Vostok Amphibia How To

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Tickmann

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... Vostok Amphibia und Komandierskie öffnen, zerlegen, reinigen, reparieren und modifizieren. Wie geht das eigentlich? Step by Step, Schritt für Schritt.

Dies fragen sich offenbar sehr viele Forenleser. Deshalb habe ich vorab einmal versucht, alle bereits vorhandenen Beiträge mit dem Suchbegriff "Vostok" hier im Unterforum Uhrenwerkstatt zu bündeln. Anschließend habe ich angefangen, diese schrittweise zu ordnen:

Suchergebnisse für query: Vostok

Vielleicht findet der Hilfesuchende Forenleser darunter jetzt schon brauchbare Antworten auf die eigene Frage oder gar eine passende Vostok Reparaturanleitung.

Nun zu meinem persönlichen Hintergrund. Ich bin weder Uhrmacher noch kundiger Uhren-Experte für DIY-Vostok Mods. Ich bin blutiger Anfänger. Weil ich meine Vostok Uhren künftig gerne etwas tiefgreifender modifizieren wollte, als nur durch den Tausch von Armband und Lünette, habe ich kürzlich angefangen, mir erstes Uhrenwerkzeug anzusehen. Passend zum Kauf eines Gehäuseöffners drängt sich gleich das erste Reparaturprojekt auf. Meine Sommeruhr eine etwas modifizierte Vostok läuft plötzlich nicht mehr richtig.

FEHLERBILD: Uhr läuft nicht. Sobald man die Automatik bewegt, läuft die Uhr für einige Sekunden (ca. 5sec) und bleibt dann stehen.

Dank meines neu erworbenen Uhrenöffners und einer Uhrmacherlupe, die ich beide günstig aus einem Nachlass erwerben konnte, ist es mir nun möglich, mir das Geschehen aus der Nähe anzusehen. Doch immer schön der Reihe nach.

1. Die Vostok Uhr öffnen / schließen: Wie Vostock öffnen?

Werkzeug: Die Vostok und Komandierskie Uhren haben einen wasserdicht verschraubten Boden. Bei dieser Spezial-Konstruktion ist der eigentliche Boden nur lose aufgelegt und mit Hilfe eines Gewinde-Rings verschraubt. Um diesen Ring lösen zu können braucht man einen speziellen Uhr-Gehäuse-Öffner mit einem Öffnungsdurchmesser von 35mm. Ich habe einen gebrauchten Bergeon Jaxa Mini Gehäuseöffner erstanden. Die Bergeon #2819-B Backen passen sehr gut und kollidieren auch nicht nicht mit dem Gehäuseboden der Vostok Automatikmodelle. Schön finde ich auch, dass der Gehäuseöffner eine gummierte, rutschfeste Auflage hat, so dass man das Werkzeug flach auch auf den Tisch legen und das Werkstück also die Uhr zum Werkzeug führen kann.

2. Die Vostok Krone ausbauen / einbauen (Post #20): Wie Vostock öffnen?

Um beispielsweise das Werk demontieren zu können, muss man zunächst die Krone und Aufzugwelle ziehen. Bei den (neueren) Vostok Uhren, die ich kenne, sind Krone und Welle unlösbar miteinander verbunden und nur ein Bauteil. Um diese Baugruppe zu ziehen, braucht man eigentlich nur eine Nadel oder einen sehr kleinen Schraubendreher. Man sollte aber offenbar NICHT zu fest oder zu tief drücken, entnehme ich der oben verlinkten Anleitung.

Ich habe es inzwischen selbst ausprobiert. Es ist eigentlich ganz leicht. Man bringt etwas Zug auf Krone und Welle und drückt gleichzeitig auf den Auslöseknopf, lässt etwas Zug nach und dann spürt man, dass der Auslöser nachgibt und die Welle freilässt. Der Einbau ist meiner Meinung nach etwas schwieriger, weil der Vierkant auf der Welle richtig stehen muss, sonst gleitet die Welle nicht in das Gegenstück. Da muss man ggf. etwas probieren.

4. Das Vostok Uhr-Werk ausbauen. To be continued...

Passende Schraubendreher und Werkhalter bzw. Gehäusehalter habe ich noch nicht. Die suche ich jetzt. Für Tipps bin ich offen und dankbar.
 
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Tickmann

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Krone aus- und einbauen kann ich jetzt.

Das Restaurationsvideo tut übrigens den Augen gut, die heute wohl zu viel durch die Lupe geguckt haben. Wenn ich wieder normal sehen kann, lese ich auch die übrigen Tipps.

