Was ist eigentlich mit Ebel?

Diskutiere Was ist eigentlich mit Ebel? im Herrenuhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Ballonseide und Schweißband Leute...alles andere ist doch nur halber Kram ;)
MROH

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Die Zahnärztin unserer Kinder trägt weiter standhaft Ebel, wobei die Damenuhr auch recht chic aussehen.

Mein Zahnarzt, ihr Mann, trug Ebel. Jetzt trägt er einen Longines Chronographen der Master Serie. So ein klassisches Stück passt auch viel besser zu seinem Käfer Cabrio.

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Ballonseide und Schweißband Leute...alles andere ist doch nur halber Kram ;)
Gott sei Dank habe ich mich stets geweigert, diesem Trend zu folgen. Lediglich das Jackett mit aufgekrempelten Ärmeln und weißen Turnschuhen habe ich auch getragen. Aber zu meiner Ehrenrettung kann ich sagen, dass ich die 80er mit 15 verlassen habe und mich danach zu derartigen Sünden nicht mehr habe verleiten lassen. ;)
 
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Uhrensammer R

Gast
Ballonseide und Schweißband Leute...alles andere ist doch nur halber Kram ;)

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Na ja so ganz stimmt das Bild nicht.

Ebel war Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre ein nicht zu unterschätzender Anbieter.
Bio Color war mächtig angesagt und Rolex verkaufte sicher damals in Deutschland deutlich mehr DJ un DD in dieser Farbkombination als heute.

Da ich damals ja noch in der Textilbranche tätig war, besuchte ich regelmäßig die IGEDO in Ddorf, die Modewochen in München und die Kölner Herrenmodewoche.

Dort liefen sehr viele und sehr gut angezogene Einkäufer mit einer Ebel am Arm rum.
Ebel war schon präsent.

Es mag stimmen, dass man sich ein wenig zu sehr auf seinen Lorberen ausgeruht hat, kann auch sein, dass der weg zur Manufaktur falsch war.

Sicher hat man den Trend zu sportlichen Uhren zu spät erkannt und plötzlich waren eben "Taucher- und Fliegeruhren" beliebte Objekte.

Da hatten die feinen Stücke plötzlich nur noch wenig Chancen.
 
smarti

smarti

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Wer die 80er für spiessig hält, hat sie entweder nicht erlebt oder er blendet die Gegenwart vollständig aus. Die 00er- und 10er-Jahre sind bestimmt einiges spiessiger als die 80er. Die waren nämlich Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Und was haben wir heute? Political correctness, Islamdebatte und Geiz-ist-geil-Mentalität. Nur weil wir mit 44mm grossen Taucher- und Fliegeruhren rumlaufen, sind wir noch lange nicht cool.
 
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suse13

Gast
Ja stimmt, es gab damals auch viele, die dieses Rolexmodel trugen:



Bicoloruhren waren damals im Trend, was natürlich nichts über die Qualität der Uhren aussagt. Selbstverständlich gab es damals wie heute den Business-Look - Anzug/Kostüm - in gedeckten Farben, bevorzugt schwarz, dunkelblau oder dunkelgrau. Dazu dann die Ebel, das passte schon. Aber mit gerade dieser Uhr ging halt auch ein Trend einher, der den damaligen Zeitgeist beschreibt. Ich bin mir nicht sicher, ob Ebel mehr daraus hätte machen können und mit anderen Modellen am Markt hätte bestehen können. Wie andere Märkte auch war und ist dieser im oberen Segment hart umkämpft und mich wundert nicht, dass einige da nicht mithalten konnten.
 
Constellation

Constellation

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Respekt - nun sind wir in einem Faden, der sich um EBEL dreht, wieder bei einem Foto von einer Rolex gelandet:super::klatsch:. Manche adaptieren so schnell, dass man sich wirklich nur noch wundert8-). Wäre nur schön, wenn man das Positive übernehmen würde;-).


Abgesehen davon, dass ich vor meinem geistigen Auge weiß, wie eine bi-color DJ aussieht (und wahrscheinlich sehr sehr viele andere User hier auch), zurück zu EBEL.

Ja, eine Marke der 80iger Jahre, elegant, mit sportivem touch (sofern dieses Wort damals überhaupt schon in dem Zusammenhang verwendet wurde) und einem relativ großen Wiedererkennungswert.
Es ist schade, dass sie irgendwie den Anschluß und das weitere Ausbauen ihres Weges verpasst haben, denn die Marke war auf ihre Weise sympatisch ohne brachial daherzukommen a la "Schaut, ich bin eine yxz".
 
