Warum haben Uhren von JLC so mässige Wiederverkaufswerte?

Diskutiere Warum haben Uhren von JLC so mässige Wiederverkaufswerte? im Herrenuhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Es ging mir um "dekorierte Werke". Ich verstehe den Einwand nicht, was es mit dem Gehäusematerial bei jeweils erst nach Öffnung des Bodens zu...
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Cheops

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Es ging mir um "dekorierte Werke". Ich verstehe den Einwand nicht, was es mit dem Gehäusematerial bei jeweils erst nach Öffnung des Bodens zu sehenden Werken auf sich hat?

Weiterhin bleibe ich bei der Aussage, dass es MIR und auch dem Otto N. relativ egal ist, wie viele Dekorationen das Werk hat, was ich nie sehe.

Ich gebe allerdings zu, dass das Werk (zumindest aus Video 1) etwas dekoriert ist. Der Rotor sieht hingegen - um niemand auf den Schlips zu treten - zurückhaltend dekoriert aus. Wenn es keine Rolex wäre, würde ich sogar schreiben nicht dekoriert.

Ich habe mir die Mühe gemacht mal in dem oben verloinkten Thread 10/15 Seiten anzuschauen und fand eine sehr geringe Anzahl an Werkfotos (um genau zu sein: Null).

ICH habe keine Probleme damit, dass ich das Werk nicht sehe, es hat nichts mit Qualität zu tun ein Werk zu sehen oder es nicht zu sehen. ICH finde einfach nur, dass ein Werk nicht aussehen muss wie von ALS / GO oder wie ein Kunstwerk, wenn es danach unter einem Stahlboden verschwindet. Am Ende zahlt der Endkunde / Erstkunde jeden einzelnen Zierstrich mit. Wenn ich davon nichts habe (Stahlboden eben) freut sich meines Erachtens dann der Uhrmacher?!

Fazit daraus: wenn JLC Stahlböden verbaut, die Werke nicht aufwändig veredelt, sehe ich das nicht als Grund, dass die Uhren einen Abschlag von 50% auf den Neupreis nach 2/3 Jahren haben.

Gerrit

@Schwanni

Sollte ich Dich persönlich beleidigt haben mit meiner Einschätzung, dass Rolex seine Werke nicht (dachte ich) bzw. wenig (habe ich im Video gesehen) dekoriert, bitte ich Dich vielmals um Entschuldigung. Auch sollte es kein Bashing auf Rolex sein. Rolex trägt nicht um sonst die Krone der Uhrmacherei, es gibt nichts besseres und die Uhren sind in allen Punkten perfekt.
 
nightflight01

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Ein wunderschöner Text 8-)

Und hier meine volle Zustimmung:
ICH finde einfach nur, dass ein Werk nicht aussehen muss wie von ALS / GO oder wie ein Kunstwerk, wenn es danach unter einem Stahlboden verschwindet. Am Ende zahlt der Endkunde / Erstkunde jeden einzelnen Zierstrich mit. Wenn ich davon nichts habe (Stahlboden eben) freut sich meines Erachtens dann der Uhrmacher?!
Allerdings mag ich Uhren mit Sichtboden UND schön dekoriertem Werk - für mich ein ganz großes Kaufkriterium!
(auch wenn leider der Großteil meiner JLC Sportuhren Stahlböden hat - für mich ihr größtes Minus)
 
Cheops

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Allerdings mag ich Uhren mit Sichtboden UND schön dekoriertem Werk
Wer nicht? ;-)

Ganz oft gibt es nur entweder oder. Da wird ein Modell eben nur mit Stahlboden oder nur mit Glas angeboten. Dann entscheide ich mich hier dann doch eher nach der ZB-Seite. Die sehe ich dann doch häufiger als das Werk. Auch würde ich das schönste Werk nicht erwerben, wenn mir die ZB-Seite nicht gefällt.

Ich gehe eigentlich sogar einen Schritt weiter (und einen anderen zurück): wenn ich eine ältere/alte Uhr angeboten bekomme stelle ich mir bei einer Uhr in Edelmetall die Frage, was für mich "wertvoller" ist, der Gehäuseboden in Gold/Platin oder eben in Glas?! Denke da gibt es dann auch 2 Sichtweisen. Ich habe ein paar Nomos, da ich diverse habe, in denen man das Alpha-Werk (und die Vorgänger) sehen kann, wäre mir in dem Fall Vollgold lieber als Glas.

