Vintage Breitling Chrono-Matic 2112-M / Cal.12 oder meine persönliche "Dark Lord"

Diskutiere Vintage Breitling Chrono-Matic 2112-M / Cal.12 oder meine persönliche "Dark Lord" im Uhrenvorstellungen Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Freunde klassischer Chronographen und/oder des Hauses Breitling. Vor kurzem konnte ich endlich die erste ganz persönliche "Grailwatch"...
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Liebe Freunde klassischer Chronographen und/oder des Hauses Breitling.

Vor kurzem konnte ich endlich die erste ganz persönliche "Grailwatch" meiner Sammlung hinzufügen und da es sich um ein eher ausgefallenes Stück von einiger Seltenheit handelt, dachte ich es wäre vielleicht wert sie hier einmal vorzustellen. Zudem habe ich selbst noch ein oder zwei Fragen bezüglich dieser Uhr die mir vielleicht einer der echten Breitling-Cracks hier beantworten kann...

Die Rede ist natürlich von meiner Breitling Chrono-Matic (cal.12 / ref.2112M) mit schwarzem Gehäuse und von mir liebvoll "Breitling`s own Dark Lord" getauft.

Doch beginnen wir am Anfang... Normalerweise steht ja das Verlangen nach einer bestimmten Uhr am Anfang einer Jagd die dann irgendwann oder auch nie erfolgreich abgeschlossen wird. In diesem Fall war es irgendwie andersherum. Seit längerem möchte ich nun schon ein "Set" der ersten automatischen Chronographenwerke in meine Sammlung aufnehmen. Ein Zenith El Primero, ein Seiko 6139 und eben ein cal. 11 oder 12 von Breitling (Heuer, Buren etc.). Dabei ist es mir nicht wichtig unbedingt die erste Ausführung im ersten Modell zu besitzen sondern einen mir besonders gut gefallenden Vertreter seiner Familie. Nur wer dann die Wahl hat, hat die Qual! Und so konnte ich mich bisher endweder aus Budgetgünden oder weil mich das Design nicht recht überzeugen wollte einfach nicht entscheiden... Eigentlich hatte ich eher die Modelle von Heuer auf dem Radar als ein alter Bekannter an mich heran trat und mir seine alte Breitling anbot.
Was soll ich sagen... Es war Liebe auf den ersten Bilck! Zwar war das Band schmuddelig und das Glas von fortgeschrittenem Krakelee befallen aber ich wollte sie sofort haben und wir einigten uns schnell. In den folgenen Tagen recherchierte ich dann zu der Uhr und konnte sie einfach nicht finden. Ich bin normalerweise recht bewandert in Netzrecherchen und trotzdem fand ich unter der am Boden zu sehenden Referenz keine Uhr mit schwarzem Gehäuse und diesem speziellen Ziffernblatt. Eine Frankenwatch war jedoch eigentlich ausgeschlossen, da mir mein Bekannter versicherte die Uhr selbst in den 70er Jahren neu gekauft zu haben, doch warum war Sie dann so schwer aufzuspüren? Licht ins Dunkel brachte eine Woche später ein Anruf. Die Original-Schachtel und der Garantieschein waren aufgetaucht und dort stand seltsamerweise eine andere Referenznummer!? Dies wäre tatsächlich auch schon die erste Frage an die Fachleute unter euch... Wie kommt soetwas zu stande?
Meine möglichen Erklärungen bis jetzt:
1. Die Uhr war mal in Revision und ein schusseliger Uhrmacher hatte eine Baugleiche der anderen Referenz gleichzeitig auf dem Tisch und hat die Böden verwechselt...
2. Beitling selbst hat es nicht für nötig befunden für jede kleine Unterserie seiner Hauptlinie extra Böden zu beschriften sondern hat alle Uhren mit der gleichen Gehäuseform mit Einheitsböden eingeschalt... (Man darf nich vergessen, dass das damals andere Zeiten waren und auf solche Feinheiten noch nicht der gleiche Wert gelegt wurde.)
Wie auch immer es dazu kam, ich hatte nun einen frischen Anhaltspunkt. Doch leider fand ich unter der neuen Referenz einfach mal garnichts... Bis ich auf einen Scan eines Breitlingkataloges von 1970 stieß. Da war sie!!! mit Beschreibung Foto und passender Referenz!!
Eine Breitling Chono-Matic mit schwarzem Gehäuse und Blatt sowie weißen Zeigern und Neonroten Stoppzeigern! Es ist also alles wie es soll. Mich erinnert sie ungemein an die Heuer Monaco Variante mit dem Spitznamen "Dark Lord" und da diese etwas außerhalb meines Budgets liegt und ich ein großer Fan der Star Wars Filmreihe bin denke ich, dass ich meinem kleinen Schätzchen denselben Kosenamen geben kann.