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Spitfire73

Spitfire73

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Wenn man so will war Ebel zu sehr mit den 80er Jahren verbunden um auch in den folgenden Jahrzehnten als jeweils aktuelle Marke wahrgenommen zu werden. Das Design traf zu 100% den Zeitgeist dieses einen Jahrzehnts aber war gerade darum gleichzeitig zu wenig zeitlos. Auf kaum eine andere Marke erscheint mir der Gassenhauer "wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit" passender als auf Ebel.

Gruß
Helmut
 
Constellation

Constellation

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Richtig, deswegen meinte ich auch
Es ist schade, dass sie irgendwie den Anschluß und das weitere Ausbauen ihres Weges verpasst haben, denn die Marke war auf ihre Weise sympatisch ohne brachial daherzukommen a la "Schaut, ich bin eine yxz".

Sie hatten mit ihren fünf Schrauben & der Bandgestaltung etwas geschaffen, aber nicht ausgebaut und weiterentwickelt. Woran es lag? Keine Ahnung. Aber es wäre ja nicht die erste Firma/das erste Unternehmen, die/das durch besonders starre Haltung einiger weniger Personen, die allerdings was zu melden haben, den berühmten Anschlusszug verpasst haben;-).
 
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suse13

Gast
@constellation
Ich habe eine Weile überlegt, ob ich das Foto einer 1983er Rolex hier posten soll...auch wenn ich erst kurz in diesem Forum bin, so sind mir die Befindlichkeiten einiger User bezogen auf gewisse Marken nicht entgangen.
Aber das sollte nicht so weit gehen, dass man hier nichts mehr über diese Marke von sich geben darf, das kritisch sein könnte. Mir liegt es fern, diese Marke oder ihre Träger zu verunglimpfen, aber es dürfte allgemein bekannt sein, dass gerade dieses Rolexmodell in einschlägigen Kreisen ein Statussymbol war, je mehr Brillies um so besser. Schade für die Uhr, aber hier im Ruhrgebiet galt sie als "Ludenuhr", während Ebel ein sauberes, gut bürgerliches Image hatte.
Trotzdem gehört Rolex zu den Marktführern und über Ebel redet kaum noch jemand. Ich bitte, das Foto einer Rolex im Ebelthread in diesem Zusammenhang zu verstehen und mir auch durchaus zuzutrauen, die Dinge differenziert und nicht chlicheebehaftet zu sehen.
 
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Belluna

Belluna

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..auch wenn ich erst kurz in diesem Forum bin, so sind mir die Befindlichkeiten einiger User bezogen auf gewisse Marken nicht entgangen.


Ich denke einmal, dass es als ein Hinweis auf ein Verwässern des "Ebel"-Fadens zu verstehen war. Und mir ist durchaus zuzutrauen, die Dinge differenziert und nicht chlicheebehaftet zu verstehen.
 
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Uhrensammer R

Gast
Wer die 80er für spiessig hält, hat sie entweder nicht erlebt oder er blendet die Gegenwart vollständig aus. Die 00er- und 10er-Jahre sind bestimmt einiges spiessiger als die 80er. Die waren nämlich Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Und was haben wir heute? Political correctness, Islamdebatte und Geiz-ist-geil-Mentalität. Nur weil wir mit 44mm grossen Taucher- und Fliegeruhren rumlaufen, sind wir noch lange nicht cool.
Da hättest Du erstmal die 70er erleben sollen:lol:

Lasst uns aber noch einmal kurz zurückschauen.
Die Quarzuhrenkriese stecke der europäischen Uhrenindustrie ja noch gehörig in den Knochen.
Wie wissen ja, wieviele Marken die nicht überlebt haben.

Gerade Ebel hatte aber in der Zeit einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Man produzierte nicht nur für sich, sondern auch für das Haus Cartier, das ebenfalls eine Renaissance in den achziger Jahren erlebte.

Gerade der sehr sparsame Einsatz von Gold und der gebürstete Stahl machte die typische Ebel eben nicht zum "Blink- Blink Modell". Da kenne ich deutlich schlimmere Designausrutscher.

Bei der Bewertung von Gebrauchsgegenständen darf man nicht "Ihre" Zeit ausblenden.

Allerdings zeigt die Erfahrung, dass es nur wenig neues gibt. Die Mode erfindet sich ja nicht neu, sie kopiert nur immer wieder die Dinge, die es schon einmal gab.

