Waltham-Taschenuhr und Neuvorstellung

Diskutiere Waltham-Taschenuhr und Neuvorstellung im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Einen herzlichen Gruß in dieses informative Forum ! Ich bin der Harry und ich komme aus Bochum; ich bin 51 Jahre alt und mein Hobbie sind nicht...
Gecko

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Einen herzlichen Gruß in dieses informative Forum !
Ich bin der Harry und ich komme aus Bochum; ich bin 51 Jahre alt und mein Hobbie sind nicht Uhren, sondern das Motorradfahren. Gleichwohl beginnt bei mir das Interesse an Taschenuhren zu wachsen, und das aus folgendem Grund:

Kurz vor seinem Tode im Jahre 2005 gab mir mein Vater eine Taschenuhr. Er sagte, dass sich diese schon länger im Besitze der Familie befindet, und dass er diese aufgrund eines Testamentes aus dem Jahre 1933 von seinem Großvater bekommen hat.

Es handelt sich um folgende Uhr:
Die Taschenuhr ist goldfarben mit Kette. Sie wiegt ohne Kette rd. 155 gramm und sie hat keinen Sprungdeckel. Das Zifferblatt ist also immer sichtbar; der Rückendeckel kann abgeschraubt werden.
Auf dem Zifferblatt befindet sich der Aufdruck "American Waltham W. Co."
Im Rückendeckel befindet sich die Gravur "Fahys Monarch Nr. 1" und die Seriennummer 111623 sowie die Angabe PAT. Feb. 19th 1884.
Es befinden sich weitere -ganz ganz feine- kleinere Gravuren mit Zahlen in dem Deckel, die ich aber mangels einer größeren Lupe nicht entziffern kann ...... und meine Augen sind auch nicht mehr die besten.

Auf dem Uhrwerk steht die Gravur P.S. Bartlett, Waltham, Mass. , weiterhin die Gravur "Safety Pinion" und die Seriennummer 3876118.

Natürlich ist die Uhr etwas besonderes für mich, unabhängig davon, ob sie auch für Leute ohne diesen ideellen Hintergrund etwas besonderes darstellt.

Ich hätte aber -wohl verständlicherweise- auch gerne gewusst, ob es sich bei dieser Uhr um etwas besonderes oder sogar wertvolles handelt.

Vielleicht kann mir hier jemand helfen und ein paar Sätze zu dieser Uhr und deren Bedeutung verlieren ?

Darüber würde ich mich sehr freuen und ich bedanke mich schon jetzt herzlich für die Mühewaltung.
Ich habe ein paar Fotos gemacht ...... wegen der Belichtung nicht ganz so toll geworden. Vielleicht kann man aber als dazu Berufener etwas erkennen ....... / Wenn nicht, dann muss ich neue Fotos machen.

Die Fotos sind hier zu sehen.

Über einige Hinweise und Beurteilungen würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Harry
 
del-olmo

del-olmo

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Ein schöne Amerikanerin!

Die Uhr ist laut Werksnummer aus dem Jahre 1889, Waltham der Hersteller, und Bartlett der Verkäufer. Es wird wohl ein 15-steiniges feuervergoldetes Waltham 1883 Lepine-Kaliber sein.

Das "Fahys Monarch Nr. 1" deutet auf den Gehäusehersteller hin, Joseph Fahys & Co. Joseph Fahys eröffnete 1857 ein Geschäft in New York City. Später zog er nach Carlstadt, NJ, beteiligte sich an dem Gehäusehersteller Foutenbach & Sons, den er umbenannte.

Das Gehäuse dürfte Gold-filled mit 21-jähriger Garantie sein und der hintere Staubdeckel ist zum Schrauben. Den Schraubdeckel hatte Fahys sich patentieren lassen und das "PAT. Feb. 19th 1884" steht wohl für das Datum der Patentschrift.

Die Gravuren, die Du nicht mehr entziffern kannst sind Uhrmachermarken, die Revisionen und Reparaturen anzeigen.

Versuch die Fotos hier einzustellen, es ist sehr schwer hin und her zu springen.