An diesem Punkt nun erstmal die technischen Daten zu der Uhr:
Hersteller: Breitling
Modell: 2112-M (Bzw. 2114 wenn es nach dem Boden geht)
Das Werk ist ein Breitling Cal.12 (Buren 1281) welches nahezu baugleich mit dem legendären Cal.11 ist. Die Unterschiede scheinen folgende zu sein... minimale "Verbesserungen" bei einigen Lagern, eine höhere Schlagzahl von 21600 bph (statt 19800 bph bei Cal.11) und einer teilweisen Vergoldung der Platinenteile. Das Werk verfügt über 17 Lagersteine und ist in der Modulbauweise aus einem Buren1281 (Automatikwerk mit Microrotor) sowie einem Dubois-Depraz 8510 Chronomodul zusammengesetzt. Durch diese Bauweise befindet sich die Krone des Werkes auf der 9-Uhr Position. (Außerdem ist es nicht gerade "Revisionsfreundlich" sagt mein Uhrmacher)
Komplikationen des Werkes sind ein Datum bei 6 Uhr (ohne moderne Schnellschaltung) und eine Chronographenanzeige mit 30 Minuten bzw. 12 Stunden Totalisator. Es gibt keine laufende Sekunde und das Blatt wirkt dadurch sehr ruhig und symetrisch. Die Uhr verfügt über eine innenliegende Tachymeterskala und eine beidseitig drehbare Lunette mit Minutenanzeige ohne Rastung.
Das Gehäuse, Krone und Drücker sind mattschwarz. Dies ist KEINE PVC-Beschichtung!! Breitling nennt im Katalog das ganze "Chromium-plated" und ich persönlich würde auf eine Art Brünnierung tippen welche ein thermisches Verfahren ist und auch bei der Oberflächenbehandlung von Schusswaffen zum Einsatz kommt. Ich wäre daher vorsichtig bei Breitling-Chronographen aus der Zeit welche mit einem "neuen" PVC-Überzug ausgestattet wurden und so angeboten werden (nur ein Tip für alle von euch die mit dem Gedanken spielen sich eine zuzulegen).
Baujahr laut Seriennummer wäre 1969/70 wenn das hinkommt. Verkauft wurde sie Mitte der 70er Jahre.
Krone mit Breitlinglogo. Gehäusedurchmesser ist 38mm mit 19mm Anstößen.
Das Band habe ich ersetzt.

Und, nach einer Kur bei meinem Uhrmacher, natürlich ein paar Fotos (Das Werkfoto war vor der Revision und ein Schnellschuss, daher die Unschärfe verzeihen):
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Das ist der betreffende Katalogausschnitt (auch hier bitte die Unschärfe verzeihen):
IMG_20210912_141123.jpgIMG_20210912_141209.jpg

Nun bin ich natürlich gespannt auf das Urteil der Gemeinde. Passt der Name? Weiß vielleicht noch jemand was zu der Variante? Weiß jemand wie die Originalschließe / das Originalband ausgesehen haben könnten?
Ich Danke auf jeden Fall schon mal für die Aufmerksamkeit.
 

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ostseeuhr

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Eine Tolle Uhr - danke für deine Vorstellung. Die fehlende laufende Sekunde habe ich bei meiner Autavia Heuer immer geschätzt! Die Box ist auch sehr interessant! Der Name passt - auch in die Zeit der Uhr👍
 
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Danke Leute! :-D
Ja, zum Glück hat sich mein Bekannter an meinen Uhrentick erinnert.

@ostseeuhr eine schöne Autavia war eigentlich bis dato mein Favorit für die Lücke cal.11/12. Nur leider sind die Preise für vintage Heuer (vor allem in gutem Zustand) ein wenig abschreckend geworden...
 