;-)
 
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Tickmann

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Die Schraubendreher für den Uhrmmacher gibt es im oft im Set bestehend 9 Schraubendrehern in verschiedenen Abstufungen wie 0,6 mm, 0,7 mm, 0,8 mm, 1,0 mm, 1,2 mm, 1,4 mm, 1,6 mm, 1,8 mm, 2 mm. Welche Abstufungen nun sinnvoll und für die Vostok nötig sind, weiß ich leider nicht. Die Sets kommen oft mit einem Drehsockel und Ersatzklingen. Es gibt solche Schraubendrehersätze für über 250 Euro und für weniger als 9 Euro. Das mittlere Preissegment welches ich anstrebe, bewegt sich im um 50 Euro mit deutlichen Abweichungen nach oben und nach unten. Der mitgelieferte Drehsockel ist oft der selbe und ist dann lediglich mit unterschiedlichen Markenbezeichnungen gelabelt. Die Preise variieren dann mit dem Markennamen. Nun versagt mein Qualitätsempfinden leider. Dem unbedarften Betrachter drägt sich der Eindruck auf, dass es technisch stets das selbe Set ist, welches nur mit verschieden Marken versehen wurde. Die verschlungenen Vertriebswege machen den Markt auch nicht übersichtlicher.

Vielleicht kennt sich da einer von Euch aus.

Anderes Thema: Die Welle meiner Krone (Boktoc SE) ist leider rostig. Ist die Welle etwa nicht aus Edelstahl? Ich überlege nun, die Krone nebst Aufzugwelle zu tauschen. Ich nehme dies zum Anlass etwas über die verschiedenen Kronen zu philosophieren. Ich weiß, dass es verschiedene Kronen und Designs gibt. Nicht jede Krone passt auf jedes Gehäuse. Darüber hinaus gibt es noch verschiedene Kronen, die sich in Hinblick auf das Material und das Design unterscheiden. Ich kenne bislang nur zwei Anbieter, die Vostok Kronen als Ersatzteile anbieten:

Meranom: Kronen
Vostok-Watches24: VOSTOK AMPHIBIA KOMANDIRSKIE Kronen günstig kaufen

Falls Ihr noch andere Anbieter kennt, wäre ich über einen Hinweis dankbar. Auch wüsste ich gerne mehr über das Material und die Qualität.

Themenwechsel zur Dichtung: Wenn man Uhren öffnet, muss man diese in der Regel auch wieder verschließen - vorzugsweise wasserdicht. Bei meiner Suche nach Kronen habe ich bereits Dichtungen und Dichtungssätze gesehen. Das richtige Abdichten und Zusammenbauen der Uhr könnte jetzt mein nächstes Thema werden.

Meine Frage: Wo befinden sich die Dichtungen in der Uhr und wie setzt man diese korrekt ein. Es gibt offenbar zusätzliche Dichtungen, die in den "Tubus" eingesetzt werden. Gemeint ist offenbar die Durchführung, durch die die Aufzugwelle in das Gehäuse läuft. Meine Uhr hatte diese Dichtung und den Metallring übrigens nicht. Ich habe keine Ahnung, ob das so richtig ist. Zudem könnte ich mir denken, dass die Dichtungen mit etwas Fett eingesetzt, oder benetzt werden? Wie? Womit? Ich recherchiere nun. Wenn jemand schneller ist und die Antwort schon kennt, ist diese willkommen.
 
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stevoe

stevoe

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...Ich recherchiere nun. Wenn jemand schneller ist und die Antwort schon kennt, ist diese willkommen.
Lieber Tickmann, recherchieren ist das A und O ;-) . Dann bekommt man auch heraus, das in einer Vostok (Amphibia, Neptun, oder was auch immer...) zwei Dichtungen sitzen. Eine Große (die sieht man, wenn Bodendeckel ab) und eine Kleine (ahnt man, wenn Krone raus).

Davon abgesehen ist das Basteln an Vostok-Uhren keine Raketentechnik (und selbst Raketen werden hin und wieder mit `Trial and Error´ entwickelt). Im weiten Netz findest Du auf fast alle Deine Fragen eine Antwort, meist allerdings in Englisch. Eine Adresse habe ich oben schon genannt, und auch hier im Forum sitzen ein paar sehr hilfsbereite Leute.
Das eine oder andere wird auch hier erklärt: Modstok | We have ways of making you mod.
Ach ja, das Uhren-Basteln soll Spaß machen, also das ganze bitte nicht verwissenschaften.

Und hier zum Schluß ein Bild in meine Werkzeugkiste:

IMG_0386.JPG

Das meiste ist billiger China-Krempel, aber damit bekomme ich jeden Bodendeckel auf, jede Krone raus und jede Lünette runter... ;-)
 
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stevoe

stevoe

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Noch ein Nachtrag: das Zeugs in meiner Werkzeugkiste ist so nach und nach zusammen gekommen. Ich habe mir die Sachen immer erst besorgt, wenn ich mit einer Haushaltsschere nicht mehr weiter gekommen bin. Wie gesagt, alles einfach, aber ausreichend.
Für billige Uhren brauche ich kein teures Werkzeug...
 
