Vintage-Uhren regelmäßig tragen?

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Yeast

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Guten Morgen zusammen!

Falls es das Thema schon zig mal gab, bitte entschuldigt.

Ich habe mich in den letzten Monaten in Vintage-Uhren der 30er, 40er, 50er und frühen 60er Jahre verliebt. Bisher war eine Quarzuhr mein ständiger und treuer Begleiter in allen Lebenslagen.
Jetzt habe ich aber immer mehr das Bedürfnis, meine Handvoll Vintageticker - außer zum Sport - regelmäßig auszuführen.
Dabei hab ich aber irgendwie Angst, dass den Schätzchen was passiert oder sie durch das dauernde Tragen und Aufziehen/Laufen nicht grade "besser" werden. Grade die Uhren ohne Stoßsicherung machen mir irgendwie Sorgen.

Jetzt wollte ich mal fragen, wie ihr das haltet. Tragt ihr eure Vintage-Uhren regelmäßig oder nur zu besonderen Anlässen? Muss ich mir berechtigt Sorgen machen, wenn ich eine Vintageuhr als EDC (Every Day Carry) benutze oder ist da eine Quarz bzw. moderne Automatik die bessere Wahl?

Viele Grüße,

Alexander
 

elekticker

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Ich habe keine Uhren aus den 30er oder 40 Jahren.

Uhren aus den 50ern, 60ern und 70ern (bei mir meist Junghans oder BWC), die als wasserdicht und stoßgeschützt gekennzeichnet sind und beim Uhrmacher zum Service waren, trage ich völlig bedenkenlos.

Nur nicht zum Schwimmen.

Mehr Sorgen mache ich mir bei alten Quarzuhren aus den 70ern oder Stimmgabeln. Die scheinen mir erstens empfindlicher und zweitens sind sie meist kaum zu reparieren.
 

BlueSky

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Fakt ist, dass eine Uhr verschleißt, während sie läuft, aber durch dauerhaftes Liegen auch nicht besser wird. Ich würde sie regelmäßig und gelegentlich tragen und dabei schonen. Also immer schön anlegen, wenn man zum Italiener geht...
 

2otto2

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Wenn Du eine Handvoll hast, ist das doch kaum ein Problem: Durchrotieren. Dann laufen sie immer mal wieder, aber auch nicht andauernd. Ansonsten habe ich auch kein Problem damit, alte Uhren zu tragen (zwei aus den Dreißigern, sonst später).
 
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Gast36883

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Hallo,
die meisten Uhren der 20er bis 40er Jahre sind nicht wasserdicht, nicht mal andeutungsweise Feuchtigkeitsgeschützt und eine Stoßsicherung fehlt. Also Händewaschen mit Uhr sollte man vermeiden, ein Spritzwassertropfen dringt sofort ein. Bei Regenschmuddelwetter muß die Uhr geschützt getragen werden (Unterm Ärmel der Jacke bleiben oder mal ab in die Hosentasche) und anecken darf man eben nicht. Viele Gehäuse leiden unter direktem Hautkontakt oder die Nickellegierungen werden unter Umständen nicht dauerhaft vertragen, Unterlagenarmbänder wie die von Meyhofer sind für solche Uhren erste Wahl.

Dennoch: ich trage meine Uraltuhren sehr gerne und täglich, wenn sie eine Revision benötigen ist das eben so, mit Glück und Geduld läßt sich eine frisch überholte Uhr erwerben, wenn nicht bekommt sie eben eine bevor der tägliche Einsatz losgeht. Die letzten Wochen durfte (musste?) mich meine Hampden aus dem Jahr 1907 begleiten, jetzt ist meine neueste Erwerbung, eine Waltham aus 1909 (mit frischer Revision gekauft) für mindestens 2 Wochen mein täglicher Begleiter ...... eher länger, da sie sich unverschämt gut ablesen läßt und die Gangabweichung sehr gering ist :D

IMG_4299.JPG

Ich habe keinen Bürojob, bin Lokführer im Güterverkehr, für härtere Arbeiten leg ich die Uhr aber ab. Ehrlicherweise muß ich aber auch sagen das sich schon Uhren (alte wie neue) als ungeeignet herausgestellt haben da sie dazu neigten sich stark zu magnetisieren. Die bekommen dann eine Entmagnetisierungskur und dürfen (müssen?) nicht mehr mitkommen .....
 
