Verarbeitungsqualität?

Diskutiere Verarbeitungsqualität? im Herrenuhren Forum im Bereich Herrenuhren; Ich weiß, dass dieser Thread Potential zum ausarten bietet. Ich hoffe das passiert nicht. Ich habe die SuFu benutzt konnte aber aufgrund der...
#1
certinho

certinho

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Ich weiß, dass dieser Thread Potential zum ausarten bietet. Ich hoffe das passiert nicht. Ich habe die SuFu benutzt konnte aber aufgrund der Vielzahl der Ergebnisse keine Antwort auf meine Frage finden. Die Frage kam bei mir auf, als ich einen Thread gelesen habe und dort behauptet wurde, dass die Verarbeitungsqualität von Rolex um Klassen höher ist, als von Breitling. Mich würde interessieren woran ihr die Verarbeitungsqualität festmacht. Ich persönlich habe keine Erfahrung mit Rolex, hatte aber schon Breitling, Fortis, Eterna, Oris, Mido, Tissot, Certina und noch ein paar mehr in der Hand, bzw. im Besitz. Natürlich sehe ich auch Unterschiede in der Verarbeitung. Diese liegen bei "vernünftigen" Uhren in meinen Augen nicht Klassen auseinander, sondern evtl. 10% höher. Den Rest rechne ich dem Design an und würde nicht von Qualitätsunterschied sprechen,sondern von Geschmack. Also... worauf achtet ihr und woran macht ihr die Verarbeitung fest? Dabei beziehe ich mich auf Gehäuse,Band, ZB, Zeiger. Das Werk ist aussen vor,darüber möchte ich nicht diskutieren. Gerne mit Bildern.
 
#4
Vincent_Rock

Vincent_Rock

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ist Objektiv natürlich schwer zu beurteilen. Was man sagen kann ist, dass bei Rolex die Fertigungstoleranzen der Bändern auf jeden Fall enger sind.

Ansonsten macht es sich Rolex eben auch mit ihren Designs sehr einfach. Ihre doch recht angweiligen Gehäusen ohne Fasen oder andere Spielereien machen die Fertigung und Enbearbeitung natürlich sehr einfach. Gleichen gilt für das Finish der Bänder.

Wenn du bspw. das Band einer Daytona mit der ähnlich bepreisten Royal Oak vergleichst heisst es für Rolex Gute Nacht Marie.

Da legen sich anderen Kollegen in der Preisklasse wie bspw. JLC, aber auch Omega und die Einsteigermodelle von Breguet deutlich mehr ins Zeig.

Von daher würde ich die Verarbeitung von Rolex jetzt keinem ihren direkten Konkurrenten als "um Klassen besser" beschreiben. Das Entwicklungsprinzip heisst heutzutage "Design to Manufacture" also etwas so entwerfen, dass die Herstellbarkeit im Vordergrund steht.

Darüber hinaus finde ich die Fragestellung eigentlich vollkommen legitim.
 
Zuletzt bearbeitet:
#6
Tobias2406

Tobias2406

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Ich definiere Qulität anhand von:

Matrial (eingesetzte Werkstoffe und degren gühte)
Fertigung, bedeutet wieviel Prozent dieser Uhr Inhous gefertigt wurde und vor allem wie (Fräsen,drehen,schleifen), Werkveredelungen.
Montage, spaltmaße, scharfe Kanten, Kratzer und die Endkontrolle.
Zuguter letzt noch die Technischen daten, dazu zählen für mich: Ganggenauigkeit, Reserve, Magnetschutz, Druckfestigkeit.
 
#7
Spitfire73

Spitfire73

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Mich würde interessieren woran ihr die Verarbeitungsqualität festmacht.
für mich sind das zB folgende Punkte:

-Qualität der Oberflächenbehandlung (zB. bei Polituren: Tiefenwirkung, verzerrender oder spiegelnder Glanz?)
-Qualität und Präzision von Passungen (zB. Bohrungen, Spiel der Anstöße zwischen den Hörnern)
-Spiel und Rastungshaptik beweglicher Teile (zB Lünetten)
-geschmeidige Verschraubbarkeit der Krone, Qualität der Gewinde und Schrauben bei verschraubten Bändern
-Ausrichtung der verbauten Komponenten absolut und zueinander (zB Minutenringe, Indexe, Lünettenmarkierungen usw.)
-Qualität und Wirkung der Entspiegelung bei Gläsern, saubere Einpassung ins Gehäuse
-Sauberkeit der Montage, Partikelfreiheit von ZB, Zeigern, Datumsscheibe usw.
-Druckqualität der Zifferblattbeschriftungen und der Datumsscheibe
-korrektes Setzen der Zeiger
-Bedienpräzision (zB keine bockigen, klemmenden Schließen, keine sich in sich selbst verklemmenden Bandglieder)
...usw...

