Vorsicht bei allzu NEAGTIVEN Bewertungen auf Ebay & co.

Diskutiere Vorsicht bei allzu NEAGTIVEN Bewertungen auf Ebay & co. im Small Talk Forum im Bereich Community; Hi, die IT Business hatte am 3.4.2013 ein interessantes Urteil bezüglich NEGATIV Bewertungen veröffentlicht. Ich finde das dieses Urteil...

SSR

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Bavaria
Hi,

die IT Business hatte am 3.4.2013 ein interessantes Urteil bezüglich NEGATIV Bewertungen veröffentlicht.

Ich finde das dieses Urteil ziemlich viel potential in sich hat.

Quelle: It-Business.de

Kundenkritik kann über das Wohl und Wehe von IT-Anbietern entscheiden. Das Amtsgericht Bonn hat klargestellt: Selbst auf einer wahren Tatsache basierende Kritik müssen sich Händler nicht in jedem Fall gefallen lassen.

Positive Kundenbewertungen führen laut einer Studie der Marktforscher von ECC Handel zu einer Steigerung der Konversionsrate um 25 Prozent. Umgekehrt müssen Online-Händler, die kritisiert werden, damit rechnen, dass ihnen potenzielle Kunden wegen des Vertrauensverlustes abspringen.

Dass ein Vorgehen gegen allzu unfair erscheinende Bewertungen durchaus von Erfolg gekrönt sein kann, verdeutlicht nun ein Urteil des Amtsgerichtes Bonn. Mittels der Warnung „Vorsicht!!!! beide Steuergeräte defekt Vorsicht lieber woanders kaufen!!!!!!“ hatte ein Ebay-Kunde seinem Ärger in einer Negativbewertung Luft gemacht. Die Kritik hatte der Käufer abgegeben, ohne den Händler wegen der vermeintlich defekten Geräte zu kontaktieren und ihm so die Möglichkeit zur Lieferung heiler Ware zu geben, was wiederum der Händler vor Gericht monierte. Allerdings hätte der Ebay-Käufer seine Bewertung durchaus auch ohne Kontaktierung des Anbieters abgeben dürfen, entschied das Amtsgericht Bonn (Az.: 113 C 28/12): Wenn dies im Rahmen einer Tatsachenmitteilung geschehen wäre. Weil aber die Art und Weise dazu geeignet sei, ein falsches Bild von den Leistungen des Händlers zu formen, sei die Kritik unzulässig.

Aus dem Urteil: „Der Beklagte [Anm. d. Red.: der Käufer] verknüpft die ausdrückliche Empfehlung ‚lieber woanders kaufen‘ mit einer zweimal konkret ausgesprochenen Warnung (‚Vorsicht‘). Wer die Beurteilung liest, versteht sie als nachdrückliche Warnung [...].“ Die Schärfe einer solchen Kritik, die auf das Geschäftsgebahren abziele, betrachteten die Richter als „unfair“. Zumal der Händler grundsätzlich willens und fähig sei, funktionierende Geräte zu liefern. Die Bewertung lasse auch deshalb die nötige Zurückhaltung vermissen.
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Das Gericht ordnete die Löschung der Kritik an. Außerdem wurde der Käufer auf Zahlung der entstandenen Anwaltskosten zuzüglich Zinsen verurteilt. □


http://www.it-business.de/recht/urteile/articles/400278/

Was meint Ihr?

Müssen wir künftig mehr aufpassen wie wir einen Online-Händler bewerten, gerade vor diesem NEUEN Hintergrund.

Wird eine Standart-Bewertung wie diese hier vieleicht später zur Falle?
"Ware war defekt, dort bestelle ich nie wieder"...nur als ein Beispiel für eine Bewertung.

Beste Grüße,
Peter
 

Zeit-Reisender

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Ich denke eien sachliche Darstellung von Mängeln ist durchaus weiterhin möglich.

„Vorsicht!!!! beide Steuergeräte defekt Vorsicht lieber woanders kaufen!!!!!!“
geht mir auch schon zu weit, 'Vorsicht' ist sicherlich keine sachliche Äußerung
und der Aufruf zum Boykott dürfte auch die Grenze überschritten haben.
'Lieferung defekt' hätte doch völlig ausgereicht und sicherlich nicht zu Problemen geführt.
 