Gerrit
 
Schwanni

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ICH habe keine Probleme damit, dass ich das Werk nicht sehe, es hat nichts mit Qualität zu tun ein Werk zu sehen oder es nicht zu sehen. ICH finde einfach nur, dass ein Werk nicht aussehen muss wie von ALS / GO oder wie ein Kunstwerk, wenn es danach unter einem Stahlboden verschwindet. Am Ende zahlt der Endkunde / Erstkunde jeden einzelnen Zierstrich mit. Wenn ich davon nichts habe (Stahlboden eben) freut sich meines Erachtens dann der Uhrmacher?!
Ich habe damit auch kein Problem, ganz und gar nicht. Ich sehe das sogar genauso wie du.

Allerdings: Eine Mords aufwändige Handarbeit, die um Welten besser sei als die maschinelle Großserienfertigung bei den verpönten Massenherstellern und eine wahnsinnige Hochwertigkeit in den Details wird halt immer als Argument herausgeholt, warum Marken wie etwa JLC eine andere Liga wären. Da überraschen die Feststellungen von @Articus dann schon.
Und wenn dann auch noch häufig als weiteres Argument pro Hersteller das Understatement in den Ring geworfen wird, kann die Aussage "sieht man nicht, also muss auch kein Aufwand betrieben werden" auch nicht geltend gemacht werden.

Sollte ich Dich persönlich beleidigt haben mit meiner Einschätzung, dass Rolex seine Werke nicht (dachte ich) bzw. wenig (habe ich im Video gesehen) dekoriert, bitte ich Dich vielmals um Entschuldigung.
Nein nein, um Gottes Willen, hast du nicht. Auch wenn ich vielleicht manchmal so rüberkomme wie ein sog. "Fanboy", bin ich tatsächlich keiner. Ich mag meine Sub, aber ich mag auch viele andere Uhren und Marken. Ich verstehe allerdings die Abneigung vieler User gegen Rolex nicht, denn die Marke baut gute Uhren und hat nie irgendjemandem etwas getan, und deshalb schreibe ich manchmal etwas zu diesem Thema.
 
Cheops

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@Schwanni

Ich wiederhole zunächst noch einmal, dass ich weder eine JLC besitze noch die Anschaffung einer solchen plane.

Was kommt von JLC wirklich? Was wird "hineininterpretiert"? Wenn das Marketing gar kein Understatement möchte, es die Kunden aber trotzzdem so sehen, ist es eher ein Problem so etwas wieder los zu werden (sofern man es eben so möchte).

Ich bin zu wenig im Marketing von Richemont, so dass ich die Positionierung der Marke auch aus 2. oder 3. Hand nur herleiten kann. Und dabei kann eben auch etwas schief gehen. @BSBV Bernd kann da ggf. viel mehr dazu sagen?!

Auch weiß ich nicht - man möge mich da aufklären - a) werden die Werke denn in Handarbeit gefertigt ?? b) wird dieses beworben?? c) wie viel Handarbeit (im Vergleich) ist zu PP oder AP dann dabei? Ist JLC überhaupt im gleichen Markt beheimatet wie die genannten Hersteller? (Eine Seiko 5 wird an andere Kunden verkauft als eine Grand Seiko, auch wenn beide von Seiko sind, würde die niemand wirklich miteinander vergleichen).

Und dazu kommt jetzt in diesem Beispiel auch noch die Frage nach dem Alter der Uhren. Ich nehme mal nun nicht an, dass diese aus den 60er/70er Jahren stammen. Damals wurde kein (wenig) Wert auf solche Dinge wie Werkdeko gegeben.

Ich möchte damit JLC weder in Schutz nehmen noch das Gegenteil davon. Die Fragen die ich (mir) stelle, sind auch nicht rhethorischer Natur. Ich weiß es zum Teil eben auch einfach nicht besser, lerne hier aber gerne hinzu.

