Vergoldete Omega - Tipps zur Restauration

Diskutiere Vergoldete Omega - Tipps zur Restauration im Vintage Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hi ihr Uhrenfans, ich habe mir heute eine vergoldete Omega Seamaster zugelegt mit einer etwas dubiosen Geschichte. Laut Verkäufer sei sie eine...
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KKR

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Hi ihr Uhrenfans,

ich habe mir heute eine vergoldete Omega Seamaster zugelegt mit einer etwas dubiosen Geschichte. Laut Verkäufer sei sie eine von 2000 Uhren die der persische Schah seinen Offizieren geschenkt hat. Auch wenn ich die Geschichte nicht geglaubt habe, da diese weder ein Emblem des Königshauses hat noch aus reinem Gold gefertigt ist, hat mich der Preis und die Idee Sie herrichten zu lassen interessiert.

Zudem habe ich nichts auf der Omega-Website noch auf anderen Foren gelesen.

Ich hab die Uhr für etwa 400 Euro auf Ebay-Kleinanzeigen geschossen und wollte mich dran machen die Krone ersetzen und das Ziffernblatt reinigen zu lassen.

Kennt jemand einen guten Uhrmacher, der sich auf Omega-Ziffernblatt Reinigungen spezialisiert hat?
Wisst ihr wie teuer eine erneute Vergoldung kostet?
 

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Mueller27

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Hi,

Hier würde ich Dich gerne mal andersrum fragen, eben nicht ob es Belege für ein Fake gibt, sondern ob es denn überhaupt irgend einen zarten Hinweis darauf geben könnte, dass diese Uhr überhaupt echt sein könnte?

Immerhin sind vergoldete Omega-Dresser die der in den 60er/70ern am häufigsten gefakte Uhr, Stichwort: Autobahngold.

Also jetzt mal "Butter bei die Fische": Warum sollte ausgerechnet dieses bemitleidenswerte Exemplar eine echte Omega sein?

Bevor es also darum geht sich "Tipps zur Restaurantion" zu holen, wäre das erst mal zu klären.
Erster Schritt: Hast Du ein Bild vom Werk?

Carsten
 
mini

mini

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Ich halte sie prima vista für echt, wenn vielleicht auch verbastelt.
Die (zwar abgerockten aber) authentischen segmentierten Zeiger mit der Lume an der Spitze, das applizierte Logo, die Qualität des Hippocampus auf dem Bodendeckel: das alles findet sich nicht bei Autobahngold.
Das Blatt lässt allerdings Fragen offen.

Muss mal ein wenig kramen und melde mich.

Gruss
Mathias
 
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KKR

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Ehrlich gesagt auf gutglück. Mir sah das Uhrwerk echt aus. Was meinst du?
 

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mini

mini

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Passt.
Im schlimmsten Fall ein Bastelwastel mit „aufgehübschtem„ Blatt, aber Omega-Substanz.
Das 564 ist ein wirklich gutes und bewährtes Werk von Omega aus den 1960ern.

Mit dem „Chronometer“ müsste man jedoch nochmal in die Expertenrunde gehen.

Gruss
Mathias
 
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Renegat

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.... Stichwort: Autobahngold.

Also jetzt mal "Butter bei die Fische": Warum sollte ausgerechnet dieses bemitleidenswerte Exemplar eine echte Omega sein?

....

Das ist eine echte, authentische, vergoldete Omega Seamaster in der in geringen Stückzahlen gefertigten Chronometerversion mit gut erhaltenem, authentischen Ziffernblatt, das etwas Reinigung (aber nicht mehr!) bedarf.

Ansprechpartner ist definitiv Theo aka @Rostfrei !

Beispiel; meine Jahrgangsuhr ...

2849695
 
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Renegat

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Nachtrag:
Das mit der Nachvergoldung wird imho nix werden.

