Vergleichstest zwischen Rolex Submariner 114060 und GMT Master II 116710LN

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xeper

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Liebe Therapiegruppe,

ich bin seit 25 Jahren Uhrenfan, Uhrenverrückter, Uhrennerd, der samstags meistens bei Konzis sitzt (heute auch wieder) und abends Youtube-Videos von Uhren schaut. Zum Glück haben wir zuhause zwei Fernseher. Meine Frau mag zwar ebenfalls Uhren, aber komischerweise schaut sie abends lieber etwas Anderes. :hmm:

Früher oder später kommt man als Uhrenfan an der Marke Rolex kaum noch vorbei. Ich hatte mich lange aus unterschiedlichen Gründen gewehrt, aber irgendwann ging es dann eben nicht mehr. Kaum eine Marke erzeugt so unterschiedliche Reaktionen. Die Gründe dafür lassen wir hier aber bitte außer Acht. Ebenso Wartelisten, Verfügbarkeit, Preissteigerungen und ähnliches. Mich persönlich interessiert das alles nur am Rande oder gar nicht. Ich trage eine G-Shock genauso gerne wie eine Rolex und eine Seiko genauso gerne wie eine IWC. Optik, Qualität und Haptik müssen einfach passen. Dann ist die Marke für mich nebensächlich. Eine Uhr muss mir in erster Linie Spaß machen.

Da immer wieder die Frage „Submariner oder GMT?“ oder „Submariner und GMT gleichzeitig?“ auftaucht, will ich beide Uhren in einem direkten Vergleich vorstellen. Die Uhren sind ähnlich, in den Details aber verschiedener als man auf den ersten Blick vielleicht denkt. Den normalen Uhrenkäufer, also den aus der echten Welt da draußen, werden diese Unterschiede kaum interessieren. Aber hier bei uns können diese Unterschiede gravierend sein und seitenlange Diskussionen auslösen! Die Bedeutung dieser Arbeit ist also nicht zu unterschätzen! ;-)



Neben viel Lob für zwei erstklassige Uhren, wird es auch etwas Kritik geben. Dass Rolex sehr hochwertige Uhren baut, steht sicher außer Frage. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die mir an beiden Modellen nicht gefallen. Natürlich sind meine Schilderungen subjektiv und von meinen persönlichen Vorlieben, Tragegewohnheiten und meinem Handgelenk abhängig. Aber vielleicht helfen meine Kommentare dem ein oder anderen bei der eigenen Entscheidung weiter. Zumal Anprobe und direkter Vergleich wegen der teils schlechten Verfügbarkeit oft nicht so einfach sind.

Wer gewinnt meinen Vergleich? Falls überhaupt? Wer ist mein Favorit? Sind die Uhren zu ähnlich oder doch unterschiedlich genug? Ist eine Co-Existenz möglich? Was könnte man verbessern?

Als erstes fangen wir aber mit einem kurzen Abriss der Geschichte und den Daten zu beiden Modellen an.

Submariner 114060



Die Oyster Perpetual Submariner ist vermutlich die Quintessenz einer Taucheruhr. Dieses Modell wurde 1953 eingeführt und war die erste Armbanduhr für Taucher, die bis zu einer Tiefe von 100 Metern wasserdicht war. Das Oystergehäuse spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte von Rolex. Fest verschlossen wie eine Austernschale hält es selbst unter Wasser sein Inneres trocken. 1926 von Rolex entwickelt, wurde das Gehäuse einem ersten Härtetest unterzogen, als Mercedes Gleitze, eine junge Sportlerin, den Ärmelkanal durchschwamm und dabei eine Rolex Oyster trug. Die Armbanduhr überstand zehn Stunden im kalten Wasser und war danach voll funktionstüchtig. Schon damals verstand sich Hans Wilsdorf auf gutes Marketing.

Durch ständige Weiterentwicklungen wurde die Wasserdichtheit der Submariner in der Folgezeit auf 300 Meter erweitert. Das hier vorgestellte Modell kam 2008 auf den Markt und hatte neben einem leicht veränderten Design eine kratzfeste Cerachrom-Lünette mit Graduierung in Platin. Die Lünette ist nicht nur äußerst kratzfest, sondern auch UV-resistent und unempfindlich gegen Chlor- und Meerwasser. Die patentierte und verschraubbare Triplock-Aufzugskrone mit dreifachem Dichtungssystem wurde speziell für Taucheruhren entwickelt. 1970 eingeführt, besteht das System aus zehn verschiedenen Komponenten. Einmal zusammengesetzt, verschließt es das Gehäuse dicht und hermetisch.

