Wasserdicht - Do It Yourself

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McMoneysack91

McMoneysack91

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Liebe Freunde der wasserdichten Uhren,

ich komme direkt zur Sache:

Kann man mit "Haushaltsmitteln" (die ich gleich näher erläutere) die Wasserdichtigkeit einer Uhr aufrechterhalten bzw eine Uhr erst wasserdicht machen??


1. Alternative:

Man hat eine Uhr mit sagen wir 200m WR Werksangabe. Nun besitzt man sie schon mehrere Jahre und hat sie nie zur Erneuerung der Wasserdichte abgegeben. Kann man z.B. eine Substanz auf die Gummidichtungen oder die Gewinde des Gehäusedeckels sowie den Stift der Krone auftragen, welche wasserabweisend ist oder zumindest beim Reinschrauben sich so gleichmäßig verteilt, dass sie jeden noch so kleinen Nanometer ausfüllt? Ich habe nämlich eine "Paste" nennen wir sie mal so, die trägt man auf Gewinde von Sanitärtechnik (Rohre) auf. Ich habe mal ein Messingröhrchen mit Gewinden auf beiden Seiten auf diese Weise abgedichtet. Etwas dieser Substanz auf das Gewinde, die Messing-Endkappen draufgeschraubt und mit einem Kompressor unter Druck gesetzt. Das Barometer zeigte am Morgen des "Aufpumpens" 37bar an. Nach etwa zwei Monaten zeigte es erstaunliche 37bar an. Nicht ein My Luft ist aus dieser Kammer entwichen. Diese Paste trocknete auch nicht, wie Kleber oder so. Ich konnte am Ende alles wieder auseinanderschrauben. Sie hat die Gewinde sogar eher geschmeidiger gemacht.

Kann man dieses Prinzip auf eine Uhr übertragen?


2. Alternative

Spinnt man den Gedanken jetzt weiter, kann man dann eine z.B. 30m WR Uhr mit dieser Methode "richtig" wasserdicht machen? Ich denke da z.B. an meine Seiko SNK361. 30m WR Werksangabe, aber verschraubter Gehäuseboden, Gummiring ebenfalls vorhanden.

Wir reden hier natürlich nicht von Rolex Deep Sea Wasserdichte. Um Himmels Willen. Wir reden von Plantschdichte am See oder im Schwimmbecken.


3. Substanz

Als besagte Substanz fallen mir spontan als Erstes Öle bzw Fette ein. Ich verbinde sie immer mit etwas Wasserabweisendem. Gibt es einige von euch, die mit diesem skurrilen Gedanken etwas anfangen können?

Lieben Dank im Voraus
 
Oelfinger

Oelfinger

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Bausilikon ist Wasserabweisend. Gibts auch in Transparent.

37 bar auf ein Messingröhrchen? Den Mut hätte ich nicht. Jedenfalls nicht ohne vorherige ZWP.
 
McMoneysack91

McMoneysack91

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@Paulchen ich weiß nicht, was für ein Kompressor das war. Wir haben es in der Werkstatt unseres Nachbarn gemacht. Ein lauter, soviel kann ich sagen XD

@Oelfinger den Mut hatte ich nur, weil wir das ganze in eine Plexiglasbox mit 1cm Wandstärke gelegt haben. Auf Messingsplittergranate hatte ich auch keine Lust^^ Das "Röhrchen" war aber eher ein Rohr. 3/4 Inch.

Okay und nun zum bausilikon: meinst du, man könnte dieses mit einem feinen Pinsel auf das Gewinde des Gehäusedeckels auftragen? Selbes um die Krone herum? Herausziehen, paar Pinselstriche auf den "Stem" und wieder rein damit?
 
G

Gödel

Gast
Meine nicht allgemeingültigen Gedanken dazu:

1. Kritisch ist fast nie der Schraubboden, aber fast immer die Krone. D.h, in fast allen Fällen in denen Wasser in die Uhr eingedrungen ist, war eine kaputte Kronendichtung schuld.

Du kannst also gerne Fett/Schmodder/Pampe auf die Dichtung des Bodens auftragen, nur hilft Dir das nichts wenn die Kronendichtung kaputt ist.
Und ich glaube nicht das es sinnvoll ist die Kronendichtung mit Pampe einzuschmieren.

2. Uralte Dichtungsringe lösen sich irgendwann auf und bilden einen ekligen Schmoder.
Die Frage ist ob mit dem Pampenschmodderfett den Du auftragen willst, nicht sogar chemische Prozesse in Gang gesetzt werden die man gar nicht haben will?

Daher mein Rat:

1. Nimm nichts anderes als Silikon Grease um den Dichtungsring geschmeidig zu halten. Alle Ein - Zwei Jahre den Bodendichtungsring mit einem Holz (Zahnstocher) ringsum moderat einschmieren.

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2. Einmal pro Jahr beim Konzi den automatischen 10 bar-Unterdruck Test machen.