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Spezi Matik

Spezi Matik

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@Tickman
Wellen sind nicht aus Edelstahl.
Dichtungen sind im Boden und in der Krone. Man kann zur Geschmeidighaltung des Dichtungsgummis spezielles Silikonfett verwenden.

P.s.
Entrosten kannst du die Welle unter anderem mit Zitronensäure

 
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Tickmann

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Soweit allen vielen Dank für den Input.

Wellen sind nicht aus Edelstahl.
Dichtungen sind im Boden und in der Krone. Man kann zur Geschmeidighaltung des Dichtungsgummis spezielles Silikonfett verwenden.
Die Dichtungssätze für die Komandirskie kommet mit zwei Dichtungen. Der Dichtungssatz der Amphibia kommt dagegen mit drei Dichtungen und einem Metallring. Die zusätzliche Dichtung und der Metallring kommen offenbar in den Tubus (dafür gibt es bestimmmt eine bessere Bezeichnung). Meine Amphibia scheint ebendiese Dichtung nicht zu haben. Ich müsste noch einmal genau nachsehen. Offenbar konnte hier Wasser eindringen und meine Welle angreifen (Rost). Ganz aufschlussreich ist ein Video mit dem Titel "Waterproofing a Vintage Vostok Amphibia".

Ich hätte das Video gerne in den Eingangspost gesetzt. Leider geht das nichtmehr.


Bei den Schraubendrehern gibt es die Basic oder Eco-Varianten. Darüber wird es dann schon arg teuer. Dann sind die Schraubendreher aber auch schon kugelgelagert. Top-Of-The-Line ist dann offenbar Bergeron. Weiß jemand, welche Größen gebraucht werden? Ich kaufe lieber weniger Werkzeug, dafür aber etwas hochwertigeres Material.
 
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stevoe

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...Der Dichtungssatz der Amphibia kommt dagegen mit drei Dichtungen und einem Metallring. Die zusätzliche Dichtung und der Metallring kommen offenbar in den Tubus (dafür gibt es bestimmmt eine bessere Bezeichnung)...
Ups, da hast Du Recht! Da muss ich wohl bei Dir um Entschuldigung bitten!
Die Dichtung im Tubus habe ich bisher glatt übersehen und immer nur die Boden- und die Kronendichtung getauscht. Hätte ich mal besser recherchiert... :wand:
 
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Tickmann

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Entschuldigen? Dafür doch nicht!

Recherche ist etwas Schönes, aber macher Dialog ist am Ende fruchtbarer als die einsame Sucherei im stillen Kämmerchen. Sind wir nicht auch gerade deshalb hier? Ich meine, wie weit will man social Distancing noch treiben.

Im Übrigen bin ich mir selbst nicht sicher, was es mit den Dichtungssätzen aufsich hat. Es gibt auch Dichtungssätze mit nur zwei Dichtungen:

Spare Watch Parts - ChistopolCity
 
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Tickmann

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Zurück zu den Dichtungen an der Krone. Ich möchte dieses Thema gerne vertiefen. Wie schon geschrieben, hat meine Aufzugswelle etwas Rost angesetzt. Es handelt sich um eine Edelstahlkrone mit dem Boktoc „B“. Beim Einschrauben der Krone stößt diese am Ende recht hart und unvermittelt an. Man spürt hier keinen Übergang mit Kompression einer Dichtung. Ich vermute daher, dass die Krone nicht richtig dichtet, Wasser eindringen kann und die Welle dann rostet. Ich meine, dass diese Kronen hier auch schon einmal Thema gewesen wären.

Die Krone zu untersuchen und die Uhr nach der Öffnung erneut abzudichten ist ein geeignetes Anfängerprojekt für mich. Ich bleibe am Ball. Ich kann jedenfalls schon bestätigen, dass in meinem 420er Gehäuse definitiv eine dritte Dichtung verbaut ist. Diese soll offenbar so funktionieren, dass die Krone beim Einschrauben auf eine Unterlegscheibe wirkt und eine darunterliegende Gummidichtung zusammendrückt, die sich dabei an die Welle anlegen soll. Diese Dichtung nach Art einer Stopfbuchse habe ich erst bei näherem Hinsehen und nur Dank meiner Uhrmacherlupe entdeckt - ein Kosmos im verborgenen. Vielleicht gibt es hier ein kleines Toleranzproblem?

Schade finde ich übrigens, dass ich den Eingangspost nicht mehr editieren kann. Ich hätte dort gerne meine neuen Erkenntnisse zusammengefasst, damit sich das Thema angenehmer liest. ...geht aber leider nicht.
 
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