Es liegt mir allgemein fern eine Marke oder eine Uhr schlecht zu machen. Irgendwem wird die Uhr gefallen, zumindest dem Designer. :-) Ich habe größte Hochachtung vor der Firma Rolex. Was die geschafft haben, ist bemerkenswert. Welche Uhrenmarken können bei einem Output von 800.000 Uhren von sich sagen, dass die Uhren über Liste neu und gebraucht gehandelt werden?! Das zu schaffen (Serienmodelle, keine extrem limitierten, überall gesuchte Sondermodelle) bewundere ich. Das Marketing was betrieben wird, ist aller erstech u Sahne. Auch sind die Werke (und die Herstellung dieser) extrem professionell und die Ergebnisse auf der Zeitwaage sprechen (in den allermeisten Fällen) für sich.
Ich habe keine Rolex - und plane auch nicht die Anschaffung - Grund ist einfach, dass MIR das Design nicht so gut gefällt, dass ich die kaufen wollen würde. Geschmäcker können sich ändern - deswegen ist auch das nur eine Momentaufnahme.

Um wieder auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen: bei jedem Uhrenhersteller gibt es Uhren die sich besser als andere Modelle verkaufen. Die unbeliebten Uhren werden dann mehr rabattiert als die beliebten. Eine Reverso, die man am Arm kaum sieht, weil die so klein ist, wird man vermutlich günstiger bekommen als eine große Uhr. Wenn man die Preise über die gesamte Marke sich ansieht, sehe ich grau als auch gebraucht keine Preise für Stahluhren die nach 3 Jahren bei 10% des Listenneupreises liegen. Gold verliert hingegen meistens mehr Prozente (bei allen Uhren, wie ich sehen konnte).

Gerrit
 
5 Minutes Alone

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Das Nr.1 Argument gegen eine JLC ist für mich die die Konzernzugehörigkeit. Nebst den teilweise erschreckenden Serviceberichten vom Herstellerservice (Uhrenboxen entsorgen ist noch eines der positivsten Beispiele).

Ich würde mal vermuten dass viele die Uhren trotzdem schätzen, aber lieber nach 1-3 Jahren verkaufen als die Uhren zum Herstellerservice zu senden. Man hat hier aufgrund der Werke und der Ersatzteile eben auch keine andere Wahl für den Service.

Ich zB schätze meine privaten Uhrmacher nicht nur, sie sind die Grundlage meines Hobbys.
Ich habe eine Springdrive Seiko, entweder mein Uhrmacher gibt mir grünes Licht für einen potentiellen Service sofern ich ihm die Teile besorge - oder aber die Uhr geht wieder bevor der Service fällig wird. Ich halte ausgenommen von Rolex Geneva nichts vom Herstellerservice egal welcher Marke und es gibt hier im Forum genug detailierte Beispiele zum Versagen quasi jedes Herstellerservices.
 
Articus

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@Articus

ja, aber .... :-)

Zum einen fehlt mir der Neupreis der AP, weil ich aus der Zeit Uhren (auch aus Gold) habe, die ich zum Goldpreis bekommen habe. Allerdings war der Neupreis damals weit unter dem einer PP / JLC. ;-) Also diese Info fehlt mir, der weder JLC noch AP hat.

Weiterhin: "Unübersichtlich" -> sehe ich als a) Geschmacksfrage und b) selber schuld, wenn man eine Uhr kauft, die einem eben nicht SO gut gefällt. Hört sich hart an, aber evtl. gefällt es ja jemand anderem ?! Der ist dann mit der Optik zufrieden. Verarbeitungsqualität sollte allerdings schon hoch sein, wenn man den Neupreis von 30k sieht. Die Menge das Materials ist bei einer Uhr von (gebraucht) 12-15k noch entscheidend?? Und natürlich ist mehr immer mehr und mehr ist immer besser. ;-)

Auch wenn ich damit böses Blut herauf beschwöre: sind aktuelle Rolex-Werke "schön" dekoriert, die sich unter einem Stahlboden befinden? Auch hier gilt selbstverständlich mehr ist immer besser, aber wenn man (der Otto N.) es eh nicht sieht ...

Wenn die Geschmacksfrage von vielen so beantwortet wird wie von Dir, dann ist das Resultat in der Tat so wie Du es beschreibst. Wenn ich etwas nicht mag, gebe auch ich dafür kein Geld aus.

Gerrit
Der Neupreis der PP lag zuletzt, bevor sie eingestellt wurde, bei 24k.

