Warum verbaut eigentlich niemand die Spring Drive Technologie (z.B. in Lizenz) ?

Diskutiere Warum verbaut eigentlich niemand die Spring Drive Technologie (z.B. in Lizenz) ? im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Seit ich mich näher mit Uhrwerken befasse, lässt mich die SpringDrive-Technik nicht mehr los. Die größte Schwachstelle einer Uhr ist mit diesem...
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Seit ich mich näher mit Uhrwerken befasse, lässt mich die SpringDrive-Technik nicht mehr los. Die größte Schwachstelle einer Uhr ist mit diesem Konzept gelöst und es wäre doch klasse, wenn die Uhrenhersteller neben/anstelle der veralteten schweizer Ankerhemmung auch diese Technik einsetzen würden. Wie zuverlässig und ganggenau dürfte z.B. eine Rolex mit diesem Update erst sein:-). Kennt jemand die Hintergründe, warum sich Hinsichtlich der Hemmung rein gar nichts tut? Rückt Seiko nicht mit Lizenzen raus oder sind die Schweizer schlicht zu stolz um eine japanische Erfindung in ihren Uhren zu verbauen?
 
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Forget_ Time

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der user Marfil kann sicherlich eine angemessene Antwort dazu geben. Allerdings gibt es mehrere Gründe warum es nicht sinnvoll ist, SD Technologie auf Lizenz zu vergeben

1) SD ist kein voll-mechanisches Kaliber, aber die meisten Käufer wollen Vollmechanik. Erst Recht die konservative Rolex-Gemeinde wird große Vorbehalte gegen nicht Vollmechanische Kaliber haben
2) SD ist ein hoch komplexes System. Du brauchst dafür nicht nur das know-how, sondern auch die Maschinen, die Prozesse ect. Das hat Rolex nicht. Die Investition um auf SD umzuplanen würden sich nicht rechnen.
3) SD ist zwar nett, aber in Sachen Ganggenauigkeit nicht die Spitze. Wenn es der Schweizer Uhrenindustrie und der Kundschaft allein um Ganggenauigkeit gehen würde, würden wir alle mit Mega-Hertz-Quartzern rumrennen. Ist aber nicht so, weil es um andere Dinge geht.
 
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Hmm, klingt plausibel. Trotzdem schade, daß sich hinsichtlich der Hemmung so gut wie gar nichts getan hat.
 
uhr83

uhr83

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Die größte Schwachstelle einer Uhr ist mit diesem Konzept gelöst und es wäre doch klasse, wenn die Uhrenhersteller neben/anstelle der veralteten schweizer Ankerhemmung auch diese Technik einsetzen würden.
Dieses Problem kann man auch mit einer Quarzuhr umgehen. Rationale Überlegungen bringen einen bei Luxusprodukten nicht weiter.

1) SD ist kein voll-mechanisches Kaliber, aber die meisten Käufer wollen Vollmechanik. Erst Recht die konservative Rolex-Gemeinde wird große Vorbehalte gegen nicht Vollmechanische Kaliber haben
Obwohl ich kein Rolexfan bin teile ich die Ansicht das ein SD nicht Fisch und nicht Fleisch ist;-)
Das ist aber eine Geschmacksfrage.
 
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Forget_ Time

Gast
Sir George Daniels hat über 20 Jahre in der Schweiz Türklinken geputzt, um eines seiner vielen Ideen zur Verbesserung der mechanischen Hemmung in der Uhrenindustrie zu realisieren. 1999 hat als erstes OMEGA eines seiner Hemmungs-Konzepte auf den Markt gebracht.
Du solltest vielleicht fragen: Warum verkauft die Swatch-Gruppe nicht Lizenzen für die CoAx-Daniels Hemmung? Immerhin hat Sir Daniels- Gott hab ihn seelig- seiner Zeit einen Rolex-Prototypen mit CoAx-Hemmung gebaut. Do Rolex hatte ihm die kalte Schulter gezeigt.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Obwohl ich kein Rolexfan bin teile ich die Ansicht das ein SD nicht Fisch und nicht Fleisch ist;-)
Das ist aber eine Geschmacksfrage.
Das hast Du gesagt ;-)
Die SD ist kein Vollmechanisches Werk. Das ist technisch betrachtet, eine richtige Aussage.
 
