Was hält ohne Revision länger? ETA 955.112 oder NH35

Diskutiere Was hält ohne Revision länger? ETA 955.112 oder NH35 im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Eine ganz einfache Frage: Was hält -ohne Revision- länger? ETA 955.112 Quarz Seiko NH35 Automatik . . Noch zwei Gedanken zu dem Äpfel mit Birnen...

Guggle

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Eine ganz einfache Frage:

Was hält -ohne Revision- länger?
ETA 955.112 Quarz
Seiko NH35 Automatik

.
.
Noch zwei Gedanken zu dem Äpfel mit Birnen Vergleich:

Bei beiden Werken macht eine Revision, oder überhaupt jede Reparatur ja kaum Sinn, da man für einen ähnlichen Preis -etwa 30 Euro- neues Werk bekommt.

Das ETA gibt's schon ewig in vielen teuren Uhren wie Tag Heuer, Breitling usw. Das Seiko aber eher nicht.
Das Seiko ist eins der billigsten Automatikwerke, das ETA ist aber nicht eins der billigsten ETA Quarzwerke.
 

Guggle

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Wieso soll die einfache Frage sinnlos sein? Es können abseits Deiner sinnlosen Antwort , doch gesvheite Antworten kommen. Es könnte zb ein Uhrmacher oder Nutzer hier schreiben : Ich habe schon viele 23 Jahre alte Uhren mit dem ETA Quarzwerk gehabt die noch laufen usw"
 

Joschik

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Es könnte zb ein Uhrmacher oder Nutzer hier schreiben : Ich habe schon viele 23 Jahre alte Uhren mit dem ETA Quarzwerk gehabt die noch laufen usw"
Um zu einer seriösen Aussage über die Haltbarkeit der in Rede stehenden Uhrwerke zu kommen, müßte man von beiden eine größere Anzahl unter verschiedene Trageweisen simulierenden Bedingungen im Labor testen. Alles andere hätte keinen Wert.
 

Chuck Norris

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Eine ganz einfache Frage:

Was hält -ohne Revision- länger?
ETA 955.112 Quarz
Seiko NH35 Automatik
...

Das ist meiner Meinung nach einfach: Das Quarzwerk hält länger ohne Revi durch.

Wieso? Ein Quarzwerk läuft relativ kraftlos. Der Schrittmotor macht einen Impuls und muss lediglich die Lagerreibung überwinden. Folglich ist auch der Verschleiß an den Lagerstellen relativ gering im Vergleich zum mechanischen Werk mit Federhaus und Unruh. Wenn bei einer Quarzuhr die Lagerstellen trocken laufen und einlaufen, dann merkt man es in der Regel erst daran, dass die Batterielebensdauer nachlässt.

Bei einer mechanischen Uhr mit Federhaus liegt das volle Drehmoment permanent an. Die Zahnflanken und Lagerstellen sind folglich viel höher belastet als bei Quarzuhren. Die Hemmung unterbricht bei Ihrem Zusammenspiel mit der Unruh die Bewegung abrupt und das Ankerrad, der Anker, die Unruh das Federhaus und der Automatikaufzug (bei SEIKO: Magic Lever System) unterliegen konstruktiv einem hohen Verschleiß. Dieser Verschleiß macht sich mit der Zeit durch erhöhte Gangschwankungen, eine reduzierte Amplitude und verkürzte Gangreserve bemerkbar.

Alles in Allem geht der Punkt der Langzeithaltbarkeit ohne Revision also an das Quarzwerk.

Freude machen beide Werke, jeweils auf ihre eigene Art. Und entgegen der Meinung vieler Uhren-Enthusiasten, dass ein Quarzwerk seelenlos ist, muss ich anmerken: Ja das stimmt! Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ein mechanisches Werk mit Unruh-System auch seelenlos ist. Ich wüsste nicht wieso eines der Werke eine Seele haben sollte.
 

thesplendor

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Das Quarzwerk hält länger ohne Revi durch.

Die Frage lässt sich sicher nicht nur mit Plausibilitätsüberlegungen beantworten. Du bewegst dich gedanklich ausschließlich beim mechanischen Verschleiß. Das mag zutreffen, oder auch nicht. Allerdings haben elektronische Systeme in der Regel ebenfalls Schwachstellen, nur eben andere. Ich erinnere mich an zahlreiche ausgetrocknete oder ausgelaufene Elektrolytkondensatoren, die das Elektronikhobby meiner Jugend beeinträchtigt haben. Das sind 50-Cent-Bauteile. Wenn du aber denjenigen, der gerade streikt, nicht findest, ist das ganze Gerät hinüber. Und wie rechnest du in deine Statistik die ganzen ausgelaufenen Batterien ein? Klar, das ist eigentlich ein Benutzerfehler. Das ist das Fallenlassen einer mechanischen Uhr aber auch, und das taucht trotzdem in der Servicestatistik auf.

