Was ist von Maurice Lacroix zu halten?

Diskutiere Was ist von Maurice Lacroix zu halten? im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Grundsätzlich ja. Ich möchte allerdings denjenigen hier sehen, der sich wirklich überhaupt NICHT ärgert, wenn er heute 80% Listenpreis für etwas...
Spitfire73

Spitfire73

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Wenn Du sie kaufst und sie trägst, interessiert Dich ab dem Kaufmoment der 'Börsenkurs' eigentlich nicht mehr... Bist ja kein Renditespako, schon gar nicht bei ML ;-)
Grundsätzlich ja. Ich möchte allerdings denjenigen hier sehen, der sich wirklich überhaupt NICHT ärgert, wenn er heute 80% Listenpreis für etwas bezahlt hat und feststellt, dass das Gleiche am Tag darauf für 30% angeboten wird. Hier werden ja schon einige wuschig, wenn es irgendwo eine Uhr für 3,50 Euro billiger gibt. Für mich hat das gerade bei hochwertigen Gütern auch mit dem Respekt vor den Kunden zu tun. Und mit der Glaubwürdigkeit des Herstellers. Für den Schnäppchenkäufer, der am BF mit dem zuckenden Bestellfinger vor dem Rechner hockt, mag das alles fein und toll sein aber als Hersteller auf dieses Klientel zu bauen, ist wie das Errichten eines Gebäudes auf Treibsand.

Gruß
Helmut
 
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Der Motor

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Ich habe auch eine ML. Das Werk ist unglaublich fein dekoriert. Schliffe, Perlagen, gebläute Schrauben. Ich dachte vor der Zeit im Uhrforum immer, es wäre deshalb ein Top-Werk. Aber man sieht es an den Schenkeln der Unruh: Nickel statt Glucydur. Es ist ein Eta in Qualitätsstufe Standard oder Elabore, maskiert als käme es von Breguet. Ein bisserl geht bei ML seit jeher die Optik über die Substanz. Trotzdem ist die Qualität zum Straßenpreis natürlich absolut spitze.
 
GulDukat

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Immer dieses herum gehacke auf dem Namen.

Wenn es danach geht, wer will schon eine Uhr mit dem Name STEINHART, BALL, ANONIMO oder BELL&ROSS tragen, um nur ein paar wenige zu nennen.
 
Artur

Artur

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" Für mich hat das gerade bei hochwertigen Gütern auch mit dem Respekt vor den Kunden zu tun. Und mit der Glaubwürdigkeit des Herstellers. " - da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht!
 
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chako

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Habe seit einiger Zeit eine ML Aikon am Handgelenk und bin für das gebotene P/L-Verhältnis mehr als begeistert. Habe die Uhr für einen sehr guten Preis bekommen, und viele Leute denken, die Uhr sei das doppelte bis dreifache Wert. Was zeigt, dass die Uhr auf nicht-interessierte einen wertigen Eindruck macht. Mit der Aikon ist ML ein großer Wurf gelungen.

Ich war vorher auf eine Rolex DJ36/41 aus, allerdings gab es beim ersten Anlegen einfach keinen "wow" Effekt bei mir - ganz im Gegensatz zur Aikon. Oft kommt es einfach anders, als man es sich zu Hause auf dem Sofa ausmalt, während man mit dem iPad in der Hand nach Uhren stöbert :-D Ich war einfach enttäuscht, dass die Rolex sich nicht nach 6500€ anfühlt oder aussieht, ich hatte mir da wesentlich mehr vorgestellt und gefragt, woher denn letztendlich dieser extreme Preisunterschied kommt?
Klar, Manufakturwerk und warscheinlich bessere Verarbeitung unter der Lupe, usw., aber meiner Vermutung nach geht ein großer Teil der Differenz für den Markennamen drauf.