Grüße Bernhard
 
pretium intus

pretium intus

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Hallole,
erst einmal herzlich willkommen:-)!
Da ich amerik.- Eisenbahnertaschenuhren sammle, kann ich dir ´was erzählen:
Erst einmal ein Link fürs Werk: (Seriennummer eingeben)
Serial Number
Das Gehäuse ist "gold filled" und scheint noch im guten Zustand zu sein.
Rest wurde von del-olmo schon erklärt.
Leider ist das Werk 1883 nicht besonders selten,aber guter Standard.:super:
Erhaltungswürdig!

Grüßle
Hans
 
H

holli

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Hier handelt es sich um das "Model 1883"
Hergestellt wurde diese Uhr 1889
Eine sehr gut erhaltene Waltham.:super:
Gruß
Günther
 
Gecko

Gecko

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Recht herzlichen Dank schon einmal für die ersten Meinungen zu der Uhr. :super:
Vielleicht können die hier vertretenen Spezialisten noch mehr zu der Uhr sagen; das wäre toll.
Ich werde mal sehen, dass ich die Bilder in diesen Thread bekomme ...... zumindest zum Teil.

Wenn mich diese Uhr jetzt inspirieren würde, weitere ähnliche Stücke anzuschaffen um eine kleine Sammlung von Amerikanerinnen anzulegen, womit müsste man da preislich rechnen ? Gibt es für solche Uhren einen Markt (ausser ebay), wo man diese seriös und vertrauensvoll erwerben kann ohne Angst haben zu müssen, übers Ohr gehauen zu werden ? Es gibt doch sicherlich auch viele Fälschungen, die angeboten werden ......

Ich habe jetzt mal die folgenden Bilder eingestellt ..... ich hoffe, ich mache jetzt alles richtig.
Zum Ansehen und um sich dran zu erfreuen:





Wenn dieser Tage noch einmal die Sonne scheinen sollte, werde ich noch mal hellere und schärfere Fotos machen.
 
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M

moskau

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Waltham der Hersteller, und Bartlett der Verkäufer.
Nicht so ganz...In einem irrt sich Bernhard dann doch:
P.S.Bartlett ist kein Händlername!!! Es ist ein Waltham Grade (also eine Werks-Qualitätsstufe) der einfacheren bis mittleren Klasse (ein früher Angestellter hiess Patten Sargeant Bartlett).

Und Hans schreibt:
Leider ist das Werk 1883 nicht besonders selten,aber guter Standard.
Ein Werk 1883 gibts nicht.
Das ist eine Modellreihe von Waltham mit höchst unterschiedlichen Werken! - Da werfen wir doch einiges an Qualitäten ins selbe Töpfchen...
Unter den Mod. 1883 gibts immerhin einen Grade (Crescent Str.) der für manche als - ich zitiere mal Barry Goldberg - "...the finest Full Plate Movement in the world." gilt.
Und dieses Cr.St. Mod 83 ist nicht gerade in jedem Bonbonladen zu kriegen...

Mit dem P.S.Bartlett aus der selben Modellreihe (1883) siehts dann doch etwas anders aus...

H.

Gibt es für solche Uhren einen Markt (ausser ebay), wo man diese seriös und vertrauensvoll erwerben kann ohne Angst haben zu müssen, übers Ohr gehauen zu werden ? Es gibt doch sicherlich auch viele Fälschungen, die angeboten werden ......
Die US-Bucht dürfte für amerikanische Uhren, was die Angebotsfülle anlangt, recht unschlagbar sein. Aber es gibt schon den einen oder anderen vertrauenswürdigen Anbieter - bemüh doch mal Tante Google mit geeigneten Stichworten...da findet sich einiges.

Zu den Fälschungen:
Regelrechte Fälschungen sind bei amerikanischen Taschenuhren wahrscheinlich so selten, dass sie sammelwürdiger wären als so manches Original.
Problematischer sind schon die Verfälschungen. Das amerikanische Normensystem im Uhrenbau hat sehr vieles austauschbar gemacht, daher sind falsche Ziffernblätter, unpassende Gehäuse und falsche Zeiger an der Tagesordnung.
Da helfen dann diverse Publikationen oder spezialisierte Foren(z.B. NAWCC).

Was in diesem Kontext vielleicht noch erwähnenswert wäre, sind die sogenannten Swiss Fakes. Das sind in der Schweiz hergestellte Billiguhren, die in ihren Gestaltungselementen und Beschriftungen amerikanischen Uhren nachahmten.
Normalerweise sind sie recht einfach als solche identifizierbar.
Manche Sammler haben sich auf dieses recht interessante Gebiet verlegt.