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herbert50

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Eigentlich sind die beiden Referenzen 2112 und 2114 gleich. Bei der Ref. 2114 ist der Ring fest. Es gibt Pulsometer, Tachymeter und einen Dezimalring. Bei der 2112 ist der Ring in beiden Richtungen drehbar. Es gibt einen 12 Stunden und 60 Minutenring. Beide Referenzen gibt es in Weißblatt und Schwarzblatt. (Hilfszifferblätter entweder weiß oder schwarz)
Bei deiner Uhr ist das Blatt durchgehend schwarz mit weißen und roten Zeigern und Leuchtbalken. Gehäuse mit Drücker und Krone schwarz. Es gibt noch eine weitere Variante mit durchgehendem schwarzen Blatt, arabischen weißen Zahlen und dünnen feinen weißen Zeigern. Die Drücker und Krone sind chromfarben. In meinem Katalog ist die zuletzt beschriebene Chronomatik mit einem schwarzen Stahlband abgebildet. Katalog von 1976. In den anderen Katalogen sind es schwarze Lederbänder mit kleinen Löchern oder glatt mit Prägung.

Anbei zwei Katalogfotos. Von deiner Uhr hast du ja eines.

IMG_5084.JPG

Breitling Katalog Herbst 1972


IMG_5533.JPG

Katalog 1976
 
Courbet

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Ja sehr cool! Zwei der anderen schwarzen Modelle hatte ich bei meinen recherchen gefunden. Also denkst du die Uhr könnte ab Werk mit 2114 im Boden geprägt sein? Gibt es in deinen Katalogen vielleicht auch ein Bild der Schließe einer der schwarz beschichteten Uhren?
 
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herbert50

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Laut Rückdeckel ist deine Uhr Ref. 2114. Die Lünette ist bei deiner als Drehring mit 60 Minuten ausgeführt und gehört eigentlich zur 2112. Diese Lünette muss sich beidseitig drehen lassen. Ein Tachymeter, Pulsometer und Dezimalring darf sich nicht drehen.
Ich habe einige alte Breitlingkataloge. Es gibt jedoch nie ein Foto von der Rückseite. (Rückdeckel oder Bänder)
Bei den Edelstahlbändern welche sich erhalten haben kann man die Bänder zuordnen. Bandform und Schließe. Breitling stellte die Bänder nicht selber her sondern bezog sie z.B. von NSA oder anderen. Der Hersteller oder Bandnummern steht nicht auf den Bändern. Die Sportbänder Kautschuk sind von Tropik
 
Ruebekarl

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Das ist mal eine schöne und seltene Breitling, die habe ich so auch noch nicht gesehen. Mit dem Kal. 11/12 sieht man ja meist die eckige 2111, seltener mal die Deinige in Stahl, aber in brüniert ist mir noch keine Breitling aus der Zeit untergekommen. Schön, dass sie einen würdigen Besitzer gefunden hat. Evtl. fragst Du mal watchfred auf Instagram, das lebende Breitling- Lexikon, evtl. kann der (mit Breitling-Archivzugriff) noch mehr sagen, als Herberts hervorragende und umfassende Auskunft.
 
Courbet

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Vielen Dank für die Auskünfte!

Langfristig werde ich mal die Augen nach einer Breitling Dornschließe offenhalten. Mit meinem Band bin ich eigentlich sehr zufrieden...

Habe inzwischen ein Foto des Bodendeckels der Variante C von dem Katalogfoto das herbert50 freundlicherweise geteilt hat gefunden und dort steht ebenfalls 2114.

Werde das vielleicht mal ausprobieren mit watchfred... Danke für den Hinweis.
 
Courbet

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@Ruebekarl ich habe watchfred kontaktiert und er hat mir bestätigt, dass mit der Uhr alles passt ... Breitling war zum Zeitpunkt des zusammenbaus der Uhr bereits in Bedrängnis und hat Lagerware mit verbaut. Bei diesen Kleinserien hat man dann die 2114 Gehäuseböden mit verarbeitet... Also wie bereits vermutet. Er meinte auch sie ist recht selten. Danke nochmal fur den Tip! Der Instafeed von watchfred ist auch der Hammer...
 
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