Constellation

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Humor ON:

In Zeiten von "liken" ist sachlich-vernünftige Auseinandersetzung und entsprechende Formulierung verloren gegangen.

Humor OFF.



Tatsachen bleiben Tatsachen - Nachbesserung muss gewährt werden - Emotionen sind verständlich, aber eben nicht immer passend - üble Nachrede ist verboten.
Wenn man also alles in Betracht zieht und respektiert, dann kann zum Schluß durchaus eine Lösung herauskommen, mit der jede Seite zufrieden gestellt ist.

Da jedoch immer mehr weiß/schwarz (=himmelhochjauchzend/totale Verdammnis) Einzug gehalten hat in unser täglich Leben, kann dann eben auch so etwas passieren . . . . . . .
 
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E

Eros

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Abgesehen mal davon sollte man den Verkäufer auch informieren das die Geräte defekt sind/waren, der hätte bestimmt eine Lösung gefunden.
Auszugehen das Menschen keine Fehler machen und alle Dinge immer funktionieren ist kindisch.
 

wafa

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Manche Menschen erwarten von Ihrer Umwelt stets 100 oder mehr Prozent, sind aber nicht in der Lage, dies selber zu geben.
Wenn ich einen Artikel kaufe, ob im Laden oder im www, kann der defekt sein.
Ist selten, ist doof, kann aber passieren.
Spreu vom Weizen trennt sich dann, wenn der Lieferant umtauschen muß... wer dann zickt, darf sich über eine negative Kritik nicht wundern.

Gleich mit der Negativkeule zuzuschlagen, ist für mich ein Indiz für meinen ersten Satz.

Daher finde ich das Urteil dem Sinne nach ok.
Das hat mit "I like"-Mentalität nix zu tun, sondern mit normalem Umgang im Leben.

Walter
 

Constellation

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. . .
Das hat mit "I like"-Mentalität nix zu tun, sondern mit normalem Umgang im Leben.
. .

wafa, Du hast schon meinen ganzen Post gelesen und auch vernommen, wo (sicherlich ein wenig um die Ecke gedachter) Humor beginnt und wo er endete?!?;-)

Prima!:super:
 
T

Tomcat1960

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Ich finde das Urteil in diesem Zusammenhang auch vertretbar. Vor allem unerfahrene Ebay-Käufer neigen manchmal dazu, sehr heftig zu ver- (statt zu be-)urteilen. Deswegen macht E-Bay ja auch ausdrücklich darauf aufmerksam, dass man sich vor Abgabe einer negativen oder neutralen Bewertung mit dem Verkäufer in Verbindung setzen solle. (Das Gleiche wird einem gesagt, wenn man drei oder weniger Sterne in den Einzelmerkmalen setzen will.)

Was mir mehr Sorgen macht: dieses Urteil mag tendenziell zu einer Prozessflut führen, weil jeder windige Geschäftemacher (oder auch Betrüger) meinen könnte, dass es für jede negative Bewertung gilt, auch wenn sein Fall ganz anders liegt. Seinem Rechtsanwalt ist das egal, weil der seine Kohle so oder so bekommt. Von einer aufrichtigen Rechtsberatung ist daher nicht zwingend auszugehen.

Grüße
Tomcat
 

SpeedCat

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Allerdings hätte der Ebay-Käufer seine Bewertung durchaus auch ohne Kontaktierung des Anbieters abgeben dürfen, entschied das Amtsgericht Bonn (Az.: 113 C 28/12): Wenn dies im Rahmen einer Tatsachenmitteilung geschehen wäre.

Hiermit ist doch alles gesagt. Haltet euch an die Wahrheit, dann dürft ihr bewerten wie ihr wollt. Man muß nicht alles komplizierter machen als es ist. ;)
 

Finlay 1

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Ich finde das Gericht hat in diesem Fall recht..Die Mitteilung von Tatsachen - nachdem man mit dem Verkäufer Rücksprache genommen hat - bleibt aber auf jeden Fall zulässig...Schönen Tag noch !
 

