Von wann ist dieser Garten?

Diskutiere Von wann ist dieser Garten? im Small Talk Forum im Bereich Community; Ein Klosterwappen ist es definitiv nicht, da kein Abtsstab oder irgendwas ist, was auf ein Kloster hinweist. Außerdem waren Klöster keine Wappen...
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Franziskuss

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Ein Klosterwappen ist es definitiv nicht,
da kein Abtsstab oder irgendwas ist, was auf ein Kloster hinweist.

Außerdem waren Klöster keine Wappen mit Kurwürde....soweit ich weiß...


Ich denke aber auch, das das Bild keinem Schloss zuzuordnen ist, sondern
einer Stadt

In der Rolle oben wurde nachträglich der Name weg gemacht, unten kann man noch die Reste der Buchstaben lesen...:???:

Edit:

Auch Bischöfe scheiden aus, denke ich...

Fürstbischöfe hatten solche Wappen:

Bischofsstab und Schwert zum Beispiel:

Wappen_FFCrstbischofstvWFCrzburg.jpg
 
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Draisine

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... weil ich mich schon ängstlich dagegen verwahrt habe, daß es in der Gegend von Heidelberg sein könnte, muss ich jetzt anstandshalber und in tapferer Selbstverleugnung ein Bild des "hortus palatinus" beim Heidelberger Schloß hier einwerfen. Ich sage nicht, daß es ein Auschnitt hieraus ist, aber ich gebe zu bedenken (von 1620)

000a_2.jpg


Hm, hm.

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Draisine

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Das ist das Wappen von Karl VII (1697-1745) aus dem Hause Wittelsbach. Er war von 1726 bis 1745 (als Karl I.) Kurfürst und Herzog von Bayern und von 1741 bis 1743 (als Karl III.) Gegenkönig von Böhmen sowie von 1742 bis 1745 als Karl VII. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Armoiries_Charles_VII_de_Bavière.png


Alle Symbole des Wappens sind drin ... So: und nu - welcher Garten? :)

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Das Bild wird bei mir irgendwie nicht angezigt.:-(

Im Prinzip reicht es auch erst mal die Epoche und die Zeit zu bestimmen.
Allerdings mit "Beweisen" z.B. der Wegeführung etc.
 
Draisine

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Naja, ich zögere inzwischen mit "Barock", mir ist das nicht symmetrisch-zentralistisch genug, was ich da sehe. Aber Renaissance wurde weiter oben bereits ausgeschlossen ...

Aber such's Dir aus:

Zitat aus Wikipedia zum Thema Schloßgarten:

Gärten der Renaissance

Die ersten formalen Schlossparks nach heutigem Verständnis entstanden im Italien der Renaissance, wo sie die Außenbereiche der Villen bereicherten. Das Lebensgefühl und die Kunst der Renaissance verbreitete sich in Europa, und mit den neuen Bauformen wurden auch die neuen Impulse aus dem Gartenbau übernommen.

Erstmals wurden Blumenrabatten, Hecken, Brunnen und Alleen geometrisch zusammengestellt und zu dekorativen Parterres angeordnet. Diese Gartenbereiche waren noch in sich abgeschlossen, nicht auf Fernwirkung konzipiert und hatten häufig auch keinen baulichen Bezug zum Wohngebäude, nicht selten waren sie sogar in einiger Entfernung zum Schloss errichtet. Dies hatte weniger ästhetische Gedanken zugrunde als praktische: vorhandene Festungsanlagen, auf die in der Regel nicht verzichtet werden konnte, boten einfach nicht den Platz für üppige Gartenanlagen. Die Gärten wurden häufig mit Terrassen gestaltet und mit Statuen geschmückt, auch die Topiari genannte Fertigkeit, Büsche und Sträucher kunstvoll zu beschneiden und in Form zu bringen, wurde das erste Mal angewandt. Die Epoche liebte das ungewöhnliche und so wurden die Gärten mit Grotten und Labyrinthen auch zu einem sinnlichen Erlebnis, in dem man sich wundern konnte und staunen sollte.

Eine deutsche (restaurierte) Variante dieses Gartenstils findet sich bei Schloss Güstrow. Berühmt war der Hortus Palatinus des Heidelberger Schlosses, welcher heute nur noch in Rudimenten besteht.