Das Oyster-Band ist genauso schön wie robust. Mir gefallen besonders die leicht nach innen gebogenen Glieder, die erheblich zum hohen Tragekomfort beitragen. Das Glidelock-System ermöglicht eine fein abgestufte Verlängerung des Armbandes ohne Werkzeug. So kann die Submariner schnell und problemlos über einem Taucheranzug getragen oder bei anderen Aktivitäten angepasst werden.

Dieses Modell ist mit dem Kaliber 3130 ausgestattet, einem vollständig von Rolex entwickelten und hergestellten mechanischen Uhrwerk mit automatischem Selbstaufzugsmechanismus. Herkömmliche Unruhspiralfedern werden aus einem ferromagnetischen Stahl hergestellt, der sie für Magnetfelder, Temperaturschwankungen und Erschütterungen anfällig macht. Die Parachrom-Spirale, dünner als ein menschliches Haar, wird dank ihres paramagnetischen Stahls nicht von Magnetfeldern beeinflusst und hält Erschütterungen bis zu zehnmal besser stand als konventionelle Spiralfedern. Die Farbe hat keine Funktion. Das hat nur optische Gründe.

40 mm, Edelstahl Oystersteel
Monoblock-Mittelteil, verschraubter Gehäuseboden und verschraubbare Aufzugskrone
In eine Richtung drehbare Lünette mit 60-Minuten-Graduierung, Cerachrom-Zahlenscheibe aus Keramik
Verschraubbare Triplock-Aufzugskrone mit dreifachem Dichtungssystem
Kratzfestes Saphirglas
Bis 300 Meter Tiefe wasserdicht
Mechanisches Perpetual-Uhrwerk, Selbstaufzugsmechanismus
3130, Rolex Manufakturwerk
-2/+2 Sekunden pro Tag, gemessen nach dem Einschalen des Uhrwerks
Paramagnetische blaue Parachrom-Spirale
Selbstaufzugsmechanismus, in beide Richtungen aufziehend, Perpetual-Rotor
48 Stunden Gangreserve

GMT Master II 116710LN



Im Zuge der Entwicklung der Transkontinentalflüge in den 1950er-Jahren begannen die Flugzeuge mehrere Zeitzonen in kurzer Zeit zu durchqueren. Die Piloten mussten also Überblick über die Uhrzeit an verschiedenen Orten der Welt haben (Zeit an Start- und Zielflughafen, Lokalzeit und GMT-Referenzzeit). Auf dem Höhepunkt des Goldenen Zeitalters der Luftfahrt wurde die GMT‐Master speziell für diese Bedürfnisse konzipiert. Sie war die offizielle Armbanduhr von mehreren transkontinentalen Luftfahrtgesellschaften, darunter auch die berühmte Pan Am. Als Concorde in den 1960er-Jahren seine abschließenden Testflüge durchführte, gab Rolex voller Stolz bekannt, dass die beiden Testpiloten, der Franzose André Turcat und der Brite Brian Trubshaw, eine GMT‐Master trugen.

Die hier vorgestellte GMT-Master II kam 2005 auf den Mark und war das erste Modell mit zahlreichen Neuerungen im Hause Rolex: Maxicase, Maxidial, Cerachrom-Lünette usw. Ausgestattet mit einer drehbaren Lünette mit 24-Stunden-Graduierung und einem separaten 24-Stunden-Zeiger kann man die Uhrzeit von drei verschiedenen Zeitzonen abzulesen. Zwei davon gleichzeitig. Die GMT-Master II besitzt einen zusätzlichen Zeiger, der sich in 24 Stunden einmal um das Zifferblatt dreht, sowie eine in beide Richtungen drehbare Lünette. Der 24-Stunden-Zeiger gibt die Referenzzeit in einer ersten Zeitzone an (zum Beispiel des Wohnorts), die auf der Graduierung der Lünette abzulesen ist. Die Lokalzeit des Piloten/Reisenden lässt sich über den Stundenzeiger in Einstundensprüngen verstellen. Der Stundenzeiger kann mit oder gegen den Uhrzeigersinn eingestellt werden. Ebenso das Datum. Dies ermöglicht eine neue Uhrzeit einzustellen, ohne dabei Präzision in der Zeitangabe einzubüßen.