Ich denke die Probleme bei ML sind folgende:
-etwas undurchsichtige Produktstruktur, es fehlt irgendwie an klaren Designs (nun mit der Aikon vorhanden) bzw. Uhren die zu "glatt" sind. Ohne Ecken und Kanten - wie ein User hier schon schrieb
-fehlendes Prestige -> nicht wirklich bei hochpreisigen Juwelieren vertreten. Ich mein, welcher Anwalt/Arzt/Geschäftsführer läuft denn schon mit einer Uhr von Christ durch die Gegend ;-)
-zu große Rabatte unter anderem bei Black Friday. Das schreckt potenzielle (Wieder-)verkäufer ab.

In meiner Generation (bin 25) ist es auch so, dass die meisten, also wirklich 98% der Leute sich gar nicht für Uhren interessieren. Selbst bei meinem eher konservativen Arbeitgeber (Versicherung) gibt es nur wenige mit hochpreisigen Uhren...

Gruß
 
A

Alexander79

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Hallo.
ML war mein Einstieg in die Welt der hochpreisigen Uhren.
Nenne immer noch eine Miros Sport und einen Miros Diver mein eigen.
Sofern man nicht die UVP zahlt, sondern satte Rabatte mitnimmt bieten diese Uhren enorm viel für das Geld. Verarbeitung, Gangenauigkeit etc. suchen in der Preisklasse Ihresgleichen.
Wie schon erwähnt strahlt der Name natürlich null Prestige aus......
 
Artur

Artur

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"und bin für das gebotene P/L-Verhältnis mehr als begeistert " - Zustimmung

"
Ich war einfach enttäuscht, dass die Rolex sich nicht nach 6500€ anfühlt oder aussieht, ich hatte mir da wesentlich mehr vorgestellt und gefragt, woher denn letztendlich dieser extreme Preisunterschied kommt?
Klar, Manufakturwerk und warscheinlich bessere Verarbeitung unter der Lupe, usw., aber meiner Vermutung nach geht ein großer Teil der Differenz für den Markennamen drauf. " - da solltest Du schon die Moschee im Dorf lassen! ;-)

Ob Rolex oder Patek, ist schon eine ganz andere horologische Welt. Ob Materialien, Verarbeitung, Werk, Ganggenauigkeit und Service weltweit! Versuch mal in einem fremden Land mit einer ML zu bezahlen...
 
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chako

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Also ich kaufe mir keine Rolex um damit in fremden Ländern zu bezahlen.
Kaum erwähnt man den Namen Rolex, fühlen sich manche Personen angegriffen und müssen ihre eventuellen Käufe rechtfertigen?

Material? 904L bei einer Rolex ist nichts besonderes. Weißgold Indizes - ok, wieviel Milligramm sind verbaut, dass diese tausende Euro Aufpreis rechtfertigen?
Verarbeitung? Bei Rolex top, kann man für den aufgerufenen Preis allerdings auch erwarten. Trotzdem gab es bei der DJ oder Sub keinen "wow" Effekt. Andere Marken bieten auch eine super Verarbeitung ;-)
Werk? Bietet eine Tudor für die Hälfte mit Manufakturkaliber etwa weniger?
Ganggenauigkeit? Selbst das ETA in meiner anderen Uhr läuft mit +1-2sek...
Service? Auch ein Uhrmacher am anderen Ende der Welt kann ein ETA, Sellita, Valjoux, etc. reparieren. Und das sogar noch günstiger.

Und meiner Meinung nach spielt Patek nochmal in einer anderen Liga als Rolex.

Aber lass uns wieder zum Thema zurückkehren, und nicht über Rolex diskutieren :prost:

Gruß
 
Artur

Artur

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"Kaum erwähnt man den Namen Rolex, fühlen sich manche Personen angegriffen und müssen ihre eventuellen Käufe rechtfertigen? " - das ist jetzt nur ein (dummes) Klischee :-)

Wie ich schrob... Ob Rolex oder Patek , oder JLC oder AP oder Lange, oder Hublot oder...oder...oder...
 
Unkas

Unkas

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LC100
1989 bekam ich von meinen Eltern eine ML geschenkt, es war ein bicolor Quartz Diver mit blauem ZB.
Hat damals stolze 800,-DM gekostet beim Juwelier in unserer Kleinstadt.
Ich war stolz wie Bolle auf die Uhr.
 