DerDuke83

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Ich denke wenn man sich selbst sachlich verhält ( bei Mängeln Kontakt zum Verkäufer aufnehmen ) kann man ruhigen Gewissens auch negativ bewerten wenn der Verkäufer nicht zur Lösung des Problems beiträgt, sofern er die Schuld trägt.
 

SSR

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Hi, habe jetzt mal mit nem Freund telefoniert, der Jura studiert.
Der meinte, das selbst die Aussage "Ware war defekt, künftig mit Hilfe eines Anwalts gelöscht werden kann und auf den User, der die Bewertung getroffen hat dafür die Kosten zukommen können, da jeder Lieferant das RECHT hat nachzubessern, ganze 3-Mal, dann darf er die Ware zurückgeben und der Kaufvertrag wird anuliert.

Es stellt sich jetzt noch die Frage ob dann überhaupt noch mit dieser Bemerkung bewertet werden darf, da ja rein rechtlich der Kaufvertarg anuliert wurde.
Dieses Thema wird aber noch einige schwarze Schafe motivieren genau auf diese negativen Bewertungen Jagd zu machen, selbst das Thema Abmahnung kann auch noch "on top" auf einen zu kommen.

Was sagen den die RA's hier dazu?

Beste Grüße,
Peter
 
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Spitfire73

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Das Urteil ist völlig nachvollziehbar. Es hätte z.B. genauso gut sein können, dass das Paket beim Transport beschädigt worden war und die Geräte deshalb defekt waren. Ohne den Verkäufer vorher zu kontaktieren, einfach so eine derart wertende negative Bewertung abzugeben ist mehr als nur unfair und geschäftsschädigend. Das Verhalten des Käufers ist daher zurecht sanktioniert worden.

Das Urteil hat für vernunftbegabte Kunden keine Bedeutung. Die geben erst gar nicht solche völlig unberechtigten "Schnellschüsse" ab. Und berechtigter Kritik (auch in Form von Bewertungen) wurde auch mit dieser Entscheidung weiterhin zurecht kein Riegel vorgeschoben. Professionelle Rache- und Erpressungsbewerter werden sich vielleicht in Zukunft etwas weniger weit aus dem Fenster lehnen können. Aber das ist wahrlich kein Verlust.

Gruß
Helmut
 
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SpeedCat

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...Freund ... der Jura studiert. ... meinte, das selbst die Aussage "Ware war defekt, künftig mit Hilfe eines Anwalts gelöscht werden kann und auf den User, der die Bewertung getroffen hat dafür die Kosten zukommen können, da jeder Lieferant das RECHT hat nachzubessern, ganze 3-Mal, dann darf er die Ware zurückgeben und der Kaufvertrag wird anuliert.

Es stellt sich jetzt noch die Frage ob dann überhaupt noch mit dieser Bemerkung bewertet werden darf, da ja rein rechtlich der Kaufvertarg anuliert wurde.

Was sagen den die RA's hier dazu?

Ich denke, Du und dein Freund sehen das zu schwarz. Das Recht zur Nachbesserung ist von der Abgabe einer Bewertung nicht betroffen. Eine vorschnell abgegebene Bewertung kann natürlich unzutreffend sein und zum Streitfall werden, bei sachlich richtiger Formulierung dürfte hier aber dem Bewertenden nichts passieren. Du bewertest ja nicht den Kaufvertrag, sondern sowohl das Angebot des Verkäufers (Ausgestaltung, zutreffende Beschreibung, etc.), die Abwicklung des Geschäftes und letztendlich auch die Ware. Darüber eine Aussage zu treffen hat keine Auswirkung auf den Vertrag an sich und ist völlig losgelöst zu betrachten. Und dann wiederum: Halte dich an Tatsachen, polemisiere nicht unt verbreite keine Unwahrheiten in deinen Bewertungen. Dann wird dir da nichts passieren, wie man aus dem obigen Urteil herleiten könnte.