Gruß
Helmut
 
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#8
certinho

certinho

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Mir geht's nicht um Rolex im speziellen, sondern um die Verarbeitungsqualität bei Uhren allgemein. Ist die Verarbeitung eines Gehäuses besser, z.B. weil es mehr Phasen hat? Oder ist das nur Design?
 
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#9
MMF
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Also ich finde die Frage durchaus legitim, und vor allem diskussionswürdig - die Frage ist doch vielmehr, ob dieses Gebashe was von vielen Rolexlern da wieder losgeht gerechtfertigt ist ;) Und das sage ich ohne jede Anfeindung, ich finde es nur schade, dass sowas immer eskaliert in kurzer Zeit (ich lese schon lange vor meiner Anmeldung hier mit ;)). Ich persönlich mag Rolex sehr gerne, hatte auch schon einige in der Hand, die sich im näheren Familienumkreis befinden - sie sind hochwertig in meinen Augen, ob sie anderen Marken wirklich so weit voraus sind... nun das sind sie für mich nicht.

Und damit meine ich jetzt nicht Marken die einiges oder weit unter Rolex rangieren als Vergleich! Ich selbst sprach den Qualitätsunterschied zwischen Rolex und Tudor ja mal an - der ist da, das habe ich mittlerweile auch bemerkt, wenngleich ich den sicherlich nicht so hoch bewerten würde, wie dies manche tun.
 
#10
Vincent_Rock

Vincent_Rock

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Fertigung, bedeutet wieviel Prozent dieser Uhr Inhous gefertigt wurde und vor allem wie (Fräsen,drehen,schleifen), Werkveredelungen.
Das lässt sich zwar diversen Feldern zuordnen, mit Qualität (im Rahmen der ISO) hat es allerdings 0,nix zu tun.

Viele Indies verwenden Agenhor Module zu, die zur absoluten Weltklasse gehören.
 
#11
Vincent_Rock

Vincent_Rock

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Mir geht's nicht um Rolex im speziellen, sondern die Verarbeitungsqualität bei Uhren allgemein. Ist die Verarbeitung eines Gehäuses besser, z.B. weil es mehr Phasen hat? Oder ist das nur Design?
Oh, verstanden. Dann bin ich ganz bei Helmut. Wie gut sind die einzelnen Arbeitsschritte ausgeführt.

Optisches Design hat nichts mit Qualität zu tun. Technisches Design (bspw. bei den Schließen) hingegen sehr wohl, da es einen technischen Zweck erfüllt.
 
#13
Boston72

Boston72

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Ich glaube nicht das da wirklich der große Unterschied ist, bei den Marken in der Preisregion.

Was für mich wirklich für Verarbeitungsqualität steht, ist diese Casio.
80D985A7-D627-44EF-870E-7545859EF582.jpeg
Die trage ich seit 22 Jahren fast täglich in der Arbeit.
Wenn sie schmutzig ist kommt sie bei 60 Grad in die Waschmaschine und so weiter.

Und ALLES an der Uhr funktioniert noch wie am ersten Tag.

DAS ist für mich Verarbeitungsqualität, wenn etwas dadurch so langlebig wird.
 
#14
ticktack85

ticktack85

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Einer aus dem Qualitätswesen/Management also .. :-) ISO und Qualität haben 0,nix gemeinsam. Das sind alles theoretische Werte.

Qualität = Produktion. So einfach ist das. Wird gut produziert, hast Du gute Qualität. Sehr gut als Optimum... Wird Mist produziert, hast Du eben keine Qualität.
Alles darüber hinaus (Image, Verfügbarkeit, Produktionsdauer etc.) hat keinerlei Einfluss auf die Qualität.

MfG von einem QMB :-)
 
#15
Vincent_Rock

Vincent_Rock

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Die ISO 9001 und die ISO 9000, die den Begriff "Qualität" definiert, haben also nix mit selbiger gemeinsam.... grenzwertige Aussage würde ich mal sagen.

Und so einfach ist das nicht. Wenn du Uhrenteile mit +/- 3/10mm angibst kannst du immer perfekt nach Zeichnung gefertigte Teile produzieren, die Uhr ist aber dennoch Mist.

Gruß von einem Ex QE...
 
#16
Tobias2406

Tobias2406

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Zum Thema Gehäuse:

Für mich ist in erster Line Wichtig aus welchem Material das Gehäuse besteht, viele Uhrenhersteller haben ja den bekanntem 316L stahl, Sinn benutzt noch einen X40MnCN19 (Ubootstahl) und Rolex ihren 904L, aus diesem kann ich schon erkenn wie Hart/Zäh oder Magnetisch abschirmend das Material ist, desweiter ist mir wichtig dass das Gehäuse mit bedacht gefertigt wurde also, der Krohenschutz so konzipiert ist das ich trotzdem die Krone greifen kann oder wie liegt der Uhrenboden auf der Hand?