H.
 
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Gecko

Gecko

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Schönen Dank schon einmal für die Antworten.
Ich habe jetzt ein wenig gegoogelt und auch mal in der US Bucht nachgesehen.
Ich habe ja viele Waltham`s gefunden ...... allerdings war nicht eine dabei, deren
Gehäuse auch über diese verzierenden "Ausbuchtungen" oben und unten verfügt.
Alle, die ich gefunden habe, sind einfach rund .........
Gibt es zufällig in diesem Forum noch Wissen über diese massiven Gehäuseverzierungen ?
 
M

moskau

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Man nennt diese spezielle Gehäuseform (mit diesesn Ausbuchtungen) "box hinged" (auch wenn die Verzierungen, wie bei Deiner gar nicht Bestandteil des Scharniers sind).
Sie ist bei amerikanischen Uhren im nicht ganz so selten.
Einfach nach '[gewünschter amerik. Uhrname] "box hinge" ' suchen...und schon flattern sie einem massenhaft ins Display

H.
Nachtrag:

Vielleicht sollte man zu den Waltham Kalibern noch etwas ergänzen:
Nicht nur innerhalb der einzelnen Modelreihen - also 1853, 1871, 1897, 1883 etc...exisitieren verschiedene Werksqualitäten, also die sogenannten Grades (W.M.Ellery, P.S.Bartlett, Crescent Street, Appleton, Tracy & Co., etc...).
Es gab auch innerhalb der Grades einer Modelreihe manchmal erhebliche Varianz:
So liegen zum Beispiel zwischen den verschiedenen Ausführungen der Crescent Street 1883 deutlichste Unterschiede...von 15 Steinen wurde MItte der 1890er auf 17 Steine aufgestockt , der Patentregulator existiert in mindestens 2 versch. Ausführungen (Gold,Silber) und so weiter...von einem recht netten Kaliber bis zur Königsklasse der amerikanischen 18size Vollplatinen ist sozusagen alles mit selber Bezeichnung zu kriegen...-
Und das ist nur ein Beispiel.
(Bei anderen Amerikanerinnen ist es durchaus vergleichbar. )
Natürlich bieten die einzelnen Grades trotzdem recht gute Anhaltswerte zu den Qualitäten...

H.
 
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T

tempocellus

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Deine Waltham ist das Model 1883 aus dem Jahr 1889 mit 15 Rubinen.
Ich habe das gleiche Model aus dem Jahr 1892 mit damasziertem Werk aber ohne Feinreglage mit Goldfilled-Gehäuse, ähnlich Deinem für 45 EUR in ebay bekommen. Dazu kamen allerdings Reparaturen von Unruhwelle und oberem Unruhlager. Im Mittelwert sind diese schönen mit Chatons gefassten Uhren in funktionsfähigem Zustand noch rechts günstig zu haben, so zwischen 100 und 200 EUR.
Im Vergleich mit qualitativ ähnlichen Uhren aus der Schweiz o. Deutschland echte Schnäppchen.
Deine Gehäuseform ist da schon etwas aussergewöhnlich und wahrscheinlich auch seltener.
Fast immer stehen bei diesen Uhren i.d.R. Reparaturen, teurer Versand und Zollgebühren an. Unterm Strich ist es dann nicht immer so günstig wie es vorher aussah.

Gruß

Roland
 
T

TUL1892

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Hi,

ich mag mich irren, aber ich glaube die Zeiger nicht original. Ansonsten ein schönes Stück. Die Feinregulierung ist eine frühe und einfache Ausführung. Bei den höheren Ausführungen ist der Stern dann vergoldet und verziert.

Alles in allem ein schönes Stück.

Gruß Thomas
 
Gecko

Gecko

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Hi,

ich mag mich irren, aber ich glaube die Zeiger nicht original. Ansonsten ein schönes Stück. Die Feinregulierung ist eine frühe und einfache Ausführung. Bei den höheren Ausführungen ist der Stern dann vergoldet und verziert.

Alles in allem ein schönes Stück.

Gruß Thomas
Wenn die Zeiger wirklich nicht original sein sollten (was ich nicht glaube), muss der Austausch länger als
60 Jahre zurück liegen ......... solange liegt das gute Stück nämlich fast unberührt in der Familienschublade.
 
Thema:

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