Gärten des Barock


Aus den Renaissancegärten entwickelte sich im 17. Jahrhundert der großflächige, symmetrische Barockpark, der in Frankreich zur höchsten Blüte entwickelt und europaweit kopiert wurde. Man verstand den Park als Landschaftsarchitektur und die barocken Gärten waren die Erweiterungen der Bauten und ergänzten das Schloss nach außen. Der Natur wurden, ebenso wie den Gebäuden, die Regeln der Mathematik auferlegt.

Der Mittelpunkt dieser Gärten war immer das Schloss, aus dessen mittlerem Gebäude man jene Achse zog, um die der Park errichtet wurde. Die Sichtschneise wurde bis zum Horizont ausgebildet und sollte so auch ein Gefühl von der Macht und Erhabenheit ihres Erbauers vermitteln. Besonders für die neu geplanten Schlossbauten dieser Epoche bot sich die Möglichkeit, die Gärten ohne störende Fenstungsanlagen weit in die Ferne auszurichten. In direkter Nähe zum Schloss wuchsen die ursprünglich kleinen, mit Blumenornamenten geschmückten Parterrebereiche zu großen Pflanzenflächen heran, die reichlich mit komplizierten Broderien verziert wurden. Große Bassins und weite Rasenflächen gliederten die ferneren Bereiche und die baumbestandenen Parks wurden zu Bosketten ausgebildet, in denen man die Salons und Kabinette des Schlosses im Freien wiederholte. Endlose Alleen führten schon aus kilometerweiter Entfernung in die Umgebung des Schlosses. Pavillons, Orangerien und Lustschlösser füllten die Gärten und in den Statuen und Brunnen wurden Motive aus der Mythologie dargestellt.

Beispiele der wenigen vollständig erhaltenen Schlossparke dieser Zeit sind jener des Schleissheimer Schlosses und die Herrenhäuser Gärten in Hannover.

3 Bilder:

Renaissance-Garten:

800px-Jardins_du_château_de_Villandry.JPG


Barock-Garten:

800px-Vaux-le-Vicomte_Panorama.jpg


Schloß Herrenhausen bei Hannover:

793px-Herrenhausen_Kupferstich.jpg


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Den Beschreibungen nach wäre das dann doch Barock.
U.a. wegen dem Pavillion.

Dagegen spricht allerdings, dass der Mittelpunkt des Gartens nicht unbedingt das Schloss ist und endlose Alleen sehe ich da auch nicht...

Obwohl, wenn man den Vergleich mit Schloß Herrenhausen zieht, sieht das doch überwiegend ähnlich aus.

Gibt es vielleicht eine Kombination aus Renaissance und Barock?
 
Draisine

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Naja, eine grobe zeitliche Einordnung kann man zumindest aus der Gestalt des Wapppens herleiten:

Seit dem 14. Jahrhundert kombinieren die Wittelsbacher als Herzöge von Bayern den rotbewehrten, rotbezungten und rotbekrönten goldenen Löwen in Schwarz mit den silbernen und blauen Wecken (Rauten) in einem quadrierten Schild. Der Löwe war den Wittelsbachern als Erben der Pfalzgrafschaft bei Rhein "zugelaufen", die Rauten stammen aus dem Wappen der reichen Grafen von Bogen, die 1242 von den Wittelsbachern beerbt wurden. Entsprechend ihrer Titulatur: "Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Ober- und Niederbayern" führten die Herzöge der altbayerischen Linie der Wittelsbacher den Löwen im ersten Feld. Diese Anordnung wurde von Herzog Maximilian 1603 geändert: In das erste Feld wurden jetzt die bayerischen Rauten gesetzt. Diese Wappenänderung war die Folge der Auseinandersetzungen zwischen Münchner und Heidelberger Wittelsbacher, bei der es Maximilian vor allem um die Kurwürde ging, die nach seiner Meinung widerrechtlich von den Pfälzern beansprucht wurde. Im 30jährigen Krieg gelang dann Maximilian die Erwerbung der Kurwürde (1623). Das gevierte Wappen erhielt nun umgehend einen roten Herzschild mit goldenem Reichsapfel als Symbol für Erztruchsessenamt und Kurwürde. Diese Form des Wappens blieb bis zum Aussterben der altbayerischen Linie 1777 maßgebend. Nach der Vereinigung von Pfalz und Bayern erscheint im kurpfalz-bayerischen Wappen Karl Theodors das gevierte bayerische Wappen mit Herzschild (in der vor 1603 geführten Anordnung der Felder) zusammen mit den Sinnbildern für die Pfälzer Nebenländer. Kurfürst Max Joseph IV. vermehrte das Wappen durch weitere Ländersymbole. 1804, nach den Neuerwerbungen in Folge des Reichsdeputationshauptschlusses, schuf er ein Wappen, das neben dem Herzschild noch 16 Felder aufwies.