RAs werden dir hier im Übrigen vermutlich nichts zu sagen, das fiele nämlich unter eine Rechtsberatung und gehört nicht in Internetforen. ;)

Lass deinen Freund zuende studieren und ein paar Praxisbeispiele lernen. Bis dahin bewerte wie ein Mensch und nicht wie ein Neandertaler. Und hör auf dir Sorgen zu machen.
 

SSR

Themenstarter
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Ich denke, Du und dein Freund sehen das zu schwarz. Das Recht zur Nachbesserung ist von der Abgabe einer Bewertung nicht betroffen. Eine vorschnell abgegebene Bewertung kann natürlich unzutreffend sein und zum Streitfall werden, bei sachlich richtiger Formulierung dürfte hier aber dem Bewertenden nichts passieren. Du bewertest ja nicht den Kaufvertrag, sondern sowohl das Angebot des Verkäufers (Ausgestaltung, zutreffende Beschreibung, etc.), die Abwicklung des Geschäftes und letztendlich auch die Ware. Darüber eine Aussage zu treffen hat keine Auswirkung auf den Vertrag an sich und ist völlig losgelöst zu betrachten. Und dann wiederum: Halte dich an Tatsachen, polemisiere nicht unt verbreite keine Unwahrheiten in deinen Bewertungen. Dann wird dir da nichts passieren, wie man aus dem obigen Urteil herleiten könnte.

RAs werden dir hier im Übrigen vermutlich nichts zu sagen, das fiele nämlich unter eine Rechtsberatung und gehört nicht in Internetforen. ;)

Lass deinen Freund zuende studieren und ein paar Praxisbeispiele lernen. Bis dahin bewerte wie ein Mensch und nicht wie ein Neandertaler. Und hör auf dir Sorgen zu machen.

:super: Hast ja recht!
 
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PunxsutawneyP

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Ich denke eien sachliche Darstellung von Mängeln ist durchaus weiterhin möglich.

Kaum; die Zahl der Zeichen, die Ebay und insbesondere Amazon (in seinem Marketplace) für Sachverhaltsschilderungen einräumen, ist oft zu gering, um komplexere Sachverhalte angemessen zu schildern. Habe ich schon einige Male versucht - kann man vergessen.
 

Sectorfan

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Man könnte auch ganz einfach mal fragen, warum muss ich als Händler gegen eine negatve Bewertung vor Gericht ziehen, wenn sonst alles läuft bzw. die anderen Kunden zufrieden sind :hmm: wenn man bei defekter Ware, dies nicht in die Bewertung einfließen lassen kann, ist ein Bewertungssystem für mich wertlos.
Dem Käufer entsteht bei Reklamationen auch ein Zeit- und Kostenaufwand, kommt dann noch eine Spedition mit ins Spiel wirds teilweise richtig "Lustig" mit nem Urlaubstag z.B. daher sehe ich das nicht so unkritisch, ich habe mal bei der Reklamation eines MP3 Players (2 x in Reparatur, dann Ersatz) einen nicht unbeträchtlichen Fahraufwand gehabt, auf dem bleibt man dann sitzen.
Auch würde ich das Argument der beschädigten Warensendung nicht wirklich gelten lassen, beschädigte Pakete nehme ich nicht an, auch wenn das von einem Internethändler sozusagen als "erweiterte AGBs" mir per Email als Verpflichtung versucht wurde "aufzudrücken".
 

Aeternitas

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...das Urteil ist doch ok...soll er seine Erfahrung schildern...was andere machen ist dann nicht sein Bier.

Hätte halt schreiben sollen: Zwei gelieferte Teile waren defekt.

Zudem ist es einfach auch so, dass Teile mal defekt sein können ohne das Wissen des Verkäufers...ist gerade bei Uhren auch nicht unwahrscheinlich. Man verkauft eine Uhr, die man liegend aufgezogen hat und da einen guten Gang gezeigt hat- der Käufer ärgert sich über die Schwankungen- er trägt sie halt.
 

Constellation

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:prost:

Hab es auch weniger persönlich als eher "irritiert" aufgenommen, dass meine wohlfeilen Humoreinwürfe so gänzlich mistverstanden worden sind;-)
 
Thema:

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