Diese in der Omegarange höherwertigen Uhrenmodelle, die in Konkurrenz zu den Constellations standen und deshalb auch ganz schnell wieder eingestellt wurden (sicher nicht mehr als vier Referenzen in Stahl, vergoldet und Vollgold für nur kurze Zeit produziert), sind imho 20 Microns goldplatiert. D.h. ein dünnes Goldblech (das aber deutlich dicker als jede andere bloße Goldbeschichtung ist) wurde auf den Gehäusekern mit Maßwerkzeugen und einem speziellen Verfahren aufgewalzt.
Nach meiner Erinnerung sind aber sowohl die Werkzeuge als auch das Verfahren bei Omega im Laufe der Zeit verloren gegangen.

Die Platierung ist zwar deutlich robuster gegen Abrieb als eine Goldbeschichtung. Aber sobald in irgendeiner Weise Sauerstoff und Schweiß zwischen die Schichten kommt, lösen die sich voneinander. D.h. es bilden sich flächige und gefährlich scharfkantige Goldblechabhebungen, die irgendwann abplatzen. Das ist dann irreparabel so wie es ist.

Das ist ein Grund, warum ich die Finger von allen goldbeschichteten Uhren lasse.

Ps: Selbst das Band ist imho das Originalband.

Also:
das angelaufene Goldblech ein bischen schonend aufpolieren lassen, neue Reißkrone, neues Originalglas, Dichtung neu und eine Werksüberholung. Ziffernblatt sanft von oberflächlichem Schmutz säubern lassen.
 
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gerdson

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Walzgold (von Omega) ist deutlich stärker als 20 Mikron, meine ich. Und ich kann auf dem Bild auch nicht recht erkennen, dass der beschriebene Schaden bereits eingetreten ist. Also erstmal polieren. Das ZB finde ich auch noch akzeptabel, das 564 ist ein wirklich gutes Werk. Du findest im inneren des Bodendeckels auch die Referenznummer.
 
mini

mini

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Jap,
lass Theo mal machen, und Du hast einen echten Vintage-Schatz fürs Handgelenk. :super:
Mit den Spuren des Lebens, aber das ist das Schicksal bei den alten Ladies... ;-)

Gruss
Mathias
 
Weckerfreund

Weckerfreund

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Hallo,

das ist schon merkwürdig, dass immer wieder der Reflex kommt "Ebay-Kleinanzeigen" = Fake. In diesem Fall war doch wirklich klar, dass dies kein Autobahngold sein konnte. Diese Uhren haben fast immer ein 18k oder 750 auf dem Deckel und da steht dann irgendwie noch Omega drauf. Die Omega Golduhren aus dieser Zeit sind wohl meistens im Innendeckel beschriftet. Diese Uhr hatte ja deutlich sichtbar einen Stahlboden, der gut aussah.

Auch wenn Renegat eigentlich als Jurist mit Behauptungen vorsichtig sein sollte :D, sind die 20 Mikron für diese Art Uhren nicht richtig. Diese haben eine dicke Goldhaube, die in der Tat wohl unter hohem Druck aufgewalzt wurde. Die Amerikaner sagen dazu gerne "goldfilled". Diese Goldschicht ist wohl mindestens 80 Mikron dick (80 Mikron = 0,080 mm). Die heute üblichen Vergoldungen liegen bei 5 bzw. 10 Mikron, wobei diese oft galvanisch (electroplated) beschichtet oder im PVD Verfahren aufgedampft wird.

Ich habe so eine ähnliche Uhr mit gleichem Werk mit der Goldhaube als Constellation:

2851071
2851073

Da ist bei der Vergoldung nichts abgerieben. Ich denke bei der Uhr des TS reicht eine milde Politur, wenn man das denn will. Sollte die Goldhaube aber wirklich beschädigt sein, kann man das Ganze in der Tat vergessen. Vergolden bringt da gar nichts.

Viele Grüße

Andreas
 
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KKR

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Ich glaube renegat hat da in ein zwei Kommentaren nachgelesen und mit seiner Mindermeinung recht: auf dem Armband steht in der Tat "20 Microns and stainless steal"
 
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KKR

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Die Uhr ist gerade zurück gekommen und ich wollte euch mal kurz das Ergebnis zeigten. Leider war es finanziel keine gute Entscheidung aber das Result das ist super!

Das Werk wurde überholt, entrostet, die Aufzugswelle, Zugfeder, Glas und die Krone wurden erneutet, durch Causemann wurde das Ziffernblatt aufgearbeitet.

