Uhrenbestimmung Was machen 3 Kätzchen (3 chatons Breguet) in meiner Uhr?

Diskutiere Was machen 3 Kätzchen (3 chatons Breguet) in meiner Uhr? im Taschenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hallo zusammen, als Neuling in diesem Forum möchte ich nun mal eine Frage loswerden, auf die weder google noch yahoo usw. eine Antwort gefunden...

AndreasThomas

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Hallo zusammen,
als Neuling in diesem Forum möchte ich nun mal eine Frage loswerden, auf die weder google noch yahoo usw. eine Antwort gefunden haben. Ich habe eine (natürlich sehr schöne) Taschenuhr, über die ich nun mal etwas mehr herausbekommen möchte. Es fängt damit an, daß auf dem Boden unter dem Rückendeckel sich die Aufschrift "3 Chatons Breguet" befindet. Von einer Breguet-Spirale habe ich schon gehört, aber was sollen nun Kätzchen - 1:1-Übersetzung von Chatons - in meiner Uhr verrichten? Laufen tut sie einwandfrei - ohne jegliche Miaugeräusche:-)
Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, die Signaturen (Bild3) der Uhrmacher zu identifizieren bzw. kann man da etwas herauslesen?
Über eine Erklärung würde ich mich freuen - ich habe mal noch ein paar Bilder angehängt, und danke schonmal für erhellende Kommentare.
 

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Mikrolisk

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Chatons sind die verschraubten Lagerfassungen, die Du im Uhrwerk direkt da sehen kannst, auf der größeren Platine.
Im Gehäuse steht noch "Wunderwerk", eine Marke der Schwob Freres aus La Chaux-de-Fonds, registriert 1908 - und ebenfalls von der Berliner Jonass & Co. (ab ebenfalls 1908) benutzt, ein Versandhaus, die wohl hier die Schwob-Uhren in Deutschland vertrieben.

Andreas
 

Seiko1980

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Es sind wahrscheinlich die 3 Chatons für Kleinbodenrad Sekundenrad und Gangrad auf der Räderwerkbrücke gemeint.

Grüße Philip
 

AndreasThomas

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Erstmal vielen Dank für die Hinweise. So 1:1 Übersetzungen sind halt nicht immer zielführend. Auch der Hinweis Mikrolisk bzgl. "Wunderwerk" und Schwob Freres (woher weiß man sowas???) war interessant. Zu Schwob Freres gibt es einen Watch-wiki Eintrag, und danach war diese Firma - ein Vorreiter der Produktpiraterie - schon offiziell 1892 bankrott. Wer hat dann 1908 - also 16 Jahre später - die Marke "Wunderwerk" registriert.
Das regt zu Spekulationen an: Evtl. haben die Gebrüder Schwob einfach etwas Gras über die Sache wachsen lassen, um dann 1908 mit dem weitergemacht, was Sie gut konnten - Uhren nachbauen bzw. fälschen nur diesmal mit eigener Handelsmarke. Und mit der Berliner Jonass & Co hatte man auch einen Vertriebskanal. Heutzutage würden solche Produkte schon vom Zoll aus dem Verkehr gezogen. Auf der anderen Seite muß sagen, die Uhr funktioniert nach ca. 100 Jahren noch einwandfrei - daß muß so manches Original erstmal schaffen. Falls jemand noch was Genaueres weiß über diese Zeit (1892-1908) bzw. die Marke "Wunderwerk", oder wessen Uhrwerk die Brüder in meinem Fall eingesetzt bzw. kopiert haben (das Gehäuse stammt jedenfalls von R.S. & Cie) - immer her damit.

vielen Dank und viele Grüße
Andreas
 

pet.sch

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woher weiß man sowas???
Es gibt einige Listen in denen Namen und Registrierungen nachzulesen sind und Andreas (Mikrolisk) hat sie auf seiner Seite mit viel Fleiss und Mühen zusammengetragen und uns zur Verfügung gestellt. ---> www.Mikrolisk.de .
Schwob war wohl eine große Familie, die sehr sehr rege im Uhrengeschäft waren. Deswegen kann man sich vorstellen, dass die nach ihrem Bankrott im Jahre 1892 nicht aufgehört haben, sondern unter anderem Namen oder an anderer Stelle weitergemacht haben. Wenn Du den Namen Schwob bei Mikrolisk eingibst, den Haken bei "Nur in Wortmarkenspalte" weg machst, falls da einer gesetzt ist, dann kannst Du sehen wieviele Registrierungen es für den Namen Schwob gegeben hat. Ob das überhaupt immer die gleichen Schwobs waren, oder ob es da mehrere gab (Brüder waren es ja sowieso), kann man daraus allerdings nicht erkennen.

Die Firma hat natürlich nicht nur Produktpiraterie begangen, sondern auch viele eigene Marken vertrieben, wie man an den Eintragungen bei Mikrolisk sieht. Der Fall mit der Bezeichnung Pateck , der Uhren der Marke Patek vortäuschen sollte, ist wohl der bekannteste.

So etwas hat es übrigens damals in der Schweiz öfter gegeben, denn die Schweiz war , und das kann man heute kaum glauben, ein Billiglohnland und es gab findige Uhrenhersteller, bzw. - händler, die das aunutzten und bekannte Namen oder Herstellerländer vorgaukelten. So wurden schon vor 200 Jahren dort Uhren mit z.B. Namen wie Breguet, Lepin oder guten englischen Namen gefälscht und in der ganzen Welt vertrieben. Später dann Uhren im amerikanischen Stil , so dass heute noch in Amerika der Begriff "swiss fakes" unter Uhrensammlern gut bekannt ist.

Gruß
Peter
 
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