Ich habe jedenfalls in meinem Fundus mechanische Uhren unterschiedlichen Alters, die alle noch laufen, von neu, über 5 Jahre, 30 Jahre und 130 Jahre. Aber ich habe nur eine alte Quarzuhr, die noch funktioniert. Die anderen Quarzuhren in meinem Leben hatten alle irgendwann einen Defekt. Und reparieren ist dann ja nicht möglich, nur wegwerfen.

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PS: Wie sieht eigentlich eine "Revision" bei einem Quarzwerk aus? Wechselt man es einfach aus? Oder öffnet man es und streichelt die integrierten Schaltkreise?
 

Spitfire73

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Vom Nachlass meiner Altvorderen und mir selbst aus den 80ern/90ern haben bis heute ein paar mechanische Uhren überlebt (laufen halbwegs so lala) aber kein einziger Quarzer. Egal ob das Meister Anker Zeugs von Quelle, bessere Tissot Einschalung, Swatch oder Fossil...der ganze Quarzmist liegt tot in einer Schachtel.

Gruß
Helmut
 

tschasovschik

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Wie sieht eigentlich eine "Revision" bei einem Quarzwerk aus? Wechselt man es einfach aus? Oder öffnet man es und streichelt die integrierten Schaltkreise?
Sicher ein wenig spitz formuliert!
Natürlich kann man den mechanischen Teil eines Quarzwerks revidieren, falls dieser herstellerseitig dafür ausgelegt wurde. Und oft nach vielen Jahren auch notwendig ist.
Eine funktionsunfähige Elektronik ist natürlich irreparabel, Trimmer (Ziehkapazitäten) gibt es bei heutigen Werken schon lange nicht mehr, daher werden auch keine Quarze mehr ersetzt (Sollten diese überhaupt defekt sein).
Die meisten Defekte außerhalb des mechanischen Teils sind abgegammelte Kontakte zur Zelle durch ausgetretenes Elektrolyt und zerstocherte Spulen ( Durch Flohmarktfachleute oder selbst ist der Mann Sparfüchse). Erkennt man meist durch eingesetzte "Camelion" oder "AG...., LR...." Zellen.
Solche Kandidaten verschließe ich und gebe diese dem Eigentümer freundlich zurück.
Kostenfrei!
Weitere Diskussionen über solche hingerichteten Schrottmöhren führe ich nicht.
 

Chuck Norris

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...
Du bewegst dich gedanklich ausschließlich beim mechanischen Verschleiß. Das mag zutreffen, oder auch nicht. Allerdings haben elektronische Systeme in der Regel ebenfalls Schwachstellen, nur eben andere. Ich erinnere mich an zahlreiche ausgetrocknete oder ausgelaufene Elektrolytkondensatoren, die das Elektronikhobby meiner Jugend beeinträchtigt haben.
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Und wie rechnest du in deine Statistik die ganzen ausgelaufenen Batterien ein?
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Wie sieht eine "Revision" bei einem Quarzwerk aus? Wechselt man es einfach aus? Oder öffnet man es und streichelt die integrierten Schaltkreise?
Deine Argumente sind nicht von der Hand zu weisen. Das denkst Du Dir schließlich nicht aus, dass viele Deiner Quarzuhren über die Jahre Hops gegangen sind.

Allerdings: bei meiner Darstellung beziehe ich mich auf ein ganz simples Quarzwerk; ohne Zusatzmodule (z.B. Chronograph/ zusätzliches Digitaldisplay) oder besondere Funktionen (Solarbetrieb/ Stromsparmodus/ Thermokompensation/ entkoppelte Sekunde etc.). Was braucht ein simplex Quarzwerk dann? Einen Taktgeber (Quarz), einen Schrittmotor und einen simplen IC, oder vergesse ich etwas?

Ein NH35-Automatikwerk ist ja auch relativ simpel gehalten.

Ok, Batterien und Kondensatoren können auslaufen und/ oder ausgasen. Ich verstehe den Vergleich allerdings so, dass eine Uhr dauerhaft und ohne große Unterbrechungen getragen wird. Folglich würde man die Batterie zügig nach dem Stillstand erneuern (gegen eine neue Markenbatterie).

Und bei einer möglichen Revi einer simplen Quarzuhr (nicht verkapselt vorausgesetzt) würde ein Uhrmacher das gleiche tun wie bei einem mechanischen Werk: Lagerzapfen und Lagerstellen reinigen und ölen. Heißt: zerlegen, reinigen, ölen, zusammenbauen.

