Verleugnete Tochter aus Solothurn: Roamer 'Red Sea' Automatic, ref. 479 9239 601

Diskutiere Verleugnete Tochter aus Solothurn: Roamer 'Red Sea' Automatic, ref. 479 9239 601 im Uhrenvorstellungen Forum im Bereich Uhren-Forum; Vor einigen Jahren habe ich von psyche-delic eine Uhr gekauft, die ich seither viel zu selten am Arm hatte: Vielleicht liegt es daran, dass mir...
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Gast001

Gast
Vor einigen Jahren habe ich von psyche-delic eine Uhr gekauft, die ich seither viel zu selten am Arm hatte:

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Vielleicht liegt es daran, dass mir diese Uhr einfach Rätsel aufgibt, wird sie doch noch nicht einmal in der halb-offiziellen Firmengeschichte von Roamer in der Liste der Modelle geführt.

Das ist unverdient, denn sie ist eine Tochter, auf die die Marke durchaus stolz sein kann: nicht nur ist sie schlank und elegant ...

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... sondern auch durchaus wertig verarbeitet - ihr Zifferblatt ist vergoldet und strukturiert, abgesehen von einem schmalen Streifen auf der Höhe des Datumsfensters, der auf Hochglanz poliert ist und, je nach Lichteinfall, mal heller ...

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... und mal dunkler wirkt als der Rest des Blattes:

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Das Roamer-Logo ist aufwendiger appliziert als in allen anderen Uhren der Marke in meinem Besitz, wo es nur aufgedruckt ist. In der 'Red Sea' ist es hingegen montiert wie bei der Mustang, Rockshell, Searock und anderen Topmodellen der Marke, und mit schwarzer Emaille ausgelegt:

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Am Arm schließlich ist sie für ihre Größe (32 x 32 mm) recht präsent:

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Immerhin habe ich die Zeit für etwas Recherche genutzt und dabei nicht nur viel über die Historie der Firma Roamer gelernt,

Gegründet 1888 als 'Établissement' von Fritz Meyer, fertigte die Firma zunächst aus zugelieferten Bauteilen Werke für andere Hersteller. Damit passte die Firma genau in die damalige Struktur der Schweizer Uhrenfertigung, in der ein Netzwerk aus Klein- und Kleinstfirmen Einzelteile fertigte, assemblierte und schließlich zu ganzen Uhren zusammenfügte.

Auch Meyer begann 1895 damit, ganze Uhren zu produzieren, wenn auch vermutlich für andere Unternehmen, denn eigene Marken sind aus dieser Zeit nicht bekannt. 1897 beschäftigte er 60 Mitarbeiter und brachte sein erstes eigenes Kaliber heraus - '38' nannte er es, aus Anlass seines 38. Geburtstages. Einzelne Teile davon bezog er zwar noch von Zulieferern, aber die Basisplatine und viele andere Komponenten stammten schon aus eigener Fertigung. So bescheiden das Werk auch war - es war vermutlich ein simples Zylinderwerk, denn Meyer konzentrierte sich (wie viele andere Hersteller) auf den lukrativen Markt für Billig-Uhren - so markierte es doch den Beginn einer integrierten Uhrenfertigung, ein langgehegter Traum Fritz Meyers.

1905 tat sich Meyer mit dem Uhrmacher Johann Stüdeli zusammen, und fortan hieß die Firma 'Meyer & Stüdeli'. Schon ein Jahr später beschäftigte die Firma 120 Mitarbeiter und bezog ein neues, lichtes Werksgebäude in Solothurn:

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Postkarte von 1907, die auch das alte Werk in Welschenrohr zeigt, etwa sechs Kilometer vom neuen Stammwerk entfernt.
Quelle: Mirius


Im Jahre 1908 wurde die Marke 'Roamer' in der Schweiz registriert, aber nicht von Meyer & Stüdeli, sondern von L. Tièche Gammeter (LTG), einem weiteren Uhrenhersteller in Solothurn, den Meyer & Stüdeli im Jahre 1917 übernahmen. Für diese Übernahme und für den Neubau eines größeren Fabrikgebäudes in der Weissensteinstraße 81 in Solothurn ...

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MST-Fabrikgebäude, Weissensteinstr. 81, CH-4500 Solothurn
Quellen: roamer-watches.info; Google Maps


... wandelten Meyer und Stüdeli ihre Partnerschaft in eine AG um, seit damals ist es also die 'Meyer & Stüdeli SA, Soleure, Suisse'. Seit 1909 waren Meyer & Stüdeli auch international tätig - im Vereinigten Königreich bspw. vertrieben sie ihre Uhren unter der Marke 'Medana'.