Nochmal - mir gefällt die JLC wirklich gut und ich überlege immer noch, sie zu kaufen (aber nicht für 14k :-)). Aber es ist einfach eine andere Liga, da sollte man sich nichts vormachen. Und das schlägt auch auf die Preise durch. Der Mythos, JLC gehöre mindestens in die "holy trinity" und sei nur zu bescheiden im Marketing, ist schlichtweg falsch.

Rolex passt überhaupt nicht in den Vergleich, denn das sind Sportuhren mit anderen Ansprüchen. Da musst du schon in der jeweiligen Bezugsgruppe bleiben, die JLC z.B. überhaupt nicht bedient.

@nightflight01 Mir geht es nicht isoliert um die Menge des verbauten Materials sondern um die Haptik, zu der auch das Gewicht gehört. Wenn eine hochkomplizierte Uhr aus Edelmetall mit entsprechender Faltschließe - die NICHT ulra thin ist - kaum etwas wiegt, macht das auf mich keinen guten Eindruck. Thats it.
 
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nightflight01

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Das Nr.1 Argument gegen eine JLC ist für mich die die Konzernzugehörigkeit. Nebst den teilweise erschreckenden Serviceberichten vom Herstellerservice (Uhrenboxen entsorgen ist noch eines der positivsten Beispiele).
Ich würde mal vermuten dass viele die Uhren trotzdem schätzen, aber lieber nach 1-3 Jahren verkaufen als die Uhren zum Herstellerservice zu senden. Man hat hier aufgrund der Werke und der Ersatzteile eben auch keine andere Wahl für den Service.
1) was läuft beim JLC Service falsch?
2) mein Konzessionär darf den Service an (den allermeisten) JLC Modellen selbst ausführen - warum sollte ich die Uhr zu JLC schicken MÜSSEN?
 
Devilfish

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Zu den letzten Posts: Mir ist die Haptik einer Uhr wichtig, sie ist für mich ein wichtiges Zeichen von Wertigkeit. Die habe ich bei meinen JLCs (und natürlich auch bei vielen anderen Uhren). Komischerweise hatte ich diese Erlebnis nicht, als ich die erste Stahl-Nautilus (die hier ja allenthalben vergöttert wird) nicht. Das Ding hatte 0 (in Worten: NULL) haptische Wertigkeit für mich. Aber so etwas ist ja immer auch subjektiv wie Designfragen. Mir schlafen etwa auch allein beim Anblick einer Calatrava die Füße ein.
 
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Moin zusammen.

Was das Marketing bei JLC angeht, und das wissen die auch, hat JLC lange Zeit geschlafen.
Ab der Polaris-Serie kommt JLC langsam aus den Startlöchern.

Auch weiß ich nicht - man möge mich da aufklären - a) werden die Werke denn in Handarbeit gefertigt ?? b) wird dieses beworben?? c) wie viel Handarbeit (im Vergleich) ist zu PP oder AP dann dabei? d) Ist JLC überhaupt im gleichen Markt beheimatet wie die genannten Hersteller?
A.) Ja und Nein. Es gibt Werke von JLC die ausschließlich von Hand veredelt und zusammen gesetzt werden. Andere Werke werden, wie auch anderswo, maschinell gefertigt und einzelne Teile werden von Hand veredelt und eingesetzt.
Die Zeiten sind vorbei, wo alle Teile von Hand gefertigt werden. Das betrifft alle Hersteller.

B.) Wenig. Auf der Homepage....ja.

C.) Das hängt von den jeweiligen Werken ab. Manchmal mehr, manchmal weniger.

D.) Die Käuferschicht ist weitläufig. Oft sind es Kunden, die schon andere Uhren haben, aber eine JLC fehlt noch.



Zur Veredelung von Werken.
Solange kein Glasboden vorhanden ist, ist mir das total egal ob Rotor, Brücke oder Grundplatte mit irgendwelchen Schliffen "veredelt" sind oder nicht.
Denn, diese Schliffe haben keinen Einfluss auf den Gang, der Gangstabilität oder Gangreserve.
Wichtiger ist die Finissage des Werkes. Und hier insbesondere die Anglage = Gratentfernung.
Auch das Polieren von Trieben, Rädern, Kloben, Brücken und Werkplatten halte ich für wichtig, wichtiger.