Der Taktgeber, Schrittmotor und IC bleiben bei einer reinen Wartung unangetastet. Lediglich die Kontakte werden gereinigt und eine frische Markenbatterie eingesetzt.

Aber es geht ja explizit darum welches Werk länger ohne Revi durchhält.
 
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Chuck Norris

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Vom Nachlass meiner Altvorderen und mir selbst aus den 80ern/90ern haben bis heute ein paar mechanische Uhren überlebt (laufen halbwegs so lala) aber kein einziger Quarzer. Egal ob das Meister Anker Zeugs von Quelle, bessere Tissot Einschalung, Swatch oder Fossil...der ganze Quarzmist liegt tot in einer Schachtel.

Gruß
Helmut
Ok, das sind Tatsachen - die kann man nicht entkräften. Die Frage ist allerdings, weshalb all die Quarzwerke tot in der Schublade liegen. Sind die Batterien ausgelaufen oder ausgegast? Hatte die Uhr Feuchtigkeitseintritt? Sind die Kontakte durch Batteriesäure, Flussmittel oder falsche Handhabung beschädigt? Das heißt, ist der Totalausfall durch äußere Faktoren entstanden oder einfach durch Alterung der Elektronik?
 

ETA2824

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Wieso soll die einfache Frage sinnlos sein? Es können abseits Deiner sinnlosen Antwort , doch gesvheite Antworten kommen. Es könnte zb ein Uhrmacher oder Nutzer hier schreiben : Ich habe schon viele 23 Jahre alte Uhren mit dem ETA Quarzwerk gehabt die noch laufen usw"

Ob das dann im konkreten Fall genauso war, wie im statistischen Mittel, weisst Du erst nach ca. 20-30 Jahren.
Interessant wäre dann die Standardabweichung der Laufzeiten, um die Wahrscheinlichkeit von verschiedenen Szenarien zu berechnen.
Die minimale Samplegrösse für den Test sollte 50 Einheiten pro Werk sein.

Merkst Du was?
 

l'orologio

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Vom Nachlass meiner Altvorderen und mir selbst aus den 80ern/90ern haben bis heute ein paar mechanische Uhren überlebt (laufen halbwegs so lala) aber kein einziger Quarzer. Egal ob das Meister Anker Zeugs von Quelle, bessere Tissot Einschalung, Swatch oder Fossil...der ganze Quarzmist liegt tot in einer Schachtel.

Gruß
Helmut

Ich war die Tage echt überrascht.
Ich hatte in einer Kiste 10 Swatch gefunden, die da seit mindestens 20 Jahren liegen und alle ! funktionieren mit neuer Batterie noch.
Loomis, Chronos, normale, .... .
 

Spitfire73

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Sind die Batterien ausgelaufen oder ausgegast? Hatte die Uhr Feuchtigkeitseintritt? Sind die Kontakte durch Batteriesäure, Flussmittel oder falsche Handhabung beschädigt? Das heißt, ist der Totalausfall durch äußere Faktoren entstanden oder einfach durch Alterung der Elektronik?

Die Uhren wurden halt von Ottonormalos verlebt. Über die Jahre ein paar Mal Batterien gewechselt, irgendwann half das nicht mehr oder starker Nachgang/Stehenbleiben trotz neuer Batterie führte dazu, dass sie final in Schubladen wanderten. Sichtbare Feuchtigkeitseintritte konnte ich an keiner feststellen. Die meisten, zB einige Fossil, die Tissot oder Swatch Irony, habe ich vor ein paar Jahren mal erfolglos versucht mit neuen Batterien zum Laufen zu bekommen. Die Werke sahen zumindest optisch noch okay aus. Tiefere Ursachenforschung habe ich freilich nicht betrieben.

Gruß
Helmut
 
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Schraubendreher

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Meine Erfahrung: 955.XXX und die verwandten 956.xxx sind hervorragende Quarzwerke und ich habe oft genug Exemplare auf dem Tisch, die 20 und mehr Jahre ohne Revision oder Werktausch auf dem Buckel haben. Ich halte sie für die gelungensten Gesamtkonstruktionen überhaupt und es hat schon seinen Grund, dass Patek Philippe ausgerechnet diese Werke nachgebaut hat.

Ein gutes mechanisches Werk kann genauso lange laufen, braucht erfahrungsgemäß aber eher eine Revision. Wie das mit einem billigen Chinawerk wie dem NH35 aussieht? Ich behaupte einfach mal, dass das nicht so lange durchhalten wird.

Deshalb mein Fazit bei diesem schönen Vergleich von Äpfeln und Paprika: Das Revisionsintervall beim Quarzwerk wird vermutlich länger sein als bei dem mechanischen Werk.
 
Thema:

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