Wie sonst ist es zu erklären, dass alle Welt heute "Flieger A und B Muster" nachahmt. Von all den Deviarten d e r "Taucheruhr" mag ich gar nicht sprechen.

Ich bin ja ein Kind der 50er Jahre, da schaut man auf manche "Mode" zurück und ist erstaunt, wieviele davon nun schon zum zweiten, oder dritten Mal als neu gepriesen werden.

Das mir heute mehr und mehr durchaus gestandene Männer mit einem schönen Golddresser aus den 60er Jahren begegnen, liegt sicher nicht daran, dass sie total unmodern sind, sondern daran, dass "Mode" in Bewegung bleibt.

Wer will denn da voraus sehen, was "Mann" in zwanzig Jahren trägt??

Da sich Ebel ja inzwischen von den schlimmsten Abscheulichkeiten verabschiedet hat, sehe gute Chancen dafür, dass es die Marke auch zukünftig geben wird.

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suse13

Gast


Ich denke einmal, dass es als ein Hinweis auf ein Verwässern des "Ebel"-Fadens zu verstehen war. Und mir ist durchaus zuzutrauen, die Dinge differenziert und nicht chlicheebehaftet zu verstehen.
Na dann willkommen im Club :super: Die Ursprungsfrage nach Ebel kann man/frau eigentlich nicht nur mit der wirtschaftlichen Entwicklung und den unternehmerischen Entscheidungen des Hauses Ebel beantworten, sondern man muss schon auch sehen, dass sich ein bestimmtes Uhrenmodell dieser Marke zu einer Art Statussymbol entwickelt hatte, eben typisch für die damalige Zeit und vergleichbar zu dem gezeigten Rolexmodell, aber auch zu Cartier, wie einige anmerkten. Das habe ich nicht als Abgleiten des Fadens gesehen, sondern eher als Erklärung für den Fragesteller.
 
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Uhrologe Klaus

Uhrologe Klaus

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Es kann durchaus sein, dass wir uns in 20 Jahren über die Mode, die Frisuren und die Uhren von heute kaputt lachen, so wie heute halt über so manche vermeintliche Kuriosität der 80er Jahre gelacht wird. Wenn ich mir die Frisuren mancher junger Männer von heute ansehe (an den Seiten 2mm und oben eine Bürste auf dem Kopf), dann höre ich heute schon das Gelächter der Zukunft darüber. So ist halt die Zeit...
 
Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Hach, die 80er. Damals kaufte ich meine ersten Carlo-Colucci-Pullover. (Hab ich immer noch. :-))

Pullover.jpg

Und ein junger Tennisspieler aus Leimen machte Werbung für Ebel.

Ende der 80er/Anfang der 90er war Ebel immer vorne mit dabei, wenn es um den gehobenen Uhrenbereich ging. Und dann kam der Abstieg. Das bekam aber nicht nur Ebel zu spüren. Silberstein ist pleite, Haas hat vom Luxus- ins Ramschsegment gewechselt, Chronoswiss backt kleinere Brötchen, Junghans hatte eine Wiedergeburt, während Marken wie Hans Hirsch völlig vergessen sind.
 
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Uhrensammer R

Gast
OT
Geile Pullis, so was hab ich früher für viel Geld verkauft:super:

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Wenn ich mir die Frisuren mancher junger Männer von heute ansehe (an den Seiten 2mm und oben eine Bürste auf dem Kopf), .......
Klaus, auch das gab es schon in den sechziger Jahren. Damals hieß es Meckischnitt, oder Koreapeitsche:lol:
 
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suse13

Gast
Ach ja, die Pullover hatte ich schon ganz vergessen...und natürlich die Poloshirts von Lacoste. Ich erinnere mich noch vage an Scarpa-Hosen mit ganz vielen Bundfalten...keine Ahnung ob es die noch gibt.

Aber nochmal zu Ebel zurück, soweit ich weiß, wird die Wave immer noch verkauft...man kann also eigentlich kaum hoffen, dass das 80ger Modell eine Wertanlage war, wie es manche damals dachten.
 
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Uhrensammer R

Gast
@ Suse13

Werte trägt man im Herzen, nicht am Arm;-)


@Herr Gödel

hör ich da Neid?8-)
 
MROH

MROH

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@suse13: Nagut, aber die Polos von Lacoste gibt es bereits seit den 40er Jahren...
 
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