Vor 20 Jahren geerbt Teil II: TU aus ca 1933

Diskutiere Vor 20 Jahren geerbt Teil II: TU aus ca 1933 im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Wie gerade schon in Teil I geschrieben, vor 20 Jahren habe ich 2 Taschenuhren von meinem Opa geerbt. Eine davon ist eine Zentra, die ich gerade...
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Wie gerade schon in Teil I geschrieben, vor 20 Jahren habe ich 2 Taschenuhren von meinem Opa geerbt. Eine davon ist eine Zentra, die ich gerade schon vorgestellt habe. Die Andere, die in der Schublade landetet, war damals schon ziemlich vergammelt... :roll:

Bis letzte Woche hatte ich fast vergessen, dass diese in meinem Besitz ist. Habe sie mal wieder "ausgegraben" und falls sie es wert ist zu restaurieren, dann würde ich vielleicht nur das Werk machen lassen und in ein durchsichtiges Gehäuse "einschalen" und als Tischuhr hinstellen.

Noch ein paar Infos:
Soweit ich von meiner Oma richtig informiert wurde, zeigt das Ziffernblatt nicht die Marke sondern den damaligen Arbeitgeber:
Post & Spoor Anker = Post & Bahn "Anker"

Das Werk hat nur ein schweizer Kreuz mit einer Nummer (35344). Wenn ich google dann finde ich nur folgendes:
- schweizer Ankerwerk, Patent Nr. 35344, Nickelgehäuse, 15 Steine, Komp. Unruh, mit Brequetspirale -

Vielleicht kann jemand mir etwas mehr dazu erzählen...

Herzlichen Dank im Voraus,
Derk Jan





 
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Nachdem ich gestern abend einige Stunden im Internet Bilder miteinander verglichen hatte und eigentlich nicht wirklich weiterkam, wollte ich fast aufgeben.
Aber heute nacht kam dann der Geistesblitz :shock: "Suche doch einfach nach Patent und Suisse!" Gesagt getan "et voila":
dank http://www.espacenet.com/index.de.htm

Veröffentlichungsnummer:
- CH35344
Veröffentlichungsdatum:
- 1906-08-15
Erfinder:
- FRERES SOCIETE ANONYME LEON LE (CH)
Anmelder:
- LEON LEVY & FRERES SA (CH)
Klassifikation:
- Internationale: G04B15/12; G04B15/00;
- Europäische: G04B15/12
- Anmeldenummer: CHD35344 19051227
- Prioritätsnummer(n): CHT35344 19051227

Mit als Titel : Coq de Montre





Unruhkloben zum einstellen der Schwingfrequenz, oder?

Nun ja, das Problem gelöst aber jetzt ein Neues, wer ist dieser Léon Lévy?

Firma: Léon Lévy SA en liquidation par suite de faillite (=also pleite)
Status: gelöscht
Löschdatum: 12.01.1999
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Sitz: Villars-sur-Glâne

Hmmmm, scheibe... Also wieder nix? :motz:
Kann doch nicht sein! :cry:
Doch mal etwas genauer suchen. :wink:
Und jawohl ja! :-D
Unter Leon Levy Freres Montres and Chronographes findet man dann folgendes und zwar mit dem Zusatz :
Leon Levy Freres Montres and Chronographes Pierce SA

Manufactures des Montres & Chronographs Pierce S.A.

Manufactures des Montres & Chronographs Pierce S.A. ist ein Uhrenhersteller, der sich auf die Fertigung von mechanischen Chronographen und Vollkalender-Uhren spezialisiert hat.

Die Firma wurde 1883 von Leon Levy und seinen Brüdern in Biel/Bienne in der Schweiz, einem der bedeutenden Orte der Uhrmachergeschichte, gegründet.

In Biel waren die Uhrmacher unter Ihresgleichen, denn mehr als 1.700 Uhrmacher liessen sich bis 1859 dort nieder. Uhrmacher erlebten aufgrund Ihres Standes mit Ihren Familien Vergünstigungen wie freie Aufnahme und Erlass des Einsassengeldes. Um 1910 beschäftigte die Firma bereits 1.500 Mitarbeiter - als zur gleichen Zeit circa 24.000 Einwohner in Biel lebten.

Technische Erfindungen und Neuerungen der Firma:
Chronographen stellten in dieser Zeit noch keine verbreitete Uhrengattung dar. Wasserdichte Uhrengehäuse, automatische Uhrwerke, all das waren noch keine Selbstverständlichkeiten. Ab den frühen 1920ern begann die Bieler Firma ihre eigenen Ebauches zu entwickeln und stoppte das modifizieren von Basiskalibern. Hierzu gehörten unter anderem die 13linigen Chronographenkaliber 130 und 134 mit Schaltrad und vertikaler Reibungskupplung. Diese Modelle wurden mit einem oder zwei Kronendrückern produziert. Heute gehören diese zu hochpreisigen Sammleruhren.