Nach dem Ersten Weltkrieg setzte die Firma weiterhin auf das internationale Geschäft - die Marken Medana und Roamer wurden 1921 auch in den USA registriert und 1927 ließ man 'MST'
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als Markenzeichen weltweit schützen - und eine weitere Integration der Uhrenherstellung: 1923 begann die Firma, ihre eigenen Gehäuse herzustellen, 1932 nahm man auch die Zifferblattfertigung auf. Zu dieser Zeit arbeiteten in insgesamt sechs Werken 1.200 Mitarbeiter für MST.

Gleichzeitig arbeitete man an Verbesserungen für Uhren - so meldete man 1933 ein Patent für ein Automatikwerk mit oszillierendem Gewicht an, 1936 die geteilte Aufzugswelle und 1941 ein wasserdichtes Gehäuse.

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1948 verbesserten weitere Patente die Rotor-Automatik-Kaliber, und im folgenden Jahr erschien das Kaliber MST 410 mit verbesserter Entkopplung von automatischem und Handaufzug und leistungsfähigerem beidseitigem Aufzug. 1951 schließlich benannte sich die Firma erneut um, und natürlich wählte man den prestigeträchtigsten Markennamen - Roamer.
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(Lediglich die Werkefertigung behielt die Signatur 'MST' weiterhin bei.)

In den Folgejahren meldeten Roamer-Ingenieure wie Bernard Humbert, Walter Uebelhardt, André Jeanrichard und Max Meyer rund vierzig wegweisende Patente an, darunter auch die weidlich bekannten Brévets CH 305467, 305776, 307382, 308491, die das wasserdichte Container-Gehäuse beschreiben, welches die 'Anfibio' auszeichnet. Die kam 1955 auf den Markt und blieb über zwanzig Jahre lang eine der wichtigsten Uhrenlinien von Roamer.

... sondern auch manches über meine Uhr. Die Jahre zwischen 1950 und 1970 gelten als 'goldene Jahre' für Roamer, und die 'Red Sea' erschien 1966 zum ersten Mal in Anzeigen und Katalogen:

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Über die Ursprünge des Designs fand ich leider nichts heraus: welche Zielgruppe hatte man im Auge? Warum verbaute man ETA-Werke in diesen Uhren? War die Linie erfolgreich? Wo stand sie in der Hierarchie der Roamer-Uhren? Und warum wird sie heute so schamhaft verschwiegen?

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Immerhin war sie wasserdicht, wie sich das für eine Roamer-Uhr gehörte:

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Im Verkauf wird sie schon kein völliger Reinfall gewesen sein, denn sie hielt sich bis zur Mitte der Siebzigerjahre im Programm, und es gab eine ganze Reihe von Varianten:

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Weiter lernte ich, dass Roamer zwar ETA-Werke zugekauft hat, sie aber immer mit einer Meyer & Stüdeli-Bezeichnung versehen und signiert hat. Außerdem ergibt sich bei Roamer-Uhren jener Tage das verbaute Kaliber praktischerweise aus der Referenz - in meinem Fall ist es also ein MST 479, ein finissiertes ETA 2622. (Ich habe mehrere Edelstahl-Versionen gefunden, in denen laut Referenznummer ein MST 474/ETA 2522 verbaut ist.)

Last, not least, wurden die Käufer vergoldeter Red Seas "meiner" Referenz - und zwar nur diese - entweder für besonders dumm oder für besonders abenteuerlustig gehalten, möglicherweise auch beides: nur hier findet sich nämlich der Hinweis, die Uhr sei "WATERPROOF PROVIDED CRYSTAL CASE AND CROWN REMAIN INTACT". (Für alle anderen Referenzen reicht Roamer ein simples "WATERPROOF".)

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Womit auch die Frage beantwortet ist, warum ich kein eigenes Werkbild zeige :D sondern mir eines von sometimeago geborgt habe:

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Aus der gleichen Quelle stammt auch dieses Bild, auf dem die Hauptbaugruppen der Uhr zu sehen sind:

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Die Abdichtung der Uhr vollzieht sich praktisch genauso wie bei der Omega Seamaster Compressor: Bolzen greifen in entsprechende Vertiefungen am Oberteil ein und pressen Glas, Dichtung und Boden fest aufeinander. Das entsprechende Patent 14031/63 ist dann auch stolz im inneren des Bodens aufgeführt:

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Außen- und Innenansicht des Bodens einer Roamer Red Sea. Das Kaliber 479 wurde also wohl mindestens ab Juni 1967 verbaut.
Quelle: Ebay-Händler Linckersdorff, Berlin