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Excalibur

Excalibur

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3) SD ist zwar nett, aber in Sachen Ganggenauigkeit nicht die Spitze.
Ach ja? Wieviele Spring Drive hast du denn, wenn ich fragen darf? :roll:

Es gibt nichts Besseres. Da koennen die Schweizer ihre Hemmungen noch so aufwaendig polieren. Ewig Gestrige labern eben so einen Stuss wie "SpringDrive ist Quarzuhr", wie man es auch letztens wieder in einem der drei deutschen Uhrenmagazine lesen konnte.
Ich kann dabei nur noch den Kopf schuetteln. Bleibt halt bloed und voller Vorurteile - meine Ananta ist die genaueste Uhr, die ich habe. Und Mechanisch.

Warum sollten die Japaner die Lizenz vergeben? An wen denn? Die Schweizer Konkurrenz? Sicher nicht. Sollen die doch ihre Zahnraeder weiterpflegen.
Immerhin hat das Omega 1887 jede Menge Seiko-Gene. Hier ist schonmal ein Anfang gemacht. Ob ich allerdings noch ein SpringDrive ausserhalb Seiko erlebe, bezweifle ich.

Gruss, Excalibur
 
F

Forget_ Time

Gast
Ach ja? Wieviele Spring Drive hast du denn, wenn ich fragen darf? :roll:

Es gibt nichts Besseres. Da koennen die Schweizer ihre Hemmungen noch so aufwaendig polieren. Ewig Gestrige labern eben so einen Stuss wie "SpringDrive ist Quarzuhr", wie man es auch letztens wieder in einem der drei deutschen Uhrenmagazine lesen konnte.
Ich kann dabei nur noch den Kopf schuetteln. Bleibt halt bloed und voller Vorurteile - meine Ananta ist die genaueste Uhr, die ich habe. Und Mechanisch.

Warum sollten die Japaner die Lizenz vergeben? An wen denn? Die Schweizer Konkurrenz? Sicher nicht. Sollen die doch ihre Zahnraeder weiterpflegen.
Immerhin hat das Omega 1887 jede Menge Seiko-Gene. Hier ist schonmal ein Anfang gemacht. Ob ich allerdings noch ein SpringDrive ausserhalb Seiko erlebe, bezweifle ich.

Gruss, Excalibur
Excalibur

was soll denn jetzt diese Augenrollerei?
Reichen Dir zwei SD Uhren? Oder muss ich mehr als 2 SD Uhren haben klick @ comment #156
SD ist
1. kein voll-mechanisches Kaliber. Wenn Du die Potentiale betrachtest, dann sind im SD System elektromagnetische Potentiale in der Energie-Kette im Spiel, die damit per Definition nicht mehr der rein mechanischen Physik zuzuschreiben sind. SD ist ein elektomechanisches System. Punkt.
2. nicht die genaueste Uhr in Sachen Gangabweichung. Das solltest Du als SD Besitzer wissen. Denn es ist ein gängiger Quarzkristall mit 33 kHz im System der nicht thermokompensiert gesteuert wird. Damit ist SD nicht genauer oder ungenauer als ein normales Ronda Quartzkaliber. Genauer sind Quartzkaliber die thermokompensiert sind oder noch besser, mit höheren Frequenzen arbeiten. Die ganggenaueste Uhr die jemals gebaut wurde ist von Omega und arbeitet mit einer Schwingfrequenz von 2400 kHz.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Immerhin hat das Omega 1887 jede Menge Seiko-Gene. Hier ist schonmal ein Anfang gemacht.
Was ist eigentlich los mit Dir? Omega 1887? Was soll das sein? Du meinst die TAG Heuer 1887.
 
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mini

mini

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Kinners, jeder hat mal einen schlechten Tag, bei Ex... war es halt der 26. kurz vor Mitternacht.
Nachher lesen wir alle nochmal durch, was geschrieben wurde; manch einer wird seine Posts revidieren (wollen) und morgen gibt es andere Themen.

Gruss
Mathias

Edit: @Excalibur: am geschriebenen Ausdruck lässt sich, trotz "long-time-membership" immer noch etwas verbessern...

Chacka!
Mathias
 
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gnampf

gnampf

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Die ganggenaueste Uhr die jemals gebaut wurde ist von Omega und arbeitet mit einer Schwingfrequenz von 2400 kHz.
Sorry, das ist so nicht korrekt: Die Citizen Crystron 4 Mega dürfte den höchsten Takt aller Quarzer bis heute haben, ca. 4,2MHz - soweit mein Gedächtnis nicht täuscht gab es ein Modell, das mit 3spy Genauigkeit beworben wurde. Danach kommen andere Citizens (und Seikos) mit Specs von 5sek.
Zudem erhöht eine höhere Taktfrequenz nicht gleich die Genauigkeit - bei den Crystrons und den echten Megaquarzern 15xx von Omega war vor allem der spezielle Schliff des Kristalls die Basis für die Genauigkeit, sprich den temperaturabhängigen Fehler des Quarzes zu minimieren.