Die GMT‑Master II ist mit dem Kaliber 3186 ausgestattet, einem vollständig von Rolex entwickelten und hergestellten mechanischen Uhrwerk mit automatischem Selbstaufzugsmechanismus. Auch dieses Kaliber 3186 ist mit einer Parachrom-Spirale ausgestattet.

40 mm, Edelstahl Oystersteel
Monoblock-Mittelteil, verschraubter Gehäuseboden und verschraubbare Aufzugskrone
In beide Richtungen drehbare Lünette, 24‑Stunden-Graduierung, Cerachrom-Zahlenscheibe aus Keramik
Verschraubbare Triplock-Aufzugskrone mit dreifachem Dichtungssystem
Kratzfestes Saphirglas, Zykloplupe zur Vergrößerung des Datums
Bis 100 Meter Tiefe wasserdicht
Mechanisches Perpetual-Uhrwerk mit Selbstaufzugsmechanismus, GMT-Funktion
3186, Rolex Manufakturwerk
-2/+2 Sekunden pro Tag, gemessen nach dem Einschalen des Uhrwerks
Paramagnetische blaue Parachrom-Spirale
Selbstaufzugsmechanismus, in beide Richtungen aufziehend, Perpetual-Rotor
48 Stunden Gangreserve

Soweit die allgemeinen Infos. Jetzt geht es mit meinem persönlichen Vergleich weiter. Was sind nun die Hauptunterschiede?

Lünette

Submariner: klassische Optik einer Taucherlünette, 60 Minuten Graduierung, nur einseitig drehbar, 120iger Rasterung, Leuchtperle auf 12 Uhr, konkurrenzlose Haptik und Akustik. Kleiner Nachteil: Da sich die Lünette leicht drehen lässt, kann es schon mal sein, dass sie sich unbeabsichtigt etwas verstellt.

GMT: mehr Zahlen, größere Zahlen, ebenfalls schwarzes Cerachrom, Lünette in beide Richtungen drehbar. Hier ist zum Verstellen mehr Absicht nötig.

Beide Lünetten haben eine sehr griffige und fast schon aggressive Rändelung. Berühmt und berüchtigt als Manschettenfresser. Da ich keine Hemden trage, ist dieser Punkt für mich aber nicht relevant. Ich mag die scharfe Rändelung sehr.



Zifferblatt

Wie jedes Rolex Zifferblatt werden auch diese beiden fast vollständig in Handarbeit hergestellt. Charakteristisches Merkmal sind die Indizes, die stets aus 18 Karat Gold gefertigt werden, um ein Anlaufen zu verhindern. Die Indezes sind bei beiden Uhren gleich. Unterschiede gibt es aber bei den Zeigern. Die Zeiger der GMT sind minimal breiter. Die der Submariner minimal schmaler und die Spitze des Stundenzeigers ist bei der Submariner etwas länger. Von den Proportionen her gefallen mir die Zeiger GMT etwas besser. Die Submariner hat 4 Zeilen Text, bei der GMT sind es 3 Zeilen.

Gehäuse

In der Seitenansicht kann man erkennen, dass das Gehäuse der GMT (links) etwas dicker ist, was vermutlich an der zweiten Zeitzone liegt. Dafür ist der Boden deutlich flacher. Das Gehäuse der Submariner ist etwas schmaler, dafür steht der Boden deutlich mehr heraus. Hier sieht man den Unterschied zwischen 100 m und 300 m Wasserdichtigkeit. Trotzdem sind beide Uhren relativ flach. Wenn ich selbst nachmesse, komme ich auf ca. 11,9 mm bei der GMT und auf ca. 12,5 mm bei der Sub.



Band und Schließe

Auf den ersten Blick sieht man bei der GMT die polierten Mittelglieder. Das Band sieht meiner Meinung nach fantastisch aus. Bling-Bling ist jetzt wirklich nicht meins, aber im Alltag wirkt das Band lange nicht so auffällig wie gedacht. Die Schließe der GMT ist deutlich kürzer als die der Submariner. Dafür gibt es kein Glidelock-System, sondern nur eine 5 mm Easy-Link Verlängerung. Ich war skeptisch, da mir normalerweise eine Erweiterung des Bandes um 2-3 mm reicht, aber im Alltag funktionieren auch die 5 mm des Easylink problemlos.