Quelle: Einleitung: Das Wappenwesen. Eine Einführung unter besonderer Berücksichtigung des Landkreises Erding

bay-heck.jpg


Wappen des Kurfürstentums Baiern 1623 (1648) - 1777 (1799). Stuckdekoration, farbig gefaßt, Mitte 18. Jh. (1766 ?), Hecken, Filialkirche St. Margaretha.
Rauten und Löwen geviertet, die Löwen für die Pfalzgrafschaft bei Rhein. Reichsapfel (Erztruchsessenamt) und Kurhut; Ordenskette der Kette des Ordens vom Goldenen Vlies nachempfunden, das Ordenskleinod dagegen nicht dazugehörig (Hausritterorden vom Hl. Georg ?).

Barock wird in etwa von 1575 bis 1770 datiert; Renaissance 15./16. Jahrhundert (Kernzeit). Das Wappen spräche für Barock.

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Die Einordnung über das Wappen erscheint mir ebenfalls recht sicher zu sein.
Der Reichsapfel ist ja auch vorhanden.
Das kann und werde ich als Argument anführen.

Vielen Dank für den Aufwand.:-)
 
Draisine

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Auf die Auflösung bin ich jetzt aber selbst gespannt. Vor allem, wo der Garten liegen oder gelegen haben soll ...

Die Lehrkraft will aber sicher Argumente zur Struktur des Gartens, der Weg über das Wappen ist ja gartenarchitektonisch eher ein Umweg ...

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Andreass

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Man sollte die gezeigte Ansicht nicht unbedingt als Hauptblickrichting sehen.
Für mich ist der Eingang links, dort ist auch ein Tor zu sehen. Dann kommt auch im Garten der erste Höhenunterschied bevor er annähernd quadratisch weitergeht. Rechts im Bild sieht man noch eine durchgehende Mauer, das könnte ein Indiz sein, daß dahinter ein Berg ansteigt. Vielleicht ist auf diesem dann das Schloß o.ä. was dazugehört.

Das von draisine gezeigt Wappen sieht sehr passend aus. Jetzt sieht man auf dem Wappen neben dem Löwen auch ein weiteres kariertes Feld und der Reichsapfel ist wohl wirklich die Mitte.

Vielleicht fällt noch jemandem etwas zu der Kirche ein, die hinter der Hausreihe gezeigt wird, ich finde den Turm rechtmarkant und mit dem kleinen Turm auf dem Hauptschiff könnte das jemandem was sagen.
 
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Draisine

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Ich bekomme irgendwie nicht den Eindruck los, daß es sich um ein klerikales Ambiente handelt, deshalb auch die Idee mit dem Klostergarten. Vielleicht weil die Kirche so dominant ist und auch weil die Form des linken Pavillions (?) mich an eine kleine Kirche erinnert. Aber ich stimme Franziskuss auch zu, daß es eine Stadtansicht sein könnte und nicht eine Schlossansicht. Was mich eben wundert: bei einer typisch barocken Darstellung eines Barockgartens hätte man doch eher auf die Fluchtlinie hin zum Zentrum (was immer das Zentrum wäre) abgehoben. Wenn das eine Seitenansicht ist, wäre die Darstellung merkwürdig unbarock. Selbst wenn das Bild nur ein Ausschnitt sein sollte, wofür die nach links versetzte Schriftrolle hindeutet. Vielleicht wurde rechts bewusst etwas abgeschnitten, was zu leicht erkennbar gewesen wäre. Die Schrift in der Schriftrolle wurde ja auch entfernt (wohl, um es nicht zu einfach zu machen).

Auch könnte zwischen Kirche und Garten ein Fluß oder ein Kanal sein, darauf wurde ja auch schon hingewiesen. Hat das Gebäude hinter der Kirche eigentlich einen Zwiebelturm? Bin mir nicht ganz sicher. Auch das Gebäude links von der Kirche mit dem großen runden Tor ist markant. Es sieht aus, als ob Wasser durch das Tor flösse (?). Sind das Gondeln auf dem Wasser????