(Kleiner Hinweis: der Autor des Artikels auf sometimeago liegt falsch mit dem Werk: es ist kein MST 478/ETA 2638R, denn dieses ist die Day-Date-Ausführung der Werkefamilie 26xx. Und auch auf seiner Red Sea steht als Referenz '479 ...', also ist auch in seiner ein ETA 2622 verbaut.) Im Unterschied zu seiner ist an meiner die Krone übrigens signiert:

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Tja - was ist also der Grund, warum man sich nicht stolz zu der schönen Tochter bekennt? Liegt es daran, dass sie eben doch 'nur' ein Kuckuckskind ist, eines mit fremdem Werk? MST brauchte noch bis 1973, um ein ähnliches flaches Kaliber mit Datumsanzeige herauszubringen, vielleicht möchte man daran heute nicht mehr erinnert werden.

Einerlei - nun bekommt sie hier ein kleines Denkmal gesetzt. Vielleicht ringt sich Roamer ja in Zukunft dazu durch, sie als legitimen Spross anzuerkennen.

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Ach ja - eines noch: die Bezeichnung "Red Sea" ließ sich Roamer noch 1966 schützen, ab dem Jahr also, in dem die Uhr erstmals im Katalog erschien.Die Eintragung erlosch erst 1989, als Roamer sie auslaufen ließ: man baute schon lange keine eigenen Werke mehr, und auch keine mechanischen Uhren.

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Die gute Nachricht ist, dass 1993 ein Teil des Aktienkapitals von Roamer von der Chung Nam Watch Group (Hong Kong) gekauft wurde, wenig später das ganze Unternehmen. Die Chinesen ließen Roamer als unabhängige Schweizer Uhrenfabrik weiterlaufen und im Jahre 2003 brachte die Firma sogar wieder ein eigenes mechanisches Uhrwerk heraus. Seit 2009 ist Roamer ein 50/50-Joint Venture von Chung Nam mit der Swiss Watch Group.

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Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare!

Viele Grüße
Andreas

Danksagung: mein Dank gilt der Roamer Watch Company und Kris Bubendörfer, für ihre umfassende Darstellung der Geschichte der Firmen Fritz Meyer, Meyer&Stüdeli, MST und Roamer, ferner David Butcher (besser bekannt als 'Mirius') für seine Darstellung der frühen Geschichte der Firmen Meyer, Meyer & Stüdeli und MST, sowie den Firmen Linkersdorff und TheSalesroom für Ansichten verschiedener Uhren. Last, not least, sei 'uhrerbe.com' gedankt und, am deutlichsten von allen, Iggy Tee von 'sometimeago' für seine detaillierte, kenntnis- und bilderreiche Präsentation einer Roamer Red Sea.
 
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Gast36883

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Gefällt mir gut Dein außergewöhnlich gestalteter Dresser und vielen Dank für Deine wirklich gelungene Vorstellung :super:
 

72er

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Wie immer eine sehr schöne, informative und ausreichend bebilderte Vorstellung dieser schönen ROAMER. Vielen Dank!

Besonders schön gemacht ist die Beschreibung zu dem Mittelstreifen. Klasse! Ich frage mich, ob deine RedSea, wie im Katalog ursprünglich ein geschliffenes Gehäuse hatte oder ob es wie heute bereits im Original poliert war?

Tolle Marke. Ich habe zwei: eine sehr alte und eine recht neue ;-) VG. 72er.

https://uhrforum.de/roamer-allday-watch-t188873
https://uhrforum.de/roamer-vintage-etwa-40-50er-jahre-t159960
 
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Gast001

Gast
@ kater7: vielen Dank, Frank! Freut mich sehr, dass dir die Uhr und die Vorstellung gefallen haben!

@ 72er: auch dir vielen Dank! Schön, dass es dir gefällt!

Ob das Gehäuse ursprünglich geschliffen war, kann ich dir nicht so genau sagen - die Anzeige von 1966 zeigt ein geschliffenes Gehäuse, aber das könnte auch die Edelstahl-Version sein. Ob eine 20-Mikron-Vergoldung genügend "Fleisch" für einen Zierschliff auf die Rippen bringt, bezweifle ich. Wenn, dann war das Gehäuse möglicherweise satiniert, mehr nicht.

Übrigens sind das zwei sehr lehrreiche Vorstellungen zweier schöner Uhren, die du da verlinkt hast :super: Danke dafür!