Das Band der Submariner ist komplett mattiert und damit natürlich unempfindlicher gegen Kratzer. Die Mattierung ist sehr schön ausgeführt und sieht ebenfalls klasse aus. Das Glidelock-System ist natürlich sehr praktisch, wenn sich der Umfang des Handgelenks im Laufe des Tages oder bei Aktivitäten verändert. In Sekundenschnelle ist die Schließe angepasst. Das kann man kaum besser machen. Ein Nachteil ist die deutlich größere Schließe. Mich stört die am Arm nicht, aber der Punkt kann für manche relevant sein.

Am Band und besonders an den Bandanstößen sieht man wieder die hohe Verarbeitungsqualität der aktuellen Modelle. Alles ist extrem passgenau. Da wackelt nichts und man sieht auch keine Lücken.







Tragekomfort

Der Tragekomfort ist bei beiden Uhren sehr hoch. Neben den Bändern von IWC sind die Bänder von Rolex für mich führend. Das Band schmiegt sich hervorragend an den Arm und auch an der Schließe stört nichts. Ich bin gerade bei diesem Punkt etwas kritisch. Bei anderen Uhren stören mich manchmal scharfkantige Stellen in der Schließe oder die Ausfräsungen im Gehäuseboden zum Öffnen. Bei diesen beiden Modellen ist das nicht der Fall. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber das Band der GMT fühlt sich für mich geschmeidiger an. Das liegt absolut fließend am Arm. Das Band der Submariner ist eigentlich genau so gut, aber trotzdem ist hier die GMT für mich etwas führend. Der Hauptunterschied beim Tragekomfort liegt an der Bauhöhe und an der Krone. Das flache Gehäuse der GMT liegt zwar hervorragend am Arm, aber genau deshalb kann es auch mal sein, dass die Krone am Handgelenkt stört. Bei mir ist das eher selten der Fall, aber diesen Punkt sollte man beachten. Wer also bei anderen Modellen Probleme mit einer kratzenden Krone am Handgelenk hat, sollte sich das bei der GMT genauer anschauen. Die Submariner liegt wegen dem hohen Gehäuseboden nicht ganz so gut am Arm. Aber genau deshalb ist zwischen Krone und Handgelenk mehr Platz. Auf den Fotos kann man das gut erkennen. Hier gibt es also weniger die Gefahr, dass die Krone am Handgelenk stört. Durch die Glidelock-Schließe kann man die Sub so tragen, dass sie gerade so hält. Also nicht zu eng, aber auch nicht zu locker, so dass sie ständig ganz nach vorne rutscht. Mein HGU liegt bei 17, 5 cm.

Aus dem Band der GMT wurde 1 Glied entfernt und aus dem Band der Submariner wegen der größeren Schließe 2 Glieder. Vom Gewicht her liegen die Uhren überraschend nah beisammen. Obwohl sich die GMT leichter und geschmeidiger anfühlt, liegen gerade mal 4 Gramm dazwischen. Submariner = 153 g, GMT = 149 g.

















Kritik

Ich vermisse eine gute Entspiegelung der Gläser. Zumindest auf der Innenseite. Unter der Lupe ist das ja auch der Fall. Ohne Entspiegelung gibt es immer einen leichten Schleier, der den Blick trübt. Ich hatte vor kurzem eine alte IWC UTC in der Hand, die damals ohne Entspiegelung ausgeliefert wurde. Inzwischen kann man bei IWC ein doppelt entspiegeltes Glas einbauen lassen. Dadurch wirkt die UTC fast wie ein komplett neues Modell. Der Blick ist ungetrübt und das Zifferblatt erscheint viel schöner und direkter. Man stelle sich mal vor, Rolex hätte so eine geniale Entspiegelung wie Breitling. Dann wäre der Blick auf die schönen Zifferblätter fantastisch!



Meine zweite Kritik bezieht sich auf die simplen Gehäuse. Oben satiniert, seitlich poliert. Das war es auch schon. Toolwatch hin oder her, mit ein paar weiteren Kanten und anderen Schliffen wären die Gehäuse schöner. Um bei IWC als Vergleich zu bleiben. Selbst die einfachen Modelle haben mehrere Phasen und Schliffe. Damit wären die Gehäuse von Submariner und GMT nicht nur schöner, sondern auch etwas eleganter. So wirken sie bei genauer Betrachtung doch ziemlich einfach und simpel.

