Verschiedene Uhren-Finishings (Qualität)

Diskutiere Verschiedene Uhren-Finishings (Qualität) im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen, ich bin noch recht frisch im Uhrenhobby, finde es aber unglaublich spannend immer neue Dinge dazu zu lernen. Deshalb würde ich...

Meisterleistung

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Hallo zusammen,

ich bin noch recht frisch im Uhrenhobby, finde es aber unglaublich spannend immer neue Dinge dazu zu lernen. Deshalb würde ich diesen Thread gerne als Plattform nutzen, um sich über die Finishings verschiedener Hersteller zu unterhalten. Ziel des Threads ist vor allem über Finishings zu lernen. Neudeutsch steht also das Thema "Education" der Forummitglieder im Vordergrund. Deshalb finde ich es genau so in Ordnung, wenn ein Newie eine Uhr posted, zu deren Finishing er mehr lernen möchte, aber bin ebenso gespannt wenn ein erfahrener Forumnutzer eine Uhr postet und einfach deren Finishing erklärt.

Wenn ich von Finishing spreche, geht es mir vor allem um das Werk, da hier die Unterschiede vermutlich am spannendsten sein dürfen. Falls es aber Besonderheiten beim Gehäuse, Zifferblatt etc. gibt, kann dies auch gerne gepostet werden. Für Einsteiger so wie mich, empfehle ich das folgende Youtube Video, welches die Unterschiede zwischen Perlage, Anglage, Cotes de Geneve etc erklärt....


Ich würde mal mit den folgenden Werken anfangen:
Frederique Constant FC-718 (wird im Worldtimer verbaut):
1593935912273.png

Besonderheiten hierbei (gerne ergänzen, bin wie gesagt Anfänger) sind Perlage, gebläute Schrauben, vergoldeter Rotor sowie "circular" cotes de geneve.

Im Vergleich dazu das Werk des Patek Worldtimer 5230-G:
1593936149828.png

Besonderheiten hierbei sind: Cotes de Geneve, Microrotor, Perlage (unter dem Microrotor) Anglage sowie "black polished" Schrauben (wenn ich das richtig sehe).

Beides wie gesagt nur eine erste Analyse auf Basis meines begrenzten Uhren-Know-How. Was mich nun konkret interessieren würde: Sind die von mir genannten Punkte richtig? Wie sind die Qualitätsunterschiede beim Finishing? Klar, ein Microrotor ist deutlich aufwändiger als ein zentraler Rotor (wenn man das überhaupt als unterschiedliches Finishing bezeichnen kann), aber wie sind z.B. die Unterschiede bei der Perlage und dem Cotes de Geneve? Wenn ich es richtig verstehe, findet bei beiden Herstellern zu einem gewissen Grad Handarbeit statt, kann man aber z.B. auch mit bloßem Auge erkennen welche Perlage hochwertiger ist?

Ich würde mich freuen, wenn ein paar alte Hasen meine Fragen beantworten könnten und die Unterschiede weiter erläutern, damit wir eine erste Diskussionsgrundlage haben. Danach sollte aber auch jeder Werke posten können, über die er (i) entweder mehr lernen möchte oder (ii) etwas erzählen möchte.

Vielen Dank an euch alle, wäre doch super, wenn wir das Fachwissen bei allen etwas steigern könnten :-)
 

Meisterleistung

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Auch von A. Lange & Söhne gibt es ein sehr interessantes Video online:

Bei 00:50 sieht man wie die Kanten abgeschrägt werden (Anglage), ab 1:40 kommt dann die Perlage und bei 3:30 die Gravur.

Gerade wenn ich mir anschaue wie bei A. Lange & Söhne die Perlage gemacht wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass dies bei Frederique Constant komplett anders angegangen wird oder?
Wenn wir mal den Mikrorotor bei der Betrachtung der beiden Uhrwerke oben rauslassen, wo sind dann die Unterschiede in der Qualität der Finissierung? Anglage sehe ich nur beim Werk von Patek (wenn ich richtig schaue) und das Werk hat mehr bzw. größere Rubine/Lagersteine.

Wäre super hierzu mal einen Experten, von denen es sicherlich einige im Forum gibt, zu hören, damit die Unterschiede auch mir als Laien noch verständlicher werden ;-)
Vielen herzlichen Dank!
 

TimeWillTell

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Auch hier kann man mal wieder diesen guten Vergleich der verschiedenen Finishing-Standards rausholen (auf Englisch). Alleine anhand der Makro-Aufnahmen sollte, denke ich, auch für Laien der Unterschied eines Dufour-Werks zu einer Frederique Constant z.B. deutlich sichtbar werden.

Ohne jetzt auf alle Details einzugehen, v.a. auf folgende Aspekte achten:
  • Anglage (händisch, abgerundet, breit, ohne sichtbaren "Kratzer" vs. maschinell, flach, schmal und mit sichtbaren Bearbeitungsspuren)
  • Polierte Innenwinkel
  • Anglage nicht nur auf den Brücken der Uhr, sondern auch bei Schraubenköpfen und -löchern, Rädern, Kloben, etc.
  • Schwarze Politur (Poli Noir) von Werkskomponenten (Oberfläche erscheint schwarz bei rechtwinkligem Lichteinfall)
  • Goldchatons als Fassung für Lagersteine (v.a. bei Lange zu finden)
  • Durch Hitze gebläute Schrauben
  • Verschiedene Perlage-Größen und Details
  • Verschiedene Schliff- und Gravurtechniken (Handgravur vs. maschinelle Gravur), Guillochierungen (z.b. beim Rotor)
Sämtliche genannte Aspekte sind teils extrem arbeits- und zeitaufwändig, werden oftmals per Hand ausgeführt und schlagen sich deshalb im höheren Preis der Uhr nieder.

Auch hier z.B. noch mal eine ganz gute Zusammenfassung.
 

sasolit

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Ich habe mehrfach versucht einen Ansatz zu finden, wie ich zu diesem Thread irgendwie beitragen kann, aber ich komme irgendwie immer zu einem Punkt: Eine gute, min. 10x-Lupe und mehrere Uhren zum Vergleichen nebeneinander sind hier Gold wert. ;)

Letztlich kann man sich meines Erachtens nur so von den unterschiedlichen Qualitätsstufen in Sachen Finissierung selbst überzeugen, da selbst herausragende Makroaufnahmen leider keinen direkten Vergleich erlauben und weil eine sehr gute Finissierung viel mit dem Licht spielt.
 

nightflight01

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Das heißt also als Träger einer solchen Uhr sollte man IMMER eine 10x Lupe am Mann haben - denn nur dann erschließt sich einem der Mehrwert, den man ausgegeben hat! ;-)
 
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