(Bild runterladen und vergrößern hilft)

Hier übrigens noch eine schöne geschichtliche Darstellung mit Abbildungen, die die Strukturmerkmale der einzelnen Gartenperioden und -stile gut herausarbeitet. Eventuell wurden Barockgärten in Deutschland auch nicht ganz so zentralistisch angelegt wie in Frankreich. Schöne Übersicht, leider ist der gesuchte nicht dabei, aber gute Beschreibungsmerkmale für die Hausarbeit dabei.

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Um abschließend einen Tipp mit Erklärung abzugeben, muss ich mich ja festlegen.:-(
Gibt es eine Kombination aus Barock und Renaissance?

Ansonsten werde ich dann wahrscheinlich doch auf Barock setzen, da die mehrheitlichen Merkmale darauf hin deuten, oder eher doch nicht...?:???:

Noch mal vielen Dank für die Hilfe und den Aufwand.:-)


Übrigens werde ich die "Auflösung" selbstverständlich bekannt geben, sobald ich sie erfahren habe.
 
Draisine

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Um abschließend einen Tipp mit Erklärung abzugeben, muss ich mich ja festlegen.:-(
Gibt es eine Kombination aus Barock und Renaissance?

Ja natürlich - die geschichtliche Einordnung erfolgte im Nachhinein und in der Realität sind Epochen fließend, auch wenn der Begriff "Epoche" ... oh nein, jetzt keine Grundsatzdebatte in Geschichtstheorie. Ausserdem gab es zeitliche Differenzen in einzelnen Ländern. Ich vermute, daß Du mit Barock auf der sichereren Seite bist, aber bei einer Hausarbeit kannst Du natürlich unheimlich punkten, wenn Du Argumente für beide Ansichten präsentieren kannst und dann am Ende Deine Entscheidung begründest (vertrau mir, ich war jahrelang Dozentin an der Uni). Zur Argumentation habe ich Dir ja weiter oben einen sehr lesenswerten Überblicksessay gepostet, den Du zitieren und verwenden kannst. (Quelle angeben nicht vergessen). Wenn Du weitere Quellen zitierst, macht das noch einen besseren Eindruck. Aber schreiben musst Du das Ganze natürlich selbst :D

Bin inzwischen auf die Auflösung auch sehr gespannt ....

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Schräger Vogel

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Natürlich gibt es Kombinationen aus Barock und Renaissance.
Die Stilrichtungen haben sich ja von der Renaissance zum Barock hinentwickelt.
Das war ja ein fortlaufender Prozess.
Und die Einteilung in die einzelnen Stilformen wurde ja erst nachträglich von den späteren Generationen vorgenommen.
Für die Leute der Zeit war das einfach nur die tagesaktuelle Mode.

LG
 
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Ja natürlich - die geschichtliche Einordnung erfolgte im Nachhinein und in der Realität sind Epochen fließend, auch wenn der Begriff "Epoche" ... oh nein, jetzt keine Grundsatzdebatte in Geschichtstheorie. Ausserdem gab es zeitliche Differenzen in einzelnen Ländern. Ich vermute, daß Du mit Barock auf der sichereren Seite bist, aber bei einer Hausarbeit kannst Du natürlich unheimlich punkten, wenn Du Argumente für beide Ansichten präsentieren kannst und dann am Ende Deine Entscheidung begründest (vertrau mir, ich war jahrelang Dozentin an der Uni). Zur Argumentation habe ich Dir ja weiter oben einen sehr lesenswerten Überblicksessay gepostet, den Du zitieren und verwenden kannst. (Quelle angeben nicht vergessen). Wenn Du weitere Quellen zitierst, macht das noch einen besseren Eindruck. Aber schreiben musst Du das Ganze natürlich selbst :D

Bin inzwischen auf die Auflösung auch sehr gespannt ....