Meine dritte Kritik hat auch mit den Gehäusen zu tun. Mir sind die Kanten zu scharf. Zumindest bei meinem Handgelenk kann es schon mal vorkommen, dass die Uhr auf der 9 Uhr Seite mit der Gehäuseseite in den Arm drückt. Da die Kanten scharf sind, hat man schnell einen deutlichen Abdruck im Arm. Das schmerzt jetzt nicht wirklich, kann aber etwas störend sein. Gerade bei einer Toolwatch sollte das nicht sein. Vielleicht könnte man sich im ungünstigsten Fall sogar an den scharfen Kanten verletzen. Mit einer kleinen Phase an der Kante würde es dieses Problem nicht geben. Warum auch immer ist das Gehäuse der GMT übrigens schärfer als das der Submariner. Damit die Piloten im Cockpit einen Apfel schälen können? It´s not a bug, it´s a feature! ;-)

Die Kritik ist natürlich marginal und „Jammern auf hohem Niveau“, sollte aber trotzdem nicht unerwähnt bleiben. Eine Uhr ohne jegliche Kritik hatte ich noch nicht in der Hand.

Fazit

Eins dürfte direkt klar sein. Mit beiden Uhren macht man nichts falsch. Beides sind hervorragend verarbeitete Zeitmesser. Uhren für´s Leben, die fast immer passen und an denen man lange Freude haben kann. Zu Recht absolute Klassiker und Referenzmodelle in ihrem Bereich. Verarbeitung, Qualität, Zuverlässigkeit, Robustheit, Haptik – alles ist auf einem sehr hohen Niveau und meiner Meinung nach fast konkurrenzlos.

Ich hatte beide Uhren nach dem Kauf jeweils mehrere Wochen am Stück getragen. In der letzten Zeit eher abwechselnd. Ich war mir sicher, dass ich so schnell einen Favoriten finde. Das war aber nicht der Fall. Jede Uhr hat für mich ihre Vor- und Nachteile. Die GMT, von manchen auch als „beste Uhr der Welt“ bezeichnet, ist für mich die schönere Uhr. Lünette und Band sehen klasse aus. Die Uhr hat für mich eine perfekte Mischung aus Sportlichkeit und Eleganz. Die Version mit schwarzer Lünette hat trotz allem auch eine gewisse Zurückhaltung, was gerade diese Variante schon immer zu meinem Favoriten machte. Dazu zwei nützliche Komplikationen und ausreichend wasserdicht. Im Gesamtpaket kaum zu übertreffen. Wegen dem Band ist die Uhr aber etwas auffälliger und empfindlicher für Kratzer als die Submariner. Das kann ein Nachteil sein. Ebenso die vielleicht mal störende Krone am Handgelenk.

Die Submariner ist wegen dem unempfindlicheren Band und der genialen Glidelock-Schließe natürlich eine fantastische Uhr für alle Gelegenheiten. Die Optik ist für mich etwas langweiliger, was aber eher an den unzähligen Kopien liegt. An sich ist auch die Submariner eine sehr schöne Uhr und zur Recht der Goldstandart, an dem sich die Konkurrenz seit Jahren vergeblich die Zahnrädchen ausbeißt. Das Gesamtpaket an Qualität, Optik, Funktion, Haptik und Zuverlässigkeit ist auch hier kaum zu übertreffen. Zumindest hatte ich bisher noch keine Uhr in der Hand, die das besser konnte. Wirkliche Nachteile sehe ich keine.

An manchen Tagen bevorzuge ich klar die GMT, an anderen wiederum klar die Submariner. Für mich ist also eine Co-Existenz der beiden Modelle möglich. Wenn ich mich zwingend entscheiden müsste, wäre es die Submariner. Aber nicht wegen Schließe und Band, sondern nur wegen dem genialen KnickKnickKnickKnickKnickKnickKnickKnick der Lünette. Ohne jeglichen Sinn, einfach nur zu meiner persönlichen Unterhaltung, muss ich immer wieder am Rad… ähm… an der Lünette drehen. :D

Danke für Eure Zeit und alles Gute für 2019!
 
Basgral

Basgral

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Was für ein toller Beitrag!