Hier, bei der Veredelung (Finissage) der Werke macht JLC alles richtig und sehr gut. Das ist wiederum der Tiefenfertigung geschuldet.
Bei den Werkeherstellern geht es nicht vornehmlich um Räder oder Triebe, sondern um wirkliche Herausforderungen in der Herstellung.

Die eigene Herstellung der Spiralfeder, Anker und Unruhreif, das sind aussagkräftige Elemente.

Hier mal ein etwas hinkender Vergleich.
JLC 889/1


SW 300-1 Veredelung durch Wempe. Eigene Herstellung von Unruhkloben und Feinjustierung.


Hier kann man gut die eigene Veredelung erkennen.
 
CFG

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Die Flächen sehen aber m. E. besser aus, nicht so zusammengestückelt wie bei der Wempe.
 
Articus

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Mit einem veredelten Sellita will JLC aber sicher auch nicht verglichen werden:-)
 
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Deswegen habe ich auch geschrieben.....ein etwas hinkender Vergleich.

Mir ging es um die Kanten, und um die Gratentfernung im Detail.

Wie man am 889/1 gut erkennen kann sind Kanten gerundet und poliert.
Beim Wempewerk nur die Unruh-Einheit, weil diese aus eigenem Hause kommt. Der Rest im Werk hat keine gerundeten Kanten.
Würde man noch tiefer ins Detail gehen, dazu müssten die Werke zerlegt werden, und man brauchte eine Lupe, würde man sehen (erkennen) das auch die Räder beim 889/1 wesentlich besser, sauberer gearbeitet sind.
Die Genfer-Streifen, und der Wölkchen-Schlief sieht zwar gut aus, hat aber keinen Einfluss.
Sind wie Zierstreifen am Auto. Sehen gut aus, bringt aber nichts.

Beide Uhren haben einen geschlossenen Edelstahlboden.
 
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@BSBV -

Der Marktwert für Wiederverkauf richtet sich ja nach Präferenzen, Preisbewusstsein, Kaufverhalten usw. der überwiegenden Mehrzahl der potentiellen Käufer. Wieviel Prozent der - potentiellen - Käufer glaubst du, werden deine Detailbetrachtungen nachvollziehen?
 
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Cheops

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Neben dem Nabel der Welt, der das UF ja ist, gibt es noch andere (mögliche) Käufer, die sich um Uhren jeglicher Art bemühen.
dies ich davon aus, dass die meisten nach Optik der Vorderseite eine Uhr erwerben. Sonst würden nicht so viele "Daniel Wellington" (und vergleichbare) verkauft werden.

Verkleinern wir die Zielgruppe auf die Menschen, die bereit sind einen 5stelligen Betrag für eine Uhr ausgeben zu wollen und dabei auch in Betracht ziehen eine gebrauchte zu kaufen, ansonsten aber wenig bis keine Ahnung von Uhren haben. Die gehen zu einem Händler und schauen, wenn etwas gefällt kaufen die diese Uhr (neu oder gebraucht, im Laden oder online) - oder sie kennen eine Marke, die gut klingt und wollen eben diese Marke.

Da wird die Luft schon dünner.

Der Käufer bei JLC wird vermutlich eher jemand sein, der sich ein wenig mit der Geschichte der Firma (die kauft man natürlich auch hier mit) auskennt - oder eben wie zuvor, dem die Uhr einfach nur gefällt.

Dieser Personenkreis wird wahrscheinlich weniger "Flipper" sein, wie es hier im UF der Fall ist. Wenn eine Uhr gerade mal aus dem Paket ausgepackt ist und schon wieder im MP steht.

Die Erwartzungshaltungen sind sicher auch bei den unterschiedlichen Käufergruppen komplett unterschiedlich. Habe ich eine 51mm Diesel-Uhr am Arm wirkt es natürlich anders als mit eienr 35mm Nomos Tangente. Ich denke, dass die Otto N.s dieser Welt auch nicht sind aber nbedingt beide erwerben, zumindest nicht (nahezu) zeitgleich.

Die Preise auf dem Zweitmarkt bestimmen Käufer und Verkäufer. So kann der Verkäufer für eine Uhr jeden Preis verlangen - ein Käufer muss diesen natürlich nicht bezahlen. Wird der Preis nicht gesenkt, sieht man die Uhren noch Jahre später auf den Plattformen und irgendwann ist es vielleicht soweit, dass die Uhr verkauft wird?!