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Vielen Dank für deine Tipps.
Ich glaube du hast was gut bei mir.;-)
Ich werde dann auch Gründe nennen, die gegen eine klare Einordnung sprechen.
Das Teil muss ich natürlich selber schreiben. Zum Glück soll es nicht zu lang sein.
Natürlich gibt es Kombinationen aus Barock und Renaissance.
Die Stilrichtungen haben sich ja von der Renaissance zum Barock hinentwickelt.
Das war ja ein fortlaufender Prozess.
Und die Einteilung in die einzelnen Stilformen wurde ja erst nachträglich von den späteren Generationen vorgenommen.
Für die Leute der Zeit war das einfach nur die tagesaktuelle Mode.

LG

Auch dir vielen Dank für deine Hilfe.:-)
 
Andreass

Andreass

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Ich habe den Text von Draisine oben etwas quergelesen und mir die Bilder angesehen.
Der Garten ist ja eigentlich im Verhältnis zu anderen recht klein, ungefähr in der Größe gibt es oben in dem Link auch einen. Unter dem Abschnitt "der malerische Garten Frankreichs" fällt da der Name Régence-Anlagen. Das liest sich auch recht stimmig, wenn man sich den Garten dazu ansieht.
 
Draisine

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Dieser link könnte auch sehr hilfreich sein, weil er vorwiegend Kupferstiche enthält und somit stilistisch vergleichbar ist:

Contents: Gothein's History of Garden Art | GardenVisit.com, the garden landscape guide

Ich empfehle besonders folgende Abschnitte -

Renaissance Gärten in Deutschland und den Niederlanden

Barockgärten in Deutschland

Deinen hab ich noch nicht gefunden.

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Nachträglich hinzugefügt: So - jetzt hab ich Deinen Garten gefunden ;-)

HEUREKA!!!!


Und es ist ein Renaissance-Garten (*grins*). Aber die Abbildung gibt die Bepflanzung gegen Ende des 17.Jh. wieder, also aus der Zeit des Hochbarock. Der Garten wurde immer wieder umgestaltet.

Und es ist: tatattataaaaa: der Hofgarten der Münchner Residenz. Kuckst Du hier:

temb025seg641_original.jpg


Text dazu ist in besagtem alten Buch weiter oben. Auf dieser Seite hier:

http://www.gardenvisit.com/history_theory/library_online_ebooks/ml_gothein_history_garden_art_design/smaller_renaissance_munich_germany

Hier steht aber auch, daß die Bepflanzung in unserem Bild oben aus einem späteren Zeitpunkt stammt, nämlich gegen Ende des 17. Jahrhundert:

The garden (Fig. 379) certainly has a fine Italian casino with a flat balustraded roof and an open hall as chief feature, but in its ensemble it shows far more leaning towards French examples. In front of the casino there are two ponds separated with a balustraded path down the middle, where there are fountains. Half-way down this middle walk, which widens out into a rotunda, a green pavilion was erected later, But from the beginning the large centre pavilion, which connects the separate parts of the garden, appears to have been ornamented with the “Bavaria” from the Residence garden. This great place is higher up than the ponds, and leading to it is an inclined slope in six divisions. There are special gates covered with greenery leading into all the four parts of the garden. The plantation shown in the picture belongs to a later date, to the end of the seventeenth century, and the engraving by Merlan has preserved the far simpler arrangement of beds.

:)

Und Franziskuss hatte mit seinen Kurfürsten natürlich auch recht, schau Dir den Text in der Schriftrolle im Bild an :)

Näheres zur Residenz in München findest Du hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Residenz_München

Zum Hofgarten:

Hofgarten

Der Münchner Hofgarten entstand ab 1613 außerhalb der damaligen Grabenbefestigung gleichzeitig mit den Neu- und Erweiterungsbauten der Residenz unter Herzog Maximilian I.

Zentrum des ehemals mit Rundtempeln, Maulbeergängen, Brunnen, Spalieren, Buchsornamenten und Obstbäumen reich ausgestatteten Renaissancegartens ist der 1615 von Heinrich Schön d.Ä. errichtete Pavillon, der durch seine acht Eingangsbögen die Aufteilung der Gartenfläche durch Kreuz- und Diagonalwege bestimmt.

Bekrönt wird der Pavillon von einer Kopie der "Tellus Bavarica", einer monumentalen Bronzefigur, welche die Reichtümer Bayerns (Getreide, Wild, Wasser, Salz) verkörpert. Die von Hubert Gerhard um 1590 geschaffene Figur wurde nach 1616 von Herzog Maximilian I. von einem der Residenzgärten auf den Hofgartentempel versetzt. Das wertvolle Original steht heute - vor Witterungseinflüssen geschützt - im Kaisersaal der Münchner Residenz.