G

Gast001

Gast
Ich trage eigentlich nur Vintage-Uhren. Meine ältesten Uhren sind an die hundert Jahre alt, meine jüngsten (Vintage-Uhren) stammen aus den Achtzigerjahren.

Welchen Beruf hast du, wie bist du sonst aktiv? Zum Sport oder zur Gartenarbeit würde ich keine Uhr ohne Stoßsicherung anlegen, und mit etwas Vorsicht kann man die anderen Risiken, die kater7 beschrieben hat, gut vermeiden. Meiner Erfahrung nach stören sich die meisten Leute eher daran, dass die alten Uhren meist recht klein sind, aber das kann halt niemand ändern.

Die Formen- und Farbenvielfalt, die man von Vintage-Uhren geboten bekommt, ist jedenfalls schwer zu toppen.

Also trag sie ruhig!

Grüße
Andreas
 

pallasquarz

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Guten Morgen, denke, Du weisst dann selbst, was Du bestimmten Uhren zumuten darfst und verhältst Dich auch danach. Uhren der 50 er und 60er sind schon robuster, was Wasserdichtigkeit und Stossgefaehrdung betrifft.
Unter diesem Aspekt und normales Trageverhalten vorausgesetzt (man muss ja nicht mit einer Max-Bill den Garten umgraben oder mit dem Bohrhammer arbeiten, alles schon dagewesen ;-) ), warum sich nicht die Freude gönnen?
Nach meinem Uhrendoktor sollte eine gewartete Uhr die nächsten 10 Jahre keine Probleme machen. Bei größeren Sammlungen empfiehlt er, die Uhren regelmäßig wenige Umdrehungen aufzuziehen.
Denke, mit Sammlerstücken ist es ja nicht wie mit der früheren "Alltagsuhr", die man alleinig dauerhaft trug, bis sie zur Reparatur musste oder eine Neue fällig wurde.
Fazit: Anziehen und damit regelmäßig das Thema "Welche Vintageuhr tragt ihr heute?" bereichern ;-)
Grüße Christoph
 
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Don Jorge

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Meine werden regelmäßig getragen, berufsmäßig besteht da wenig Gefahr, dass sie was abkriegen. Je nach Zustand (z.B. einigermaßen verlässliche) Wasserdichte und Ausstattung (Stoßsicherung?) passe ich ggf. etwas mehr auf. Aber ja, sie dürfen alle raus.
 

Pfeil

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Was damals gut war, ist heut, Jahrzehnte später, nicht automatisch schlecht. Chrombeschichtungen und Vergoldungen sind robuster als man denkt. Die Werke sind ebenso nicht unbedingt fragil. Ruhig mal auf die Handgelenke von Militärangehörigen auf alten Fotos schauen. Die Winzlinge können was ab!


Dass uns heute so fette Klopper als robust angedreht werden, ist Marketing.
 
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Vincent_Rock

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Definitiv tragen. Zum einen haben es deine Uhren ja schon einiges an Jahren auf dem Buckel, und zum anderen wurden sie in der Vergangenheit mit Sicherheit gröber behandelt als du es tust. Die Teile sind nicht aus Zucker und, wie bereits erwähnt, robuster als man denkt.
 

Ruebekarl

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Schweizer Bodenseeufer
Ich trage (fast) auch nur Vintageuhren zwischen 1950 und 1980, habe ja kaum etwas Anderes. Die robusteren unter ihnen, meist Taucher, werden auch am Berg beim Wandern oder Skifahren getragen, ebenso beim Rennradfahren oder teilweise beim Tennis. Da ist noch nie etwas kaputt gegangen!

Das betrifft übrigens auch Stimmgabeluhren: nach 8 Jahren mit denen ist mir beim Tragen noch nie eine kaputt gegangen, nur einmal beim Batteriewechsel :oops: - Omegas 198.005 120m Stimmgabeltaucher war damals gemäss Liste nicht umsonst teurer als die PloProf 600, die können eigentlich alle etwas ab, nur wenn etwas ist, braucht man halt einen Uhrmacher, der sich mit den Teilen auskennt. Meiner macht die ESA Stimmgabelwerke aufgrund des modularen Aufbaus mindestens ebenso gern wie normale Automatikwerke ... aber alles eine Frage des Know Hows.
 

kars65

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Ja tragen, dafür sind Uhren da. Wenn ich immer lese "gerade aus dem Tesor geholt" weiss ich nicht ob ich lachen oder weinen soll.
Man kann ja rücksichtsvoll mit dem Schatz umgehen.