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nikolausII

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In den 80er und 90er Jahren wurde ML auch durchaus als "teure" Marke wahrgenommen, die doch schon vielen ein
Begriff war. Die Modelle kamen damals auch vom Design her gut an, man fand sie schick. Es waren zumeist
etwas barock-brequethaft gestaltete Uhren, gerne in bicolor, aber sie entsprachen dem damaligen Zeitgeschmack.
Und ML war häufig mit ganzseitigen Anzeigen in den "besseren" Printmedien vertreten, weswegen die Marke schon einer
größeren Bevölkerungsschicht bekannt war.
Dann kam aber der Umschwung und die Marke versank gefühlt in der Bedeutungslosigkeit. Man muss natürlich auch
erwähnen, dass ML da nicht allein steht. Ähnliches trifft ja auch auf Marken wie z. B. Ebel oder Chronoswiss zu.
Auch in den 80ern und 90ern als schick und wertig empfunden, die Pseudo-Brequet von Chronoswiss oder die
Ebel, die ja auch Boris Becker trug und deren Markenname an jedem Court prangte...... und heute?
Eines gemein ist m. E. allen diesen Marken, nämlich dass zumindest seit den 2000er Jahren scheinbar so gut wie nichts mehr
in Werbung und Marketing gesteckt wird. Und dann ist man eben ganz schnell auf der Piste, die vom Edel-Juwelier in die Vitrine im
Kaufhof führt.
 
B

BertSchlee

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Kölle
Habe mir vor "Hunderten von Jahren" mal eine ML gekauft und sie fasziniert mich noch heute!
Die Referenz, MP6439-YS101-11E, mittlerweile allerdings sehr selten noch zu bekommen mit ziemlich verrückten Preisvorstellungen! :D
 

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clocktime

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Du kannst eine Märklin Bahn nicht mit einer Uhr vergleichen, dieser Vergleich hinkt.
Die Preise für Oldtimer und Vintage Uhren gehen schon seit einigen Jahren nach oben.
Die Gründe kennen wir, feste Werte und so...
@Trademark hat aber recht. Die Preise für Oldtimer gehen im Moment hoch, genauso für Vintage-Uhren. Sobald aber junge Leute in der Mehrzahl mit Handy und damit verbundener SmartWatch (oder was auch immer) hantieren, werden die Preise für Vintage-Uhren abstürzen. Es geht vielleicht noch 10-20 Jahre, und dann wird es fast niemanden mehr geben, der die mechanischen Uhren reparieren kann. Selbst die grossen Uhrenmanufakturen bekommen die Trendänderung schon zu spüren - ihnen fehlen die entsprechend ausgebildeten Uhrmacher.:hmm:
 
Cheops

Cheops

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Ich habe mich bewusst gegen die Pontos S des letzten Jahres und auch dieses Jahres entschieden. Der Finger des Schnäppchenjägers hat diverse Male gezuckt, ich hatte den Wunschchrono mehrere Male im Warenkorb liegen.

Wieso ich mich ketztlich dagegen entschieden habe? Weil es nicht sinnvoll ist, wenn man eine Uhr nur des Preises wegen kauft. Weil ich keine ML sammele und mit meinem Wunschchrono für 1.500 Euro (es waren eigentlich sogar 2 in dieser Preislage, die ich gut finde/fand) dann doch eine Uhr oder auch zwei finanzierbar sind, die mich letztlich wirklich interessieren.

Ich dachte auch an das 7753 Werk, was ich gerne gehabt hätte - aber auch hier siegte die Vernunft, dass mit 1.500 Euro pro Uhr ich mir Wünsche erfüllen kann, die letztlich für mich wichtiger sind.

Um es EIGENTLICH noch anders zu beschreiben: ich interessiere mich gar nicht für ML Uhren, wenn ich diese nicht am BF sehe. Selbst mit den möglichen Rabattpreisen, die man sehen / bekommen kann, trifft das bereits oben beschriebene zu.

Natürlich sind das nur MEINE Beweggründe. Jeder kann dieses so sehen wie er/sie gerne möchte und mag.