Was für ein Gangverhalten haben deine SD-Uhren? Ich lese bisher immer nur von verdammt guten Werten ...

Grüße,
Reiner
 
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Late

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Ich habe bei meiner Spring Drive schon einen leichten Vorlauf. Wir reden dabei aber von sehr wenig, vielleicht 0,25 Sekunden am Tag, wenn überhaupt.

Ansonsten von mir auch viele Daumen hoch für Spring Drive, allein schon das gleiten des Sekundenzeiger bringt die Technik in meinen Augen näher an Mechanik als an Quartz.
Noch eine kleine Anmerkung: Natürlich von außen gesehen. Grundsätzlich ist eine Spring Drive natürlich nicht rein mechanisch, ABER es gibt auch keinen Akku, keine Battiere oder ähnliches, die Energie wird ganz normal in einer Feder gespeichert.
 
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retro

retro

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Ich würde es gerne sehen wenn SP auch von anderen Herstellern umgesetzt werden würde > zusätzlich
Das Gleiten des Sekundenzeigers, gibts aktuell bei den Bulova Precisionist Modellen.
Technisch ist es überhaupt kein Problem Quartz gleitend zu machen > das ist eine reine Energiespargeschichte... die von Forget_ Time angesprochene Omega hat auch nen gleitenden Sekundenzeiger
 
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Forget_ Time

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Sorry, das ist so nicht korrekt: Die Citizen Crystron 4 Mega dürfte den höchsten Takt aller Quarzer bis heute haben, ca. 4,2MHz - soweit mein Gedächtnis nicht täuscht gab es ein Modell, das mit 3spy Genauigkeit beworben wurde. Danach kommen andere Citizens (und Seikos) mit Specs von 5sek.
Zudem erhöht eine höhere Taktfrequenz nicht gleich die Genauigkeit - bei den Crystrons und den echten Megaquarzern 15xx von Omega war vor allem der spezielle Schliff des Kristalls die Basis für die Genauigkeit, sprich den temperaturabhängigen Fehler des Quarzes zu minimieren.

Was für ein Gangverhalten haben deine SD-Uhren? Ich lese bisher immer nur von verdammt guten Werten ...

Grüße,
Reiner
Hallo Reiner

das war mir noch nicht bekannt. Danke für die Info.
Allerdings ist die Omega 2,4 MHz die einzige HAU die sich Marine Chronometer schimpfen darf. Soweit mir bekannt hat das noch kein anderer Hersteller geschafft.
Klar, Hoch-Frequenz alleine reicht nicht.
- Frequenz
- Geometrie und Schliff des Kristalls
- Temperaturkompensation
- Kristallgüte
- genaue Einstellung

Wegen der SD: Ich finde es immer etwas gewagt Aussagen darüber zu treffen, wenn man nur analog und mit Augenmaß gegen eine Funkuhr misst. Mann muss es schon richtig machen; mit einer Zeitwaage und die habe ich nicht.
Aber nach Augenmaß kann ich Dir sagen, dass meine beiden SD Uhren mit einer Gangabweichung bei ~ + 1 sec/d laufen, allerdings mit einem absolut präzisem Gang (wie nicht anders zu erwarten bei einem Quarzer)

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Technisch ist es überhaupt kein Problem Quartz gleitend zu machen > das ist eine reine Energiespargeschichte... die von Forget_ Time angesprochene Omega hat auch nen gleitenden Sekundenzeiger
>> Exakt, so isses!
 
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Thallius

Thallius

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Also wenn es darum geht dürfte ETA das genaueste Quarzwerk gebaut haben mit dem Werk welches einen zweiten temperatur-linearen Quarz hatte, welcher zur Kompensation diente. Wundert mich eigentlich das es das anscheinend heute nicht mehr gibt. Damals wurde das exklusiv von Longiones verbaut (Müßte so 20 Jahre her sein, ich habe persönlich noch eine davon)

Gruß

Claus
 
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weissnix

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Aber nach Augenmaß kann ich Dir sagen, dass meine beiden SD Uhren mit einer Gangabweichung bei ~ + 1 sec/d laufen, allerdings mit einem absolut präzisem Gang (wie nicht anders zu erwarten bei einem Quarzer)
In den SD ist ein Quarz verbaut. Aber die SD sind keine Quarzuhren.;-)

