Uhrenbestimmung Was ist das für eine Russin ?

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picasso

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Auf einem Nachbarforum entdeckt:





Vintage Russian

Nein, ist nicht meine und ich kenne den Verkäufer auch nicht.
Finde die Uhr sehr interessant und würde gerne mehr darüber wissen.
Vielen Dank :-D
 
falko

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Das ist eine durch angelötete Bandanstösse zur Armbanduhr umgebaute Taschenuhr der Ersten Staatlichen Uhrenfabrik Moskau. Das Kaliber basiert auf dem amerikanischen Hampden, dessen Fabrik von Russland aufgekauft wurde. Ursprünglich hatte die Uhr eine Kleine Sekunde, die man dann weggelassen hat. Das Zifferblatt ist möglicherweise ein handgemaltes Unikat.
 
el_relojero

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@picasso:

Es handelt sich um eine alte Karte der Welt-Halbkugel mit den beiden Amerikas. Die Beschriftung ist teils Lateinisch (circulus articus), teils Spanisch (Mar del Sur, Mar del Norte, El Mar Pacifico).
Das ist ziemlich originalgetreu, wie bei Weltkarten des 16. Jahrhunderts üblich. Kann gut sein, dass man sich in Russland an eine originale Vorlage gehalten hat. Deswegen muss die Uhr noch lange nicht "Bastelware" sein.
 
picasso

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Königswelle

Königswelle

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Das Bedarf schon einiger Bastelarbeit.
Sieht trotzdem nett aus.
Die Frage ist halt, inwieweit die Bastelei schon wieder "historisch-authentisch" ist. Wenn sich jemand "damals" eine Taschenuhr umgebaut hat, weil ihm eine Armbanduhr nicht zur Verfügung stand oder zu teuer war und vielleicht noch ein Unikat als Zifferblatt gemalt hat, hat das einen ganz anderen Charme, als wenn das eine aktuelle Bastelei ist, mit dem Zweck, etwas auf alt getrimmtes an einen Gutgläubigen zu verkaufen.

Viele Grüße

Bernd
 
Zuletzt bearbeitet:
falko

falko

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Richtig! Es handelt sich nicht um eine zeitgenössische Bastelarbeit. Solche umgebauten Uhren finden sich in der entsprechenden Literatur zuhauf. In Russland wurden offensichtlich in den 1930er und 1940er Jahren massenweise solche Uhren gebaut. Die Uhr von Kors, die ich die Ehre hatte instandsetzen zu dürfen, ist ebenfalls ein solches Stück und befand sich seit vielen Jahrzehnten in seinem Familienbesitz. Diese hat aber ein auf LIP basierendes Werk.
 
H

holger 57

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Hallo,
Gehäuse und Werk sind auf jeden Fall authentisch.
Am Zifferblatt wurden wohl nachträglich bei 13 und 39 die Zifferblattfüße befestigt.
Ich denke, daß das Blatt am Computer entstanden ist.
Gruß Holger
 
Rocketman

Rocketman

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Die Ziffernblätter gibt es -beispielsweise- im ukrainischen 'Zubehörhandel', die Uhren mit solchen nachgemachten ZB werden dort massenhaft angeboten.
Besonders gerne werden wohl die ZB im sogenannten 'WW2-Style' genommen.
Da steht dann beispielsweise auf dem ZB der aus sowjetischer Fertigung stammenden Molnija/Typ 1 oder sogar Pobeda (!) das Wort 'Luftwaffe'. ;-)

Da die Ziffernblätter in 'universeller' Größe, meist jedoch passend zu den Molnija-Werken hergestellt werden, müssen sie bei Bedarf an die jeweilige Uhr angepasst werden.
Das obige Beispiel ist schon nahezu professionell gemacht, oftmals werden die nicht passenden Füßchen einfach abgeknipst und das ZB aufgeklebt.

Das Werk der oben gezeigten Uhr stammt übrigens aus einer der frühen Serien, genauer aus dem Jahr 1939.
Trotz des nachgemachten ZB ist der aufgerufene Preis ein guter Preis.
Normalerweise werden diese Uhren höher gehandelt.
Aber an der Unruh wurde gebastelt.

Das Werk stammt, wie bereits richtig erwähnt wurde aus der 1. Moskauer Uhrenfabrik.
Die Punze HKM bedeutet soviel wie 'Volkskommisariat für Maschinenbau'.
Die Zeichen im 'Diamant' bedeuten 'Erste staatliche Fabrik', unter dem Diamanten steht 'Moskau'.
Die Punze wurde von 1938-1940 verwandt.

Der Sekundenzeiger befindet sich übrigens auf der Windrose bei 9 Uhr.
 
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