@Spitfire73
Helmut, ich bin mir nicht sicher, ob es die Pontos S 2017 und 2018 im Jahr vor dem Ramsch überhaupt in Läden zu kaufen gab (wenn nicht gerade irgendwo eine Rest-Uhr lag). Zum BF 2017 und 2018 suchte ich die jeweiligen Uhren zu Vergleichspreisen und fand sehr wenige (nahezu gar keine) Angebote. So schließe ich aus, dass man die Uhr vor einem Monat hat "frei" erwerben können um diese dann 4 wochen später am BF zu minus 70% zu finden. Aber vom Grundsatz her hast Du völlig Recht: es entwertet sowohl die Uhren der Käufer der vergangenen Jahre als auch die Käufer, die von ML praktisch für blöde verkauft wurden/werden.

VG

Gerrit
 
febrika3

febrika3

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mitten im Pott
... Ob Rolex oder Patek , oder JLC oder AP oder Lange, oder Hublot oder...oder...oder...
Ich bezweifle nicht, dass Rolex, AP, PP und Co. auf einer höheren Ebene stehen. Damit meine ich das Gesamtkonglomerat aus Verarbeitung, Service und Ansehen. Je höher der Preis, desto mehr gibt es davon. Das ist wohl unbestritten.

Jeder muss für sich selber Entscheiden, welcher/welche Punkt(e) wichtig ist/sind. Für mich ist Service fast unwichtig (habe kaum Probleme) und Ansehen auch eher weniger - so manche Microbrand punktet bei mir sogar mit ihrem Exotenstatus. Selbst bei der Verarbeitung kann ich mit bloßem Auge und dem „Angrapschen” nur vage Unterschiede entdecken. Erst letztlich hatte ich mehrfach die Patek eines Bekannten in den Händen und habe für mich verzweifelt die Faszination der über 30 K€ gesucht. Ich suche immer noch… Dagegen gibt es schon für kleine dreistellige Beträge einen großen Haufen an Uhren, bei denen man sagen kann: die sind sauber gemacht!

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Es gibt aber durchaus einen qualitativen Punkt, in dem eine einzige Patek nicht punkten kann: Die Qualität der Vielfalt. Ich könnte mir auch eine Patek der einfachen Art gönnen oder in den nächsten 60 Tagen jeden Tage eine andere Schönheit umschnallen. Das ist Qualität der Vielfalt :-)

Mein neuer ML Pontos Chrono hat diese Qaulitätsvielfalt noch etwas erweitert und bietet mir zudem sehr viel für das bezahlte Geld. Die subjektiven Feinheiten liegen meiner Meinung nach oberhalb von den „normalen” Uhren der Swatch Gruppe), ich kann vergleichen mit Longines, Hamilton und Certina. Dafür muss ich das Branding einer Tütensuppe ertragen.
 
Artur

Artur

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Hallo Karsten,

ich bin voll bei Dir, ich kann mich für eine Rolex, aber auch für eine Seiko oder Casio begeistern - Stichwort Vielfalt ;-)
Leider kann man nicht alles was man schön findet besitzen, aber eine Prise davon und eine davon geht meistens...
Momentan trage ich im Tausch gerne diese zwei Pole der Uhrwelt und genieße sie auch! ;-)

IMG_3256-COLLAGE.jpg
 
N

nikolausII

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Natürlich ist es schön, über eine gewisse Vielfalt an Uhren zu verfügen.

Aber Vielfalt an sich ist definitiv kein Qualitätsmerkmal. Der Umstand, dass ich eine Vielzahl von Uhren besitze,
macht die Uhren deswegen ja nicht höherwertiger in Punkto Verarbeitung, Finish etc.
Es mag sein, dass es meine Lebensqualität erhöht, wenn ich mehrere Uhren besitze aber über die Qualität der
Uhren sagt dies genau nichts aus.
Aus dieser Logik heraus könnte ich mir genauso gut beim ALDI jede Menge diverser Ticker von denen holen und
behaupten, die Uhren seien sehr qualitätsvoll weil ich viele davon besitze.
Ein LADA wird nie die Qualität eines Mercedes besitzen, auch wenn ich mir 20 davon ín allen Farben des
Regenbogens kaufe.
 
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