Danke für eure Hilfe
 

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Ruebekarl

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Schweizer Bodenseeufer
Glückwunsch zur schönen Omega! Die ist ja wieder top geworden.

Aber das musst Du mir erklären:
Leider war es finanziel keine gute Entscheidung aber das Result das ist super!

Wenn eine Uhr so gut wieder aussieht, und wie in Deinem Fall, keine 08/15 verbastelte Bucht-Omega ist, sondern eine 100% authentische, frisch revidierte Seamaster mit dem Chronometerwerk in einer vernünftigen Grösse inkl Metallarmband, müsstest Du ja noch einmal mehr als den Kaufbetrag versenkt haben, um so etwas zu sagen. Schliesslich kommt bei fast allen Uhren aus der Bucht oder den Kleinanzeigen 100-250 EUR Revision obendrauf. Gold ist sicher nicht ganz so marktgängig, aber genau dieses Modell ist eigentlich eines der gesuchtesten aus der Zeit. Freu Dich dran und geniess es, es ist ein zeitlos schönes Stück :super: Das weiss ich, weil ich auch ab und an das Stahl-Gegenstück aus meiner Box am Arm habe ...
 
mini

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Pow! Ich will garnicht wissen, was das gekostet hat (kann man sich ja zusammenrechnen...), aber die sieht wieder megagut aus.

Das Finanzielle ist schnell verschmerzt, der Spass bleibt.

:super:
Mathias
 
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Renegat

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..... Leider war es finanziel keine gute Entscheidung .... durch Causemann wurde das Ziffernblatt aufgearbeitet.
...

Ich will sicher kein Salz in die Wunde streuen ... aber bei den bisherigen Jubelarien ....

Imho ein erstklassiges Beispiel dafür, wie man für teures Geld einen seltenen, authetischen und sammelwürdigen Chronometer völlig ruinieren kann.

Causemann hat hier ganze Arbeit geleistet. :-(

Omegas mit so einer "Güte" des Ziffernblatts, das völlig abgewaschen wurde, das eine komplett neue Lackierung erhalten hat und dann neu bedruckt worden ist, gibt es zu Hauf auf ebay mit der abwertenden Eigenschaft "redone Dial" oder "aufgefrischtes" Ziffernblatt.

Aus "T- SWISS MADE -T" wird dann "SWISS MADE" (das nicht mittig gedruckt ist) ... weil die neuen Dots sind natürlich nicht mit Tritium und die Dots selber mögen schön klein geblieben sein, sind aber ebenfalls unsauber gesetzt (vgl. bei 3 neben dem Datumsfenster).

Schade drum!
 
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KKR

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Aus "T- SWISS MADE -T" wird dann "SWISS MADE" (das nicht mittig gedruckt ist)

Um ehrlich zu sein ist mir das erst jetzt aufgefallen! Schade!

Ja harsche Kritik aber auch nicht ganz verkehrt. Mir gefällt die Uhr so um einiges besser aber vielleicht hätte ich einfach nur das Glas tauschen sollen und leichte Reinigungen durchführen sollen. Lehrgeld, aber ich die Uhr nicht zu verkaufen und mir ist der Marktwert aktuell nicht allzu wichtig.

Danke fürs Feedback
 
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Renegat

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da wo die Sonne aufgeht
Glaube mir, wenn ich irgendwie vermutet hätte, es ginge dir um den Wiederverkauf, hätte ich in diesem Faden gar nichts geschrieben.

Sorry auch für meine ehrlichen Worte!

Aber es ist schon bitter, wenn man gefühlt etwa 99 % aller angebotenen vintage Omegas auf ebay rausfiltern muss, weil da Dummheiten mit dem ZB angestellt wurden oder mit dem Dremel großzügig die Beipoliermeisterschaft ausgetragen worden ist und man dann den Werdegang deiner authentischen Uhr ab Aufschlag hier begleitet ...

Aber die Entscheidung lag ja letztlich eh bei dir und das Wichtigste ist ohnehin, dass die Uhr dir gefällt.
 
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