Wenn ich hier mal marfil zitieren darf:

Der Quarz wird durch den --zwangsläufig-- während des Ablaufs produzierten Strom in Schwingung versetzt. Das von einem Federhaus gespeiste Uhrwerk generiert diesen Strom in Folge des normalen Ablaufs des Räderwerks. Am letzten Bauteil (Gleitrad), das etwa die Funktion und das Aussehen der Unruh im mechanischen Werk hat, befindet sich ein Dauermagnet. Wenn sich dieses Rad nun dreht, generiert dieser Magnet in Verbindung mit den beiden darumliegenden Spulen Strom - sozusagen wie ein Fahrraddynamo - wenn Du Dir das besser vorstellen kannst.

Während dieser Bewegung erzeugt das Gleitrad zusätzlich einen magnetischen Impuls, der über die Spulen abgenommen wird (sowohl Stromerzeugung- als auch Impulsabnahme erfolgen BERÜHRUNGSFREI, also ohne Reibung). Der Impuls muss alle 4096 Schwingungen des Quarzes kommen. Tut er das nicht, wird die Magnetbremse gelockert oder verstärkt. Auch das Bremsen/Beschleunigen geschieht BERÜHRUNGSFREI - einfach mittels Magnetfeld.



Der Unterschied zu einer Quarzuhr ist sehr vielfältig.

1. Als Energiequelle dient ein Federhaus - genauso, wie bei einem mechanischen Uhrwerk (nur daß dort die gespeicherte Energie des Federhauses in der Hemmung verpufft- und bei der SD in Strom gewandelt wird).
2. Es gibt keine chemischen Energiespeicher (Akku, Batterie....)
3. Der Antrieb der kompletten Uhr ist VOLL MECHANISCH- im Gegensatz zu einer Quarzuhr, wo entweder ein Motor die Zeiger bewegt, oder eine Flüssigkristallanzeige per Strom angesteuert wird.
4. Der Energiebedarf der Schaltung beträgt nur rund 1/100stel einer normalen Quarzuhr- wodurch die Belastung der Schaltung sich um eben diesen Faktor reduziert - also praktisch ewig hält.
5. Der IC der SpringDrive ist ein Soi-Mos-IC, wie er in der Raumfahrt- oder Flugzeugindustrie zum Einsatz kommt. Also ein Bauteil, das gegen Oxidation des Siliziums geschützt ist - und auf Grund der geringen Strommenge (25 Nanowatt) ebenfalls praktisch ewig hält.

Der Unterschied zu mechanischen Uhrwerken besteht ausschließlich in der Hemmung - und im Bewegungsablauf. Letzterer ist nämlich konstant fließend - es finden keine Lastwechsel statt, wodurch die Mechanik nahezu verschleissfrei arbeitet.
 
Marcel64

Marcel64

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Ganz einfach Spring Drive ist das beste aus 2 Welten, eliminiert die Nachteile der Ankerhemmung vollständig
und braucht halt im Gegensatz zur Quarzuhr kein Batteriewechsel.
Wenn die Springdrive Technologie von einem bekannten schweizer Uhrenunternehmen entwickelt worden wäre,
würde die Branche von nichts anderem mehr reden aber so bleibt es halt die ewige Konkurrenz aus Japan...
Spring Drive ist eine Revolution, technisch absolut faszinierend.
Und zur Ganggenauigkeit, ich habe meine seit 6 Wochen, Gangabweichung 0.0!!
Diverse Berichte aus dem Netz bestätigen von anderen Besitzern diese unglaubliche
Genauigkeit was keine meiner Quarzuhren bis jetzt geschafft haben.
 
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Würde man die Spring Drive Technologie an den Reibungspunkten mit den Materialien des Uhrwerks der "Jaeger LeCoulter Master Compressor Extreme LAB" kombinieren, würde man der "ewigen Uhr" schon verdammt nahe kommen.

Wie schon oft erwähnt, der Vergleich mit einer normalen Quartzer hinkt, da selbst die Solarmodelle auf chemische Komponenten zurückgreifen, die immer einem Verschleiss unterliegen und weshalb die Akkus irgendwann ausgetauscht werden müssen. Der Energiespeicher des SD-Werkes ist aber rein mechanischer Natur.
 