Schlussendlich ist es glaube ich für einen Laien schwer Qulität zu vergleichen da zwischen mehreren Tausend Euro von außen vieleicht 1-3 Prozent verbessert werde.
Bsp. Nomos Club und Eine Rolex Oyster perpetual, datwischen liegen auch mehrere Tausend Euro aber ich würde Optisch am Gehöuse und am Werk bis auf die Chronometer Genauigkeit nichts festellen können.
 
#17
ticktack85

ticktack85

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Die ISO 9001 und die ISO 9000, die den Begriff "Qualität" definiert, haben also nix mit selbiger gemeinsam.... grenzwertige Aussage würde ich mal sagen.

Und so einfach ist das nicht. Wenn du Uhrenteile mit +/- 3/10mm angibst kannst du immer perfekt nach Zeichnung gefertigte Teile produzieren, die Uhr ist aber dennoch Mist.

Gruß von einem Ex QE...
Richtig, wenn Du Toleranzen einräumst die deiner Vorgabe entsprechen und dies am Ende dazu führt, dass das Endprodukt Mist ist, hast Du keine Qualität produziert :-P
Eine ISO legt in Worten fest, was Qualität bedeutet... Ich kenne das Prozedere auch.... gehe damit aber nicht konform. Die Individualität in Personal und Produktion macht viel mehr in der Qualität aus als eine Norm. Diese ISO Normen sind wofür Interessant? So werden heute nur noch Aufträge vergeben und gehalten. Ein System fürs System.
 
Zustimmungen: MMF
#18
Tobias2406

Tobias2406

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Das lässt sich zwar diversen Feldern zuordnen, mit Qualität (im Rahmen der ISO) hat es allerdings 0,nix zu tun.

Viele Indies verwenden Agenhor Module zu, die zur absoluten Weltklasse gehören.
Ja da hast du recht, für mich ist es nur ein Hoffnung das der Uhrenhersteller dadurch die Möglichkeit ergreift etwas maß zu schneidern und dadurch die Kompromisse die ein extern gelieferts Werk mit sich bring auszumerzen
 
#19
theAzzi

theAzzi

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Die Frage kam bei mir auf, als ich einen Thread gelesen habe und dort behauptet wurde, dass die Verarbeitungsqualität von Rolex um Klassen höher ist, als von Breitling. Mich würde interessieren woran ihr die Verarbeitungsqualität festmacht. Ich persönlich habe keine Erfahrung mit Rolex, hatte aber schon Breitling, Fortis, Eterna, Oris, Mido, Tissot, Certina und noch ein paar mehr in der Hand, bzw. im Besitz. Natürlich sehe ich auch Unterschiede in der Verarbeitung. Diese liegen bei "vernünftigen" Uhren in meinen Augen nicht Klassen auseinander, sondern evtl. 10% höher.
Das ist schwierig sachlich zu analysiersen bzw. würde es Bände füllen, nicht ein paar Zeilen im Forum.

Pareto heißt hier das Stichwort. Die letzten 20% machen 80% des Aufwandes aus.

An deinem Beispiel Rolex beispielsweise eine eigene Stahllegierung zu entwickeln statt den Standard zu nehmen.
Beim Uhrwerk kein existierendes zu veredeln, sondern ein eigenes zu entwickeln.
Beim eigenen Uhrwerk nicht nur auf Ganggenauigkeit innerhalb der Chronometer Norm zu achten, sondern einen eigenen Standard zu schaffen der präziser ist.
Neben Genauigkeit noch auf eine Robustheit zu achten und gute Wartbarkeit durch die Uhrmacher.
Und dann geht es in die Details für den Endkunden wie die perfekte Satinierung, perfekte Politur, Design usw. usw..
Zuletzt kommt noch die Qualitätskontrolle, die ebenfalls Geld kostet.

All diese Faktoren und noch viele mehr könnte man in Summe dann "Verarbeitungsqualität" nennen, insbesondere die, welche beim Endkunden ankommt.

Insbesondere die letzten paar Prozentpünktchen verursachen einen enormen Aufwand und somit enorme Kosten. Siehe Steinhart vs Rolex Vergleich.
Aus der Distanz sehen die Uhren fast gleich aus. Von nahmen sieht man optische Unterschiede. Geht man ins Detail und Innenleben, sind die Unterschiede enorm.

Wie man diese letzten paar Prozentpünktchen jetzt bewertet ist nicht standardisiert. Daher kann keiner sagen, ob klassen jetzt 0,5% 2%, 10%, oder 50% sind und woran genau man diese % objektiv fest machen möchte.
 
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