedi :-)
 
nobrett

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Hallo.

Die Schwanenhalsregulierung erleichter einem beim Regulieren ein wenig die Arbeit. Zu früheren Zeiten, also vor der Zeitwaage, war es damit deutlich einfacher, sich in minimalen Schritten an die optimale Regulierung heranzutasten. Den Rückerzeiger hat man leicht einen Tick zu weit verschoben. Das Drehen der Regulierschraube ist feinfühliger zu dosieren. Heute ist das dank der Zeitwaage kein Problem mehr und mit oder ohne Feinregulierung kann man die Uhr so einstellen wie man sie haben will. Aber sie ist ein hübsches Detail und wird mit dem vermehrten Aufkommen von Glasböden daher gerne wieder eingebaut.

Eine Schraubenunruh sieht einfach nur hübscher aus, bringt technisch aber auch nichts mehr.

Heutzutage entstehen viele "Manufakturkaliber" auf der Basis ETA 649x. Über Zierschliffe hinaus ist der nächste Schritt halt der Bau von eigenen Brücken, um die Optik des Werks zu verändern. Gerne genommen wird da die "Glashütter" Dreiviertelplatine. Sie ist etwas schwieriger zu montieren - wegen dem Einfädeln der Zapfen - bringt aber technisch nichts.

Die Werke werden von ETA in verschiedenen Qualitätsstufen geliefert. Technisch gesehen ist die -2 Version mit 21.600 A/h die beste. Die gibt es wahlweise mit und ohne Chronometerzeugnis, so weit ich weiß ist aber die Ausstattung (Unruh- und Spiralqualität)aber gleich. Die -1er werke mit 18.000 A/h gibt es auch in niedrigeren Qualitätsstufen, wodurch sich z.B. die oft vernachlässigten Temperatureinflüsse stärker auf die Ganggenauigkeit auswirken.

Gruß
Norbert
 
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-1 Feder Nivarox, Unruh Messing vergoldet
-2 Feder Anachron, Unruh Glucydur

:-)
 
Thema:

Welche Modifikationen gibt es beim Unitas/ETA 6497/6498 ??

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