Ich selbst habe auch beide - die Sub No-Date schon etwas länger, die GMT seit kurzem -, möchte keine von beiden mehr missen und kann mich deinen Schilderungen und Abwägungen nur anschließen. Beides sind einfach geniale Uhren, die man am Liebsten ständig und gleichzeitig tragen möchte.
Bei mir ist die Sub insbesondere wegen der geringeren Kratzempfindlichkeit mehr die Alltagsuhr und die GMT mehr für Anlässe, bei denen man mit ziemlicher Sicherheit nicht mit der Schließe über Schreibtischplatten schubbert oder sich anderweitig aus Unachtsamkeit die polierten Mittelglieder verkratzt. Zumindest solange die GMT noch einigermaßen jungfräulich ist .

Ganz lieben Dank für Deinen Beitrag und Dir auch einen guten Rutsch ins neue Jahr - mit der einen oder der anderen Uhr.

Oliver
 
PeterPan1980

PeterPan1980

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Tolle Vorstellung zweier Ikonen mit "haben wollen - fast haben müssen - Effekt". So, wie Du die sie vorstellst braucht Rolex keine Werbung mehr zu machen. 2 tolle Uhren sensationell präsentiert und sauber abgelichtet. Für künftige Käufer viele Fragen geklärt, wenn es darum geht: Sub oder GMT? Egal, am Ende liegen eh beide daheim, weil ähnlich und doch so unterschiedlich.
 
Big 29

Big 29

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Da hast du dir viel Arbeit gemacht, Danke dafür:super:und ich kann deine Ausführungen nachvollziehen...toller Vergleich.:klatsch:
 
Stevee

Stevee

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Super Vorstellung und Vergleich der beiden Zeitmesser! Wirklich sehr ausführlich und toll beschrieben! :super:
Ich persönlich tendiere weiterhin zur Submariner - allerdings mit der Datums Komplikation.
Aber wenn man natürlich beide Uhren haben kann, perfekt! Die ergänzen sich wirklich gut.
 
Shadow22

Shadow22

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Vielen Dank! Sehr informativ und lesenswert. Auf mich wirkt es so, als sei die GMT dein Favorit!
 
Berth80

Berth80

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Sehr informativ geschrieben und gut bebildert, Danke! Auch wenn ich bis dato vom Rolex Fieber gänzlich verschont geblieben bin, habe ich mit Interesse gelesen. Guten Rutsch!
 
Clouseau

Clouseau

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Toller Vergleich, sehr ausgewogen und humorvoll dargestellt.:super::super::super:

Aber habe ich das bei der Submariner richtig gelesen: "Nachteil: Da sich die Lünette leicht drehen lässt, kann es schon mal sein, dass sie sich unbeabsichtigt etwas verstellt."??? :hmm:
Hoffe diese Eigenschaft betrifft nur Dein Exemplar, ansonsten bei einer Taucheruhr eher suboptimal, wenn auch nicht gefährlich. Ansonsten scheint der Weg zum Dressdiver vollzogen....

Viel Spaß mit beiden, bin gespannt welche auf lange Sicht mehr Tragezeit bekommt.
 
Gear Head

Gear Head

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Ein toller Vergleich, du hast dir viel Mühe gegeben, vielen Dank dafür. Bisher hat sich für mich die Frage ob Submariner oder GMT nie gestellt. Jetzt wäre es wohl die Sub. Und etwas später die GMT noch dazu. Eiei, das neue Jahr hat noch nicht mal angefangen und das fiktive Uhrenbudget ist schon weit überzogen....

Guten Rutsch!
 
Sedona B

Sedona B

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Das war genau das Richtige zum Lesen auf nen Sonntag morgen, beim ersten Kaffee, danke.
Du hast mir für meinen Uhrengeschmack in vielen Punkten aus der Seele gesprochen. Danke für die Mühe und die tollen Fotos.

Ich habe vor der gleichen Situation gestanden und bei mir ist es, dank dem Rat meiner Frau, etwas anders aus gegangen.

Die Sub war konkurrenzlos und kam als erstes in den Bestand. Aber zu der Überlegung zur GMT ist es bei mir die EX 2 WD geworden.
Dadurch habe ich für mich die passende Reiseuhr für alle Gelegenheiten und Aktivitäten gefunden.

Ich gratuliere dir jedenfalls zu deinem Duo und wünsche Dir allzeit viel Freude mit den Kronen.
 