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Forget_ Time

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In den SD ist ein Quarz verbaut. Aber die SD sind keine Quarzuhren.;-)

Wenn ich hier mal marfil zitieren darf:

Der Quarz wird durch den --zwangsläufig-- während des Ablaufs produzierten Strom in Schwingung versetzt. Das von einem Federhaus gespeiste Uhrwerk generiert diesen Strom in Folge des normalen Ablaufs des Räderwerks. Am letzten Bauteil (Gleitrad), das etwa die Funktion und das Aussehen der Unruh im mechanischen Werk hat, befindet sich ein Dauermagnet. Wenn sich dieses Rad nun dreht, generiert dieser Magnet in Verbindung mit den beiden darumliegenden Spulen Strom - sozusagen wie ein Fahrraddynamo - wenn Du Dir das besser vorstellen kannst.

Während dieser Bewegung erzeugt das Gleitrad zusätzlich einen magnetischen Impuls, der über die Spulen abgenommen wird (sowohl Stromerzeugung- als auch Impulsabnahme erfolgen BERÜHRUNGSFREI, also ohne Reibung). Der Impuls muss alle 4096 Schwingungen des Quarzes kommen. Tut er das nicht, wird die Magnetbremse gelockert oder verstärkt. Auch das Bremsen/Beschleunigen geschieht BERÜHRUNGSFREI - einfach mittels Magnetfeld.



Der Unterschied zu einer Quarzuhr ist sehr vielfältig.

1. Als Energiequelle dient ein Federhaus - genauso, wie bei einem mechanischen Uhrwerk (nur daß dort die gespeicherte Energie des Federhauses in der Hemmung verpufft- und bei der SD in Strom gewandelt wird).
2. Es gibt keine chemischen Energiespeicher (Akku, Batterie....)
3. Der Antrieb der kompletten Uhr ist VOLL MECHANISCH- im Gegensatz zu einer Quarzuhr, wo entweder ein Motor die Zeiger bewegt, oder eine Flüssigkristallanzeige per Strom angesteuert wird.
4. Der Energiebedarf der Schaltung beträgt nur rund 1/100stel einer normalen Quarzuhr- wodurch die Belastung der Schaltung sich um eben diesen Faktor reduziert - also praktisch ewig hält.
5. Der IC der SpringDrive ist ein Soi-Mos-IC, wie er in der Raumfahrt- oder Flugzeugindustrie zum Einsatz kommt. Also ein Bauteil, das gegen Oxidation des Siliziums geschützt ist - und auf Grund der geringen Strommenge (25 Nanowatt) ebenfalls praktisch ewig hält.

Der Unterschied zu mechanischen Uhrwerken besteht ausschließlich in der Hemmung - und im Bewegungsablauf. Letzterer ist nämlich konstant fließend - es finden keine Lastwechsel statt, wodurch die Mechanik nahezu verschleissfrei arbeitet.
Danke für die -mir bereits bekannte- Zusammenfassung.
Trotzdem ist -wie ich schon sagte- SD kein Vollmechanisches Kaliber, am ehesten trifft die Bezeichnung elektromechanisches System. Übrigens bezeichnet der Begriff "Quarzer" nicht per se die gängigen Quarzuhren, sondern einfach nur der Umstand, dass das direkte (bei gängigen Quarzuhren) als auch indirekte (bei SD) Frequenzsignal eines Quarzkristall der Taktgeber für die Uhr ist.

Um Missverständnisse auszuräumen, wäre mein Vorschlag bei gängigen Quarzuhren von Quarz Uhren mit elektrochemischen Potential (Quarz Batterie und Seiko Kinetic) und bei SD Uhren von Quarzuhren mit mechanischem Potential zu reden.

Übrigens gab es schon in den 60'ern Unruh Uhren mit elektrochemischen Potential, also Unruh als Frequenzsignal und das Potential aus einer Batterie, zB so wie bei LIP realisiert.
 
S

Sonic

Gast
Die SD-Technik ist hochinteressant und wenn ich das Geld hätte, würde ich mir eine kaufen. Aber einen handfesten Vorteil hat diese Technik in meinen Augen nicht, sondern eher Nachteile aufgrund der komplexen Technik. Die SD-Technik ist ungenauer als eine Quartzuhr und im Falle einer Reparatur wahrscheinlich (ich weiss es nicht genau) teurer, da die Technik wie bereits genannt komplexer ist. Die Unabhängigkeit von der Batterie ist auch keine Argument; ich denke da an die Ecodrive-Modelle die mindestens 20Jahre laufen und bei denen ein Wechsel des Energiespeichers nicht die Welt kostet.
 
Thema:

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