Die Armbanduhren mit Pierce Automatik Werk gehören mit zu den weltweit ersten im täglichen Gebrauch funktionierenden Automatikwerken für Armbanduhren überhaupt. Hierbei handelt es sich um eine einzigartige Entwicklung deren Funktion dadurch gewährleistet war, dass das 12,5´´´ Automatikwerk mit zwei Stangen ausgestattet war, an denen ein Rüttelgewicht auf- und abglitt, das einseitig über eine „Zahlstange“ aufzog. Pierce gelang es außerdem als erstem Hersteller bereits in den 1940er Jahren in der Schweiz seine Chronographenkaliber chronometer zertifizieren zu lassen. In der großen Gruppe interessanter Sammleruhren aus dem Hause Pierce ist außerdem der Armbandwecker Duofon mit zwei Lautstärken für das Läutwerk vertreten. Ein Ton war stark und laut ausgeführt, der andere sehr dezent. Ein kleines Fenster im Zifferblatt gab darüber Auskunft, welcher Ton aktuell gewählt war. Zu den weiteren Meilensteinen zählt zudem die Correctomatic aus dem Jahr 1959. Dies war eine innovative Uhr, bei der die Gangkorrektur von außen per Drücker vorgenommen werden kann ohne dass Gehäuse öffnen zu müssen.
Quelle : http://de.wikipedia.org

Heute wird Leon Levy & Freres SA unter den Namen Pierce "weitergeführt":
http://www.pierce1883.com/

Und darüber finde ich dann kurioses:
2003 zum Jubileum => Jubiläumsuhr La Rissa
siehe : http://www.uhren-schmuck-shops.de/baseportal/branchennewsdetail&key=128&thema=Pierce&newsthema=
2005 zu Wiedermarkteinführung => Arabesque, Air Command, Commander und Observator
siehe : http://www.uhren-schmuck.de/aktuelles/markennews/Pierce-1883-Wiedermarkteinfuehrung.html
Jubileum 2003 und in 2005 Wiedermarkteinführung :?

Ich werde mal schauen ob ich heute Abend noch etwas mehr über das Werk in meiner Taschenuhr in erfahrung bringen kann.

Bis dahin, schönen Gruss, Derk Jan
 
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Habe gestern noch etwas weiter geforscht. Nachdem ich mir bei "Ranfft.de" und "columba.ch" die Pierce Werke angeschaut habe könnte es sich bei meiner Taschenuhr um ein Pierce Kaliber 16 handeln. Sicher bin ich mir da allerdings nicht...


Quelle : www.ranfft.de

Also wenn jemand weiterhelfen kann!
 
JochensUhrentick

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Nun Jan, die wichtigsten Infos haste ja schon erwähnt... :wink:

Bei dem ideellem Wert könnte ja evtl ne Vollrevision überlegt werden...
 
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JochensUhrentick schrieb:
Nun Jan, die wichtigsten Infos haste ja schon erwähnt... :wink:
Hallo Jochen,
das stimmt hatte eigentlich gehofft das jetzt jemand mir sagen kann ob die Vermutungen auch stimmen.
Nun mal abwarten und Kaffee trinken... (ich mag kein Tee) :roll:

JochensUhrentick schrieb:
Bei dem ideellem Wert könnte ja evtl ne Vollrevision überlegt werden...
Das ist ja das Problem, der ideele Wert ist nicht sehr hoch für mich, obwohl... Ich versuch es mal zu erklären. Die von mir ebenfalls vorgestellte Zentra hat einen extrem-sehr-gigamäßig hohen ideellen Wert . Das weil mein Opa die mir, wo ich noch ganz jung war, schon versprochen hat.

Diese TU (Marke XV-ungl.) hat meine Oma damals in einer Schublade wiedergefunden und mir dann beide Uhren (ca. 1 Jahr nach seinem Tot) gegeben. Damals war diese TU schon in dem gleichen Zustand wie jetzt, also miserable.

Tja, das ist dann die Frage, lohnt es sich? Nur das Werk machen lassen und Gehäuse nicht bzw. später. Oder lass ich sie erst mal liegen und wenn ich geld übrig habe, dann einmal richtig restaurieren inkl. Gehäuse und allem drum und drann? :?

ich warte noch mal ab, vielleicht meldet sich noch ein Spezialist...
 
JochensUhrentick

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Hallo Jan,

wenn diese TU einen nicht so einen hohen ideellen Wert, wurde ich Dir von einer Restauration abraten.

Das dazugehörige Staubschutzgehäuse sagt mir, dass Dein Opa sicher ein Arbeiter war und die TU sehr stark beansprucht wurde.

Ich würde einfach mal weitere Meinungen abwarten. Vielleicht meldet sich ja Andreas aika @Mikrolisk noch.

Seine Webseite lautet: www.mikrolisk.de.

Ich interessiere mich auch sehr führ Taschenuhren; habe aber aus Kostengründen dieses Sammelprojekt auf´s Eis gelegt.
 
del-olmo

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Hallo NL-er,
ich finde das Werk sieht gar nicht so schlecht aus und die Revision mit neuem Seundenzeiger und Bügel dürfte sich in Grenzen halten, aber ich denke, dass die Kosten den rein materiellen Wert der Uhr natürlich übersteigen.
Das Gehäuse sieht nach einer Reinigung und einer vorsichtigen Politur sicher auch gut aus. Fragt sich ob es sich lohnt!
Andererseits ist die Uhr ein Erbstück mit ideellem Wert, wenn auch gering, und auch ein Stück Zeitgeschichte, also schon auch erhaltenswert, wie Du schon sagst nicht heute oder morgen, aber wenn Geld übrig ist und ob das Zifferblatt sofort gemacht werden muß ist eine andere Frage.
Die Zifferblattrestauration, ist aber nicht unmöglich. Es gibt einige Restauratoren, die auf Zifferblätter spezialisiert sind, aber das ist nun nicht billig.
Die letzte Entscheidung liegt natürlich bei Dir und ich wüßte auch nicht, wie ich handeln würde.
Warst Du mit der Uhr schon bei einem Uhrmacher, was der dazu sagt und was eine Revision kosten würde?

Grüße Bernhard
 
Thema:

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