Der östliche, tiefer liegende Teil des Gartens war bis 1796 als Wasserfläche ausgebildet. In der Folgezeit wurde der Hofgarten mehrfach umgestaltet und dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst. Der Sanierung nach dem 2. Weltkrieg wurde die ursprüngliche Wegestruktur und der ab 1776 entstandene Baumrahmen zugrunde gelegt.

Hinter dem von Klenze 1816 errichteten Hofgartentor wurde der Bereich vor der Nordfassade der Residenz nach Plänen von Carl Effner sen. auf seine ursprüngliche Gestalt von 1853 zurückgeführt und mit für diese Zeit typischen Pflanzbeeten versehen.

Das aus dem 16. Jahrhundert stammende "Hofbrunnwerk" wurde saniert und dient heute wieder der Wasserversorgung der Springbrunnen.

Allgemein wird der Hofgarten der Residenz aber gerne als "Barockgarten" beschrieben, obwohl er als typischer Renaissance-Garten angelegt wurde und unter Gartenfachleuten auch als Renaissance-Garten beschrieben wird. Näheres zum Garten hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Hofgarten_(München)

Das Gebäude hinten im Bild ist die Residenz

Residenzfassade1644.jpg


Zustand 1644. Kupferstich von Georg Peter Fischer für die Topographia Bavariae des Matthäus Merian (Bayerische Akademie der Wissenschaften).

Die beste Beschreibung der Gartenstruktur findest Du hier.

Der Hofgarten ist einer der bedeutendsten fürstlichen Renaissancegärten nördlich der Alpen. Herzog Maximilian I. ließ den Hofgarten im Norden der Residenz 1613-1617 nach dem Vorbild italienischer Renaissancegärten anlegen. Der Finanzgarten liegt auf dem Gelände einer 1638 im 30-jährigen Krieg errichteten Bastion. Mit der Gründung des Theatinerklosters wurde er den Mönchen als Nutzgarten überlassen.

Der westliche Teil des Hofgartens ist im Renaissance-Stil rechteckig und streng geometrisch angelegt. Die Wege im Park sind breit und schnurgerade in drei Karrees angelegt. Im Inneren des Gartens führen aus Richtung der vier Eckpunkte zusätzlich Wege diagonal in die Mitte, wo sich ein Diana-Rundtempel befindet, in welchem an Sommernachmittagen häufig klassische Instrumentalmusik gespielt wird. Der Hofgarten ist außen umrahmt von zwei bis drei Reihen alter Winter-Linden mit 10-15 m Wuchshöhe, die innerhalb einer etwa 30 Meter breiten gekiesten Wegfläche stehen. Die südlichste Baumreihe entlang der Hofgartenstraße besteht aus Fleischroten Rosskastanien ungefähr gleicher Wuchshöhe.

Vorsicht: beschreibt die heutige Bepflanzung!

Und hier findest Du den Stich in seiner Gesamtheit.

wen_22_6.jpg


Die Churfürstliche Bayerische Residenz in München sambt dem großen Hof- und Kunst- Gartten. Wie solche von Mitternacht gegen Mittag anzusehen ist.

Stich von Michael Wening


Und hier die gesamte Residenz-Anlage, Stich ebenfalls von Michael Wening:

wen_23_6.jpg


Wahre Abbildung der Churfürstlichen Residenz, in München sambt aller deren Höffen und darin befindlichen Lust-Gärtten, un denen darin stehenden Arsevaln oder Zeughäusern. Wie solchen gegen den Niedergang anzusehen ist.


Das Peinliche ist: ich habe 2 Jahre in München studiert und war natürlich auch in der Residenz und hab die Nasen der Löwen berührt. Erkannt hab ichs nicht ... Nur die Kirche im Hintergrund und erst recht der Zwiebelturm ließen mir einfach keine Ruhe. Ich war natürlich auch ein bißchen später dort als im 17. Jh. .... :)


Grüße,

Draisine
 
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Andreass

Andreass

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Ja hoffentlich - und hoffentlich bringt er gleich noch so eine Aufgabe mit. Das Thema hat mir gut gefallen.
 
Thema:

Von wann ist dieser Garten?

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