Wanduhr mit Pendel. Genauigkeit

Diskutiere Wanduhr mit Pendel. Genauigkeit im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Moin :winken: Diese alten „Holzkisten“ an der Wand, in denen sich Pendelwerke mit Barrockzeigern und ZB mit oft römischen Zeichen befinden… oft...
dr.-hasenbein

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Moin :winken:

Diese alten „Holzkisten“ an der Wand, in denen sich Pendelwerke mit Barrockzeigern und ZB mit oft römischen Zeichen befinden… oft „bimmeln“ die auch noch stündlich oder öfter.

So abschätzig habe ich diese Uhren immer betrachtet. Staubfänger und so…. :face:

Gestern verweilte ich bei einem schönen Abend mit Freunden in einem Wohnzimmer mit einer ebensolchen Uhr. Halbstunden-Schlag 1x mit X Schläge zur vollen Stunde je nach Uhrzeit.

Ihr sehr schon, ich hab null Ahnung. Aber als der Hausherr den Schlüssel nahm um die Uhr aufzuziehen (1x jeden Samstag) erwähnte er, die Uhr läuft in 7 Tagen = 3 Sekunden vor.

Das hat mich mächtig beeindruckt ob des Alters und der Unscheinbarkeit dieser Uhr. (Nicht Namenhaft)

Liegt das einfach nur daran, dass die Uhr keine Lageabweichung mitmachen muss ?

Ist das normal so oder sind 3sek in 7 Tagen wirklich beeindruckend ?

Wie laufen denn eure so ? :winken:
 
LocuDeer

LocuDeer

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Ich hab genug solcher Kandidaten im Haus. Gerade die Uhren mit Seilzug (Wiener Regulatoren) laufen hier fast funkgenau
 
Rainer Nienaber

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3 Sek./Woche sind schon seeeeehr gut. Ich frage mich, wie der Besitzer das merkt, wenn kein Sekundenzeiger da ist. Wenn die Uhr ruhig in einem gleichmäßig temperierten Raum hängt und eine ruhende Hemmung hat, kann so eine Genauigkeit erreicht werden.
 
Sinn_U1

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Gibt auch Leute die auf einem handelsüblichen Zollstock 1/100mm ablesen können
 
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Matthias MUC

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Abgesehen davon, daß die Uhr, die @dr.-hasenbein meint, vielleicht sogar einen Sekundenzeiger gehabt haben mag:
Einmal stellen, immer brav aufziehen und sonst nicht anfassen, bis sie eine gut ablesbare Abweichung zeigt. Dann in ein handfestes, für Armbanduhrsozialisierte griffiges Zeitintervall umrechnen. Nach 10 Wochen 1/2 Minute daneben = 3 Sekunde/Woche. Fertig.

lG Matthias
 
El Dudlerino

El Dudlerino

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Da hab ich bei den Gangwerten weniger Glück, aber insgesamt dennoch Glück, wie immer die berühmte Frage der Perspektive: Einerseits läuft mein geschätzter Standregulator 5 min/Woche oder 43 Sek/Tag vor, anderseits läuft das Familienerbstück nach 50 Jahren Stillstand überhaupt wieder nach einer Revision. 2m hohes Gehäuse, nach Brandschaden mit Rissen die mich nicht stören, 2 Zeiger, schöner Sound der Klangstäbe zur halben und vollen Stunde, sehr schwere Bleigewichte die vorsichtig mit angehoben werden beim aufziehen um die Zahnräder zu entlasten.
Sie geht dann anfangs eben 2,5 Minuten nach, dann genau, schließlich 2,5 Minuten vor und dann ist wieder eine Woche herum. Und irgendwann, wenn die ewige To-Do-Liste mal passen sollte, kommt sie nochmal zum Uhrmacher zum nachregulieren.
 
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Matthias MUC

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Naja, DAS kannst Du, wenn sie nach einer kompletten Revision konstant und gleichmäßig wie frisch vom Hersteller läuft, selber machen am Stellschräubchen am Pendel. Beim Uhrmacher passiert da auch nichts anderes mehr als laufen lassen, Schräubchen drehen und wieder warten und beobachten. Ich glaube, daß bei den richtigen Großuhren die Feinregulierung eigentlich eh nur am "endgültigen" Aufstellort Sinn ergibt. Einfach weil es eine Geduldssache ist.
Die Geschichte mit der Uhr (Brandschäden etc.) klingt so interessant, daß die Uhr ggf. sicher einen eigenen Thread mit paar Fotos verdienen dürfte.

lG Matthias
 
El Dudlerino

El Dudlerino

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Der DIY Hinweis macht Mut, und die Uhr läuft ganz wunderbar konstant. Allerdings habe ich noch keinerlei Ahnung von der Technik, deutlich ist dass ich das Uhrwerk komplett herausnehmen müsste, man sieht schlicht nichts und kommt an nichts dran. Die Lust zum probieren ist riesig, aber aus Erfahrung weiß ich, dass ich, wenn ich nicht wirklich mit Zeit und Ruhe dran gehen kann, eher etwas kaputt mache als es zu verbessern. Momentan wird da also nix draus, aber der Gedanke reift... :)
 
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Matthias MUC

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Nein, zum Feinregulieren müßte sich eigentlich am/unterm Pendelgewicht ein Schräubchen finden lassen, womit sich das Gewicht auf der Pendelstange zum Verlangsamen tiefer stellen lassen müßte. Feinregulierung bei einer Pendeluhr geht eigentlich IMMER, ohne das Werk auszubauen.
-> bitte gönne dieser Uhr einen eigenen Thread und mach mal paar Fotos (ganze Uhr für den ersten Eindruck, und Nahaufnahme Pendellinsengegend sollte wegen Regulieren erst mal reichen. Werksfotos = ausbauen!! sind zwar für unsere Neugierde schön und das i-Tüpfelchen für eine ausführliche Uhrenvorstellung, aber bis auf weiteres erst mal nicht nötig wegen Regulieren. Wenn Deine Uhr anders als die große Mehrheit der Pendeluhren reguliert wird, kommen schon die entsprechenden Hinweise...
lG Matthias
 
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El Dudlerino

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Lieber Matthias, ganz herzlichen Dank für die Tipps, wieder was gelernt. Also dann werde ich gerne demnächst einen eigenen Faden erstellen. Aus 2 Gründen welche beide noch Windeln tragen kann das halt noch dauern.
 
10-nach-10

10-nach-10

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... Ich frage mich, wie der Besitzer das merkt, wenn kein Sekundenzeiger da ist.

Bei "neuen" Uhren reguliere ich so: Uhr ca. 1 Minute im Vergleich zu einer Funkuhr vorstellen, Schlag auslösen lassen, beim ersten Schlag Pendel anhalten und bei exakter Zeit auf der Funkuhr wieder anschieben. Damit sollte der erste Gongschlag fortan immer genau zur vollen Stunde erfolgen. Na, und nach einer Woche weiß man, was los ist. Allerdings: 3 Sekunden ist schon beeindruckend, das schafft von meinen 15 Kandidatinnen wohl keine. 30 Sekunden schon, was ich aber auch für bemerkenswert halte bei Uhren, die 120 Jahre alt und älter sind.
 
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