Dann ist alles schick.
 
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Harpye

Harpye

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Bei Bausilikon kannste Pech oder Pech haben das Eine setzt bei der Reaktion Essigsäure frei das andere Alkohol.. heisst, dass Du entscheiden kannst was Du lieber magst die Paletten im Anker bzw den Schellack und das Plexiglas oder das Metall der korrosionsempfindlichen Metallteile..
 
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Harpye

Harpye

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Also 37 Bar .. nee.. vorher hat das Teil garantiert ein Berstventil. Allein die Komprimierte Luft im Tank könnte ordentlich Energie freisetzen..


37.. 40 Bar liegen im Bereich des Druckes den man beispielsweise fürs Flachenblasen von PET Flaschen braucht.. normale Kompressoren gehen evtl bis 10 oder 12 bar max was anderes sind dann Geräte zum Taucherflaschen befüllen und mit entsprechenden Sicherheisventilen ausgestattet.. das kann dann aber auch schon bis 200 Bar gehen..

So sieht das bei Profis aus.. Wohlgemerkt mit Wasser


Breitling, IWC, TAG Heuer und andere im Taucheruhren-Test

.. da wird keine Energie rückgespeichert da nicht komprimierbar. Und man beachte die dezenten Zugstäbe an dem kleinen Zylinderquerschnitt.. kann aber auch mehr als 37 bar..

Was ich sagen wollte sei vorsichtig .. das kann ins Auge gehen..
 
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JackSlater

JackSlater

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Also wenn es so einfach wäre, eine Uhr "hoch-wasserdicht" zu bekommen, dann hätte alle Dresser 30 ATM Wasserdichtheit.
 
McMoneysack91

McMoneysack91

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@JackSlater aber garade DAS habe ich doch explizit im Anfangspost verneint. Es geht nicht darum, mit einem Bisschen Paste 30ATM hinzubekommen. Es ging um ein Mindestmaß an Wasserdichte. So gerade mal zum Plantschen/Schwimmen an der Oberfläche.
 
JackSlater

JackSlater

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Ah, ok, dann habe ich das falsch verstanden. War irgendwie durch die 200m fehlgeleitet.
 
Oelfinger

Oelfinger

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Du fragtest, ob er evtl. PSI meinte, bei seiner Druckangabe. 37PSI sind 2,59bar.
 
Paulchen

Paulchen

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Ich weiß!
Es könnte ein Ablesefehler gewesen sein.
Bei meinem 100 €-Kompressor stehen PSI/Bar-Werte.
37 Bar sind IMHO nicht glaubhaft.
 
K

kababear

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Tippe mal das waren 37psi also rund 2,5bar
 
omega511

omega511

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PjK>MUC>W>OL>?
Lieber TS, BOAH, 3 Bar Druck in ein Röhr und das war auch noch wochenlang dicht ! SUPER !!! Dein Fahrrad fährst Du mit mehr Druck und wie meine Vorredner schon sagten, ist ein nocmaler Werkstattkompressor auf max. 10 Bar ausgelegt....aber egal, Du bist ja wirklich engagiert dabei, pack einfach Öl in Deine Quarzuhr, macht Sinn auch und kommt damit RICHTIG tief....
 
falko

falko

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Zum Erhalt der Dichtheit und zur Pflege der Dichtungen ist Silikonöl oder -fett sehr zu empfehlen. Mindestens einmal im Jahr sollte man den Boden öffnen, die Dichtung entnehmen und alles gut reinigen. Da sammelt sich so einiges an, was auch die Bodendichtung angreifen kann. Vor dem Verschliessen wird die Bodendichtung mit Silikon eingefettet. Die Krone ist fast noch wichtiger. Hier leiden die Dichtungen zusätzlich durch die Reibung beim Aufziehen und Stellen. Natürlich ist es nicht empfehlenswert, eine Dichtung aus der Krone herauszupuhlen. Die wird dabei sehr wahrscheinlich zerstört. Es genügt, die Krone sorgfältig zu reinigen, evtl. im Ultraschallbad und trocken zu blasen. Hier gibt man ebenfalls vor dem Zusammenbau etwas Silikon in die Krone. So wird die Dichtung gepflegt und geschmiert.
Das geschilderte Vorgehen ist eine Pflegemassnahme für die Dichtungen und dient dem Erhalt der Wasserdichtheit. Die konstruktiv vorgegebene Druckfestigkeit (3bar, 5bar, 10bar etc.) wird dadurch nicht wesentlich erhöht.
 
Leberkaas

Leberkaas

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Bei Quarz Uhren ohne Datum:

Aufzugswelle von der Krone lösen und die Krone gut mit dem Gehäuse verkleben, am besten von innen... Tubus noch besser zu schweissen.
Dies sollte alle Probleme der WD einer Uhr lösen 8-). Aufzugswelle aufbewahren um die Uhr 1 Mal im Jahr stellen zu können oder bei Batteriewechsel.
 
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