Viele Grüße
Andreas
 

Uhr-Enkel

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Wie nicht anders zu erwarten war, eine Top-Vorstellung! So eine Uhr würde ich auch nicht aus der Schatulle schmeißen. Die Indizes erinnern mich an Merci-Schokolade.
 

b8man

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Vintage as vintage can be. Viel Freude (jetzt aber) damit. Danke für die Vorstellung einer solch aus (auch) der (Vintage-)Masse herausstechenden Uhr.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

... und jetzt noch ein Bild mit der Uhr, aufgeknöpftem Paisley-Hemd (Brustbehaarung versteht sich von selbst), Oberlippenbart und ner RB-Aviator :)
 

tiktak66

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... da, wo's schön ist
Ja so ist das halt, wenn der tomcat eine Uhrenvorstellung schreibt. Gut Recherchiert, spannend zu lesen, und immer eine Hauptdarstellerin, die den ganzen Aufwand lohnt. Riesenkompliment Andreas.:klatsch:

So eine Red Sea von 1966, das wär' doch mal eine Jahrganguhr für Vaters Sohn.:-D
 
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Erpel73

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Im Südwesten
Reicht ein toll? Nein.
Tolle Bilder
Toller Text
Tolle Hintergrundinformationen
Toller Style
Toller Zustand
Tolle Uhr
Tolle Leistung alle diese Dinge so gelungen zu kombinieren.
 
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Gast001

Gast
Nochmals Dank für Eure Kommentare!

@ Uhr-Enkel: merçi beaucoûp, Holger! Schön, dass dir auch die Uhr gefällt. Und ja, jetzt, wo du's sagst: Merçi-Schoko-Stäbchen trifft es in der Tat. Ich wusste, die Indizes erinnern mich an etwas ;-)

@ b8man: auch dir vielen lieben Dank! Ich habe mal meine alten Fotos durchgeblättert, aber ich glaube, irgendeine mitleidige Seele hat alle, auf denen ich mit Rotzbremse, Paisley-Hemd und Brusthaartoupet zu sehen war, bereits entsorgt :D (Übrigens stammt meine Uhr aus den eher schlichten Sechzigerjahren, vor 1968. Paisley wäre so gar nicht ihr Ding, wette ich.)

Außerdem - wenn es schon unbedingt Paisley sein muss - würde sowas wie die hier viel besser passen:

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:D

@ tiktak66: vielen Dank auch dir, Markus! Meine ist vermutlich nicht aus '66, sondern mindestens aus '67 - zuvor wurde das Kaliber 474 (ETA 2522) verbaut. Die Chancen, eine 'Anfibio' oder eine 'Mustang' aus '66 zu finden, dürften besser sein. (Übrigens ... jetzt, wo ich's gerade hinschreibe, fällt mir ein, dass meine Jahrgangsuhr ja tatsächlich auch eine Roamer ist:

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Roamer m.w., ref. 136 414, cal. MST 414

;-)

Deine findet schon noch den Weg zu dir. Ganz sicher!

@ Erpel 73: ich danke dir ganz besonders! Das hast du sehr schön geschrieben :klatsch:

Viele Grüße
Andreas
 
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Gast001

Gast
Falls es jemanden interessiert - hier ein Foto meiner kleinen Roamer-Familie.

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(Ups - ich stelle gerade fest, dass bis auf die kleine goldene unten alles Kuckucks-Kinder sind: die beiden Edelstahl-Uhren in ihren achteckigen Gehäusen werden von AS 2066-Kalibern angetrieben. Allerdings stammen die beiden aus den späten Siebzigern, als die Fertigung mechanischer Werke bei MST zum Stillstand gekommen war.)

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V. l. n. r.: Ref. 479 9239 601, 2 x ref. 7125, ref. 136 414

Grüße
Andreas

PS: wie in allen meinen Vorstellungen sind auch in dieser 'Schwesternbilder' ausdrücklich willkommen! ;-)
 
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Gast001

Gast
Richtigstellung: meine Einschätzung, dass es verschiedene Modelle der Red Sea gegeben hätte, die zu verschiedenen Zeiten angeboten wurden, war nicht ganz korrekt. In WUS zeigte Forenkollege 'trim' ein Bild aus einem Katalog, in dem alle drei wesentlichen Zifferblatt-Auslegungen nebeneinander zu sehen sind:

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Wenigstens für eine begrenzte Zeit wurden also alle drei Formen nebeneinander angeboten.

Viele Grüße
Andreas
 

TS70

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Tolle Uhr und sehr informative Vorstelllung - herzlichen Dank.