Gruß Karsten
 

kakerlake

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Habe auch einige alte Uhren. Alle trage ich nicht, da ein großer Teil mangels Wartung unzuverlässig ist. Die bleiben im Kasten. Andere trage ich sehr gern wie meine Arctos mit cal.58 oder ne Silvana, diverse Automatic usw. Meißt ca. eine Woche, dann gefällt mir wieder eine andere besser. Alltagsuhren in dem Sinne sind sie alle nicht. Nur halt mit Wasser bin ich sehr vorsichtig.
 

valjoux72

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Ich trage nur noch Vintage Uhren von den 1930-1970er Jahre.
Ich habe glücklicher Weise inzwischen genug, um sie im täglichen Turnus über den Monat zu wechseln.
Bei Regen/outdoor Aktivitäten lasse ich die ältesten Exemplare lieber in der Vitrine...
Alle anderen kommen je nach Lust, Kleiderwahl und Anlass zum Einsatz. Ist mein liebstes Morgenritual...
Schwierig wird es bei einigen sehr seltenen/wertvollen/fragilen Uhren... die bleiben meistens im Schließfach und sind deshalb seltener im Einsatz...
 

Yeast

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Guten Morgen zusammen!

Vielen Dank für die vielen Postings und den interessanten Input! Dann werde ich sie - wenn auch vorsichtig - regelmäßig tragen :klatsch:. Sofern sie natürlich halbwegs zur Kleidung passen. Bisher habe ich alle Vintageuhren, die ich regelmäßig tragen möchte einer Revision unterziehen lassen. Sonst hätte ich da kein gutes Gefühl. Wer weiß schon, wann die zum letzten Mal Öl gesehen haben oder was da alles in den Werken verklebt ist.
Beruflich bin ich hauptsächlich im Büro oder im Auto, also keine schwere körperliche Arbeit. Da mach ich mir keine Sorgen. Für Freizeitaktivitäten (Sport oder eben die erwähnte Gartenarbeit - ich grabe in der Tat sehr gerne um 8-)) muss bzw. werde ich mir noch was neues gönnen - wobei ich noch nicht sicher bin, was genau.

Da ich inzwischen so 6-7 Vintageuhren habe, kann ich schön durchwechseln, danke für den Tipp! Also soll ich die Uhren nicht immer durchgängig laufen lassen sondern jedes mal neu Aufziehen und Stellen, um den Verschleiß in Grenzen zu halten?
Wenn ich aber die eine oder andere Uhr länger liegen lasse, wie oft sollte man die mal aufziehen? Alle 3-4 Monate hab ich mal wo im Netz gelesen, stimmt das?

Viele Grüße,

Alexander
 
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Gast36883

Gast
Hallo,
mit dem "durchwechseln" der Uhren das passiert wohl eher nebenbei um einfach mal ein anderes Stück ausführen zu können, das ist aber kein Muß. Unsere heutigen Vintageuhren waren mal die Alltagsuhren unserer Vorfahren, mit frischer Revision versehen können sie auch heute noch als Alltagsuhr dienen, die nächste Revision dürfte dann so in 10-15 Jahren fällig sein. Trage ich die Uhr alle zwei Wochen im Wechsel ergibt sich rein rechnerisch das die nächste Revision in 20-30 Jahren fällig wird.

Mit dem ab und an mal aufziehen von nicht getragenen Uhren: ist eher eine Glaubensfrage und dürfte mit dem verwendeten Öl zu tun haben, heutige moderne Öle neigen nicht mehr zum verharzen und verkleben wie noch vor 50 oder 100 Jahren, damals war es schon richtig das sich alles mal bewegen mußte um ein verkleben zu vermeiden. Generell verschleißt Mechanik nur wenn sie sich bewegt, eine stehende Mechanik verschleißt nicht.
 
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