In Betrachtung von JLC und dann WIRKLICH eine Aussage von Preisstabilität und Wertverfall geben zu können, muss man den Markt über eine gewisse Zeit betrachten. Dazu gehört hier auch, dass eine bestimmte Anzahl an Uhren gehandelt sein muss um den durchschnittlichen Verkaufspreis überhaupt abbilden zu können. Es gibt imemr wieder Auktionen bei eBay die dann zu einem Bruchteil dessen auslaufen, was kurz zuvor noch bezahlt wurde und danach auch wieder gezahlt wird. Sofort-Kauf-Angebote die innerhalb von Minuten wieder weg sind, weil die so gering waren. Diese sind wie die zu teuren Angebote aber nicht marktrelevant.

Weiter muss das Alter und das Modell der Uhren genau betrachtet werden. Ich denle da an die lange Bauzeit von Reversos. Es macht dabei einen erheblichen Untershcied ob die aus 1970 oder 2010 ist. Dann ist eine Reverso auch nicht mit einer (da fällt mir ein, dass ich die Namen gar nicht mal kenne) "popeligen Dreizeiger" aus dem identischen Jahr vergleichbar, die man ggf. nach 3 Jahren wieder eingestellt hat.

Zu einem echten oder gefühlten Qualitätsunterschied: wenn eine Anzahl an Käufern nicht bereit ist einen bestimmten Preis für eine (gebrauchte) Uhr zu zahlen, muss das nicht zwingend etwas mit der QUalität zu tun haben. Aber der wissende Käufer wird für eine bessere Qualität natürlich auch mehr bezahlen wollen. So wird man eine Grafliche Uhr des Herrn Wehr weniger bezahlen als für eine Certina.

Gerrit
 
Spitfire73

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Aber der wissende Käufer wird für eine bessere Qualität natürlich auch mehr bezahlen wollen.
Den Eindruck habe ich selten. Gerade "Wissende" fallen mir eher überdurchschnittlich häufig als extreme Feilscher auf, die stets den Markt schlagen wollen weil sie sich für ganz besonders clever und überlegen halten. Interesse an hochwertigen Uhren und eine höhere Zahlungsbereitschaft dafür gehen nur ganz selten Hand in Hand wenn der übliche Markt das anders bewertet und den Preis weiter unten sieht.

Gruß
Helmut
 
clocktime

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Neben dem Nabel der Welt, der das UF ja ist, gibt es noch andere (mögliche) Käufer, die sich um Uhren jeglicher Art bemühen.
dies ich davon aus, dass die meisten nach Optik der Vorderseite eine Uhr erwerben. Sonst würden nicht so viele "Daniel Wellington" (und vergleichbare) verkauft werden.

[...]

Zu einem echten oder gefühlten Qualitätsunterschied: wenn eine Anzahl an Käufern nicht bereit ist einen bestimmten Preis für eine (gebrauchte) Uhr zu zahlen, muss das nicht zwingend etwas mit der QUalität zu tun haben. Aber der wissende Käufer wird für eine bessere Qualität natürlich auch mehr bezahlen wollen. So wird man eine Grafliche Uhr des Herrn Wehr weniger bezahlen als für eine Certina.
Nabel der Welt? Sicher nicht, aber zugegebenermassen haben hier etliche nur drei Marken im Auge (RTB). Es gibt diverse kleine Hersteller, die qualitativ durchaus mithalten können. Qualität wird leider von vielen mit Werbung (= lautes Hallo-Ich-Mache-Super-Qualität) gleichgesetzt. Naja, nicht mein "Geschäft".

Die Lemminge laufen alle ins Meer. Deshalb lässt sich aus dieser Logik zum Qualitätsunterschied nicht so wahnsinnig viel ablesen. Die WD sind für mich kein Thema, aber mehr, weil das Quarzer sind. Wie gut die Uhren sind, ist die andere Frage.
Einerseits muss eine Uhr gefallen, andererseits sollte die Qualität dann auch einigermassen passabel sein. Dazu kommt die Frage des Images, die mit Qualität nur teilweise etwas zu tun hat.
 
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