Schon ein Jahr später beschäftigte die Firma 120 Mitarbeiter und bezog ein neues, lichtes Werksgebäude in Solothurn:

Ich frage mich allerdings, warum über dem "lichten Werksgebäude" der Schornstein so sehr qualmt. Soll das nur die intensive Arbeit im Inneren symbolisieren oder wird bei der Herstellung von Uhren wirklich etwas so verbrannt, daß schwarzer Rauch entsteht?
 
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Gast001

Gast
Tolle Uhr und sehr informative Vorstelllung - herzlichen Dank.

Vielen Dank, Thorsten!

Ich frage mich allerdings, warum über dem "lichten Werksgebäude" der Schornstein so sehr qualmt. Soll das nur die intensive Arbeit im Inneren symbolisieren oder wird bei der Herstellung von Uhren wirklich etwas so verbrannt, daß schwarzer Rauch entsteht?

Der Schornstein sitzt auf dem Maschinenhaus, in dem eine Dampfmaschine für den Antrieb der Transmissionsriemen steht, mit denen ihrerseits Bohrer, Drehmaschinen, Sägen, Schleifteller etc. angetrieben werden. Zwischen 1870 und 1910 waren Fabriken generell auf diese Weise ausgestattet, bevor dann elektrisch angetriebene Maschinen die Transmissionsriemen überflüssig machten. Teilweise blieben die Dampfmaschinen und Transmissionen bis in die Sechzigerjahre in Betrieb, speziell in der metallverarbeitenden Industrie.

Tolle und sehr informative Vorstellung. Vielen Dank.

Vielen Dank, berniberlin! Es freut mich, dass die dir Vorstellung gefallen hat!

Viele Grüße
Andreas
 
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subpro300

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Hallo Andreas,

endlich mal eine interessante Vorstellung (für mich) mit echtem Informationsinhalt. Als Vintage-Freund und Erst-Besitzer einer Roamer aus den 70ern interessiert mich dieses eine Modell natürlich ganz besonders. Es ist die achteckige, von denen Du zwei hast. Meine hat auch das blaue Blatt (hat sich leider bräunlich verfärbt, weiss nicht warum?). Leider hab ich bis jetzt nicht sehr viele Infos zu diesem Modell finden können. Ich habe sie mir 1977 zur Konfirmation aussuchen dürfen. Kostete 108 DM. Wäre für weiters Infos dankbar! :)

hier ein schnelles Bild

IMGP5737.JPG
 
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Gast001

Gast
Hallo Holger,

und danke für deine freundlichen Worte. Ich weiß jetzt allerdings gar nicht so recht, was ich dir zu der achteckigen Roamerin erzählen soll: in meinen beiden ...

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... ist ein AS 2066 verbaut, vermutlich, weil Roamer die Fertigung des eigenen MST 522 1976 einstellte. Da bei AS die Fertigung des AS 2066 1978 endete, kann man unsere Uhren ziemlich genau datieren: sie müssen irgendwann zwischen 1976 und 1978 entworfen und gebaut worden sein, was durch die Tatsache, dass du deine 1977 bekommen hast, zumindest nicht widerlegt wird :-) Diese "Spätzeit" Roamers gilt vielen Fans ein wenig als die dunkelste Zeit der Marke - die Fertigung mechanischer Uhren endete komplett zehn Jahre später. Mit Quarzuhren hielt sich Roamer gerade so über Wasser, und die Übernahme durch die Chinesen muss als Glücksfall angesehen werden, ermutigten die neuen Herren die Firma doch, selbst wieder ein mechanisches Werk zu entwickeln und 2003 eine neue Linie mechanischer Manufaktur-Uhren an den Start zu bringen.

Ich mag an meinen "Achtecken" besonders das schlagartige Umschalten des Datums - das können vor allem meine Japanerinnen nicht so gut ;-)

Du schreibst, dass deine Uhr mal ein blaues Blatt hatte? So blau wie dieses hier?

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Dann muss meine wohl ihr gesamtes Leben irgendwo gut vor dem Sonnenlicht geschützt verbracht haben 8-)

Viele Grüße
Andreas
 

Ruebekarl

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Schweizer Bodenseeufer

Eine schöne Roamer hast Du Dir da geangelt! Bin leider erst jetzt auf die Vorstellung gestossen, aber meine inzwischen 10jährige Tochter trägt seid 2 Jahren die auf der Werbung rechts abgebildete Red Sea an einem Nato - die hat bislang deutlich mehr erlebt als es die Vorgänger von ICE, flicflac etc. sich auch nur träumen lassen können. Das sind tolle Uhren, sehr wertig gebaut, und eine kleine Sünde wert!
 
Thema:

Verleugnete Tochter aus Solothurn: Roamer 'Red Sea' Automatic, ref. 479 9239 601

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