T. Freelancer

T. Freelancer

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Klasse Vergleich :super: Vielen Dank dafür.
In der Gegenüberstellung habe ich mich in mehreren Punkten wieder gefunden und die Gründe, warum eine GMT Master II die einzige von einer ganz erklecklichen Zahl an Uhren war, die ich binnen 2 Wochen loswerden wollte.
 
geistik

geistik

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Danke für diese gelungene Vorstellung. Sehr gut. Vor allem die detailreichen Informationen, die nicht jeder unbedingt kennt, machen diese Vorstellung zu etwas Besonderem.

Ich möchte zum Vergleich aus eigener Erfahrung anmerken: Solange man kein Pilot ist, oder nicht wahnsinnig viel reist, ist die Funktion der GMT-Lünette vergleichsweise reichlich sinnlos. Vergleichsweise, weil die Lünette der Sub wirklich toll im Alltag bei der Zeitmessung unterstützt und auch durchaus oft zum Einsatz kommen kann bei alltäglichen Dingen (Nudeln kochen, Zeit merken, Sport etc...). Hier sehe ich eine Beschränkung bei der GMT, bestensfalls die Biere abends in der Kneipe besser zählen zu können, vor allem in Köln... :lol:
 
Sibbi85

Sibbi85

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Ganz tolle Gegenüberstellung zweier Ikonen.

Ich selbst stand auch vor der Entscheidung Sub oder GMT. Ich habe mich für die Sub entschieden, da ich eine „Alltagsuhr“ gesucht habe und mir die Symetrie der 114060 einfach besser gefällt (so richtig werde ich mich glaube ich nie mit den aufgesetzten Lupen anfreunden können).

Guten Rutsch!
 
strunz

strunz

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Danke für diese gelungene Vorstellung. Sehr gut. Vor allem die detailreichen Informationen, die nicht jeder unbedingt kennt, machen diese Vorstellung zu etwas Besonderem.

Ich möchte zum Vergleich aus eigener Erfahrung anmerken: Solange man kein Pilot ist, oder nicht wahnsinnig viel reist, ist die Funktion der GMT-Lünette vergleichsweise reichlich sinnlos. Vergleichsweise, weil die Lünette der Sub wirklich toll im Alltag bei der Zeitmessung unterstützt und auch durchaus oft zum Einsatz kommen kann bei alltäglichen Dingen (Nudeln kochen, Zeit merken, Sport etc...). Hier sehe ich eine Beschränkung bei der GMT, bestensfalls die Biere abends in der Kneipe besser zählen zu können, vor allem in Köln... :lol:
Als Kölner habe ich auch direkt daran gedacht :D
 
Spezimatiko

Spezimatiko

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Vielen Dank @xeper für diesen fundierten Bericht und die tollen Fotos
:klatsch:
Es hat mir Spaß gemacht deinen Beitrag zu lesen, einfach toll dieses Uhrenforum hier.
 
nilpferd

nilpferd

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Ein ganz toller Beitrag, der meinen "Vorurteilen" gegenüber der Marke Rolex gehörig eins über die Rübe gegeben hat.
Vielen Dank dafür.

Grüße,
Martin
 
S

steininger

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Super Vergleich. Du hast dir wirklich Arbeit gemacht! Respekt. Auch die Fotos sind toll, vielen Dank für diesen Vergleich.

Einzig in einer Sache bin ich anderer Meinung: Das Design der Gehäuse ist gerade wegen fehlendem Geschnörkel und Firlefanz so zeitlos und genial. Weitere Schliffe und Fasen würden die Gestaltung meiner Ansicht nach verwässern und beliebig machen.

Ich habe mich wegen der meiner Meinung nach zu großen Ähnlichkeit der von die vorgestellten Uhren und wegen meiner Abneigung gegen polierte Flächen übrigens für die Sub Nodate (14060M) und die Ex2 WD (216570) entschieden.
 
datoni

datoni

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Sehr gute Vorstellung und genialer Vergleich!
Mir hat auch gut gefallen, dass du ehrliche Kritikpunkte anführst. Die fehlende Entspiegelung stört mich auch, zumindestens innen wäre auch bei einer Toolwatch passend!

Vielen Dank, sehr ehrlich und lehrreich.
 
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Vergleichstest zwischen Rolex Submariner 114060 und GMT Master II 116710LN

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